mini|Ingrid Sonntag-Ramirez Ponce, mit einem Ausschnitt ihres Porträts Adam, bzw. Jesus Christ Superstar Ingrid Sonntag-Ramirez Ponce, Pseudonym INK (* 20. Februar 1966 in Alsfeld, Hessen) ist eine deutsche Zeichnerin, Malerin und Projektkünstlerin. Sie ist auch Jurorin diverser Kunst- und Kulturpreise.

Leben Ingrid Sonntag (verheiratete Sonntag-Ramirez Ponce) wurde 1966 in Alsfeld, Hessen geboren. Sie wuchs in Butzbach auf. Schon früh in der Kindheit zeigte sich ihre zeichnerische Begabung. Ihre Geschwister hatten die Kurzform ihres Namens „Ing“, wegen ihrer Leidenschaft für das Malen mit Tinte (), in „INK“ umgewandelt.Burkhard Kling (Hrsg.): INK trifft Ludwig Emil Grimm. CoCon-Verlag, Hanau 2018, ISBN 978-3-937774-91-6, S. 8) In Butzbach besuchte sie die Stadtschule, anschließend die Weidigschule (Gymnasium), die sie 1985 mit dem Abitur abschloss; eine Eins im Prüfungsfach Kunst war eine Selbstverständlichkeit. Dennoch kam eine künstlerische Ausbildung und Laufbahn, aus wirtschaftlichen Gründen, nicht in Betracht. Bei INK schloss sich eine Banklehre an. Sie war bis 2001 in diesem Beruf beschäftigt.

Ihr künstlerisches Talent lebte INK zunächst nur im privaten Bereich aus, in ihrer Freizeit, später neben Familie und Beruf. In den Jahren 1991 bis 1993 wirkte sie nebenbei als Dozentin für „traditionelle Gravurtechnik“ an der Volkshochschule in Friedberg. „An Wochenenden und im Urlaub“ betrieb sie, bei häufigen Museumsbesuchen, ein intensives Selbststudium. Hier hat sie ihre Vorbilder verinnerlicht, zu denen die alten Meister wie Michelangelo, Rembrandt und Vermeer ebenso zählen, wie Albrecht Dürer oder der mit seinen Stillleben Beispiel gebende Juan Sánchez Cotán, aber auch Gustave Courbet, Lovis Corinth, Käthe Kollwitz, Franz Gertsch sowie der Amerikaner Chuck Close. Erst im Jahr 2006 machte sie die bis dahin entstandenen und gesammelten künstlerischen Arbeiten der Öffentlichkeit zugänglich. Das damit ausgelöste positive Echo veranlasste INK sich ganz der Kunst zu widmen.Silvia Dahlkamp: „Eigentlich bin ich ganz anders“. In: Der Spiegel Wissen, Februar 2016, S. 35 Seitdem arbeitet sie als freischaffende Künstlerin, unter dem Kurznamen INK. Sie lebt und arbeitet, seit 1993, im Jossgrund im hessischen Spessart und in Andalusien in Spanien. Sie wurde für ihre Arbeiten mit Kunst- und Kulturpreisen ausgezeichnet. Die erste internationale Auszeichnung erhielt sie zwei Jahre nach ihrem Berufsstart.

Arbeitstechnik, Wirken INKs Werke sind schwerpunktmäßig Bleistiftzeichnungen. Sie werden in äußerst aufwändiger Technik hergestellt, sodass: „ein Quadratzentimeter sie“ schon einmal „eine Stunde kostet“, bzw. „150 Stunden … für ein Porträt“.Silvia Dahlkamp: „Eigentlich bin ich ganz anders“. In: Der Spiegel Wissen, Februar 2016, S. 36 Es sind „die Techniken der Alten Meister, wie z. B. Dürer und der niederländischen Schule“Andrea Pauly: Meisterin des Bleistift-Duktus. In: Hanauer Zeitung, 10. und Hanauer Anzeiger, Juni 2016.

„INK verwendet eine Vielzahl von Bleistiften mit diversen Härten und nutzt einen Spezialspitzer, durch den sie bestimmte Winkel herstellen kann. Mit speziellem Schleifpapier bearbeitet sie die Spitze des Stiftes nach. Zum Zeichnen verwendet sie dickeres Spezialpapier mit glatter Oberfläche. Sie malt mit kleinen Bewegungen winzige Kreise, die später wie eine homogene Fläche wirken. So trägt sie bis zu zehn Schichten übereinander auf, um eine männliche Haut haptisch darzustellen. Manchmal arbeitet sie mehrere Stunden, ohne den Bleistift abzulegen. Radieren oder sonstiges Korrigieren ist nicht möglich“.Hanswerner Kruse: Porträts, die in die Seele blicken lassen. In: Kinzigtal Nachrichten, 19. August 2017 Am Beginn eines Bildes steht jeweils eine, mit leichter Hand gezeichnete Skizze. Darauf wird das Originalbild hart und fest in das Papier eingearbeitet. Die im Bild oben liegenden hellen Teile werden dabei zuerst erarbeitet, während die dunkleren Partien entsprechend später folgen.Kunst ist eine Form der Sprache. In: Gelnhäuser Neue Zeitung, 26. Oktober 2019 Die Porträts sind eine ihrer Spezialitäten. Sie zeichnen sich durch „hyperrealistische“ Detailtreue aus.Andrea Pauly: Meisterin des Bleistifts. In: Gelnhäuser Tageblatt, 14. Juni 2016 Die dargestellten Personen erscheinen äußerst lebendig und „…mit einem unglaublichen Realismus … bis in jedes Detail durchgestaltet“. Den dargestellten Personen wird durch die Künstlerin gleichsam „in die Seele geleuchtet bzw. ihre Seele gezeichnet“, und „die Aura des Menschen zutage gefördert“.Uta Grossmann: Die Aura des Menschen zutage fördern. In: Evangelische Sonntags-Zeitung, Nr. 6, 5. Februar 2017, S. 17

