Bélaye ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Département Lot in der Region Okzitanien (vor 2016: Midi-Pyrénées). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Cahors und zum Kanton Luzech.

Der Name leitet sich vom früheren Namen Billiacum (Villa des Galliers Billios) ab. Andere Theorien interpretieren den Namen als Vereinfachung von belle aigue (), eine Ableitung des antiken Bel-Air oder die Namensgebung aufgrund einer früheren Kultstätte des Sonnengottes Belen.

Die Einwohner werden Belaycois und Belaycoises genannt.

Geographie Bélaye liegt circa 20 km westlich von Cahors in der historischen Provinz Quercy.

Umgeben wird Bélaye von den sieben Nachbargemeinden:

Bélaye liegt im Einzugsgebiet des Flusses Garonne am linken Ufer des Lot.

Nebenflüsse des Lot durchqueren das Gebiet der Gemeinde, der Lissourgues mit seinen Nebenflüssen, dem Ruisseau de Baudenque und dem Ruisseau des Albenquats, der Ruisseau de Rivel, der in Bélaye entspringt, und der Ruisseau de Saint-Matré mit seinem Nebenfluss, dem Ruisseau de Combe-Rantès, der in Bélaye entspringt, mit seinem Nebenfluss, dem Ruisseau de Combe-Longue, der ebenfalls in Bélaye entspringt.

Geschichte Seit dem 13. Jahrhundert war Bélaye eines der wichtigsten Orte des Quercy. Es war der Sitz eines Erzpriestertums, das zwanzig Pfarrgemeinden in der Umgebung umfasste. Aufgrund der strategischen Lage hoch über dem Tal des Lot war Bélaye im 14. Jahrhundert mehrfach Schauplatz von Kämpfen zwischen englischen und französischen Truppen während des Hundertjährigen Kriegs. Burgen und Kirchen wurden im Verlauf der Besetzung von protestantischen Truppen in den Hugenottenkriegen geplündert und verwüstet. Zu Beginn der Französischen Revolution für eine kurze Zeit Sitz eines Kantons, erfuhr aber in der Folgezeit einen langsamen Niedergang, insbesondere am Ende des 19. Jahrhunderts durch den zerstörerischen Befall der Weinberge durch die Reblaus und zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch den hohen Blutzoll des Ersten Weltkriegs.

Eine Legende erzählt, dass Bélaye gegen 1340 von Truppen von drei Seigneurs belagert wurde, die auf der Seite des englischen Königs Eduard III. kämpften, Raymond de Durfort, Seigneur von Fenouillet und von Lacapelle, Bernard Bonafous, Baron von Pestillac und Philippe Dejean, Seigneur von Les Junies. Das Dorf verteidigte sich vehement hinter den Befestigungen gegen die Angriffe. Catinas, ein Straßenhändler, verriet die Belaycois, indem er die gegnerische Seite auf ein Tor hinwies, das schlecht bewacht war. Bélaye war gefallen. Nach langen Verhandlungen mit dem Bischof von Cahors willigte der Seigneur von Bélaye gegen eine Zahlung von 3000 Écu das Dorf wieder zurückzugeben. Nachdem die Besatzer abgezogen waren, rächten sich die Belaycois an Catinas. Sie sperrten ihn in eine mit Stacheln gespickte Tonne und warfen diese den Abhang zum Fluss herunter.

Aufgrund des Gesetzes vom 4. Juni 1853 wurde Anglars-Juillac mit Teilen der Gebiete der Gemeinden Albas und Bélaye unabhängig.

Einwohnerentwicklung Nach Beginn der Aufzeichnungen stieg die Einwohnerzahl bis zur ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf einen Höchststand von rund 1200. In der Folgezeit sank die Größe der Gemeinde bei kurzen Erholungsphasen bis zu den 1980er Jahren auf rund 200 Einwohner, bevor sich eine Phase der Stabilisierung auf einem Niveau von rund 230 Einwohnern einstellte, die bis heute andauert.

Jahr19621968197519821990199920062011 Einwohner 259 255 228 204 220 223 221 218

Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche Saint-Aignan Die dem heiligen Anianus von Orléans geweihte Kirche wird auch „Große Kirche“ genannt. Im Jahre 1353 wurde ihr Bau begonnen, aber ihre Fertigstellung dauerte bis gegen 1480. Während der Hugenottenkriege wurde sie im Jahre 1679 zerstört, und die Messen wurden in der Kirche Sainte-Catherine gefeiert. Im Jahre 1688 wurden das Erzpriestertum an die Lazaristen übertragen, die im Jahre 1721 die Restauration veranlassten, die der Kirche ihr heutiges Aussehen verlieh. Der Steinmetz Pierre Vidal und der Maurer J. Lacombe wurden mit der Wiederherstellung des Gewölbes und des südlichen Eingangsportals betraut. Der Umfang der Arbeiten, die vermutlich im 19. Jahrhundert durchgeführt wurden, sind schwieriger zu beurteilen. Die Glasfenster sind signiert vom Glasmaler Gustave Pierre Dagrant aus Bordeaux und stammen aus den Jahren 1892 und 1894.

