Als U-Boot-Krieg im Mittelmeer werden mehrere militärische Operationen der deutschen U-Boot-Flotte vom 21. September 1941 bis zum 19. September 1944 während des Zweiten Weltkriegs im Mittelmeerraum bezeichnet.

Operationsziele In den ersten Jahren war es das Ziel der Achsenmächte die Versorgungsrouten der Alliierten durch das Mittelmeer zu unterbinden und Malta als strategisch günstig gelegene britische Militärbasis auszuschalten. Im späteren Kriegsverlauf sollten die deutschen U-Boote Landungsunternehmen der Alliierten in Südeuropa stören.

Um diese Ziele zu erreichen, wurden im Laufe des Krieges über 60 deutsche U-Boote durch die Straße von Gibraltar ins Mittelmeer entsandt. Karl Dönitz, Oberbefehlshaber der Unterseeboote (BdU), war sich des Risikos für seine U-Boote die Meerenge zu passieren bewusst. Gegen seine Meinung setzte die Marineführung auf Adolf Hitlers persönlichen Wunsch durch, dass ab Herbst 1941 U-Boote aus dem Tonnagekrieg im Atlantik ins Mittelmeer verlegt wurden.Lawrence Paterson: U-Boats in the Mediterranean 1941–1944. Chatham Publishing, London 2007, ISBN 978-1-86176-290-0, Seite 74–75.

U-Boote anderer Nationen Regia Marina Die Unterseestreitkräfte der italienischen Regia Marina unterstanden 1940 Admiral Mario Falangola. Das Hauptquartier befand sich in der Hafenstadt La Spezia. Von Juni 1940 bis September 1943 wurden 172 U-Boote eingesetzt, von denen 128 verloren gingen. Die älteren, größeren italienischen U-Boote erwiesen sich als schwer manövrierbar und hatten in vielen Fällen zu sperrige oder umfangreiche Aufbauten, weswegen sie z. T. nur noch als Aufklärungs- oder Transportboote eingesetzt wurden. Spätere Bootstypen und Verbesserungen bei älteren Booten führten dann ab 1941 zu besseren Ergebnissen. Im Zweiten Weltkrieg versenkten italienische U-Boote 132 Handelsschiffe (665.317 BRT) und 18 Kriegsschiffe (28.950 ts). Bis zu 32 italienische U-Boote operierten vom südfranzösischen Bordeaux aus auch im Atlantik.history Geschichte der Regia Marina auf Seite der Marina Militare. Abgerufen am 23. Mai 2019. (englisch)

Royal Navy Submarine Service Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs verlegte am 30. August 1939 der Befehlshaber der U-Boote, Admiral Bertram Watson, sein Hauptquartier von Gosport nach Aberdour in Schottland. Zu der Zeit besaß die Flotte 60 U-Boote. Während des Krieges hatte der Royal Navy Submarine Service ständig U-Boote im Mittelmeer und nutzte diese sowohl als Waffe gegen die Achsenmächte als auch zur Versorgung Maltas, zum Beispiel durch HMS Rorqual. Überwassereinheiten und später verstärkt die Royal Air Force trugen allerdings die Hauptlast der Kämpfe.Submarine service Submarine service auf Seite der Royal Navy. Abgerufen am 23. Mai 2019. (englisch)

United States Navy Große Teile der US Navy waren mit Kriegseintritt der USA im Pazifik und im Atlantik gebunden. Erst mit Beginn der Operation Torch wurden größere Marineeinheiten auch ins Mittelmeer verlegt. Der Einsatz von US-amerikanischen U-Booten wurde allerdings nicht favorisiert.Samuel Eliot Morison: History of United States Naval Operations in World War II. Band 2: Operations in North African Waters. October 1942 – June 1943. University of Illinois Press, Urbana IL 2001, ISBN 0-252-06972-2, Seite 99–111.

Royal Australian Navy Die Royal Australian Navy hatte zu dieser Zeit keine U-Boote. Sie setzte aber mehrere Überwasserkriegsschiffe im Mittelmeer ein. Die HMAS Waterhen war 1941 der erste Kriegsschiffverlust der Royal Australian Navy während des Zweiten Weltkriegs.Feature histories Geschichte der Royal Australian Navy auf der offiziellen Webseite. Abgerufen am 23. Mai 2019. (englisch)

Vor dem 21. September 1941 Erster Weltkrieg Schon im Ersten Weltkrieg gab es U-Bootoperationen im Mittelmeer. Die größten Erfolge bei minimalen Verlusten erzielten deutsche U-Boote im Mittelmeer, sowohl gegen Kriegs- als auch gegen Handelsschiffe. Obwohl dort meist noch nach Prisenordnung vorgegangen wurde, waren die Versenkungsergebnisse, bezogen auf die Zahl der eingesetzten U-Boote, größer als im Zweiten Weltkrieg. Allein durch U 34, U 35, U 38 und U 39 wurden in diesen Gewässern insgesamt mehrere Hundert Schiffe versenkt. Die erfolgreichsten Kommandanten (de la Perière, Forstmann, Valentiner, Steinbrinck) versenkten erheblich mehr Tonnage als ihre Nachfolger bei der Kriegsmarine, was auf die erheblich verbesserten Techniken der U-Boot-Bekämpfung im Zweiten Weltkrieg zurückzuführen ist. Der letzte Befehlshaber der deutschen U-Boote im Mittelmeer war Kurt Graßhoff.

