Diese Liste enthält Orgelbaufirmen und Orgelbauer, die in der DDR tätig waren.

Orgelbauer In der DDR gab es über 30 Betriebe und Orgelbauer, die Pfeifenorgeln bauten.Verzeichnis der von Firmen mit Sitz in der DDR für das Gebiet der DDR gefertigten Orgeln von 1945 bis 1990 von Markus Voigt (PDF; 389 kB) führte außerdem 1948 Arthur Friedrich, sowie irrtümlich Knauf, Roman Ilisch und zwei weitere Orgelbauer auf.Orgelbau in der DDR Het Orgel, 2009 (Memento vom 30. Mai 2019) zählte 21 Betriebe Die vier größten Eule, Jehmlich, Sauer und Schuke wurden 1972 verstaatlicht, die anderen konnten weiter privat arbeiten. Die Liste führt alle Orgelbauer mit Neubauten bis 1990 auf.

Kurzname, Ort Bestehen Offizielle Bezeichnungen, Eigentümer Bild Orgelneubauten 1945–1990 Bemerkungen Adam, Halle ab 1955–1975 Orgelbau R. Adammindestens 25Schüler von U. Fahlberg, Erweiterung mehrerer Orgeln Bahr, Weimar 1966–1979 Günter Bahrmindestens 3 Nachfolger von Gerhard Kirchner, vor allem Reparaturen und Restaurierungen, übernommen von Norbert Sperschneider (s. u.) Böhm, Gotha 1888–1995 Orgelbauanstalt Rudolf Böhm (1926–1995) Inh. Rudolf Böhm (bis 1961), (ab 1961) Gerhard Böhm 160x160pxBrandt, MagdeburgFirma 1953 von A. Schuster & Sohn übernommen Brode, Heiligenstadt seit 1980 Karl Brode Über uns Orgelbau Brode Creutz, Nentmannsdorf seit um 1988 Siegfried Creutz mindestens ein Positiv (Meißen), sonst Reparaturen und Umbauten Eule, Bautzen seit 1872 Hermann Eule Bautzen; VEB Eule-Orgelbau Bautzen (1972–1990) etwa 300 Eule Orgelbau Fahlberg, Eberswalde seit 1851/1965 Ulrich Fahlberg, Eberswalder Orgelbau 1965 Übernahme von Karl Gerbig (s. u.) Gerbig, Eberswalde 1928–1965 Karl Gerbig, A. Kienscherf Nachf., Inh. Karl Gerbig mindestens 5 Nachfolger von Albert Kienscherf, 1965 an Ulrich Fahlberg (s. o.) Gernhardt, Leipzig Klaus Gernhardt mindestens 1 sonst Restaurierungen, später in Bad Lausick ansässigEtzoldshain Kirche einziger Orgelneubau (1967) Ludwig Glöckner, Berlin 1947–1977 Ludwig Glöckner mindestens 10 1977 an Axel Stüber (s. u.) Helfenbein, Gotha vor 1910–um 2010 Wiegand und Hans Helfenbein einige Helfenbeinorgeln Orgeldatabase (niederländisch) Lothar Heinze, Stadtilm ca. 1946–1967 Lothar Heinze Übernahm nach dem Zweiten Weltkrieg die Werkstatt von Adam Eifert Nachfolger, 1967 an Karl-Heinz Schönefeld übergeben (s. u.) Hüfken, Halberstadt seit 1978 Reinhard HüfkenJandeck, Fritzab ca. 1949Fritz Jandeckbis ca. 1960, führte Umdisponierungen und Pflegeaufträge, u. a. gemeinsam mit Reinhard Adam aus. Jehmlich, Dresden seit 1808 Gebrüder Jehmlich Orgelbau Dresden (bis 1972); VEB Orgelbau Dresden, VEB Jehmlich Orgelbau Dresden (1972–1990) 160x160px etwa 450 Kienscherf, Eberswalde seit 1851 (–1965) A. Kienscherf Nachf., Inh. Karl Gerbig 1965 von Ulrich Fahlberg übernommen (s. o.) --> Kirchner, Weimar 1935–1975 Gerhard Kirchner 160x160px|zentriert Nachfolger von Emil Heerwagen, übernommen von Günter Bahr (s. o.) Gerol Kaiser, Frankfurt Gerol Kaiser-Reka mindestens 3 kleine Orgeln baute sonst historische Musikinstrumente Köhler, Pretzsch Eduard Fritz Köhler Kühn, Merseburg 1935–1995 Rudolf Kühn (bis etwa 1950), Gerhard Kühn mindestens 2 Rühlmann Orgelbau Erwin Lägel, Eilsleben 1950er bis 1980er Jahrearbeitete bei Orgelbaumeister Brandt (Magdeburg), mit Übernahme der Firma 1953 durch A. Schuster & Sohn (Zittau) an Orgeln im Großraum Magdeburg für Schuster tätig Lahmann, Leipzig 1955–1987 Hermann Lahmann mindestens 6, davon 2 in UdSSR 1947–1954 Leiter der Jehmlich-Außenstelle Leipzig Paul Laubs, Erfurt 1942–1952 Paul Laubs 160x160px|zentriertim Auftrag von Walcker Löbling, Erfurt 1970er Jahre Herbert Löbling Nußbücker, Plau am See seit 1965 Wolfgang Nußbücker 1965 in Erfurt gegründet, 1966 nach Plau, seit 1990 Mecklenburger Orgelbau Raatz, Crossen (Kreis Rochlitz) um 1983– ? Hans-Dietrich Raatz mindestens 2 sonst Reparaturen und UmbautenIn Crossen gehts Freie Presse vom 14. Januar 2014, eingeschränkt einsehbar Rühle, Moritzburg seit 1932 Wilhelm Rühle bis 1988, dann Wieland Rühle Sauer, Frankfurt seit 1857 VEB Frankfurter Orgelbau Sauer (1972–1990) 160x160px|zentriert etwa 600 Gerhard Spallek: Erlebte Firmengeschichte in schwerer Zeit. Die Firma W. Sauer nach dem Zweiten Weltkrieg. In: Acta Organologica 29, 2006, S. 359–372, kurz in Firmengeschichte Orgelbau W. Sauer Frankfurt (Oder)Werkverzeichnis Orgelbau W. Sauer Frankfurt (Oder), Mühlrose 2007. Schmeisser, Rochlitz 1844–1975 Rudolf Schmeisser Orgelbau Schönefeld, Stadtilm seit 1809 Karl-Heinz Schönefeld (seit 1967) zentriert|160x160px übernahm 1967 von Lothar Heinze, dieser übernahm Adam Eifert Nachfolger, dieser übernahm von August Witzmann, dieser übernahm von Benjamin Witzmann Schuke, Potsdam seit 1820 VEB Potsdam Schuke-Orgelbau (1972–1990)zentriert|160x160px ca. 350 (PDF)VEB Potsdamer Schuke-Orgelbau Firmenschild Schuricht, Taucha vor 1964–um 1979 Hans Schuricht mindestens 4 fast keine Informationen Schüßler, Greiz Hartmut Schüßler160x160px Schuster, Zittau seit 1869 Siegfried SchusterÜbernahme und Fortführung der Firma nach 1990 durch Benjamin Welde Sohnle, Halberstadt 1937–um 1980 Wilhelm Sohnle 1937–1952 Filiale von E. Palandt & Sohnle KG Hildesheim und HalberstadtSohnle, Wilhelm Organindex, Orgeln Sperschneider, Weimar 1979–2002 Norbert Sperschneider mindestens 1 (Günz) übernahm Werkstatt von Günter Bahr (s. o.), Umbauten und Reparaturen Stüber, Berlin 1977– um 1990 Axel Stüber, Stüber Orgelbau Berlin mindestens 4 Übernahme von Ludwig Glöckner (s. o.), seit etwa 1990 Drehorgelbau Voigt, Bad Liebenwerda seit 1905 Arno Voigt (bis 1961), Gisbert Voigt, Dieter Voigt Wünning, Großolbersdorf seit 1983 Georg Wünning

Literatur Markus Voigt: Orgelbewegung in der DDR. Betrachtung eines konträren wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Umfeldes von 1945 bis 1990 (= Studien zur Musikwissenschaft, Band 17). Verlag Dr. Kovač, Hamburg 2009. (= Diss. Univ. Halle-Wittenberg, 2008) Inhaltsverzeichnis Markus Voigt: Orgelbau und Orgelbewegung in der DDR (1949–1989). In: Ars Organi, 58, 2010, S. 209–220.

Albrecht Riethmüller: Die „Wesensart“ der Orgel in der DDR. In: Hans Heinrich Eggebrecht (Hrsg.): Die Orgel in Ostdeutschland und in Polen. (8. Colloquium der Walcker-Stiftung für orgelwissenschaftliche Forschung, 25.-26. Sept. 1992 in Frankfurt/Oder). Kleinblittersdorf 1993, S. 85–95. Gerhard Spallek: Die Orgelbaubetriebe der DDR 1963–1989. In: ISO Information, 31, 1990, S. 77–80.

Weblinks Verzeichnis der von Firmen mit Sitz in der DDR für das Gebiet der DDR gefertigten Orgeln von 1945 bis 1990 von Markus Voigt (PDF; 389 kB)

Einzelnachweise

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