Als Themen der Metal-Szene werden in Szenedarstellungen einige inhaltliche Komplexe benannt, welche sich in vielen Subströmungen wiederfinden. Diese werden über lyrische und gestalterische Elemente des Metals in der Szene propagiert, von Fans aufgegriffen und rezipiert und dienen als weitere szeneinterne Anknüpfungspunkte untereinander. Die meisten dieser Kerntopoi finden sich in den Gestaltungen von Tonträgern, Werbungen, Bühneninszenierungen, Musikvideos und Liedtexten unterschiedlicher Szeneakteure sowie in den häufig auf solche Elemente rekurrierende Textilien und Aufnäher.

Als die Vergemeinschaftungspraxis der Szene mitbestimmenden, thematischen Schwerpunkte gelten Auseinandersetzungen mit der Figur des Teufels, inklusive diverser Formen des Okkultismus, literarischen Gattungen wie Fantasy und Horror, der Vormoderne oder als negativ wahrgenommene Emotionen wie Hass und Wut oder Angst, Grauen und Trauer statt. Den negativ wahrgenommenen Emotionen stehen besonders die als dionysisch genannten Themen Sexualität, Drogen- und Alkoholkonsum sowie Partybeschreibungen gegenüber.

Die folgende, sich an diesen Punkten orientierende Darstellung gilt somit den wichtigsten und populärsten in der Breite der Szene verhandelten Themenkomplexen. Diese Auflistung kann derweil weder als exklusiv noch als absolut betrachtet werden. Weitere Themen können bei einzelnen Interpreten, Peers oder Szene-Subströmungen von immanenter Bedeutung sein, während sich kaum eine Szeneströmung allen Themen widmet.

Teufel mini|hochkant|Illustrationen der Göttlichen Komödie, wie der von Alessandro Vellutello zum 34. Gesang angefertigte Kupferstich, werden in der Metal-Szene häufig zur Tonträgergestaltung genutzt Der Kulturwissenschaftler Manuel Trummer beschreibt den Teufel als zentrale Identifikationsfigur sowie als „omnipräsente[n] visuelle[n] und ideologische[n] Bestandteil von Heavy Metal und Hard Rock.“

Dem Erziehungswissenschaftler Werner Helsper zur Folge steht der Teufel im Metal vornehmlich als „archaische Metapher für den sozialen Aufstand.“ In der Figur des Teufels verdichten sich die Bedürfnisse nach Rebellion, Destruktion und Aufstand. Entsprechend lässt sich die häufige Nutzung der Figur auf die idealisierten Vorstellungen von Freiheit und Individualismus zurückführen.

Ernsthafter Satanismus im theologischen, gnostischen oder philosophischen Sinn ist laut dem Theologen Sebastian Berndt in der Szene auf wenige Ausnahmen beschränkt. Im Metal vertretene Ausprägungen eines vermeintlichen Satanismus ordnet er überwiegend einem jugendlichen reaktiven Satanismus zu. Dieser sei dabei nicht von dauerhaftem Bestand und vornehmlich ein Ausdruck der Ablehnung des Christentums, insbesondere der organisierten Kirche. Ähnlich beschreibt Trummer den Teufel als „profaniertes, subversives Symbol für die Ablehnung von Kirche und Christentum.“ Dieses Symbol wird im Metal als verschiedene, teils einander widersprechenden, Typen thematisiert: Als menschenfeindlicher Widersacher, als verführender Trickster sowie als aufklärerischer Befreier. Den Auseinandersetzungen mit der Figur des Teufels folgend sind Bezugnahmen auf die Hölle, als erstrebenswerter Ort des freien und exzessiven Lebens oder als beängstigender Ort des übernatürlichen Grauens Teil des gängigen Szenevokabulars.

Der Themenkomplex wird häufig lyrisch und visuell aufgegriffen. So gehören Verweise auf Dante Alighieris Göttliche Komödie, John Miltons Paradise Lost oder Hieronymus Boschs Der Garten der Lüste zu gängigen Motiven auf Tonträgern, Textilien oder in Musikvideos.

Widersacher und Zerstörer In der Rolle des menschenfeindlichen Widersachers wird der Teufel als sinistere bedrohliche Gestalt in Anlehnung an das Alte Testament dargestellt. Als solcher wird der „große Widersacher und Zerstörer“ von Gruppen wie Black Sabbath „in warnenden, furchtsamen Worten“ beschrieben. Ebenso wird die Hölle als Ort der Sühne voller Leid und Qual zum mahnenden Bild des Grauens. Weitere Bezugnahmen auf die Hölle entsprechen eher Horrorszenarien sowie einer Lust am Extremen. Dem warnenden Tenor gegenüberstehend inszenieren sich Gruppen wie Coven unter dem Einsatz „okkulter Symbole und Requisiten […] affirmativ als Teufelsbündner“. Diese Selbstinszenierung als teufelsbündnerischer, satanischer Musiker wurde mit der NWOBHM fester Bestandteil der Szene.

