mini|Hohenwart von Nordwesten mini|Hohenwart von Osten
Hohenwart ist ein Markt im oberbayerischen Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm.
Geographie Die Gemeinde liegt in der Planungsregion Ingolstadt, knapp 20 km südsüdwestlich von Ingolstadt, und ist im Regionalplan als Grundzentrum eingestuft.
Es gibt 23 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Gemarkungen sind Deimhausen, Freinhausen, Haidforst, Hohenwart, Klosterberg, Koppenbach, Lindach, Seibersdorf, Weichenried, Thierham und Schlott.
Geschichte mini|Ansicht des Markts Hohenwart von Michael Wening, um 1700
Bis zur Gemeindegründung Der Ursprung Hohenwarts lag bei einer ehemaligen Burg der Rapotonen. Die Letzten dieses Geschlechts gründeten in der Wehranlage 1074 ein Frauenkloster. 1356 erhielt Hohenwart das Marktrecht und wurde Ende des 14. Jahrhunderts vom Klosterberg an die Ufer der Paar verlegt. Aus dieser Zeit stammt der 2003 von Kindern gefundene Silberschatz von Hohenwart.Fabian Bente: Ein Bericht über den spätmittelalterlichen Münzhort von Hohenwart, Lkr. Pfaffenhofen an der Ilm. In: Sammelblatt des Historischen Vereins Ingolstadt 129. Jahrgang, 2020, S. 138–146. Der Markt Hohenwart gehörte zum Rentamt München und zum Landgericht Pfaffenhofen des Kurfürstentums Bayern. Hohenwart besaß ein Marktgericht mit magistratischen Eigenrechten. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.
19. und 20. Jahrhundert Das Kloster Hohenwart wurde 1803 säkularisiert und die Klosterkirche zur Pfarrkirche St. Georg umgewidmet. Die Klostergebäude befinden sich seit 1878 im Besitz der Regens-Wagner-Stiftungen Dillingen und beherbergen Einrichtungen für lernbehinderte Hörgeschädigte.
Bei der Kreisgebietsreform wurde Hohenwart am 1. Juli 1972 vom Landkreis Schrobenhausen dem Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm zugeordnet. Ebenso gehörten alle 1971 bis 1978 eingegliederten Orte bis 1972 zum Landkreis Schrobenhausen.
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Oktober 1971 die Gemeinde Deimhausen (mit dem Gemeindeteil Beuern) eingegliedert. Am 1. Januar 1972 kamen Seibersdorf (mit Gemeindeteilen Merxmühle, Thierham und Schlott) und Weichenried (mit Gemeindeteilen Englmannszell, Eulenried, Hardt und Lindach) hinzu. Schließlich folgten Freinhausen (mit Steinerskirchen), Klosterberg (mit der Hochstattmühle) und Koppenbach (mit Gemeindeteilen Ellenbach, Englmannsberg, Loch, Rothof und Wolfshof) am 1. Januar 1978. Der Hauptort Hohenwart hatte vor dem 1. Oktober 1971 keine weiteren Gemeindeteile.
Einwohnerentwicklung Jahr 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015 2020 Einwohner 3336 3407 3580 3899 4112 4327 4523 4569 4775
Zwischen 1988 und 2018 wuchs der Markt von 3484 auf 4699 Einwohner bzw. um 34,9 %.
Politik mini|Rathaus (ehemaliges Schulhaus)
Bürgermeister Erster Bürgermeister ist Jürgen Haindl (Freie Wähler). Er wurde erstmals am 15. März 2020 mit 66,5 % der Stimmen gewählt. Bei der Kommunal-Wahl am 8. März 2026 wurde Jürgen Haindl mit 63,7 % im Amt bestätigt. Seit 2020 fungiert Thomas Rolnik als sein Stellvertreter.
Gemeinderat Die Gemeinderatswahlen am 8. März 2026 ergaben folgende Sitzverteilung im Gemeinderat:
Die Wahlbeteiligung lag bei 68,5 %. Von den insgesamt 40.373 gültigen Stimmen entfielen 20.617 (51,1 %) auf die Freien Wähler und 19.756 (48,9 %) auf die CSU. Dadurch ergibt sich folgende Sitzverteilung im Gemeinderat.
Freie Wähler: 8 Sitze
CSU: 8 Sitze
Wappen
Baudenkmäler
Ensemble Kapellenstraße (Hohenwart) Ensemble Marktplatz/Unterer Markt (Hohenwart) Pfarrkirche St. Georg Kirche Mariä Verkündigung Kirche St. Johannes Baptist im Weiler Englmannszell
Bodendenkmäler
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft 2018 gab es nach der amtlichen Statistik in der Gemeinde 2054 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 1745 Personen in einer versicherungspflichtigen Tätigkeit. Die Zahl der Einpendler war um 209 Personen höher als die der Auspendler. Von den Einwohnern waren 27 arbeitslos. Die 95 landwirtschaftlichen Betriebe (Stand 2016) bewirtschafteten insgesamt 2879 Hektar Nutzfläche.
Kindergärten Die drei Kindergärten bieten 174 Plätze, wovon am 1. März 2019 insgesamt 159 Plätze belegt waren; außerdem besteht eine schulvorbereitende Einrichtung: Kindergarten St. Wolfoldus an der Schulstraße, Hohenwart Kindergarten St. Johannes, Weichenried Kinderkrippe St. Richildis an der Schulstraße, Hohenwart Schulvorbereitende Einrichtung für hörgeschädigte Kinder (Regens Wagner)
Schulen Grund & Mittelschule Hohenwart mit c.a 450 Schülern Regens-Wagner-Schule Hohenwart, Privates Förderzentrum, Schwerpunkt Hören und weiterer Förderbedarf
Persönlichkeiten Roland Weigert (* 1968), Politiker (Freie Wähler) Sebastian Mitterhuber (* 1988), ehemaliger Profi-Fußballspieler
Literatur Alfred Sacher (unter der Mitarbeit von Ernst Petz): Hohenwarter Heimatbuch: Geschichte von Hohenwart, den umliegenden Dörfern, Weilern und Einzelhöfen. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 1995, ISBN 3-89570-061-4 Hans-Michael Körner, Alois Schmid (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten, Bayern I: Altbayern und Schwaben, 4. vollständig neu geschriebene Auflage, Kröner, Stuttgart 2006, ISBN 3-520-32401-6, S. 329–330
Weblinks
Markt Hohenwart
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in der Hallertau Kategorie:Siegelbezirk in der Hallertau Kategorie:Markt in Oberbayern Kategorie:Gemeindegründung 1818