mini|Rebecca F. Kuang Rebecca F. Kuang (geboren am 29. Mai 1996 in GuangzhouR.F. Kuang: Distortions, locusmag.com, 15. Juli 2019, abgerufen am 24. Januar 2024., Volksrepublik China) ist eine US-amerikanische Schriftstellerin chinesischer Herkunft und Dozentin.

Leben Kuangs Mutter wuchs in China auf. Jedoch besuchte sie die weiterführende Schule und die Universität in den USA. Ihr Vater studierte in Peking und promovierte im Anschluss an der Cornell University ebenfalls in den USA. Kuangs Großvater kämpfte im chinesischen Bürgerkrieg an der Seite von Chiang Kai-shek.

Sie wurde in Guangzhou in der Volksrepublik China geboren und emigrierte zusammen mit ihrer Familie in die Vereinigten Staaten, als sie vier Jahre alt war. Die Familie ließ sich in Denver, Colorado, nieder, Kuang wuchs jedoch größtenteils in Dallas, Texas auf. Sie besuchte die Greenhill School in Addison, Texas, wo sie 2013 ihren Abschluss machte.

Anschließend studierte sie Geschichte an der Georgetown University in Washington, D. C. Während eines Gap Years lebte sie in Peking, um Debattieren an weiterführenden Schulen zu unterrichten. Ihr Studium schloss sie mit einem Bachelor of Arts in Internationaler Geschichte ab. 2018 gewann sie ein Marshall-Stipendium, mit dem sie ihre Studien an der University of Cambridge in England fortsetzte. Neben ihrem dort abgeschlossenen Philologie-Master in Chinastudien erlangte Kuang zusätzlich einen Soziologie-Master in zeitgenössischen Chinastudien an der University of Oxford. Ihre Dissertation, an der sie derzeit an der Yale University arbeitet, behandelt Propagandaliteratur während des Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges.

2022 hielt sie die J. R. R. Tolkien Lecture on Fantasy Literature am Pembroke College der University of Oxford. Seit April 2026 ist sie Millard distinguished writer in residence am College of the Holy Cross und unterrichtet als solche auch an der Jesuitenhochschule.

Schaffen als Schriftstellerin Als Kuang während einer Studienunterbrechung in China arbeitete, begann sie zu schreiben. 2016 war sie Teilnehmerin des Odyssey Writing Workshop und 2017 des CSSF Novel Writing Workshop.

Sie ist als Übersetzerin von chinesischen Kurzgeschichten ins Englische tätig.

Im Zeichen der Mohnblume Im Zeichen der Mohnblume – Die Schamanin (Originaltitel: ), erster Band einer Trilogie, spielt vor dem Hintergrund der Kriege zwischen den Ländern Nikan und Mugen in einer Fantasy-Welt, die dem China der Song-Dynastie ähnelt, reflektiert aber Geschichte und Gestalten chinesischer Politik im 20. Jahrhundert und insbesondere die Japanisch-Chinesischen Kriege, wobei Nikan für China und Mugen für Japan steht. Die junge Rin hat eben die Aufnahmeprüfung an der elitären Sinegard-Militärschule bestanden und versucht, sich zurechtzufinden, als sie sich von den Lehren des Daoismus und des I Ging angezogen fühlt, im Opium ein Tor zur Welt der daoistischen Götter findet und sich für sie dadurch ein Zugang zu großer schamanistischer Macht eröffnet. Im Zeichen der Mohnblume – Die Kaiserin (Originaltitel: ), der zweite Band der Trilogie, erschien 2019. 2020 erschien Im Zeichen der Mohnblume – Die Erlöserin (Originaltitel: ), der letzte Teil der Reihe. Rin bekämpft darin die Mächte, die ihr Land zerrissen und in einen Bürgerkrieg gestürzt haben.

Ihr 2018 bei HarperCollins erschienener Erstlingsroman The Poppy War wurde ein literarischer Erfolg. Er gewann 2019 den William L. Crawford Fantasy Award und den Compton Crook Award und war für den Nebula Award, den Locus Award und für The Kitschies nominiert. Kuang selbst war als neue Autorin Finalistin des John W. Campbell Award for Best New Writer.

Yellowface Kuangs Roman Yellowface handelt von der Autorin June Hayward, deren Karriere sich erst langsam entwickelt, die aber dann Schlagartig in das Rampenlicht geworfen wird. Der Roman diskutiert, wer welche Geschichte erzählt, wie Institutionen Diversität vermarkten und wie das Internet jemanden erheben und gleichermaßen wieder zerstören kann.

