Josef Stauder (* 16. Februar 1897 in Radevormwald; † 10. April 1981 in Berlin) war ein deutscher Autor, Schauspieler, Film- und Theaterregisseur und Intendant.

Leben und Wirken Stauder, der jüdisch-polnischer Herkunft war,Hans Hauska: Von Stalin zu Hitler: ein Schicksal aus den Zeiten des Terrors : Aufzeichnungen, Briefe und Dokumente. Bostelmann & Siebenhaar, 2003 arbeitete in der Vorkriegszeit als Theaterregisseur u. a. am Stadttheater Mainz, an dem er Die Nacht der Könige von Julius Maria Becker inszenierte.Gerrit Walther: Julius Maria Becker, 1887-1949: ein Dichter zwischen den Weltkriegen. Battert, 1989 In der Nachkriegszeit (nach Berufung durch Max BurghardtLeipziger Blätter, Ausgaben 29-31. E. A. Seemann, 1996, S. 82) zunächst als Regisseur am Leipziger Theater der Jungen Welt und später ab 1953 Intendant des Berliner Theater der Freundschaft.Bertolt Brecht, Werner Hecht (Hrsg.): Werke: grosse kommentierte Berliner und Frankfurter Ausgabe, Band 23. Aufbau-Verlag, 2000

Zu Stauders Inszenierungen gehörten Morgendämmerung über Moskau (1951, nach Arkadi Gaidar),Theater der Zeit, Band 6, Ausgaben 4-21. Henschel, 1951 Tom Sawyers grosses Abenteuer (1954, von Hanuš Burger/Stefan Heym), Schneeball (1955, u. a. mit Ursula Am Ende, Elfriede Florin, Peter Groeger), Wie der Stahl gehärtet wurde (1955/56, von Miloslav Stehlik,Bühnenbilder aus den Jahren 1945–1958. Deutsche Akademie der Künste zu Berlin. 1959 u. a. mit Uwe-Jens Pape), Schwanda, der Dudelsackpfeifer von Strakonitz von Josef Kajetán Tyl (1956), Das Untier von Samarkand von Anna Elisabeth Wiede (1957), Das Blaue Licht (1958, u. a. mit Hannes W. Braun, Rainer R. Lange, Johanna Clas, Annemarie Hummel);Szenenbilder aus "Das blaue Licht" von J. Stauder in Deutsche Fotothek ferner Engel küssen keine fremden Herrn.Gerry Wolff: Die Rose war rot : Eine Schauspielerlegende erinnert sich. Dietz, 2006 Seine erste Regiearbeit für den Deutschen Fernsehfunk war die Studioaufzeichnung des Theaters der Jungen Welt mit dem Theaterstück Der Weg ins Leben (mit Günther Arndt, Ursula Dippold, Ludwig Friedrich), eine Makarenko-Adaption nach einem Drehbuch von Miloslav Stehlik.

Ab den 1960er-Jahren verließ Stauder das Theater und arbeitete (nach zweijähriger Assistenzzeit bei Konrad Wolf) ab 1958 für den Deutschen Fernsehfunk,Heiko R. Blum: Film in der DDR. Carl Hanser, 1977 so führte er Regie bei mehreren Fernsehfilmen, meist Komödien wie die Balzac-Adaption Der Fächer der Madame de Pompadour (1964, mit Paul Lewitt, Walter Lendrich, Helga Raumer) oder die Wedekind-Adaption Der Kammersänger (1964), mit Rolf Ludwig, Marion van de Kamp und Adolf Peter Hoffmann in den Hauptrollen.

Im Jahr 1951 wurden die von ihm als Autor verfassten Theaterstücke 2 : 1 für Irmgard und Wer seine Frau lieb hat … uraufgeführt. Für die Tätigkeit als Stückeschreiber nutzte er das Pseudonym Jakob Jostau.

Er war bis zu seiner Scheidung 1962 mit der Schauspielerin Ingeborg Naß verheiratet.

Filmografie Regisseur in Fernsehfilmen 1954: Der Weg ins Leben (Studioaufzeichnung) 1959: Schneider Wibbel (Fernsehkomödie) 1959: Ultimatum (Fernsehspiel) 1959: Das schwarze Schaf (Fernsehschwank) 1960: Die Gänse von Bützow (Fernsehkomödie) 1960: Das krumme Gewerbe (Fernsehkomödie) 1961: Weekend im Paradies (Fernsehschwank) 1961: Der Meisterboxer (Fernsehschwank) 1961: Stöpsel (Fernsehschwank) 1961: Der keusche Lebemann (Fernsehschwank) 1962: Eine Geschichte aus dem alten Berlin 1962: KubinkeKubinke Fernsehen der DDR (Memento) 1962: Hulla di Bulla (Fernsehschwank) 1963: Wenn du denkst, du hast’n (Fernsehschwank) 1963: Zu vermieten (Fernsehspiel) 1964: Der Kammersänger 1964 Der Fächer der Madame de Pompadour 1964 Die heiligen drei Könige 1965: Die kriminelle Hochzeitsnacht

Schauspieler in Fernsehfilmen, wenn nicht anders angegeben

1955: Der Teufel vom Mühlenberg 1955: Ernst Thälmann – Führer seiner Klasse 1956: Das Stacheltier. Frisch Gesellen, seid zur Hand! (als Malermeister Warmbier) 1960 Zu jeder Stunde (als Meister Schröder) 1960 Unsere Kraft (als Karl Szepinski) 1961: Fünf Tage – Fünf Nächte (als Dritter KZ-Insasse) 1963 Der Mann des Tages 1966 Der Mensch neben dir (1 Folge) 1966 Die Perser 1966 Weimarer Pitaval (1 Folge) 1967 Schönes Weekend, Mister Bennett! (als Oberst Barstow) 1967 Blaulicht (1 Folge, als Herr Handtke) 1968 Kriminalfälle ohne Beispiel (1 Folge, als Onkel Albrecht) 1968 Die Sanften vom Don 1971 Die Verschworenen (1 Folge, als Häftling Bergner) 1973 Wenn die Tauben steigen

Drehbuch 1955: Wer seine Frau lieb hat … (Vorlage)

Weblinks

Josef Stauder in der Online-Filmdatenbank Porträt von Josef Stauder bei Europeana

Einzelnachweise

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