Langfurth ist eine Gemeinde im Landkreis Ansbach in Mittelfranken und zählt zur Metropolregion Nürnberg.
Geografie Lage Durch das Gemeindegebiet fließt die Sulzach. Im Süden befinden sich Reste des Limes.
Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Burk, Ehingen, Wittelshofen, Dinkelsbühl, Dürrwangen, Dentlein am Forst.
Gemeindegliederung Es gibt neun Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Außerdem gibt es die Einöden Sulzachgrund (Zentralkläranlage) und Sulzachhof, die beide keine amtlich benannten Gemeindeteile sind, sowie die Einöde Schneidmühle, die nach 1928 zur Wüstung wurde.
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Ammelbruch, Dorfkemmathen und Langfurth. Die Gemarkung Langfurth hat eine Fläche von 10,810 km². Sie ist in 1245 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 8683,10 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Matzmannsdorf, Neumühle, Oberkemmathen, Sägmühle, Schlierberg und Stöckau.
Geschichte Bis zum 19. Jahrhundert Der Ortsname bedeutet so viel wie „zu der langen Furth“W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 128. und geht vermutlich zurück auf eine mit Steinen befestigte Stelle, an der die Sulzach mit einem Fuhrwerk durchquert werden konnte. Der Ort Langfurth ist geschichtlich gesehen noch sehr jung. Im 17. Jahrhundert bestand lediglich eine Mühle „Auf der Langfurth“. Im 18. Jahrhundert siedelten Soldaten, die aus markgräflichen Diensten ausgeschieden waren, sich in Langfurth an. Da sie aber ohne Grund und Boden waren, lebten sie in sehr ärmlichen Verhältnissen. Im Jahre 1805 kaufte Kreisdirektor Freiherr von Lüttwitz vom Bauern Ziehr in Oberkemmathen 24 Morgen Äcker und sorgte somit dafür, dass die Siedler eigenen Grund und Boden bekamen und für ihren Lebensunterhalt sorgen konnten.
Langfurth lag im Fraischbezirk des ansbachischen Oberamtes Wassertrüdingen. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Langfurth 18 Anwesen. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das ansbachische Verwalteramt Forndorf inne. Grundherren waren das Verwalteramt Forndorf (1 Mühle, 1 Gütlein, 3 Sölden), das Verwalteramt Röckingen (2 Häuser, 3 Halbhäuser) und das Kastenamt Wassertrüdingen (8 Halbhäuslein).T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 436 f. (= J. K. Bundschuh, Bd. 3, Sp. 273). Hiernach soll es nur 12 Untertansfamilien gegeben haben, die allesamt nicht-ansbachische Ämter als Grundherrn hatten. Die Angaben sind offensichtlich falsch.
Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Wassertrüdingen. 1806 kam Langfurth an das Königreich Bayern. Im Zuge des Gemeindeedikts wurde Langfurth dem 1809 gebildeten Steuerdistrikt und der zeitgleich gebildeten Ruralgemeinde Oberkemmathen zugewiesen. 1818 entstand die Ruralgemeinde Stöckau, zu der Langfurth gehörte. Diese wurde bereits 1823 wieder nach Oberkemmathen eingegliedert.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 571 f. Im Jahr 1849 wurde die erste Schule in Langfurth eingeweiht. Die Gemeinde Langfurth erhielt ihren Namen erst am 11. November 1968, als die längst von der Entwicklung überholte, aber bis dahin gültige Bezeichnung Gemeinde Oberkemmathen geändert wurde.
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1973 die Gemeinde Dorfkemmathen und am 1. Mai 1978 die Gemeinde Ammelbruch eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 1940 auf 2027 um 87 Einwohner oder 4,5 %.
Gemeinde Langfurth Jahr 1970 1987 2005 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2022 Einwohner 1072 1956 2178 2112 2134 2128 2118 2135 2102 2080 2056 2027 2029 2048Häuser 501 622 625 627 631 632 634 639 642 647 671Quelle
Ort Langfurth Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 }1987 2007 2012 2016 Einwohner 246 246 352 381 335 364 417 516 588 671 774 916 909 916HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als „Feuerstellen“ bezeichnet, 1840 als „Häuser“ und 1885 bis 2017 als „Wohngebäude“. 36 45 86 79 81 99 122 196 Quelle Einwohnerzahlen auf der Website langfurth.de
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat aus Langfurth setzt sich aus 15 Gemeinderäten zusammen, einschließlich des hauptamtlichen Ersten Bürgermeisters. CSU FWG Langfurth FWG Ammelbruch FWG Dorfkemmathen FWG Oberkemmathen-Stöckau FWG Matzmannsdorf-Schlierberg Gesamt 2008 4 3 4 2 1 1 15 Sitze 2014 3 4 3 2 1 1 14 Sitze 2020 3 4 3 3 0 1 14 Sitze202634330114 Sitze
Bürgermeister Erster Bürgermeister ist seit dem 1. Mai 2020 Simon Schäffler (parteilos).