In beiden Varianten wird der Teufel, dem Volksglauben, kirchlichen Lehren und Horrorfilmen entsprechend, als Personifikation des absolut Bösen umschrieben. Eine tiefergreifende Auseinandersetzung mit der Figur und ihrer religiösen Implikation findet in diesen Varianten im Metal kaum statt. Die Affirmation der Symbolik dieses personifizierten Bösen gilt gemeinhin als direkter Protest gegen das Christentum. Ebenso wird die Affirmation als Inszenierung einer gespielten eigenen Boshaftigkeit, wie beispielsweise bei Venom, begriffen.

Verführerischer Trickster mini|hochkant|AC/DC, hier bei einem Konzert der Highway-to-Hell-Tour 1979, nutzen in Albumgestaltungen und Songtexten den Teufel sowie die Hölle als Symbole für einen ausschweifenden und nonkonformen Lebenswandel Eine weitere Darstellungsform, die insbesondere bei Hard-Rock-Gruppen wie AC/DC anzutreffen ist, bemüht den Teufel als „leichtfüßigen, Verwirrung stiftenden“ kosmischen Trickster. In dieser Darstellungsform wird der Teufel zu „einer übermütigen, Grenzen übertretenden, die Ordnung störenden Figur“. Als solche erscheint der Teufel weit weniger furchterregend oder zerstörerisch, sondern tritt als Verführer oder hedonistischer Narr, welcher der Gesellschaft einen Spiegel vorhält und den Sündenfall ironisierend zum Ideal eines über den Tod hinaus andauernden Exzesses erklärt, in Erscheinung.

Als Teil dieses Spiels mit kirchlichen Dogmen und der Konfrontation mit der exzessiven Lebensführung wird das Motiv einer verkehrten Welt von Trummer als Instrument der Gesellschaftskritik benannt. „Politikerschelte, Sozialkritik, antikirchliche Ressentiments artikulieren sich auf teils drastische Weise und kommentieren auf derb-karikierende Art in der Tradition der frühneuzeitlichen Teufel.“

Im Kontext dieser Betrachtungsweise wird die Hölle zu einem Teil einer verkehrten Realität, in welcher die gesellschaftlichen Normen ihre Gültigkeit verloren haben, ohne dabei als Ort des Leids und der Sühne betrachtet zu werden. Vielmehr wird der Höllenaufenthalt zu einer Fortführung der Sünde, gemeinhin in Form einer unendlichen Party. Trummer nennt hier das AC/DC-Stück Highway to Hell als Beispiel. Berndt zieht das Stück ebenfalls als Beispiel für eine im Metal und Hard Rock vertretene „selbstzerstörerische, orgiastische Heilslehre“, in welcher um nichts gebeten und sich unaufhaltsam alles, was gewollt ist, genommen wird. Nicht zuletzt findet hier in der Stilisierung der Hölle ein Rekurs auf den postulierten und idealisierten Rock-’n’-Roll-Lifestyle aus Freiheit und Individualismus statt. Insbesondere in dem auf Hedonismus und sexuelle Freizügigkeit ausgerichtetem Glam Metal werden weitere lyrische Bezüge zur Hölle als erstrebenswerter Ort eines freien und exzessiven Lebens präsentiert.

Emanzipatorischer Befreier Die dritte Deutung des Teufels bezeichnet Trummer als jene, die im Metal die höchste Verbreitung innehat. Der Teufel wird in dieser Variante als „emanzipatorischer Befreier“ dargestellt. Satan wird, in der Tradition des Milton-Epos Paradise Lost, als Symbol der Auflehnung gegen die gesellschaftlichen Konventionen gedeutet. Die durch Satan personifizierte Ablehnung der als „repressiv empfundenen Gesellschaft“ stützt die Selbstwahrnehmung als „widerspenstige und stolze Außenseiter.“ So gehen in dieser, durch Gruppen wie Order from Chaos oder Celtic Frost vertretenen, Variante der Teufelsdarstellung Religionskritik und Liberalismus miteinander einher.

mini|Bilder wie John Martins Illustration des Pandemoniums wurden im Rekurs auf Milton häufig als gestalterisches Motiv aufgegriffen Direkte Bezugnahmen auf Miltons Paradise Lost finden sich vielfach im Metal, so in vielen Liedtexten unterschiedlicher Gruppen der Covergestaltungen, die auf Illustrationen des Epos zurückgreifen. Wie beim Whelm-Album A Gaze Blank and Pitiless as the Sun, dem Sacrilege-Album six6six oder dem Desaster-Album The Oath of an Iron Ritual für welche stets John Martins Paradise-Lost-Illustration des Pandemonium als Cover genutzt wurde. Weitere populäre Bezugnahmen sind unter anderem bei der gleichnamigen Band sowie im Cradle-of-Filth-Konzeptalbum Damnation and a Day zu finden.

