Nof HaGalil () ist eine Stadt im Nordbezirk Israels in der historischen Landschaft Galiläa mit Einwohnern (). Bis 2019 trug sie den Namen Natzrat-Illit (). Im Gegensatz zur älteren Schwesterstadt Nazareth, in der vor allem israelische Araber leben, wird das 1957 gegründete Nof HaGalil überwiegend von Juden bewohnt. Sie wurde als Entwicklungsstadt für die Aufnahme jüdischer Immigranten angelegt. In Nof HaGalil hat die Verwaltung des Nordbezirks Israels ihren Sitz.
Geographie Nof HaGalil liegt oberhalb von Nazareth und 38 Kilometer von Haifa am Mittelmeer sowie 24 Kilometer von Tiberias am See Genezareth entfernt.
Geschichte Die Stadt wurde in den 1950er Jahren in unmittelbarer Nähe zu der arabischen Stadt Nazareth angelegt, 1957 zogen die ersten 300 Bewohner ein. Ursprünglich wurde sie Kiryat Natzrat (etwa „Vorstadt Nazareth“) oder Vered HaGalil („Rose von Galiläa“) genannt, mit der offiziellen Anerkennung als selbstständige Stadt in den 1960er Jahren erhielt sie den Namen Natzrat-Illit („Oberes Nazareth“).
Im Jahr 1961 zählte die Stadt 4.291 Einwohner, 1983 waren es 21.248.Dan Rabinowitz: Overlooking Nazareth: The Ethnography of Exclusion in Galilee. Cambridge University Press, 1997, ISBN 978-0-521-56495-3, S. 28–30. Von 1977 bis 2008 war Menachem Ariav Bürgermeister. 2014 wohnten in der Stadt 64,4 % Juden, 14,4 % christliche und 7,2 % muslimische Araber. Im Jahr 2022 waren etwa 70 % der Bevölkerung Juden und 28 % israelische Araber. Derzeit sind ein Siebtel der jüdischen Einwohner orthodoxe Juden.Shlomit Tzur: Is This Mixed Jewish-Arab City the Future of Israel? In: Haaretz. 25. August 2020.
Im Mai 2019 beschloss die Stadtverwaltung, den Namen der Stadt in Nof HaGalil (etwa „schöne Aussicht auf Galiläa“) zu ändern; in einer Umfrage unter den Einwohnern der Stadt wurde der neue Name angenommen.NAZARETH ILLIT IS GETTING A NEW NAME: NOF HAGALIL, The Jerusalem Post, 11. März 2019, abgerufen am 9. Juni 2019 (englisch).Interior Ministry Changes The Name Of Natzrat Illit (Upper Nazareth), Yeshiva World News, 27. Juni 2019, abgerufen am 26. Juli 2019 (englisch). Der arabische Dichter und Schriftsteller Salman Masalha bezeichnete die Umbenennung als „einfallslosen zionistischen Bluff“, da offenbar vergessen gemacht werden solle, dass die Stadt einst auf den Ländereien der Einwohner einer arabischen Stadt gegründet wurde.Salman Masalha: בכל שם יש אשם / An Empty Zionist Bluff Appears in Galilee Haaretz, 27. Juni 2019.
Infrastruktur Die geplante Bahnstrecke Haifa–Nazareth soll die Stadt an das Eisenbahnnetz anschließen. Im Straßenverkehr ist Nof HaGalil Endpunkt der Nationalstraßen 75 ( von Haifa) und 79 ( von Kirjat Bialik).
Sport Der Fußballverein der Stadt, Hapoel Nof HaGalil, spielte in der Saison 2021/22 in der höchsten Fußballliga Israels, der Ligat ha’Al, und trägt seine Heimspiele im Green-Stadion (, Itztadion Green) aus.
Söhne und Töchter der Stadt
Dudu Aouate (* 1977), israelischer Fußballspieler Aya Korem (* 1980), israelische Pop- und Rockmusikerin, Sängerin und Songwriterin Jenia Berkman (* 1991), israelischer Fußballspieler
Städtepartnerschaften Alba Iulia, Rumänien (seit 1994)NAZARETH ILLIT auf der Website der Stadt Alba Iulia, abgerufen am 9. Juni 2019 (rumänisch). Czernowitz, UkraineHelmut Braun: Czernowitz: die Geschichte einer untergegangenen Kulturmetropole. Ch. Links Verlag, 2013, ISBN 978-3-86153-374-0, S. 169. Győr, Ungarn (seit 1993), abgerufen am 9. Juni 2019. Kikinda, SerbienBratski gradovi auf der Website der Stadt Kikinda, abgerufen am 9. Juni 2019 (serbisch). Klagenfurt am Wörthersee, Österreich (seit 1992) auf der Website der Stadt Klagenfurt am Wörthersee, abgerufen am 9. Juni 2019. Leverkusen, Deutschland (seit 1980)Leverkusen: Nazareth-Illit, Rheinische Post, 5. Februar 2008, abgerufen am 9. Juni 2019. Saint-Étienne, Frankreich (seit 1974)Les jumelages de la Ville de Saint-Etienne auf der Website der Stadt Saint-Étienne, abgerufen am 9. Juni 2019 (französisch). San Miguel de Tucumán, Argentinien (seit 1995)Hermanamiento de Ciudades auf der Website der Stadt San Miguel de Tucumán, abgerufen am 9. Juni 2019 (spanisch).
Weblinks Website der Stadt
Einzelnachweise
Kategorie:Gemeindegründung 1957