Neben dem Bleistift kommen auch andere Techniken, wie Acryl- und Ölmalerei, bzw. deren Kombinationen, in ihren Werken zur Anwendung. Über Porträts hinaus widmet sie sich auch der Flora und Fauna, die in ihrer Naturtreue an Maria Sibylla Merian denken lassen.Karl Damian: INK Sonntag-Ramirez Ponce – „ad naturam, an die Natur“. CoCon-Verlag, Hanau 2018, ISBN 978-3-86314-292-6, S. 4 „Doch es geht in ihrem aufwändigen Arbeitsprozess nicht (nur) um die naturgetreue Wiedergabe von Menschen und manchmal auch Tieren. Durch ihre zeitaufwändige und akribische Art des Zeichnens versucht sie, empathisch jeweils das Wesen der abgebildeten Person zu erfassen“.Antworten auf Schutzengel – INK stellt in der Kunststation aus und arbeitet mit Besucher-Mitbringseln. In: Fuldaer Zeitung, 28. Oktober 2020

INK hat eine starke politische und soziale Seite, die sie offensiv mit ihrer Kunst verbindet, und die z. B. in Karikaturen münden, z. B. von Nicolas Sarkozy, nackt, als Akt Carlo Bruni,Der Präsident ist nackt. In: Wetzlarer Neue Zeitung, 15. März 2011Miriam Keilbach: Der nackte Präsident. In: Frankfurter Rundschau, 19. Juni 2012 in der Haltung eines bekannten Aktes von Carla Bruni, seiner Frau oder von Angela Merkel, als „Angela d’Arc“, Fähnchen schwenkendDer Präsident ist nackt. In: Wetzlarer Neue Zeitung, 15. März 2011 …). Es sind „Porträts mit Schalk im Nacken“Detlef Sundermann: Porträts mit Schalk im Nacken. In: Frankfurter Rundschau, 3. März 2009 bzw. „mit einer Dosis Boshaftigkeit“.Martina Dreisbach: Mit einer Dosis Boshaftigkeit. In: Frankfurter Neue Presse, 16. Juni 2012 Kunst ist für sie, wie sie immer wieder auf Vorträgen und Künstlergesprächen betont (hier anlässlich des Wächtersbacher Kunstsalons,maerzwind.de „… eine andere Form von Sprache und darf nie nur dekorativ sein“.

Immer wieder beteiligt sie sich an sozialen Projekten. Bekannt ist die Zusammenarbeit in einem Sozialprojekt der Kölner „Tatort-Schauspieler“, das sich für sexuell missbrauchte Kinder und Gefängniskinder auf den Philippinen einsetzenAndrea Seeger: Tatort-Künstlerin – INK zeichnet, um philippinischen Kindern zu helfen. In: Evangelische Sonntagszeitung, Nr. 49, 7. Dezember 2014, S. 14–15. Mit solchen Kunstprojekten verbindet sie Menschen quer über den Globus.

Im Projekt „INK trifft Ludwig Emil Grimm“ setzt sie sich bereits 2010 mit dem bis dato noch recht wenig bekannten Malerbruder der Sprachforscher und Märchensammler Jakob und Wilhelm Grimm auseinander.Rendezvous nach 200 Jahren. In: FAZ, 30. Oktober 2010. Seit 2011 setzt sich INK im Projekt „Duende de España“ (der mystische Zauber Spaniens) mit der spanischen Kultur auseinander.Birgit Sinsel: Mit der Flamenco-Tänzerin nach Spanien. In: Gelnhäuser Tageblatt, 10. Juni 2012, S. 33Michael Huber: Kunst ist ein Teil unserer Kultur. In: Ventura, 2/2012

Angeregt durch die dreisätzige Dutch masters Suite des niederländischen, in New York lebenden und arbeitenden Komponisten Johan de Meij, die sich mit niederländischen Meisterwerken von Rembrandt, Vermeer und Jan Steen beschäftigt, schuf sie das gleichnamige Kunst-Projekt. Es eröffnete 2014 den Kultursommer Main-Kinzig-Fulda. Der Komponist reiste dazu aus den USA an und dirigierte persönlich ein zum Projekt gehörendes 70-köpfiges symphonisches Blasorchester.HR filmt Begegnung zweier Hochkaräter. In: Gelnhäuser Neue Zeitung, 6. Juni 2014Künstlerische Seelenverwandte. In: Gelnhäuser Neue Zeitung, und Hanauer Anzeiger, 10. Juni 2014 Es ist ein Dialog zweier Kunstgattungen, der fasziniert: Zeichnung bzw. Film aus einer Zeichnungsserie und Musik.