Satanismus und Okkultismus Die Kulturwissenschaftlerin Bettina Roccor verweist der Überzeugung vom Teufel als emanzipatorischer Befreier entsprechend auf den philosophischen Satanismus von Anton LaVey und der Church of Satan sowie auf die thelemische Lehre von Aleister Crowley als „Weltanschauung, die das höchstmögliche Maß an individueller Selbstentfaltung gewährleisten möchte.“ Der in Facetten der Metal-Szene anzutreffende Bezug zum philosophischen Satanismus wird von ihr als bewusste Loslösung des eigenen Geistes von gesellschaftlichen Konventionen und eine subjektive Erweiterung des Bewusstseins gedeutet und damit als Weg in die individuelle Freiheit beschrieben. So entspräche dieser Wunsch nach individueller Freiheit, welcher bei Interpreten wie Morbid Angel oder King Diamond zum Ausdruck käme, „voll und ganz der ursprünglichen Botschaft des Heavy Metal.“ Allerdings verwies sie ebenso darauf, dass nur die wenigsten Metal-Anhänger sich mit den Lehren des philosophischen Satanismus auskennen würden. Der Bezug eines Großteils der Metal-Szene zum Satanismus und Okkultismus bliebe oberflächlicher Natur und in kirchenkritischen Provokationen verhaftet.

mini|Neben anderem Interpreten trug die Gruppe Morbid Angel, hier bei einem Konzert 2006, den Ansatz des philosophische Satanismus in die Metal-Szene In einer Vermengung der Betrachtungsweisen des Teufels als menschenfeindlicher Widersacher und als emanzipatorischer Aufklärer kann die Identifikation mit dem Teufel ein elitäres Selbstverständnis begründen. „Die Ausweitung der luziferischen Aufklärung als Vernichtung der Religionen geht hier einher mit einem Selbstverständnis als ein von moralischen Zwängen freier Übermensch im Sinne Nietzsches, dem eine durch die Religion geknechtete Masse an Herdenmenschen gegenübersteht.“ Das selbst idealisierende Elitedenken, der sich dergestalt als moralisch frei betrachtenden Szene-Anhänger, begründet in kleinen und separierten Teilen der Szene sozialdarwinistische und rassistische Überzeugungen. Hierbei wird der Machtbegriff, als Macht über sich selbst, „in primitiven faschistischen Visionen von einem satanischen Weltreich, dem die Christen und alles andere ‚Gewürm‘ auf der Erde geopfert werden müssen“ zu einer Verkehrung des philosophisch-satanistischen Machtbegriffes, zu einer Macht über andere in Form von Herrschaft oder Gewalt.

Seit Mitte der 1990er Jahre finden sich im Metal nach Berndt „mehr okkultistisch-satanistische und philosophische-satanische Bezüge.“ Diese Bezüge würden in Einzelfällen auf „echte satanistische Systeme“ verweisen. Dabei sei dieser Satanismus auf einen „kleinen Teil der Szene“ begrenzt und „fast ausschließlich auf den Black Metal“ beschränkt. Berndt nimmt hier direkten Bezug auf Jon Nödtveidt von Dissection sowie auf Gaahl von Gorgoroth und God Seed.

Okkultismus wird demgegenüber von Sami Albert von Reverend Bizarre eher als eine spielerische Beschäftigung umschrieben. Insbesondere das Thema Hexerei, das seit den späten 1980er Jahren ins lyrische Repertoire des Metals gerechnet wird, bedient nicht zuletzt ein stereotypes Geschlechterverhältnis vom verführten und in den Bann geschlagenen Mann, der den weiblichen Reizen erliegt, dessen Hingabe sich jedoch als unnütz erweist. Trummer ergänzt diese Einschätzung um die teufelsbünderische affirmative Selbstinszenierung mittels okkulter Symbole, welche als Protest gegen das Christentum sowie als Ausdruck des eigenen Individualismus dient.