Der Süddeutsche Rundfunk beschreibt es zwar als einfachere Lektüre im Vergleich zu Kuangs anderen Werken, allerdings sei es dennoch „ein spannender, dynamischer Roman einer klugen Autorin“. Das Sonntagsblatt beschreibt es als „eine brillante Abrechnung mit antiasiatischem Rassismus und kultureller Aneignung“. Eine andere Rezension beschreibt das Buch als „skandalös“ und „frech“.

Babel In ihrem 2022 veröffentlichten Roman Babel (Originaltitel: Babel. Or the Necessity of Violence: An Arcane History of the Oxford Translators' Revolution), der sich ins Genre der historischen Fantasy einordnen lässt, entwirft Kuang eine alternative Geschichte des britischen Imperialismus um 1830. Hier sichert das Empire seine Vormachtstellung nicht zuletzt durch ein System auf Sprache und Übersetzung basierender Magie. Anhand der Erfahrungen einer Kohorte Studierender an dem fiktiven Übersetzungsinstitut Babel in Oxford äußert sie scharfe Kritik am Kolonialismus und stellt die Frage, ob ein Wandel kolonialer Machtstrukturen von innen heraus möglich ist oder vielmehr gewaltvollen Widerstand erfordert.

Für Babel erhielt Kuang 2023 den Nebula und den Locus.Nebula Award 2023 in der sfadb

Katabasis Wie Babel spielt auch Kuangs neuester Roman Katabasis in einem akademischen Milieu mit Fantasy-Elementen. Der Titel verweist auf den Abstieg in die Unterwelt: Die Protagonistin, eine "Doktorandin der Analytischen Magie", begibt sich auf eine Reise in die (einem Campus ähnlich aufgebaute) Hölle, um ihren Doktorvater aus dem Totenreich zurückzuholen.

Die Filmproduktionsgesellschaft Amazon MGM Studios plant, den Roman unter der Leitung von Angela Kang als Fernsehserie zu adaptieren.

Auszeichnungen Neben diversen Auszeichnungen, die Kuang für ihre Bücher erhielt, wurde sie auch persönlich für ihr literarisches Schaffen ausgezeichnet. 2019 war sie Finalistin des John W. Campbell Award for Best New Writer. Im Jahr darauf gewann sie den Astounding Award for Best New Writer. 2023 war sie auf der shortlist des Books Are My Bag Readers' Awards in der Kategorie Breakthrough Author.

Bibliographie Im Zeichen der Mohnblume (Romantrilogie – Original: The Poppy War) Im Zeichen der Mohnblume – Die Schamanin. Übersetzt von Michaela Link. Blanvalet, München 2020, ISBN 978-3-7341-6222-0. (Original: The Poppy War, 2018) Im Zeichen der Mohnblume – Die Kaiserin. Übersetzt von Michaela Link. Blanvalet, München 2020, ISBN 978-3-7341-6231-2. (Original: The Dragon Republic, 2019) Im Zeichen der Mohnblume – Die Erlöserin. Übersetzt von Michaela Link. Blanvalet, München 2022, ISBN 978-3-7341-6323-4. (Original: The Burning God, 2020) Babel. Übersetzt von Heide Franck und Alexandra Jordan. Eichborn, Köln 2023, ISBN 978-3-8479-0143-3. (Original: Babel. Or the Necessity of Violence: An Arcane History of the Oxford Translators' Revolution, 2022) Yellowface. Übersetzt von Jasmin Humburg. Eichborn, Köln 2024, ISBN 978-3-8479-0162-4. (Original: Yellowface, 2023) Katabasis. Übersetzt von Heide Franck und Alexandra Jordan. Eichborn, Köln 2025, ISBN 978-3-8479-0216-4. (Original: Katabasis, 2025) Taipei Story. HarperCollins, New York 2026, ISBN 978-0063473744.

Weblinks

Rebecca F. Kuang, offizielle Website

R. F. Kuang in der Science Fiction Awards+ Database (englisch) R. F. Kuang in Fantastic Fiction (englisch) R. F. Kuang auf LibraryThing (englisch) R. F. Kuang auf Goodreads.com (englisch)

Einzelnachweise Kurzbiographie auf der Website von Kuang, abgerufen am 27. Mai 2019. Alumna Rebecca Kuang '13 Awarded 2018 Marshall Scholarship, Greenhill School, 5. September 2017. Abgerufen am 27. Mai 2019. R. F. Kuang, Kurzbiographie auf WorldsWithoutEnd.com, abgerufen am 27. Mai 2019.

Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Englisch) Kategorie:Literatur (Vereinigte Staaten) Kategorie:Fantasyliteratur Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Träger des Nebula Award Kategorie:Träger des World Fantasy Award Kategorie:Chinesischer Emigrant in den Vereinigten Staaten Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1996 Kategorie:Frau