Tadej Pogačar (, * 21. September 1998 in Ljubljana) ist ein slowenischer Radrennfahrer. Er ist fünffacher Gesamtsieger der Tour de France (2020, 2021, 2024, 2025 und 2026) und Sieger des Giro d’Italia 2024. Zudem gewann er zweimal die Straßenweltmeisterschaft (2024 in Zürich und 2025 in Kigali) sowie insgesamt 13 Monumente des Radsports.
Sportliche Laufbahn
Frühe Jahre Tadej Pogačar wurde am 21. September 1998 in Ljubljana geboren. Er wuchs als drittes von vier Kindern in der kleinen Stadt Komenda rund 20 Kilometer nördlich der slowenischen Hauptstadt auf. In seiner Kindheit spielte er zunächst Fußball beim NK Komenda, ehe er seinem älteren Bruder Tilen mit neun Jahren zum Rog Ljubljana Cycling Club folgte, wo er seine ersten Radsporttrainings unter der Aufsicht von Miha Koncilja absolvierte. Mit zehn Jahren nahm Tadej Pogačar an seinem ersten Rennen teil, das in Trstenik unweit von Kranj stattfand. Nur ein Jahr später feierte er seinen ersten Sieg, als er ein Bergrennen zum Skigebiet Krvavec für sich entschied. Bereits in jungen Jahren wurde der ehemalige slowenische Radsportler Andrej Hauptman auf Tadej Pogačar aufmerksam, ehe er sich wenig später als wichtiger Wegbegleiter etablierte. Im Jahr 2015 war er in der Rolle als Teamchef tätig als Tadej Pogačar sein erstes internationales Junioren-Rennen im Rahmen der Trofeo Loano Juniors bestritt.
Nachwuchsklassen Als Junior fuhr Tadej Pogačar für den Club Radenska und bekam mehrere Einsätze im Nationalteam. Im Jahr 2015 bestritt er den Course de la Paix Juniors und die Tour du Pays de Vaud, ehe er zwei Junioren-Rennen in Slowenien gewann und sich den Gesamtsieg der Slovenia Tour Juniors sicherte. Weiter nahm er an den Straßenradsport-Europameisterschaften in Tartu und an den Straßenradsport-Weltmeisterschaften in Richmond teil. Ein Jahr später feierte er einen Etappensieg beim Course de la Paix Juniors und wurde nationaler Zeitfahrmeister der Junioren, ehe er mit dem GP Sencur Juniors ein weiteres Rennen in Slowenien gewann. Im September sicherte er sich die Gesamtwertung und Punktewertung des Giro della Lunigiana, wobei er auch die kleine Bergankunft in der Ortschaft Ortonovo gewann. Wenige Wochen später holte er bei den Straßenradsport-Europameisterschaften im französischen Plumelec die Bronze-Medaille im Straßenrennen der Junioren.
Mit dem Jahr 2017 stieg Tadej Pogačar in die Klasse U23 auf. Er fuhr nun für das slowenische UCI Continental Team ROG-Ljubljana, das später auch unter dem Namen Ljubljana Gusto Xaurum an den Start ging. Im Frühjahr wurde er zunächst Vierter der Istrian Spring Trophy, ehe er als Gesamtfünfter des Carpathian Couriers Race die Nachwuchswertung der polnischen U23-Rundfahrt gewann. Im Juni setzte er ein weiteres Ausrufezeichen, als er mit nur 18 Jahren die Nachwuchswertung der Slowenien-Rundfahrt gewann und zugleich den fünften Rang in der Gesamtwertung belegte. Den Grundstein für seinen Erfolg legte er dabei bei der Bergankunft von Rogla, die er auf dem fünften Rang beendete. Wenige Wochen später stand er bei der Ungarn-Rundfahrt als Gesamtdritter auf dem Podest. Am Ende der Saison bestritt Tadej Pogačar mehrere Eintagesrennen und wurde 20. im U23-Straßenrennen der Weltmeisterschaften.
