mini|hochkant=1.2|Blick auf Süßen Süßen ist eine Stadt im Landkreis Göppingen in Baden-Württemberg. Süßen liegt im Vorland der Mittleren Schwäbischen Alb im Filstal zwischen Stuttgart (49 km) und Ulm (45 km).

Geographie Geographische Lage Süßen gehört politisch zur Region Stuttgart und somit zum Regierungsbezirk Stuttgart. In Süßen mündet die Lauter in die Fils. Das Stadtgebiet reicht von bis und liegt unweit des Albtraufs.

Stadtgliederung Zu Süßen gehört das Gehöft Näherhof.Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2, S. 300–301.

Nachbargemeinden Die folgenden Städte und Gemeinden grenzen an das Gebiet der Stadt Süßen. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt:

Salach, Donzdorf, Gingen an der Fils, Bad Überkingen, Schlat, Göppingen und Eislingen/Fils.

Flächenaufteilung

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Süßen.

Geschichte Bis zum 18. Jahrhundert Süßen wurde 1071 als Siezun erstmals im Lorscher Codex erwähnt. Später existierten zwei Dörfer: Großsüßen links der Fils gehörte zunächst den Grafen von Helfenstein, die es 1382 an Ulm verpfändeten. Kleinsüßen rechts der Fils gehörte hingegen den Herren von Rechberg. Nach dem Tod von Philipp von Rechberg fiel der Ort 1529 an die Familie Pappenheim, die ihn 1553 an die Herren von Bubenhofen weitervererbten.

Unterhalb von Großsüßen gegenüber der Einmündung des Schweinbachs in die Fils befand sich die Geleitgrenze zwischen dem Herzogtum Württemberg und der freien Reichsstadt Ulm. Im Spanischen Erbfolgekrieg brannte Großsüßen 1707 bis auf wenige Häuser ab.

19. und 20. Jahrhundert Im Rahmen der Mediatisierung nach dem Reichsdeputationshauptschluss kam Großsüßen 1802 zunächst an das Kurfürstentum Bayern, Kleinsüßen 1806 an das nunmehrige Königreich Bayern. 1810 wurden beide Orte im Grenzvertrag zwischen Bayern und Württemberg dem Königreich Württemberg zugeordnet und dem Oberamt Geislingen unterstellt.

Mit Eröffnung der Filstalbahn 1847 erreichten die Königlich Württembergische Staats-Eisenbahnen Kleinsüßen. 1933 wurden Groß- und Kleinsüßen zur neuen Gemeinde Süßen vereinigt. Die Kreisreform 1938 während der NS-Zeit in Württemberg führte zur Zugehörigkeit zum Landkreis Göppingen. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs marschierten am 20. April 1945 amerikanische Soldaten in Süßen ein, womit der Krieg im Ort zu Ende war und die Besatzungszeit begann. Süßen wurde Teil des neuen Landes Württemberg-Baden, welches 1952 im jetzigen Bundesland Baden-Württemberg aufging. 1946 folgte der Zuzug von mehr als 1600 Heimatvertriebenen und Flüchtlingen, die damals 42 Prozent der Einwohner ausmachten. Am 1. Juli 1996 wurde Süßen zur Stadt erhoben.Stadtgeschichte. www.suessen.de

Religionen Während im zu Ulm gehörenden Großsüßen 1539 die Reformation eingeführt wurde, blieb das pappenheimische Kleinsüßen römisch-katholisch.

Einwohnerentwicklung Die Einwohnerzahlen von 1837 bis 2020 sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes (nur Hauptwohnsitze). Jahr Einwohner 1837 ¹ 1.440 1871 ¹ 1.617 1900 ¹ 2.107 17. Mai 1939 ¹ 3.925 13. September 1950 ¹ 5.946 6. Juni 1961 ¹ 7.123 27. Mai 1970 ¹ 8.258 25. Mai 1987 ¹ 8.841 Jahr Einwohner 31. Dezember 1990 9.543 31. Dezember 1995 10.214 31. Dezember 2000 10.276 31. Dezember 2005 10.140 31. Dezember 2010 9.934 31. Dezember 2015 10.050 31. Dezember 2020 10.155

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Süßen besteht aus den 18 gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem ErgebnisWahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums.