Die Kirche befindet sich am westlichen Ende des einst umfriedeten Geländes innerhalb der Stadtmauern. Ein kleiner Teil dieser Mauer ist als Verlängerung der Westfassade in südlicher Richtung noch zu sehen. Das relativ großräumige Gotteshaus ist aus Werksteinen gebaut und besteht aus drei Kirchenschiffen und einer dreiwandigen Apsis, die höher ist als das Langhaus. Das nördliche Kirchenschiff hat seine Fenster in Form von Dreipassen und ein spitzbogenförmiges Eingangsportal mit doppelten Wölbungen bewahrt. Die westliche Fassade ist durch ein schmales Fenster unterbrochen mit einem spitzbogenförmigen, abgerundeten Sturz und innen mit einem breiten Gewände. Das Eingangsportal im Süden hat einen früheren Eingang in Form eines Segmentbogens mit Fialen ersetzt, wie Reste von Steinen erkennen lassen. Die Kirche ist seit dem 7. Juni 1995 als Monument historique eingeschrieben.

Pfarrkirche Notre-Dame de l’Assomption in Latour Die Kirche befindet sich im Weiler Latour im östlichen Gemeindegebiet am Ufer des Lissourgues. Die Pfarrgemeinde Latour war eine Zweiggemeinde von Bélaye. Vom Ursprung der Kirche, deren Errichtung aus dem beginnenden 13. Jahrhundert datieren könnte, ist nichts bekannt. Die nordwestliche Ecke des Langhauses ist vermutlich zur gleichen Zeit neu gebaut worden wie die Ausstattung des Langhauses mit einem Kreuzgratgewölbe und der Weihung einer Glocke im Jahre 1703. Die Dächer wurden im 19. Jahrhundert erneuert mit der gleichzeitigen Errichtung eines neugotischen Glockengiebels oberhalb des Triumphbogens.

Die Kirche ist aus Werksteinen errichtet mit einem einschiffigen Langhaus und einer flach abgeschlossenen Apsis. Diese ist mit einem spitzen Tonnengewölbe gedeckt, das von einem Gurtbogen gestützt wird. Der obere Teil des Triumphbogens wird durch das Kreuzgratgewölbe des Kirchenschiffs verdeckt. Das einzige ursprüngliche, heute zugemauerte Fenster befindet sich auf der Längsachse in der Apsis. Es war ein kleines spitzbogenförmiges Fenster mit einem abgerundeten Sturz. Der kleine Eingang an der Südseite ist spitzbogenförmig mit schmalen Keilsteinen. Die Innenwände zeigen Spuren von Wandmalereien und einer Litre funéraire, die direkt auf den Stein aufgetragen wurde.

Ehemaliges Pfarrhaus und Ruine der ehemaligen Pfarrkirche Sainte-Catherine

Das ehemalige Pfarrhaus war im 13. Jahrhundert das Haus des Erzpriesters. Im Norden schloss sich die Burg der Bischöfe von Cahors an, im Süden an die Kirche Sainte-Catherine, auch „Kleine Kirche“ genannt. Das Gebäude ist um einen Flügel herum gebaut, der die ehemalige Kirche Sainte-Catherine und das ehemalige Gefängnis barg. An der Ecke der beiden Bauten befindet sich ein Durchgang, der der ehemalige Zugang zur Zitadelle bildete.

Die Kirche Sainte-Catherine wurde im 13. Jahrhundert errichtet und war Pfarrkirche und Sitz des Erzpriestertums bis zum Bau der Kirche Saint-Aignan im 14. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert wurde sie fast vollständig zerstört. Das Eingangsportal besitzt eine Archivolte mit doppelter Wölbung. Die Wülste, die die Kanten betonen, ruhen auf schmale Säulen.

Die West- und Südfassade des Pfarrhauses, das Eingangsportal der Kirche Sainte-Catherine und Reste der ehemaligen Ringmauer sind seit dem 17. April 1984 als Monument historique eingeschrieben.