Im Jahr 2018 gewann Tadej Pogačar mit nur 19 Jahren den Grand Prix Priessnitz spa, der Teil des UCI Nations’ Cup U23 war. Er übernahm die Gesamtführung auf der letzten Etappe, die er mit einem Vorsprung von 41 Sekunden als Solist gewann und setzte sich zugleich in der Nachwuchswertung und Bergwertung durch. Kurz darauf wurde er bei den slowenischen Meisterschaften Zweiter hinter Jan Tratnik, womit er seine erste Medaille in der Elite-Klasse holte. Danach wiederholte er seinen Erfolg in der Nachwuchswertung bei der Slowenien-Rundfahrt, wobei er diesmal hinter Primož Roglič, Rigoberto Urán und Matej Mohorič den vierten Gesamtrang belegte. Nach den Straßenradsport-Europameisterschaften gelang Tadej Pogačar schließlich der Durchbruch bei der Tour de l’Avenir, die als wichtigstes Rennen der Klasse U23 gilt. Im Trikot der slowenischen Nationalmannschaft übernahm er auf der 7. Etappe die Gesamtführung, die er bis zum Ende der Rundfahrt nicht mehr abgab. Ohne einen Etappensieg zu feiern, beendete er die letzten drei anspruchsvollen Bergetappen konstant unter den Top 5 und krönte sich somit zum ersten slowenischen Gesamtsieger der französischen Nachwuchsrundfahrt. Letztlich betrug sein Vorsprung dabei fast eineinhalb Minuten gegenüber dem Niederländer Thymen Arensman. Nach seinem bis dahin größten Erfolg gewann Tadej Pogačar auch den Giro della Regione Friuli Venezia Giulia. Am Ende der Saison ging er neuerlich bei den Straßenradsport-Weltmeisterschaften an den Start und belegte auf dem anspruchsvollen Rundkurs von Innsbruck den Siebten Rang im Straßenrennen der Klasse-U23.
Aufgrund seiner Leistungen wurde das UAE Team Emirates bereits früh auf den jungen Slowenen aufmerksam. Noch vor seinem Sieg bei der Tour de l’Avenir unterschrieb er einen Zweijahresvertrag bei dem UCI WorldTeam, wobei er auch Angebote von den Mannschaften Sky, Quick-Step und Sunweb erhielt. Die Verbindung zum UAE Team Emirates geht auf seinen Mentor Andrej Hauptman zurück, der im Jahr 2004 selbst für die Mannschaft gefahren war (damals Lampre) und bereits andere slowenische Talente wie Jan Polanc und Luka Pibernik vermittelt hatte. Weiters wurde Tadej Pogačar nun von Alex Carera betreut, der zuvor mit Radsport-Größen wie Chris Froome, Vincenzo Nibali und Thor Hushovd zusammengearbeitet hatte. Neben Tadej Pogačar wechselte auch Andrej Hauptman zum UAE Team Emirates, wo der Slowene die Rolle eines sportlichen Leiters einnahm.
2019: Profi-Vertrag bei UAE Team Emirates mini|Tadej Pogačar (rechts) wird bei seinem Grand-Tour-Debüt hinter Primož Roglič und Alejandro Valverde Gesamtdritter der Vuelta a España 2019 Mit dem Jahr 2019 wechselte Tadej Pogačar zum UCI WorldTeam UAE Team Emirates. Nachdem er seine ersten UCI-WorldTour-Rennen bei der Tour Down Under und dem Cadel Evans Great Ocean Road Race bestritten hatte, gewann er die Gesamtwertung der Algarve-Rundfahrt, wobei er die Führung bereits auf der zweiten Etappe mit einem Sieg auf der Alto da Fóia übernahm und tags drauf im Zeitfahren als Fünfter verteidigte. Im Anschluss fuhr er bei der Baskenland-Rundfahrt als Sechster erstmals in die Top 10 eines UCI-WorldTour-Etappenrennens und bestritt mit Lüttich–Bastogne–Lüttich sein erstes Monument des Radsports. Im Mai ging er bei der Kalifornien-Rundfahrt an den Start und übernahm mit einem Etappensieg auf dem Mount Baldy die Führung in der Gesamtwertung. Da er noch keine 21 Jahre alt war und somit in den USA noch keinen Alkohol trinken durfte, erhielt er bei der Siegerehrung nicht – wie üblich – eine Flasche Champagner, sondern einen Plüschbären. In Abwesenheit von Primož Roglič wurde er im Alter von 20 Jahren erstmals slowenischer Meister im Zeitfahren, ehe er als Gesamtvierter die Nachwuchswertung der Slowenien-Rundfahrt gewann. Noch bevor er bei der Vuelta a España sein Grand-Tour-Debüt gab, verlängerte er im Juni seinen laufenden Vertrag bis ins Jahr 2023. Bei der Vuelta a España 2019 ging Tadej Pogačar im Alter von 20 Jahren als jüngster Fahrer an den Start. Bereits in der ersten Woche wartete er mit mehreren guten Resultaten auf und lag in den Top 10 der Gesamtwertung, ehe er die Bergankunft der 9. Etappe gewann. Mit einem weiteren Sieg auf der 13. Etappe übernahm er die Nachwuchswertung und rückte auf den dritten Gesamtrang vor. Nachdem er in der dritten Woche zunächst auf den fünften Gesamtrang abgerutscht war und das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers an Miguel Ángel López abgeben musste, griff er auf der vorletzten Etappe rund 40 Kilometer vor dem Ziel an und feierte auf den Plataformas de Gredos seinen dritten Etappensieg mit einem Vorsprung von mehr als eineinhalb Minuten. Zugleich fixierte er den Sieg in der Nachwuchswertung und stand in Madrid hinter Primož Roglič und Alejandro Valverde als Gesamtdritter auf dem Podest. Bei seinen ersten Straßenradsport-Weltmeisterschaften in der Elite-Klasse belegte er am Ende der Saison als bester Slowene den 18. Rang.
