Das Europa-Park-Stadion (Eigenschreibweise: Europa-Park Stadion), auch Mooswaldstadion genannt, ist ein Fußballstadion in der baden-württembergischen Großstadt Freiburg im Breisgau. Es ist seit seiner Eröffnung im Oktober 2021 die Heimspielstätte des Fußballvereins SC Freiburg. Die Anlage liegt im Stadtteil Brühl neben dem Flugplatz der Stadt.

Charakteristik und Name Charakteristika des Stadions Nach dem Entwurf der HPP Architekten aus Düsseldorf erbaute die Köster GmbH aus Osnabrück ein Stadion mit umlaufendem Ober- und Unterrang, wobei die Heimtribüne hinter dem Tor auf der Südseite aus einem durchgehenden Rang besteht. Bei einer Kapazität von 34.700 Plätzen ist ein hoher Anteil von 36 Prozent (ca. 12.400 Plätze) als Stehplätze ausgewiesen. Website des SC Freiburg. Abgerufen am 22. März 2021. Der Bau ist 25 Meter hoch und weist eine rechteckige Form auf. Neben der Geschäftsstelle des SC Freiburg wurden auch die Funktionsräume der Profimannschaft und der U23 in das Stadion integriert., scfreiburg.com, 31. August 2018, abgerufen am 12. Juni 2019.

Name Das Stadion wurde vom Verein während der Bauphase SC-Stadion bzw. am Wolfswinkel genannt. Die organisierte Fanszene des SC Freiburg einigte sich darauf, das Stadion ihrerseits Mooswaldstadion zu nennen. Wie schon bei den alten SC Freiburger Stadien, dem Dreisamstadion (Lage an der Dreisam) und dem Möslestadion (im Gewann Mösle gelegen) sollte mit der Lage am benachbarten Wald ein lokaler Bezug hergestellt werden, ähnlich dem anschließenden Stadtteil Mooswald. Den Fans sei es wichtig gewesen, dem Stadion einen „echten“ Namen zu geben und „keinen Sponsornamen, der alle zwei Jahre wechselt“.

Seit dem 1. Oktober 2021 ist der Europa-Park im nahegelegenen Rust, der seit rund 30 Jahren Partner des SC Freiburg ist, Namenssponsor des Stadions, das seither den Namen Europa-Park-Stadion trägt. Es wurde ein langjähriger Vertrag abgeschlossen und über die Vertragsinhalte Stillschweigen vereinbart. Auch die Straßenbahn-Haltestelle der Linie 4, die zuvor nur Stadion hieß, wurde im September 2021 so benannt.

Bei internationalen Spielen lautet der offizielle Name gemäß der UEFA Stadion am Wolfswinkel.

Geschichte Entscheidung für einen Neubau und Standort Das ehemalige Stadion des SC Freiburg, das 1954 eröffnete Dreisamstadion, entsprach nicht mehr den Anforderungen an eine moderne Spielstätte und durfte wegen eines zu kleinen Spielfeldes (100,5 m × 68 m), das vom Tor im Süden zum Tor im Norden Richtung Dreisam zudem ein Gefälle von 98 cm aufwies, nur aufgrund einer Sondererlaubnis der DFL weiter genutzt werden. Es wurde geraume Zeit über einen Umbau des Stadions oder einen Neubau diskutiert. Aufgrund von Platzmangel sowie eines zuvor zwischen Stadt, Verein und einzelnen Anwohnern geschlossenen Vergleichs wäre bei einem Umbau eine Kapazität von mehr als 25.000 Zuschauern nicht möglich gewesen. Um die Wirtschaftlichkeit einer Umbau-Lösung zu prüfen, gab der SC eine Studie beim Unternehmen Freyler in Auftrag, nach der ein Umbau elf Jahre dauern und nur unwesentlich weniger als ein Neubau kosten würde. Die Gemeinderäte der Stadt Freiburg orderten im Frühjahr 2012 zudem ein Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young, die eine Umbauzeit von maximal drei Jahren, jedoch auch deutlich höhere Kosten errechnete. Demnach wäre keine „zukunftsfähige Lösung“ am alten Standort möglich, da bei einem Umbau im Vergleich zu einem Neubau dauerhaft geringere Umsätze bei den Zuschauereinnahmen nur unwesentlich niedrigeren Kosten entgegengestanden hätten.

Im Dezember 2012 stimmte der Freiburger Gemeinderat für den Bau eines neuen Stadions und bestätigte die Prüfung von drei möglichen Standorten, neben dem Wolfswinkel die Kleingartenanlage an der Güterumgehungsbahn und das Gewann am Autobahnzubringer Mitte, die ein Stadion mit einer Kapazität von 30.000 bis 35.000 Zuschauern ermöglichen würden.

