Die Liste der Stolpersteine in Helmstedt enthält alle Stolpersteine, die im Rahmen des gleichnamigen Kunst-Projekts von Gunter Demnig in Helmstedt verlegt wurden. Mit ihnen soll den Opfern des Nationalsozialismus gedacht werden, die in Helmstedt lebten und wirkten. Im Zeitraum vom 7. Oktober 2011 bis zur Verlegung am 4. März 2024 wurden insgesamt 20 Stolpersteine verlegt.

Liste der Stolpersteine Bild Person, Inschrift Adresse Verlegedatum Anmerkung 120px Hier wohnteIwan NeuburgerJg. 1884Heimatort verlassen1939 Hannoverdeportiert 1941tot inRiga Emmerstedter Landstraße 6 Iwan Neuburger wurde am 9. März 1884 in Steinheim geboren. Am 15. Dezember 1941 wurde er in das Ghetto Riga deportiert und später für tot erklärt. Iwan und Ida Neuburger zogen 1939 von Helmstedt nach Hannover und mussten dort im September 1941 in die Bergstraße 8 in ein „Judenhaus“ umziehen, von dem aus sie im Dezember 1941 nach Riga deportiert wurden.Deportationsliste Hannover nach Riga, Nr. 674–676 In: yadvashem.org, abgerufen am 31. Mai 2019. 120px Hier wohnteIda Neuburgergeb. RosenbaumJg. 1876geb. RosenbaumJg. 1878Heimatort verlassen1939 Hannoverdeportiert 1941tot inRiga Ida Neuburger wurde am 23. November 1876 als Ida Rosenburger in Northeim geboren. Am 15. Dezember 1941 wurde sie in das Ghetto Riga deportiert und später für tot erklärt. 120px|Stolperstein Helmstedt Moritz Klein (derived) Hier wohnteMoritz KleinJg. 1893verhaftetBraunschweigerSondergerichtTodesurteil 19.8.1942hingerichtet 22.9.1942Gefängnis Wolfenbüttel Fechtboden 5 Moritz Klein wurde am 14. Juli 1893 geboren. Ihm wurde vorgeworfen, zwei Kinder 1942 mehrfach in sexueller Absicht berührt zu haben. Daraufhin wurde er verhaftet und vom Sondergericht Braunschweig am 18. August 1942 zum Tode verurteilt. Das Todesurteil wurde am 22. September 1942 im Gefängnis Wolfenbüttel vollstreckt.Faltblatt Stolperstein Moritz Klein In: kramerwf.de, abgerufen am 29. Mai 2019. (PDF)Helmut Kramer: In: kramerwf.de, abgerufen am 31. Mai 2019. 120px Hier wohnteMeta Neuburgergeb. WaldbaumJg. 1890Flucht 1938Italien??? Hauptstraße 13Emmerstedt 120px Hier wohnteHugo NeuburgerJg. 1886Flucht 1938Italien??? 120px|Stolpersteine Kornstr 5 Josef Mindus Hier wohnteJosef MindusJg. 1886Heimatort verlassen1939 Hannoverdeportiert 1941tot inRiga Kornstraße 4/5 Josef Mindus wurde am 9. September 1886 in Jemgum geboren. Am 15. Dezember 1941 wurde er in das Ghetto Riga deportiert und später für tot erklärt. Familie Mindus zog 1939 nach Hannover und musste im September 1941 in das „Judenhaus“ Ohestraße 8/9 umziehen.Josef Mindus In: geschichte-bewusst-sein.de, abgerufen am 29. Mai 2019. 120px|Stolpersteine Kornstr 5 Frieda Mindus Hier wohnteFrieda Mindusgeb. WaldbaumJg. 1889Heimatort verlassen1939 HannoverSchicksal unbekannt Frieda Mindus wurde am 6. September 1889 in Iserlohn geboren und war mit Josef Mindus verheiratet, sie hatten zusammen die Tochter Carla Mindus. Nachdem sie mit ihrer Familie nach Hannover gezogen war, verliert sich ihre Spur. Ihr Mann und die Tochter wurden 1941 nach Riga deportiert. 120px|Stolpersteine Kornstr 5 Carla Mindus Hier wohnteCarla MindusJg. 1926Heimatort verlassen1939 Hannoverdeportiert 1941tot inRiga Carla Mindus wurde am 29. November 1926 als Tochter von Josef und Frieda Mindus in Helmstedt geboren. Am 15. Dezember 1941 wurde sie ab Hannover in das Ghetto Riga deportiert und später für tot erklärt.Carla Mindus In: geschichte-bewusst-sein.de, abgerufen am 29. Mai 2019. 120px|Stolperstein Kybitzstr 1 Kurt Lilienfeld Hier wohnteKurt LilienfeldJg. 1925Flucht 1933Frankreichinterniert Drancydeportiert 1944tot imGhetto Kowno Kybitzstraße 1 Kurt Lilienfeld wurde am 7. Februar 1925 in Helmstedt geboren. 1933 flüchtete er nach Frankreich und war dort in Drancy inhaftiert. Am 15. Mai 1944 wurde er von dort in das Ghetto Kowno deportiert und später für tot erklärt. 120px|Stolperstein Kybitzstr 6 Martha Lilienfeld Hier wohnteMartha Lilienfeldgeb. MildenbergJg. 1901Flucht 1933Frankreichinterniert Drancydeportiert 1944ermordet inAuschwitz Kybitzstraße 6 Martha Lilienfeld wurde am 8. September 1901 als Martha Mildenberg in Melle geboren. Sie war mit Julius Lilienfeld verheiratet und hatte zwei Kinder. Sie flüchtete mit ihrer Familie 1933 nach Frankreich, war dort in Drancy inhaftiert und wurde am 20. Januar 1944 in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. 