Auch die Österreichische Marine besaß und benutzte Unterseeboote. Nach drei Prototypen entschloss man sich, U-Boote für den Schutz der Kriegshäfen und der Adria zu bauen.

Zwischenkriegsjahre In den Zwischenkriegsjahren baute die Regina Marine ihre U-Bootflotte zur größten im Mittelmeer auf. Zu Kriegsbeginn war diese aber veraltet und konnte gegen die alliierten Abwehrmaßnahmen kaum etwas ausrichten.

Kriegsbeginn 1939 Bis Oktober 1939 setzte Admiral Dönitz drei U-Boote auf das Mittelmeer an. U 25 und U 26, beide Typ I A von der AG Weser und U 53, Typ VII B von der Germaniawerft, sollten über Gibraltar ins Mittelmeer vordringen. Nur U-26 erreichte das Ziel, konnte ohne bestätigte Versenkungen das Mittelmeer wieder verlassen und am 5. Dezember 1939 wieder in Wilhelmshaven einlaufen.Lawrence Paterson: U-Boats in the Mediterranean 1941–1944. Chatham Publishing, London 2007, ISBN 978-1-86176-290-0, Seite 19 und 182.U 371 Daten und Geschichte von U 26 auf uboat.net. Abgerufen am 24. Mai 2019. (englisch) Dieses Vorhaben der drei U-Boote war ein Fehlschlag, zeigte aber die Nachteile einer langen Anfahrt und die Notwendigkeit von Stützpunkten für U-Boote im Mittelmeerraum. Während des gesamten Krieges wurden in der Straße von Gibraltar 9 deutsche U-Boote versenkt und zehn weitere teilweise schwer beschädigt.Lawrence Paterson: U-Boats in the Mediterranean 1941–1944. Chatham Publishing, London 2007, ISBN 978-1-86176-290-0, Seite 75 und 76.

Ab dem 21. September 1941 23. U-Flottille Die 23. U-Flottille wurde im September 1941 gegründet, um die Küstenschifffahrt der alliierten Streitkräfte zu unterbinden und die britischen Truppen während der Belagerung von Tobruk vom Nachschub abzuschneiden. Die Flottillenbasis war auf der griechischen Insel Salamis. Von dort aus patrouillierten die U-Boote hauptsächlich im östlichen Mittelmeer. Am 7. Dezember wurde das Kommando über die 23. Flottille auf den Oberbefehlshaber Süd (OB Süd) Albert Kesselring übertragen. Weitere Stützpunkte wurden in Pula (Kroatien) und La Spezia in Norditalien eingerichtet.Clay Blair: Hitler's U-Boat War:The Hunted 1942–1945. Random House, New York 1998, ISBN 0-679-45742-9, Seite 395–404.