2020: Erster Tour-de-France-Sieg mini|Tadej Pogačar übernimmt im Zeitfahren der 20. Etappe das Gelbes Trikot und gewinnt die Tour de France 2020 Im Frühjahr der Saison 2020 gewann Pogačar nach zwei Etappensiegen die Gesamtwertung der Valencia-Rundfahrt und musste sich bei der UAE Tour nur dem Briten Adam Yates geschlagen geben. Der Slowene gewann jedoch die abschließende Bergankunft auf dem Jabal Hafeet und setzte sich in der Nachwuchswertung durch. Nach der durch die COVID-19-Pandemie bedingten Rennpause nahm er im Juni an den slowenischen Meisterschaften teil. Zunächst musste er sich Primož Roglič im Straßenrennen geschlagen geben, ehe er seinen älteren Landsmann im Einzelzeitfahren auf die Pokljuka bezwang und so seinen zweiten nationalen Titel feierte. Nach guten Leistungen bei der Strade Bianche und bei Mailand–Sanremo nutzte Pogačar die verkürzte Austragung des Critérium du Dauphiné, um sich auf seine erste Tour de France vorzubereiten. Dabei belegte er den vierten Gesamtrang.
Bei der Tour de France 2020 ging Tadej Pogačar als Kapitän des UAE Team Emirates an den Start. Auf der 4. Etappe, die mit einer Bergankunft in Orcières Merlette endete, belegte er hinter Primož Roglič den zweiten Rang und übernahm die Führung in der Nachwuchswertung. Nachdem er im Seitenwind der 7. Etappe eine Minute und 21 Sekunden auf die anderen Gesamtklassement-Fahrer verloren hatte, griff Pogačar tags darauf im Schlussanstieg der ersten Pyrenäen-Etappe an und holte sich so 40 Sekunden zurück. Dabei absolvierte er die Ostauffahrt des Col de Peyresourde in einer neuen Rekordzeit. Auf dem anschließenden 9. Abschnitt gewann er seine erste Tour-de-France-Etappe, als er sich in Laruns im Sprint vor Primož Roglič und Marc Hirschi durchsetzte. In der zweiten Woche der Frankreich-Rundfahrt präsentierte sich Tadej Pogačar als größter Herausforderer von Primož Roglič und konnte diesem als einziger Fahrer im Schlussanstieg der 13. Etappe folgen. Bei der Bergankunft der 15. Etappe konnte er seinen mittlerweile gesamtführenden Landsmann im Sprint auf dem Grand Colombier besiegen und feierte seinen zweiten Etappensieg. Zu Beginn der dritten und letzten Woche lag Pogačar 40 Sekunden hinter Roglič, verlor auf der Königsetappe (17. Etappe), die auf dem Col de la Loze zu Ende ging, jedoch 15 weitere Sekunden. Auf der vorletzten Etappe, die im Rahmen eines Einzelzeitfahrens auf die Planche des Belles Filles führte, übernahm Pogačar die Gesamtführung, da er die 36,2 Kilometer lange Strecke in Bestzeit fast zwei Minuten schneller als Primož Roglič absolvierte und so seinen Rückstand von 57 Sekunden gutmachte. Tags drauf fuhr er im Gelben Trikot in Paris ein und kürte sich im Alter von 21 Jahren nach Henri Cornet, der bei seinem Sieg im Jahr 1904 erst 19 Jahre alt gewesen war, zum zweitjüngsten Gewinner der Tour de France. Weiters gewann er bei dieser Austragung neben der Gesamt- auch die Berg- und die Nachwuchswertung. Am Ende der Saison sprintete er bei Lüttich–Bastogne–Lüttich hinter Primož Roglič und Marc Hirschi als Dritter zu seinem ersten Podiumsplatz bei einem Monument des Radsports.
2021: Titelverteidigung mini|Im Jahr 2021 gewinnt Tadej Pogačar (rechts) seine zweite Tour de France