Büg (fränkisch: BiechD. Fastnacht: Erlangen, S. 61. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „bīχ“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Eckental im Landkreis Erlangen-Höchstadt (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Büg hat eine Fläche von 0,810 km². Sie ist in 923 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 877,47 m² haben.
Geografie
Das Dorf bildet mit Forth im Osten eine geschlossene Siedlung. Diese liegt südlich der Schwabach und ist von Acker- und Grünland umgeben, das in Richtung Süden leicht ansteigt. Die Anbindung an das öffentliche Straßennetz wird durch mehrere innerörtliche Gemeindestraßen hergestellt, die Büg über das Ortsgebiet von Forth mit der südöstlich des Dorfes vorbeiführenden Bundesstraße 2 verbinden.
Geschichte Ein Hof „zu der Pvge“ gehörte zu den Brauneckischen Lehen, die die Burggrafen von Nürnberg um 1355/60 verliehen haben.D. Fastnacht: Erlangen, S. 59. Ab 1398 wurden die späteren Reichsfreiherren von Gotzmann von den Burggrafen mit dem Ort belehnten wurden; sie erwarben im 17. Jahrhundert auch Mausgesees.R. Giersch, A. Schlunk, B. von Haller: Burgen und Herrensitze in der Nürnberger Landschaft, S. 195–198. Nachdem die Hauptlinie 1611 mit dem Tod von Hans Friedrich Gotzmann von Thurn zu Neuhaus, Büg, Brand und Stopfenheim erloschen war, traten die Freiherren von Bünau das Erbe an. Sie bauten um die Mitte des 18. Jahrhunderts das Schloss Büg an der Stelle eines abgebrochenen mittelalterlichen Vorgängerbaus, das dann der Sitz des reichsunmittelbaren Rittergutes Büg war. Ihr Wappen befindet sich über dem Portal. Dieses Schloss war der Kern des Dorfes Büg.F. Fink: Wanderung durch die Vergangenheit des Schwabachtales, S. 158. Um 1791 erwarb Freiherr Karl von Egloffstein, der aus der Adelsfamilie Egloffstein stammte und ein Schwiegersohn des Günther von Bünau war, das überschuldete Rittergut.
Von 1797 bis 1810 unterstand Büg dem Justiz- und Kammeramt Erlangen. 1810 kam der Ort an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde der Ort dem 1813 gebildeten Steuerdistrikt Forth und der zugleich gebildeten Ruralgemeinde Forth zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Büg. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Erlangen zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Erlangen (1919 in Finanzamt Erlangen umbenannt). Ab 1862 gehörte Büg zum Bezirksamt Erlangen und zum Stadt- und Landgericht Erlangen (1879 in das Amtsgericht Erlangen umgewandelt). Die Gemeinde hatte 1904 eine Gebietsfläche von 0,067 km². Im Jahr 1925 wurde Büg nach Forth eingemeindet. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde diese am 1. Juli 1972 in die neu gebildete Einheitsgemeinde Eckental eingegliedert.
Baudenkmäler mini| In Büg gibt es drei Baudenkmäler: Bügstraße 46: Wappenstein Schlossplatz 1: Schloss Büg. Dieses kam aus dem Besitz der Egloffsteiner 1814 durch Verkauf an den Nürnberger Stadtkommissar Johann Georg Ritter Kracker von Schwarzenfeld, der das Schloss renovierte, aber viele landwirtschaftliche Flächen vom Gut abtrennte und gewinnbringend veräußerte, bis er 1818 den Restbesitz an Friedrich und Felicitas von Gohren verkaufte. 1841 erwarb es der bayerische Staat, der es 1848 versteigern ließ; die erwerbende Bietergemeinschaft aus Forth trennte die letzten landwirtschaftlichen Flächen ab und verkaufte das Schloss sowie die Ökonomie-, Gerichts- und Verwaltungsgebäude separat. Das Schloss kam in wechselnde Hände, bis es Anfang des 20. Jahrhunderts die Adolf und Julie Schwarz-Stiftung in Nürnberg kauften, die dort 1912 ein Israelitisches Kindererholungsheim einrichtete. 1938 wurde dieses „arisiert“ und dem NS-Lehrerbund Bayreuth zugeschanzt. 1941 richtete das NS-Regime im Schloss ein Auffanglager für Russland-Deutsche ein, später folgten andere Flüchtlinge, in den frühen 1950er Jahren wurde das Schloss auch als Schulhaus genutzt. 1955 wurde es der Jewish Restitution Successor Organisation übergeben, die es später wieder privatisierte.Herrensitze.com (Giersch/Schlunk/von Haller) 2001 erwarb es die Gemeinde Eckental, die es sanieren will.Nordbayern.de, 24. Juni 2020 Schlossplatz 3, 5, 7, 9, 11, 13, 15: Ehemalige Bedienstetenhäuser
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 361 455 427 424 420 414 421 439 429 446 367 357 334 360 343 350 376 656 948 653 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, von 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 70 57 58 58 162 57 68 109 164 Quelle
Religion Büg ist seit der Reformation gemischt konfessionell. Die Katholiken sind bis heute nach St. Ägidius (Stöckach) gepfarrt, die Protestanten nach St. Anna (Forth).D. Fastnacht: Erlangen, S. 58.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Erlangen-Höchstadt Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Erlangen-Höchstadt) Kategorie:Geographie (Eckental) Kategorie:Gemeindeauflösung 1925 Kategorie:Ersterwähnung im 14. Jahrhundert Kategorie:Gemarkung im Landkreis Erlangen-Höchstadt