Parteien und Wählergemeinschaften %2024 Sitze2024 %2019 Sitze2019 CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 34,01 6 27,84 5 SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 24,71 4 24,93 5 FDP-AFW Freie Demokratische Partei/Allgemeine Freie Wähler Süßen 24,78 5 22,78 4 Grüne Bündnis 90/Die Grünen 16,5 3 24,46 4 Gesamt 100 18 100 18 Wahlbeteiligung 61,12 % 55,43 %

Bürgermeister Der Bürgermeister wird alle acht Jahre direkt gewählt. 1933–1945: Fritz Saalmüller 1945–1946: Friedrich Heinzmann 1946–1947: Wilhelm Häderle (Stv.) 1948–1976: August Eisele 1977–1990: Martin Bauch (SPD) 1990–1998: Rolf Karrer (SPD) 1998–2010: Wolfgang Lützner (CDU) seit 2010: Marc Kersting (CDU)

Wappen Blasonierung: „Über einer erniedrigten Schildteilung oben in Silber drei rote Zickzackbalken (der unterste angeschnitten), darunter von Schwarz und Silber geteilt.“

Nach der im Jahre 1933 erfolgten Vereinigung von Groß- und Kleinsüßen nahm die Gemeinde Süßen das jetzige Wappen an. Es verbindet die Zickzackbalken der Herren von Bubenhofen, die einst Kleinsüßen besessen hatten, mit dem von Schwarz und Silber geteilten Schild der Reichsstadt Ulm als der ehemaligen Besitzerin von Großsüßen. Das Innenministerium verlieh die Flagge am 13. März 1958.Landesarchivdirektion Baden-Württemberg (Hrsg.): Kreis- und Gemeindewappen in Baden-Württemberg. Band 1, 1987, ISBN 3-8062-0801-8, S. 129.

Flagge: Rot-Weiß (Rot-Silber).

Partnerstädte Mit der ungarischen Stadt Törökbálint (Großturwall) besteht eine Städtepartnerschaft. Diese Beziehung ergab sich, da am 26. Februar 1946 der erste Gruppentransport mit 266 Ungarndeutschen von dort nach Süßen kam. (Vergl. Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa 1945–1950)

Außerdem hat Süßen 1962 die Patenschaft zu Hladké Životice (siehe Životice (Begriffsklärung)) übernommen.Partner- und Patenstädte auf Suessen.de Abgerufen am 28. Juli 2020

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Straßen Süßen ist durch die Bundesstraßen 10 und 466 an das überregionale Straßennetz angeschlossen.

Radverkehr Süßen liegt am Radschnellweg RS 14 Filstal von Geislingen an der Steige nach Reichenbach an der Fils, welcher teilweise fertiggestellt ist. Auch durch eine Alltagsradroute aus dem Radnetz Baden-WürttembergDas RadNETZ Baden-Württemberg auf www.radroutenplaner-bw.de ist Süßen über Gingen und Kuchen mit Geislingen an der Steige und in der anderen Richtung über Salach, Eislingen und Göppingen mit Reichenbach verbunden.

Der Schwäbische-Alb-Radweg führt als Fernradweg durch Süßen; er führt vom Bodensee nach Donauwörth und dabei über Eschenbach und Schlat nach Süßen und weiter über Donzdorf und Lauterstein (Nenningen und Weißenstein).

Bahnverkehr Die Filstalbahn von Stuttgart nach Neu-Ulm bindet Süßen an das Eisenbahnnetz an. Am Bahnhof Süßen halten nur Züge des Schienenpersonennahverkehrs (Metropolexpress und vereinzelt Regional-Express). Die ehemalige Bahnstrecke Süßen–Weißenstein ist hingegen stillgelegt. Es führen des Weiteren Buslinien nach Geislingen, Göppingen und Heidenheim. Diese sind seit Januar 2021 in den Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart integriert.

Bildung Die Geschwister-Scholl-Realschule und die J.-G.-Fischer-Grund-, Gemeinschaftsschule gingen 2016 in den Schulverbund Süßen auf. Der Neubau der Sekundarstufe wird Ende 2025 fertig gestellt und auch das J.-G.-Fischer SBBZ (Lernen) beheimaten. Die Primarstufe des Schulverbunds wird 2025 ebenfalls saniert. Mit der Hornwiesenschule gibt es noch eine reine Grundschule.