Kommunalwahl 2020:
Nominiert von den Freien Wählergruppen Langfurth und Ammelbruch setzte Simon Schäffler sich bei der Kommunalwahl im März 2020 mit 60,28 Prozent der Stimmen gegen den damaligen Amtsinhaber (nominiert von CSU und Freie Wählergruppe Dorfkemmathen) durch.
Kommunalwahl 2026:
Nominiert von den Freien Wählergruppen Langfurth, Ammelbruch und Dorfkemmathen sowie von der Wählergemeinschaft Matzmannsdorf-Schlierberg wurde Simon Schäffler in der Kommunalwahl im März 2026 mit 97,53 Prozent in seinem Amt bestätigt. Dabei handelte es sich um den prozentualen Spitzenwert aller Rathauschefs im kompletten Landkreis Ansbach sowie eines der wohl besten Wahlergebnisse eines Gemeindeoberhauptes im gesamten Freistaat Bayern.
2. Bürgermeister: Thomas Fuchs (FWG Dorfkemmathen)
3. Bürgermeister: Andreas Ziehr (WG Matzmannsdorf-Schlierberg)
Wappen und Flagge Wappen
Flagge Die Gemeindeflagge ist rot-weiß-grün.
Religion In Langfurth selbst gibt es keine Kirche, allerdings eine katholische Kapelle in Privatbesitz. In Dorfkemmathen steht die evangelische Marienkirche und in Ammelbruch die ebenfalls evangelische Peterskirche.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Baudenkmäler
Bodendenkmäler
Sport In der Gemeinde gibt es drei Sportvereine: den 1. FC 1921 Langfurth, den TSV Dorfkemmathen und die Sportfreunde Ammelbruch. Der 1. FC 1921 Langfurth beinhaltet eine Fußball-, eine Tennis- und eine Tischtennisabteilung. Außerdem bietet der Verein Kinderturnen und -tanzen sowie Gymnastik an. Auch der Schützenverein „Immergrün“ Langfurth und die Schützengruppe Ammelbruch sind in der Gemeinde ansässig.
Regelmäßige Veranstaltungen Der 1. FC 1921 Langfurth veranstaltet im August ein „Indiaca-Turnier“ und an Weihnachten eine „Black-and-White-Party“. Letztere ist im weiteren Umkreis sehr beliebt. Jedes Jahr am „Vatertag“ (Mai) lädt der Bauwagen Oberkemmathen zum „Weißwurstfrühschoppen“ ein. Außerdem findet jährlich, immer am ersten Samstag im März, das traditionelle „Sulzach-Strand-Opening“ in Oberkemmathen statt, welches von Privatpersonen organisiert und für gute Zwecke - auf Spendenbasis - durchgeführt wird. In den beiden Gemeindeteilen Langfurth und Ammelbruch wird jährlich - im Juli - der „Dorfpokal“ ausgerichtet. Die Kirchweih in Dorfkemmathen findet jährlich ebenfalls im Juli statt. Die beiden Kirchweihen in Langfurth und Ammelbruch sind – im jährlichen Wechsel – entweder für Ende August oder Anfang September terminiert.
Wirtschaft und Infrastruktur Langfurth ist Mitglied im Tourismusverband Romantisches Franken.
Verkehr Die Kreisstraße AN 50 verläuft nach Dorfkemmathen (1,7 km südlich) bzw. nach Ammelbruch (1,1 km östlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße verläuft zur Staatsstraße 2220 (1,5 km nordwestlich), eine weitere verläuft an der Sägmühle vorbei nach Matzmannsdorf zur St 2220 (2,6 km nördlich).
Langfurth liegt an der Burgenstraße sowie an der Fränkischen Wehrkirchenstraße.
Literatur
Weblinks
Gemeinde Langfurth
Fußnoten
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