Die gemeinsame Arbeitsgruppe des Vereins und der Stadt einigte sich auf den Standort Wolfswinkel neben dem Flugplatz und der Technischen Fakultät der Uni im Stadtteil Brühl. Die Vorteile wurden in der guten ÖPNV-Anbindung und der Möglichkeit, Trainingsplätze auf dem Areal anzulegen, gesehen. Die Kleingartenanlage Hettlinger wäre aufgrund der geringeren Fläche nicht für Trainingsplätze geeignet, zudem wären Proteste seitens der Eigentümer zu befürchten gewesen. Das Gewann Hirschmatten wurde für den Bau des neuen Stadtteils Dietenbach vorgesehen. Bis auf kleinere Flächen gehörte das Gelände am Flugplatz der Stadt. Zudem sollte der Neubau den Flugbetrieb laut Gutachten nicht beeinträchtigen. Die alternativen Standorte wurden vom Freiburger Gemeinderat in seiner Entschlussfassung am 25. Februar 2014 als weniger geeignet bewertet. Am 1. Februar 2015 stimmten die Bürger von Freiburg in einem Bürgerentscheid mit 58,2 Prozent für den Stadionneubau im Wolfswinkel. Bauphase Am 16. November 2018 erhielt der Verein die Baugenehmigung zum Bau eines neuen Stadions am Wolfswinkel. Im selben Monat war mit vorbereitenden Bauarbeiten begonnen worden. Es gab Ärger, als eine Firma das komplette Wurzelwerk einer Böschung wegfräste und damit die dort lebende Haselmaus gefährdete. Daher wurden in der Umgebung Ausweichquartiere geschaffen und die Tiere dorthin vergrämt. Ein Monitoring habe 2020 gezeigt, dass die Umsiedlung erfolgreich gewesen sei, berichtete die Stadt. Vor 500 geladenen Gästen, unter anderem mit Oberbürgermeister Martin Horn und SC-Präsident Fritz Keller wurde am 29. März 2019 der Grundstein für das Stadion gelegt.

Ende 2019 wurde die Fuß- und Radwegbrücke über die neue Zufahrt zum Stadion (Suwonallee) an der Granadaallee freigegeben. Auch die übrigen Arbeiten lagen im Zeitplan, allerdings gab es keinen Zeitpuffer mehr.

Anfang 2020 begannen die Arbeiten an der Dachkonstruktion. Um den Alltagsverkehr nicht zu behindern, wurden die Dachelemente des Nachts per Schwerlasttransport nach Freiburg gebracht. Am 5. März 2020 konnte auf der Baustelle das Richtfest gefeiert werden. Die Mannschaft des SC machte daraufhin einen Rundgang über die Baustelle.

Das Stadion sollte ursprünglich im August 2020 mit dem Beginn der Saison 2020/21 fertiggestellt werden. Im April 2020 gab SC-Finanzvorstand Oliver Leki in einem Interview mit dem Kicker an, dass dieser Termin aufgrund der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie nicht eingehalten werden könne. Deshalb wurde für die Lizenzierung zur Saison 2020/21 neben dem SC-Stadion auch das Dreisamstadion als Spielstätte angegeben. Im Juli 2020 hieß es, dass das Stadion wohl erst zum Jahresende 2020 fertig werde und der Sport-Club eventuell nach der Winterpause in das neue Stadion umziehen könnte. Auch der Start der Saison 2020/21 wurde um einen Monat auf den September 2020 verschoben. Am 25. November 2020 wurde der Rollrasen im Stadion ausgelegt. Im Dezember waren die Innenräume mit 20.000 Quadratmeter auf fünf Etagen noch Baustelle und der SC wollte sich mit einem Einzugstermin noch nicht festlegen. Der Pachtvertrag für das alte Stadion musste im Februar 2021 ein weiteres Mal verlängert werden, auch weil über das Nachtspielverbot im neuen Stadion noch nicht entschieden war. Die Abnahme des Stadions sollte im ersten Halbjahr 2021 erfolgen und ab da musste der Sportclub Pacht zahlen. Die Mehrkosten durch die Bauverzögerung musste das Unternehmen Köster tragen. Eröffnung Da der Innenausbau noch nicht abgeschlossen war, wurden die ersten drei Freiburger Heimspiele der Saison 2021/22 noch im Dreisamstadion ausgetragen. Am 7. Oktober 2021 wurde das Stadion während einer Länderspielpause mit einem 3:0-Testspielsieg gegen den Zweitligisten FC St. Pauli eröffnet.Grifos traumhaftes Premieren-Tor: Freiburg siegt bei Stadion-Eröffnung, kicker.de, 7. Oktober 2021, abgerufen am 7. Oktober 2021. Einen Tag später musste der ein Jahr zuvor verlegte Rollrasen entfernt werden. Er war nicht richtig angewachsen. „Hauptgrund für den schlechten Zustand ist die Nässe im Sommer, einhergehend mit einem Pilzbefall,“ so SC-Sprecher Sascha Glunk. Die Baukosten betrugen ca. 76,5 Millionen Euro. Hinzu kamen ca. 51 Millionen Euro für Infrastrukturmaßnahmen rund um das Stadion, die die Stadt zu tragen hatte.