Bedeutende ansässige Unternehmen NOE-Schaltechnik Spindelfabrik Suessen (Teil des Schweizer Konzerns Rieter) Kunstgießerei Strassacker Schoeller+Stahl und Austermann-Wolle (Teil der Schoeller Spinning Group, siehe Schoeller’sche Kammgarnspinnerei) Carl Stahl Gruppe Blechverarbeitung Mehler GmbH Kayser Plastics Kunstmühle Schuler

Kultur und Sehenswürdigkeiten Kultureinrichtungen der Stadt Süßen

Kolping-Musikschule mini|Musikschule

In der Musikschule können Kinder, Jugendliche und Erwachsene ein Instrument erlernen, im Einzel- oder Gruppenunterricht. Außerdem werden verschiedene Ensembles angeboten und mehrmals im Jahr organisiert die Musikschule Workshops in verschiedenen Musikrichtungen. Außerdem finden regelmäßig Vorspiele der einzelnen Klassen oder auch größere Konzerte statt.

Stadtbücherei Im alten Amtshaus befindet sich die Stadtbücherei mit einem großen und vielfältigen Angebot von Medien. Regelmäßig werden Lesungen und Kinderveranstaltungen organisiert. Ein Lesecafé lädt des Weiteren zum längeren Verweilen und Lesen ein.

Volkshochschule Süßen Die VHS Süßen hat ein vielfältiges Angebot in allen bekannten Fachbereichen. Im September und Februar beginnen die zwei Semester. Je Jahr werden ca. 300 Kurse, Einzelveranstaltungen, Fahrten oder Workshops geplant. Außerdem arbeitet die VHS eng mit Vereinen und anderen Kultureinrichtungen zusammen, um das Angebot zu optimieren. Die Geschäftsstelle befindet sich im Süßener Kulturhaus. Dort befinden sich auch mehrere Kurs- und Seminarräume.

Süßener Kulturhaus Das Süßener Kulturhaus besteht seit 2010 in dieser Form. Drei historische Gebäude wurden restauriert und verbunden. Heute befinden sich dort die Stadtbücherei, die Volkshochschule, die Lokale Agenda und der Stadtsenioren-Treffpunkt. Im Erdgeschoss befindet sich ein Lesecafé mit Lesegarten.

Bauerngarten mini|Bauerngarten in Süßen

Der Bauerngarten mit Blumenstauden, Sommerblumen, Heil- und Gewürzkräutern wird von den Landfrauen betreut.

Bauwerke „Historischer Brunnen“, errichtet im September 1981. Der Brunnen stellt Episoden aus der Geschichte Süßens dar. Entworfen wurde er von Emil Jo Homolka, einem 1925 in Stuttgart geborenen Künstler. Er verwendete dabei Begebenheiten aus der Ortsgeschichte, die bei dem Festzug zur 900-Jahr-Feier 1971 nach Vorgaben vom Kreisarchivar des Landkreises Göppingen, Walter Ziegler, einem gebürtigen Süßener, dargestellt wurden, darunter die Deportation Süßener Juden. An die zwei jüdischen Familien Ottenheimer und Lang wird auch mit Straßennamen erinnert.Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation. Band 1, Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 91. Eine Beschreibung der einzelnen Stationen findet sich an der Rückseite der nahebei stehenden Bushaltestelle. Gotische Ulrichskirche mit Turm mit Zwiebeldach aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Der Ölberg an der Nordfassade wurde früher der Ulmer Werkstatt Jörg Syrlins zugeschrieben, von der neueren Forschung jedoch als Werk der Bildhauerwerkstatt des Klosters Adelberg um 1510–1520 identifiziert. Die Arbeit trägt deutliche Züge der Werkstatt von Tilman Riemenschneider, wie besonders an der Behandlung der Haare erkennbar ist. Gotische Alte Marienkirche mit originalgetreuer Nachbildung eines romanischen Vortrage- oder Altarkreuzes. Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt (Neue Marienkirche), dem Expressionismus verpflichteter Bau von Otto Linder aus den Jahren 1928–1929. Die 1971 übertünchte Ausmalung von Alois Schenk wurde 2006 wieder freigelegt.Karsten Preßler: Vom „nüchternen Zweckraum“ zum „mystischen Farbraum“. Die Restaurierung der Neuen Katholischen Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Süßen und die „Parabelkirchen“ Otto Linders. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg. 38. Jg. 2009, Heft 1, S. 23–29 Denkmal für den Dichter Johann Georg Fischer an der Heidenheimer Straße Zehntscheuer Gasthaus zur Post, erbaut Anfang des 19. Jahrhunderts als "Gasthaus Zum Roten Ochsen". 1948 wurde das Gebäude vorübergehend zur Postexpedition und blieb noch bis 1901 eine Posthalterei. Rathaus

mini|Romanisches Vortrage- oder Altarkreuz in der Alten Marienkirche (originalgetreues Replikat)

Romanisches Vortrage- oder Altarkreuz