mini|Militärmuseum St. Luzisteig Die Militärhistorische Stiftung Graubünden ist eine Stiftung mit dem Zweck, das militärische Erbe der Schweizerischen Eidgenossenschaft im Kanton Graubünden zu sichern. Zweck Die Stiftung will das militärhistorische Kulturgut des Bundes und des Kantons Graubünden erhalten. Zu diesem Zweck übernimmt sie Festungswerke und andere militärische Anlagen im Kanton Graubünden, renoviert, unterhaltet und betreibt sie, um diese für Wissenschaft und Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Sie sammelt historisches Material der Schweizer Armee.Website Festung Graubünden: Artilleriefort Crestawald und Militärhistorische Stiftung Graubünden

Geschichte Die Schweizer Armee erfuhr gegen Ende des 20. Jahrhunderts tiefgreifende Umstrukturierung. 1995 wurde die Armee 61 durch die Armee 95 abgelöst und redimensioniert. Ein weiterer Veränderungsprozess wurde mit der Armee XXI angestossen. Dabei wurden Truppenbestände, Einsatzkonzepte und Armeematerial den neuen Bedürfnissen angepasst. In der neuen, mobilen Armee finden permanente unterirdische Anlagen keine Verwendung mehr. Diese Anlagen wurden grösstenteils entwaffnet (desarmiert), versiegelt oder abgerissen beziehungsweise zurückgebaut.

Die Militärhistorische Stiftung Graubünden wurde 1999 mit Sitz in Chur gegründet, um das militärhistorische Erbe dreier militärhistorischer Phasen zu bewahren: Ausgewählte «Zeitzeugen» aus der alten Militärgeschichte sowie aus den beiden Weltkriegen für die zukünftigen Generationen zu retten und zu erhalten. Neben dem Erwerb und Erhalt von Festungswerken und anderen militärhistorischen Objekten will die Stiftung jährliche Erinnerungsanlässen und Zusammenkünfte unter ehemaligen Militärangehörige organisieren. Sie will Gemeinden und Institutionen unterstützen, welche ähnliche Aktivitäten durchführen.

Finanzierung Das Stiftungskapital wurde durch den Kanton Graubünden, Firmensponsoren und Einzelmitglieder eingebracht. Weitere militärhistorische Vereine tragen zur Deckung der jährlichen Betriebskosten, Unterhalt und Personalkosten bei: Verein Festungsmuseum Crestawald, Verein Militärmuseum St. Luzisteig. Der Anschluss weiterer Vereine ist möglich. Gönner der Stiftung oder Mitglied eines Vereins kann jede Person, Unternehmung und Institution werden.

Militärhistorische Kulturgüter Die folgenden Anlagen konnten erhalten und der Öffentlichkeit als Museum oder für Führungen zugänglich gemacht werden:

Festung Crestawald Festungmuseum Crestawald Festung Albula Verein militärhistorische Anlagen Albulatal Militärmuseum St. Luzisteig Verein Militärmuseum St. Luzisteig Über die 1968 gebaute, letzte oberirdische Sauerstofffabrik (Lufttrennanlage) des Schweizer Militärs in Ilanz, die von 1969 bis 2005 als autarke Produktionsstätte hochreinen Stickstoff und Sauerstoff für die Sanitätstruppen herstellte, hat die Stiftung einen Film produzieren lassen. Darin kommt der Chef der Anlage zu Wort, der sie 27 Jahre lang betrieben hat.Südostschweiz vom 24. April 2011: Sauerstoff-Fabrik: Das «gepflegte Fabriklein» von Ilanz

Projekte Aus dem ehemaligen Kommandoposten der Grenzbrigade 12 in Alvaneu entsteht ein Museum zum Thema Kalter Krieg. Die unterirdische Führungsanlage wird in einer mehrjährigen Aufbauarbeit renoviert, damit die schweizweit einzigartigen Inhalte gezeigt werden können. Die Eröffnung ist im Frühjahr 2020 geplant.Neue Regionalpolitik NRP: Entwicklungskonzept für das neue Museum

Sauerstofffabrik Ilanz mini|Militärische Lufttrennanlage Ilanz In der Lufttrennanlage Ilanz («Sauerstofffabrik Ilanz») wurde von 1969 bis 2005 hochreiner Sauerstoff und Stickstoff hergestellt und an die Sanitätstruppe hauptsächlich für das Militärspital Disentis abgegeben. Damit sollte die Versorgungsautonomie gewährleistet werden. Die einzige noch erhaltene Anlage dieses Typs wurde vom Festungsmuseum Sperre Trin Instand gestellt, betreut und konnte erstmals am 18. Januar 2020 besichtigt werden.Homepage der Sauerstofffabrik Ilanz

Literatur Peter Baumgartner, Hans Stäbler: Befestigtes Graubünden. Wölfe im Schafspelz. Militärhistorische Stiftung Graubünden, Chur 2006. Neuauflage Verlag Desertina, Chur 2016, ISBN 978-3-85637-485-3.Befestigtes Graubünden 1941 Militärische Denkmäler im Kanton Graubünden, Inventar der Kampf- und Führungsbauten. Hrsg. Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport. Bern 2003. Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport, Bern 2003 (PDF; 2,64 MB). Weblinks

Webseite der Militärhistorischen Stiftung Graubünden bei der Festung Crestawald Beobachter vom 7. März 2011: Heimliche Attraktion am Tor zum Süden Südostschweiz vom 24. März 2012: Verwirrspiel um Ilanzer Sauerstoff-Fabrik

Einzelnachweise

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