Am 16. Oktober 2021 fand am 8. Spieltag mit einem 1:1-Unentschieden gegen RB Leipzig das erste Bundesligaspiel im Europa-Park-Stadion statt. Stadionführungen Seit Herbst 2023 bietet der SC eine 90-minütige Führung durch das Europa-Park Stadion an. Sie bietet Einblicke in VIP-Bereiche, die Gästekabine, den Spielertunnel und beleuchtet architektonische Besonderheiten, wie die tief in die Erde versenkte Bauweise aufgrund der Flugplatznähe, die historische Verbindung zum Dreisamstadion, das größte Solardach auf einem Fußballstadion, die Nutzung der Abwärme aus der benachbarten Industrie, sowie die prägenden Figuren des Clubs wie Präsident Achim Stocker, Trainer Volker Finke und Christian Streich, die die Philosophie des Vereins über Jahrzehnte geformt haben.

Stadionsprecher Erster Stadionsprecher im Europa-Park-Stadion war Claus Köhn, der bereits vor dem ersten Erstligaaufstieg und insgesamt 35 Jahre lang die Stimme des SC Freiburg war und 1988 das Badnerlied ins Stadion brachte. Er ging im Sommer 2023 nach 606 geleiteten Heimspielen in den Ruhestand und wurde von der Radiomoderatorin Julica Goldschmidt abgelöst. Ihr Moderationsstil im Stadion ist zurückhaltend und sachlich ohne stimmungsvolles Anheizen. Dies soll wie vom Fanbeirat gefordert, den Fans im Stadion überlassen werden oder wie es Vereinsvorstand Achim Stocker bereits ihrem Vorgänger vorgegeben hat: "Claus, du machst das jetzt mal. Aber Stimmung machst du keine – die machen die Fans!"

Stadionmoderator ist seit 2021 Stefan Mayer, der insbesondere die Interviews an der Seitenlinie führt.

Gastronomie und Stadionfortentwicklung Die gastronomische Versorgung der Zuschauer übernahmen wie im Dreisamstadion auch im neuen Stadion mehrere lokale Gastronomiebetriebe, wohingegen es bei den meisten Bundesligavereinen üblich ist, dies an ein Cateringunternehmen zu übertragen. Im Public Bereich gab es zu Beginn 14 Kioske, die von einem Freiburger Gastronomiebetrieb zusammen mit mehreren Gastronomen aus der Region bewirtschaftet werden. Im Hospitality-Bereich gibt es drei Aufenthaltsbereiche, die von fünf Gastronomiebetrieben aus der Region bewirtet werden. Die teilweise sehr beengte Situation im Stadion-Umlauf war für die Fans in der Anfangszeit nach der Eröffnung nicht zufriedenstellend. Daraufhin wurden temporäre Erweiterungen an Teilbereichen des Stadion-Umlaufs eingesetzt.Umlauferweiterung auch beim Gladbach-Spiel, auf scfreiburg.com Im Mai 2023 stellte der SC neue Pläne für eine Erweiterung mit zusätzlichen, teilüberdachten Aufenthaltsflächen von mehr als 5.000 m² vor, mit zusätzlichen Verkaufsständen und Toiletten. Die Erweiterungsmaßnahmen wurden bis Mitte 2025 fertiggestellt und die Aufenthaltsqualität für die Stadiongäste deutlich verbessert. Das Gastronomieangebot erhielt bei einer bundesweiten Umfrage im Jahr 2025 den ersten Platz unter allen Bundesligavereinen.

Im Juli 2026 wurde erstmals ein Hybridrasen in Freiburg verlegt, ein Mix aus dem klassischen Naturrasen und Kunstrasen, der in der Fußball-Bundesliga bereits längst zum Standard geworden war. Als einer der letzten Vereine setzte der SC Freiburg auf die Vorteile wie weniger Spielschäden, angenehmer zu bespielen und der Ball läuft besser, was zu einem schnelleren Spiel führt.

Spiele der deutschen Fußballnationalmannschaft Am 16. November 2024 trug die deutsche Fußballnationalmannschaft ihr erstes Länderspiel im neuen Freiburger Stadion aus.

Eigentumsverhältnisse und Finanzierung