mini|hochkant=0.8|Stolperstein in Sinalunga Die Liste der Stolpersteine in der Provinz Siena enthält die Stolpersteine, die vom Kölner Künstler Gunter Demnig in der Provinz Siena verlegt wurden. Diese Provinz befindet sich in der italienischen Region Toskana. Stolpersteine erinnern an das Schicksal der Menschen, die von den Nationalsozialisten ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Sie liegen im Regelfall vor dem letzten selbstgewählten Wohnsitz des Opfers.
Die ersten Verlegungen in dieser Provinz erfolgten am 5. Januar 2015 in Siena. Die italienische Übersetzung des Begriffes Stolpersteine lautet: Pietre d’inciampo.
Verlegte Stolpersteine Die Tabellen sind teilweise sortierbar; die Grundsortierung erfolgt alphabetisch nach dem Familiennamen.
Castellina in Chianti In der Via Ferruccio von Castellina in Chianti wurden zwei Stolpersteine verlegt.
Stolperstein Übersetzung Name, Leben HIER WOHNTEHUGOHAIM LEWINGEBOREN 1891INTERNIERT 10.11.1941CASTELLINA IN CHIANTIDEPORTIERT 5.4.1944AUSCHWITZERMORDET(1891–1944/45) HIER WOHNTEERNA ROSENBAUMGEBOREN 1893INTERNIERT 10.11.1941CASTELLINA IN CHIANTIDEPORTIERT 5.4.1944AUSCHWITZERMORDET(1893–1944/45)
Siena In Siena wurden neun Stolpersteine an fünf Adressen verlegt. Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben HIER WOHNTEADELE AJÒGEBOREN 1878VERHAFTET 6.11.1943DEPORTIERTAUSCHWITZERMORDET 14.11.1943 Viale Cavour, 142Siena (1878–1943) HIER WOHNTEUBALDO BELGRADOGEBOREN 1891VERHAFTET 6.11.1943DEPORTIERTAUSCHWITZERMORDET 15.1.1944 Via della Diana, 25Siena (1891–1944)120px HIER WURDE VERHAFTETAM 6.11.1943GIACOMO AUGUSTOHASDÁGEBOREN 1869DEPORTIERTAUSCHWITZERMORDET 14.11.1943Via Fiorentina, 87Siena (חסדא, יעקב בן רפאל) wurde am 8. August 1869 als Sohn von Raffaello Hasdà und Allegra Corcos in Livorno geboren. Er heiratete Ermelinda Bella Segre (siehe unten). Er absolvierte seine Ausbildung am Collegio Rabbinico von Livorno. 1907 wurde zuerst Vizerabbiner von Turin, schließlich Rabbiner von Cuneo. Im Oktober desselben Jahres wurde er in gleicher Funktion nach Pisa berufen und blieb dort Rabbiner bis 1943. Hasdá und seine Frau wurden am 5. November 1943 in Stellino, einem Außenbezirk von Siena, verhaftet. Sie wurden zuerst in das Gefängnis von Pisa, dann in jenes von Bologna überstellt. Wenige Tage später, am 9. November 1943, wurden sie mit dem Transport N. 3 in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Unmittelbar nach ihrer Ankunft in Auschwitz am 14. November 1943 wurden beide mit dem Buchstaben S registriert und vom NS-Regime in den Gaskammern ermordet.CDEC: Hasdà, Giacomo Augusto, abgerufen am 20. Juni 2020. HIER WOHNTEGRAZIELLA NISSIMGEBOREN 1929VERHAFTET 6.11.1943DEPORTIERTAUSCHWITZERMORDET Pian dei Mantellini, 22Siena (1929–1943) HIER WOHNTEMARCELLA NISSIMGEBOREN 1923VERHAFTET 6.11.1943DEPORTIERTAUSCHWITZERMORDET Pian dei Mantellini, 22Siena (1923–1943) HIER WOHNTEGINA SADUNGEBOREN 1896VERHAFTET 6.11.1943DEPORTIERTAUSCHWITZERMORDET Pian dei Mantellini, 22Siena (1896–1943/45) HIER WOHNTEGINO SADUNGEBOREN 1872VERHAFTET 6.11.1943DEPORTIERTAUSCHWITZERMORDET 14.11.1943 Viale Cavour, 142Siena (1872–1943)120px HIER WURDE VERHAFTETAM 6.11.1943ERMELINDA BELLASEGREGEBOREN 1875DEPORTIERTAUSCHWITZERMORDET 14.11.1943Via Fiorentina, 87Siena wurde am 20. Dezember 1875 in Trin, einer kleinen Gemeinde in der Provinz Vercelli, geboren. Ihre Eltern waren Cesare Segre und Elisa Coen-Sacerdoti. Sie heiratete Giacomo Augusto Hasdá, den Rabbiner von Pisa (siehe oben). Das Paar wurde am 5. November 1943 in Stellino, einem Außenbezirk von Siena, verhaftet. Sie wurden zuerst in das Gefängnis von Pisa, dann in jenes von Bologna überstellt. Wenige Tage später, am 9. November 1943, wurden sie mit dem Transport N. 3 in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Unmittelbar nach ihrer Ankunft in Auschwitz am 14. November 1943 wurden beide vom NS-Regime in den Gaskammern ermordet.CDEC: Segre, Ermelinda Bella, abgerufen am 20. Juni 2020.
Sinalunga Vor dem Haus Via dei Nelli 9 in Sinalunga wurde folgender Stolperstein verlegt.
Stolperstein Übersetzung Name, Leben 120px HIER WOHNTEPESIA FAJGA LEWINTERGEBOREN 1900VERHAFTET 1943SCHICKSAL UNBEKANNT, genannt Francesca, wurde am 4. Juli 1900 in Bresina, in Oberschlesien geboren. Sie war die Tochter von Samuele Lewinter. Ihr Ehemann David Zimet, geboren am 25. April 1889, kam ursprünglich aus Wien, wo er als Handelstreibender tätig gewesen war. Ab Anfang 1941 war das Paar gemeinsam in Sinalunga interniert. Das bedeutete, dass die beiden sich zwar innerhalb der Grenzen der Ortschaft frei bewegen konnten, aber Sinalunga nicht ohne behördliche Genehmigung verlassen durften. Am 7. Februar 1943 kam die gemeinsame Tochter Lucia zur Welt. Noch im selben Jahr, am 2. November 1943, verstarb der Ehemann von Pesia Fajga Lewinter im Krankenhaus von Sinalunga und wurde auf dem örtlichen Friedhof beigesetzt. Auch die neugeborene Tochter Lucia verstarb wenige Monate nach der Geburt.Giorno della memoria - Comune di Sinalunga: biblioato.it, abgerufen am 20. Juni 2020 Dezember 1943 wurde die Witwe Pesia Fajga Lewinter über ihre bevorstehende Abschiebung nach Siena, die Hauptstadt der Provinz, in Kenntnis gesetzt. Am 28. Dezember wurde ihr ein Haftbefehl überreicht. Über den Verbleib von Pesia Fajga Lewinter gibt es keine weiteren Informationen.
Verlegedaten Die Stolpersteine der Provinz Siena wurden von Gunter Demnig persönlich an folgenden Tagen verlegt: 7. Januar 2015: SienaPietre d'inciampo a Siena. Il sindaco: «Simbolo dell'impegno costante contro ogni fanatismo», abgerufen am 14. August 2017. 17. Januar 2019: Sinalunga
Weblinks
Stolpersteine.eu, Demnigs Website
Einzelnachweise
!Stolpersteine Siena