Burgruine mini|Burgruine Gegen 1030 schenkte Kalsan de Bélaye die Kirche von Pescadoires der Abtei in Moissac. Im Jahre 1236 war die Position der Seigneurs von Bélaye geschwächt, denn sie mussten die Hälfte des Turms und den ganzen Saal der Burg, aber auch beispielsweise die Maut für den Schiffsverkehr an den Bischof von Cahors abtreten. Dieser war wahrscheinlich nunmehr der einzige Grundherr von Bélaye, denn die bisherigen Seigneurs werden in der Folgezeit nicht mehr in den Schriften erwähnt. Mitglieder von Rittergeschlechter, die bedeutendsten darunter waren die Guiscard, Séguier, Grézels und Floiras, wohnten im 13. und 14. Jahrhundert in der Burg. Nach dem Hundertjährigen Krieg war die Burg von den Adeligen verlassen. Sie wurde 1579 von protestantischen Truppen eingenommen und von katholischen Truppen zurückerobert, die sie anschließend zerstörten.

Die Burg, wie auch das ehemalige Pfarrhaus und die Kirchen befinden sich auf einem Felsen, der mehr als 130 Meter über dem Flusspegel des Lot herausragt. Zur Südseite fällt die Anhöhe steil zum Ruisseau de Rivel hinab. Im Zentrum des Dorfs war die Festung durch einen Graben abgetrennt. Von der Burg, die im Ostteil des Felsens errichtet wurde, sind umfangreiche Reste erhalten geblieben, ein großer Wohntrakt, der als Pfarrhaus diente, und Mauern mit zwei Kreuzscharten die einen großen Raum umsäumen, in dem im Kataster von 1811 noch eine Turmruine verzeichnet war.

Schloss Lalande Die Burg im Weiler Lalande ist mit der Familie Le Boulvé und dem Geschlecht verbunden, das unter dem Namen de Séguier oder de la Siquarie bekannt ist. Die Séguier du Boulvé sind Nachkommen einer Familie aus der Gascogne, die im 11. Jahrhundert unter dem Namen de Lalande bekannt war. Das Kopialbuch der Abtei von Moissac zeigt Erwähnungen dieser Linie seit der Mitte des 11. Jahrhunderts. Die Lalandes waren in der Mitte des 11. Jahrhunderts gleichzeitig in der Umgebung von Bélaye und von Moissac präsent. Der gleiche Ortsname findet sich in der Nähe von Valence im Tal der Barguelonne. Die berühmtesten Mitglieder der Familie waren Guillaume Séguier, Mit-Grundherr von Bélaye und im Jahre 1325 an der Seite des Kardinals Arnaud de Via in Avignon, und Pierre Séguier, Bischof von Elne und Stifter einer Kapelle in der neuen Kirche in Bélaye nach 1353. Jeder der beiden Personen könnte eine Rolle bei der Errichtung der Burg spielen, bei der eine Schießluke die Datierung ihrer Errichtung auf das späte 14. oder frühe 15. Jahrhundert erlaubt. Gegen 1340 übertrug Jeanne de la Siquayrie die Herrenhäuser von Le Boulvé und Lalande an ihren Ehemann Bernard d’Orgueil. Im Jahre 1401 notierte aber der Erbe Bernard d’Orgueil in einer Huldigung an den Bischof von Cahors, dass sein Grundbesitz noch immer in der Hand der Engländer sei. In der Folgezeit gelangte die Burg in den Besitz der Familie Montaigu. Das Wohnhaus wurde zu einem großen Teil im 16. Jahrhundert neu gebaut.

Die Überreste des ehemaligen Anwesens sind heute auf mehrere Grundstücke verstreut, die den Kern des Weilers Lalande bilden. Die Zugehörigkeit von vier Gebäuden kann bestimmt werden, andere verbergen sich hinter dem Putz von modernisierten Bauten. Die mittelalterlichen Gebäude belegten zwei angrenzende Parzellen. Circa 15 Meter südlich des Bauwerks, das heute das „Schloss Lalande“ genannt wird, befand sich ein massives rechteckiger Bau, der einst ein Donjon gewesen sein könnte. Fünf Meter dahinter umsäumen die Nebengebäude des heutigen Schlosses die Spuren eines Saales und mittelalterlicher Mauern, die zu einem zweiten Wohntrakt und zu einer Ringmauer gehörten, die ihn wahrscheinlich mit dem ersten Wohngebäude verbanden. Noch ein wenig südlicher markiert eine imposante, mit einem Strebepfeiler verstärkte Kurtine eine Fläche von ungefähr 20 × 30 Meter. Sie wird im Norden von einem bewohnbaren Pavillon flankiert.