Anlässlich des Lutherjahres 2017 intensivierte sie die Projekte: „Bethlehem und Gogotha und Another day in paradise“, das sich mit einer „Neuübersetzung“ der Bibel in bildende Kunst beschäftigt. Ein thematischer Schwerpunkt bildet dabei die Rolle der Frau in der Bibel. Zum Werkszyklus gehören eine Reihe von „Eva“-Bildern, die die Protagonistin unter vielen Aspekten zeigen, von Eva – Ursprung der Welt (Anspielung auf Gustave Courbets Werk mit gleichem Titel), über Eva – die Erkenntnis, bis zu Eva – die starke und Eva – giftig. Sowohl in diesem Projekt („Bethlehem / Another day in paradise“), als auch in „Duende de España“ gelingt es INK immer wieder, durch Zusammenarbeit mit der Tanzkompanie Artodance, unter Leitung von Monica Opsahl, besondere Wirkungen zu erzielen. Monica Opsahl, aus Norwegen, sie ist Kulturpreisträgerin des MKK, antwortet mit der Performance „La vida“ und „apple story“ direkt auf INKs Werksserie.Internationaler Museumstag. Kunstsammlungen der Stadt Limburg, 13. Mai 2018. Die beiden Künstlerinnen sind bereits an diversen Orten zusammen aufgetreten. Hier treten zwei Kunstgattungen, Zeichnung, Malerei und Ausdruckstanz, in Beziehung zueinander.Ein Hauch von Spanien in Hutten - Tanz und Kunst bei spanischem Abend des LandArtFestivals. In: Kinzigtal Nachrichten, 30. August 2017, S. 10. Kunstsammlungen der Stadt Limburg, 13. Mai 2018

Ein weiteres Projekt befasst sich mit den Folgen des Zweiten Weltkriegs. Unter anderem illustrierte INK hierzu zwei Bücher der Autorin Brunhilde Miehe, die sich mit einer Kindheit im Krieg beschäftigen.Christine Zacharias: Brunhilde Miehe hat ihr erstes Kinderbuch veröffentlicht. In: Hersfelder Zeitung, 4. November 2015.Birgit Sinsel: Schicksalsstriche – INK illustriert mit Detailgenauigkeit und Sensibilität Buch über Flüchtlingsmädchen. In: Gelnhäuser Tageblatt, 19. Dezember 2015 Inspiriert durch Wolfgang Borcherts Die Küchenuhr entstanden ebenfalls Illustrationen. Anlässlich des 80. Jahrestages der ersten Ausstellung „Entartete Kunst“ der Nationalsozialisten schuf INK ihre erste dreidimensionale, collagierte Zeichnung entARTet.

Zwischen den Zeiten, ein Künstlerdialog zwischen kritischer Lyrik aus der Feder von Arnd Dünnebacke und Werken von INK startete als Projektarbeit im Jahr 2018.Künstlerdialog in Wort und Bild. In: Gelnhäuser Neue Zeitung, 12. Januar 2019, S. 29.

INK ist Mitglied diverser Kunst- und Kulturvereine, u. a. der in Bad Orb ansässigen Opernakademie, des Hanauer Kulturvereins,Andrea Pauly: Meisterin des Bleistifts. In: Gelnhäuser Tageblatt, 14. Juni 2016. des Archiv Frauenleben (MKK) und im Vorstand der Frankfurter Künstlergesellschaft gegr. 1857, einer der weltweit ältesten Künstlervereinigungen.frankfurter-kuenstlergesellschaft.de

Ausstellungen (Auswahl) und Rezeption Mit einem umfangreichen Werk hat INK an vielen Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen im In- und Ausland teilgenommen, z. B. in: Deutschland, Frankreich, Italien, Niederlande, Österreich, Schweiz, Spanien, bzw.: Berlin, Bern, Bonn, Frankfurt am Main, Hof Trages, Karlsruhe, Kassel, Lucca, Madrid, München, Ulft, Wien, Wiesbaden, Gegenüberstellung zeitgenössischer Kunst mit Werken „Alter Meister“ in der Galerie der Moderne im Stift Klosterneuburg (Österreich), 2024Niederösterreichische Nachrichten (NÖN), 26. Juni 2024, S. 79„Im Spannungsfeld zwischen den Kunstwerken – Das zeitgenössische Bild „Grablege Christi“ der Jossgründer Künstlerin INK trifft im österreichischen Stift Klosterneuburg auf das 500 Jahre alte Gegenstück“, Gelnhäuser Neue Zeitung, 6. Juli 2024 ART Madrid, ART Karlsruhe,