120px|Stolperstein Kybitzstr 6 Horst Lilienfeld Hier wohnteHorst LilienfeldJg. 1928Flucht 1933Frankreichinterniert Drancydeportiert 1944ermordet inAuschwitz Horst Lilienfeld wurde am 19. Februar 1928 als Sohn von Martha Lilienfeld in Helmstedt geboren. Nach seiner Flucht mit der Familie nach Frankreich war er erst in einem Internierungslager bei Toulouse und dann im Sammellager Drancy inhaftiert. Von dort wurde er am 20. Januar 1944 in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. 120px|Stolperstein Kybitzstr 6 Marion Lilienfeld Hier wohnteMarion LilienfeldJg. 1929Flucht 1933Frankreichinterniert Drancydeportiert 1944ermordet inAuschwitz Marion Lilienfeld wurde am 2. Oktober 1929 als Tochter von Martha Lilienfeld in Helmstedt geboren. Nach ihrer Flucht mit der Familie nach Frankreich war sie erst in einem Internierungslager bei Toulouse und dann im Sammellager Drancy inhaftiert. Von dort wurde sie am 20. Januar 1944 in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. 120px|Stolperstein Leuckartstr 12 Albert Fischbach Hier wohnteAlbert FischbachJg. 1891verhaftet 1944Verhaftungswellenach 20. Juli 1944tot 17.12.1944KZ-AussenlagerSchwesing/Husum Leuckartstraße 12 Albert Fischbach wurde am 9. Oktober 1891 in Schwiebus geboren. 1931 wurde er zum Stadtverordneten in Helmstedt gewählt. 1933 floh er aus Angst vor SA und SS aus der Stadt und wurde nach seiner Rückkehr kurzzeitig verhaftet. Nach dem Hitlerattentat am 20. Juli 1944 wurde er abermals verhaftet und kam in mehrere Lager, so ins Arbeitserziehungslager Hallendorf, anschließend KZ Sachsenhausen sowie ins Konzentrationslager Neuengamme. Im KZ-Außenlager Husum-Schwesing starb er am 17. Dezember 1944 an den Folgen der Haft.Jürgen Paxmann: Kleine Denkmäler auf Bürgersteigen. In: Braunschweiger Zeitung/Helmstedter Nachrichten, Helmstedt Lokales, Seite 2, 27. September 2011. 120x120px Hier wohnteWilly LippmannJg. 1897Flucht 1936Paraguay Neumärker Straße 38 120x120px Hier wohnteElsbethLippmanngeb. RosemannJg. 1900Flucht 1936Paraguay 120x120px Hier wohnteManfredRosemannJg. 1901Flucht 1937Paraguay 120x120px Hier wohnteRuthLippmannJg. 1926Flucht 1936Paraguay 120x120px Hier wohnteMargotLippmannJg. 1929Flucht 1936Paraguay 120px Hier wohnteHugo SchneemilchJg. 1887verhaftet 1937Buchenwaldtot 14.5.1939 Rosenwinkel 7 Hugo Schneemilch wurde am 16. Juli 1887 in Helmstedt geboren. Er wurde in das Konzentrationslager Buchenwald deportiert und dort am 14. Mai 1939 ermordet. 120px Hier wohnteDavid WegmannJg. 1887abgeschoben 1938Bentschen1940 Ghetto Warschaudeportiert 1942Ziel unbekanntermordet Schuhstraße 8 Dawid Wegmann wurde am 26. Mai 1887 in Koprzywnica geboren. Er war Papierhändler in Helmstedt und wurde am 28. Oktober 1938 nach Bentschen abgeschoben, wo er bis Sommer 1939 inhaftiert war. Seine nichtjüdische Ehefrau besaß ebenfalls die polnische Staatsangehörigkeit und musste ihn begleiten. Sie durfte nach Helmstedt zurückkehren, David Wegmann wurde jedoch nach Warschau deportiert. Aus dem im November 1940 eingerichteten Ghetto wurde er am 16. Juni 1942 vermutlich in das Vernichtungslager Treblinka abtransportiert und später für tot erklärt. Im Februar 1943 ließ sich Agnes Wegmann von ihrem Mann scheiden, um nicht erneut verhaftet zu werden.

Verlegungen 7. Oktober 2011: neun Stolpersteine an fünf AdressenStadt Helmstedt: Stolpersteine in Helmstedt In: stadt-helmstedt.de, abgerufen am 29. Mai 2019. 16. November 2011: sechs Stolpersteine an vier AdressenStadt Helmstedt: Weitere Stolpersteine verlegt In: stadt-helmstedt.de, abgerufen am 29. Mai 2019. 4. März 2024: fünf Stolpersteine an einer Adresse

Literatur Susanne Weihmann: Helmstedt. In: Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen, Wallstein 2005, S. 38–44 (Digitalisat)

Siehe auch Stolpersteine in Deutschland Stolpersteine in Niedersachsen

Weblinks

Stolpersteine in Helmstedt – Broschüre als PDF stolpersteine.eu Stolpersteine im Helmstedt-Wiki

Einzelnachweise Susanne Weihmann: Helmstedt. In: Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen, Wallstein 2005, S. 38–44 (Digitalisat)

Helmstedt Stolpersteine