mini|Die Jakobuskirche mini|hochkant|Statue des St. Nepomuk an der Jakobuskirche St. Jakobus, die älteste erhaltene Kirche im heutigen Hanauer Stadtteil Großauheim, dient als römisch-katholische Filialkirche der Hanauer Pfarrei St. Klara und Franziskus im Bistum Fulda.Fusionsurkunde der PfarreienAmtsblatt des Bistums Fulda Nr. 111 vom 12. Dezember 2020, abgerufen am 2. Januar 2021.

Lage Die Kirche liegt inmitten der Altstadt von Großauheim. Der Vorgängerbau war noch zur Pfarrgasse hin ausgerichtet, daher ihr Name; der erhöht liegende, über eine Treppe erreichbare Neubau wurde jedoch der „Langgasse“ zugeordnet (heute: Alte Langgasse). Der Kirchhof birgt nur noch einige wenige Gräber, ansonsten wurde er 1813 von einem außerhalb der damaligen Gemeinde liegenden Friedhof ersetzt (heute: Alter Friedhof).

Geschichte Der Vorläufer der heutigen Kirche, die Jakobuskapelle, wird 1331 urkundlich erwähnt. Die erhaltenen Urkunden klären aber nicht, ob es sich bei der Kapelle um eine Pfarrkirche oder lediglich um eine Filialkirche gehandelt hatte: Ein Pfarrer wird 1439 und 1475 belegt, während zwei Urkunden von 1482/83 lediglich von einer Filialkirche sprechen. Am 20. September 1500 wurde der Kapelle ein Ablass von 100 Tagen gewährt, den der Erzbischof von Mainz am 10. Juni 1503 bestätigte. 1513 soll es erneut einen Pfarrer in Großauheim gegeben haben.

Die Kapelle mit umgebendem Kirchhof und Wehrmauer war wiederholt Ziel von Angriffen. Im Dreißigjährigen Krieg wurde sie bis auf den Turm zerstört und bis 1631 wieder aufgebaut. Über ihr genaues Aussehen ist heute wenig bekannt, weil die zeitgenössischen Darstellungen ungenau und widersprüchlich sind. Die ergiebigste Quelle bilden Kirchenrechnungen, die den Anbau einer Sakristei und die Existenz einer Empore belegen. Ein daneben befindliches Beinhaus wurde mit dem Bau der heutigen Kirche abgetragen.

Die baulich in schlechtem Zustand befindliche Kapelle sollte dem Neubau einer Kirche weichen. Die entsprechenden Arbeiten sollten bereits 1754 beginnen, mussten aber aufgrund des Siebenjährigen Krieges warten. 1766 begannen endlich die Bauarbeiten mit dem Abtragen der alten Kapelle, deren Steine für die Ausbesserung von Straßen in der Umgebung verwendet wurden; die heutige Kirche konnte noch im selben Jahr eingeweiht werden. 1792 musste die Turmspitze nach einem Sturm neu aufgerichtet werden. 1800 wurde das rückseitige Kirchenfenster zum Schutz der Orgel provisorisch zugemauert, später dann dauerhaft. 1889 und 1920 erfolgten weitere gründliche Erneuerungen. Im März 1945, gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, erlitt die Kirche bei Kampfhandlungen erhebliche Schäden, die erst 1950 ausgebessert werden konnten.

1907 verlor St. Jakobus mit dem Bau von St. Paul den Status als Pfarrkirche, wird aber weiterhin regelmäßig von der Pfarrei St. Jakobus in Großauheim für Gottesdienste genutzt.

St. Jakobus ist heute ein Kulturdenkmal nach dem Hessischen Denkmalschutzgesetz.

Innenausstattung Der Hochaltar der Kirche war 1768 eine Schenkung des Bartholomäusstiftes in Frankfurt am Main. Woher er ursprünglich stammt, kann heute nicht mehr nachvollzogen werden.

Die Jakobuskirche hat zwei Kirchenheilige: einerseits den hl. Jakobus, der auch das Patrozinium über die Kirche führt, andererseits den hl. Valentin. Beiden ist jeweils ein eigener Altar gewidmet.

Die heutige Orgel stammt von Adam Joseph Oestreich aus Oberbimbach und wurde 1836 in der Kirche errichtet. Seitdem wurde sie mehrfach restauriert, zuletzt 1955 vom Orgelbauunternehmen Gebr. Späth Orgelbau.

Quellen Großauheim – Aus Geschichte und Leben der katholischen Pfarrgemeinde. Festschrift der katholischen Kirchengemeinde Großauheim 1956

Weblinks

Einzelnachweise

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