U 371 passierte Gibraltar am 21. September 1941. U 371 versenkte während seiner Dienstzeit 11 Schiffe und konnte 2 beschädigen. U 371 wurde am 4. Mai 1944 vor der algerischen Küste durch die Besatzung selbstversenkt.U 371 Daten und Geschichte von U 371 auf uboat.net. Abgerufen am 22. Mai 2019. (englisch) U 559 passierte Gibraltar am 26. September 1941. Im Mittelmeer versenkte es am 27. November 1941 die australische Sloop HMAS Parramatta (1.060 ts), am 23. Dezember 1941 das britische Gefängnisschiff Shuntien (3.059 BRT), am 26. Dezember 1941 den polnischen Frachter Warszawa (2.487 BRT) und am 10. Juni 1942 den norwegischen Tanker Athene (4.681 BRT) und den britischen Dampfer Havre (2.073 BRT). Am 30. Oktober 1942 wurde U 559 vor der Küste Ägyptens durch den britischen Zerstörer HMS Petard versenkt.U 559 Daten und Geschichte von U 559 auf uboat.net. Abgerufen am 22. Mai 2019. (englisch) U 97 passierte Gibraltar am 27. September 1941. Während des Einsatzes im Mittelmeer wurden sieben Schiffe versenkt. Am 16. Juni 1943 wurde U 97 durch Wasserbomben einer australischen PBO-1 Hudson T der RCAF-Squadron 458 versenkt.U 97 Daten und Geschichte von U 97 auf uboat.net. Abgerufen am 22. Mai 2019. (englisch) U 331 passierte Gibraltar am 30. September. Im Mittelmeer versenkte es am 10. Oktober 1941 das britische Landungsboot LCT 18 (360 ts), am 25. November 1941 das britische Schlachtschiff Barham (31.100 ts) und am 9. November 1942 den US-amerikanischen Truppentransporter Leedstown (9.135 BRT). Zudem konnten durch Artilleriebeschuss drei kleine Segelschiffe unbekannter Nationalität versenkt werden. Am 17. November 1942 wurde U 331 vor Algier durch eine Fairey Albacore des britischen Flugzeugträgers Formidable versenkt.U 331 Daten und Geschichte von U 331 auf uboat.net. Abgerufen am 22. Mai 2019. (englisch) U 75 passierte Gibraltar am 3. Oktober 1941. Im Mittelmeer versenkte es am 12. Oktober 1941 die zwei britischen Landungsboote LCT-A 2 und LCT-A 7 mit jeweils 372 BRT und am 12. Oktober den britischen Dampfers Volo mit 1.587 BRT. Am 28. Dezember 1941 wurde U 75 vor Marsa Matruh durch den britischen Zerstörer Kipling versenkt.U 75 Daten und Geschichte von U 75 auf uboat.net. Abgerufen am 22. Mai 2019. (englisch) U 79 passierte Gibraltar am 5. Oktober 1941. Im Mittelmeer versenkte U 79 sieben Schiffe. Am 16. Juni 1943 wurde U 79 westlich von Haifa von Flugzeugen der RCAF-Squadron 458 versenkt.U 79 Daten und Geschichte von U 79 auf uboat.net. Abgerufen am 22. Mai 2019. (englisch) U 205 passierte Gibraltar am 11. November 1941. Im Mittelmeer versenkte es am 11. Juni 1942 den britischen Leichten Kreuzer Hermione. Am 17. März 1943 wurde U 205 nordwestlich von Darna durch den britischen Zerstörer Paladin versenkt.U 205 Daten und Geschichte von U 205 auf uboat.net. Abgerufen am 22. Mai 2019. (englisch) U 81 passierte Gibraltar am 12. November 1941. Im Mittelmeer versenkte es 18 Handelsschiffe und am 13. November 1941 den britischen Flugzeugträger Ark Royal.U 81 Daten und Geschichte von U 81 auf uboat.net. Abgerufen am 22. Mai 2019. (englisch) U 433 wurde auf der Überführungsfahrt ins Mittelmeer durch die HMS Marigold (K87) vor Gibraltar versenkt. Es erreicht zwar das Mittelmeer, aber nicht seinen Bestimmungsort. Deshalb gehörte U 433 bei seiner Versenkung offiziell noch zur 3. U-Flottille.U 433 Daten und Geschichte von U 433 auf uboat.net. Abgerufen am 22. Mai 2019. (englisch) U 565 passierte Gibraltar am 16. November 1941. Im Mittelmeer versenkte es am 11. März 1942 den britischen Leichten Kreuzer Naiad, am 20. April 1943 den bewaffneten französischen Truppentransporter Sidi Bel Abbès und drei weitere Handelsschiffe. Am 24. September 1944 wurde das Boot auf Grund von Beschädigungen aus der letzten Feindfahrt im Stützpunkt Salamis mit drei Wasserbomben selbstversenkt.Daten und Geschichte von U 565 auf uboat.net. Abgerufen am 22. Mai 2019. (englisch) U 431 passierte Gibraltar am 24. November 1941. Im Mittelmeer beschädigte es am 13. Dezember 1941 die Myriel mit 3.560 BRT. Am 31. Oktober 1943 wurde das Boot vor Algerien durch einen Luftangriff versenkt.U 431 Daten und Geschichte von U 431 auf uboat.net. Abgerufen am 22. Mai 2019. (englisch) U 557 passierte Gibraltar am 26. November 1941. Im Mittelmeer versenkte es am 2. Dezember 1941 das Handelsschiff Fjord mit 4.032 BRT und am 15. Dezember den Leichten Kreuzer HMS Galatea. Am 16. Dezember 1941 wurde das Boot westlich der Insel Kreta von dem italienischen Torpedoboot Orione gerammt und versenkt.U 557 Daten und Geschichte von U 557 auf uboat.net. Abgerufen am 22. Mai 2019. (englisch) U 562 passierte Gibraltar am 27. November 1941. Im Mittelmeer versenkte es am 22. Dezember 1942 das britische Passagierschiff Strathallan mit 23.772 BRT. Am 19. Februar 1943 wurde das Boot vor Bengasi durch einen kombinierten Angriff einer Vickers Wellington und der zwei Zerstörer Hursley und Isis versenkt.U 562 Daten und Geschichte von U 562 auf uboat.net. Abgerufen am 22. Mai 2019. (englisch)