Plancher-Valcour, bürgerlich Philippe-Aristide-Louis-Pierre de Valcour (* 23. Februar 1751 in Saint-Pierre-sur-Dives; † 28. Februar 1815 in Belleville), war ein französischer Literat, Schauspieler und Theaterdirektor.
Biographie Bereits in jungen Jahren schloss sich Valcour einer fahrenden Schauspieltruppe an. Bei dieser betätigte er sich als Komödiant, schrieb aber auch etliche, eher mittelmäßige, Dramen für diese.
1785 gründete er, zusammen mit Schauspieler Dorfeuille, das Théâtre des Délassements–Comiques. Bis 1787 feierte das Theater große Erfolge, brannte dann aber ab. Zusammen mit einem neuen Teilhaber, dem Polizeileutnant Lenoir, bauten sie das Theater wieder auf, obwohl die umliegenden Theater das zu verhindern suchten. Lenoir konnte aber dank seiner Beziehungen alles zum Guten wenden. Allerdings konnten nur pantomimische Schattentheater, hinter einer Gazewand, gegeben werden.
Am Tag des Sturms auf die Bastille stürmt Valcour auf die Bühne, zerriss die Gaze und rief vive la liberté (es lebe die Freiheit). Er änderte daraufhin seinen Vornamen und nannte sich, ganz republikanisch, Aristide.
1792 wurde Valcour Direktor des Théâtre Molière, für das er viele Stücke schrieb, die auch am Théâtre de la Cité angenommen wurden. Von 1793 bis 1794 betätigte er sich auch als wissenschaftlicher Redakteur beim Journal de la Montagne. Weiterhin veröffentlichte er auch ein eigenes Journal, das Indépedant, das spöttisch auf die Missstände in der Politik hinwies. Seine Bühnenstücke in dieser Zeit waren stark vom Republikanismus geprägt.
Im Jahr 1800 wurde er zum Friedensrichter im 5. Arrondissement. Ab dem Jahr 1807 trat er dann wieder, im Odéon, auf.
Œuvre (Auszug) Valcours Werk ist vielfältig. Neben Bühnenstücken schrieb er auch Gedichte, Romane und historische Betrachtungen.
Bühnenstücke La Folie chinoise, Melodram. 1805, Théâtre de la Gaîté Bianco, ou l’Homme invisible, Melodram, 1803, Théâtre de la Cité Le vous et le toi, Vaudeville, 1794, Théâtre de la Cité Pourquoi Pas? Ou Le roturier parvenu, Komödie, 1782 A bon vin point d’enseigne, Komödie, 1781, Théâtre des Délassements–Comiques
Dichtung Chanson des sans-culottes, Lieder, 1793 Le Consistoire, ou l’Esprit de l’Église: poème héroïcomique en six chants, Gedichte, 1799
Weitere Schriften Les trois évangiles, de la veille, du jour, et du lendemain, Allegorien, 1793 Annales du crime et de l’innocence, ou Choix de causes célèbres anciennes et modernes, 1813
Literatur Antoine Vincent Arnault: Biographie nouvelle des contemporains, 1820–1825, S. 450f., Digitalisat Henry Lyonnet: Dictionnaire des comédiens français, ceux d’hier, 1906, Band 12, S. 691f., Digitalisat Gustave Vaperau: Dictionnaire universel des littératures, 1876, S. 1609, Digitalisat
Weblinks
Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Autor Kategorie:Librettist Kategorie:Drama Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1751 Kategorie:Gestorben 1815 Kategorie:Mann