mini|hochkant|Stolpersteine in Lanciano Die Liste der Stolpersteine in den Abruzzen enthält die Stolpersteine, die vom Kölner Künstler Gunter Demnig in der italienischen Region Abruzzen verlegt wurden. Stolpersteine erinnern an das Schicksal der Menschen, die von den Nationalsozialisten ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden.

Stolpersteine liegen im Regelfall vom letzten selbstgewählten Wohnsitz des Opfers. Die erste Verlegung in dieser Region erfolgte am 12. Januar 2012 in L’Aquila. Die italienische Übersetzung des Begriffes Stolpersteine lautet: pietre d’inciampo.

Verlegte Stolpersteine Casoli

In Casoli wurden sieben Stolpersteine verlegt:

Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, LebenSALOMON AFNAIMGEBOREN 1903VERHAFTET 5.12.1943DEPORTIERT 1944BERGEN-BELSENBEFREITPiazza della Memoria (1903–) SILVIO BERLGEBOREN 1883VERHAFTET 30.11.1943DEPORTIERT 1944AUSCHWITZERMORDET 6.2.1944Piazza della Memoria (1883–1944) ISACCO HARNIKGEBOREN 1889VERHAFTET 31.10.1943DEPORTIERT 1944AUSCHWITZERMORDET 6.2.1944Piazza della Memoria (1889–1944) GIUSEPPE HASSIDGEBOREN 1906VERHAFTET 25.4.1944ERMORDET 1.7.1944RISIERA DI SAN SABBAPiazza della Memoria (1906–1944) SIEGBERT HERZBERGGEBOREN 1889VERHAFTET 1943DEPORTIERT 1944AUSCHWITZERMORDET 10.4.1944Piazza della Memoria (1889–1944) WOICECH HOCHBERGERGEBOREN 1898VERHAFTET 3.12.1943DEPORTIERT 1944AUSCHWITZERMORDET 26.2.1944Piazza della Memoria (1898–1944) MASSIMILIANOSEGALLGEBOREN 1894VERHAFTET 1.11.1943DEPORTIERT 1944AUSCHWITZERMORDET 6.2.1944Piazza della Memoria (1894–1944)

Castel Frentano

In Castel Frentano wurden fünf Stolpersteine verlegt:

Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben 120pxIN CASTEL FRENTANOWOHNTEBETTY ABRAHAMSONGEBOREN 1892VERHAFTET 1.11.1943DEPORTIERT 1944AUSCHWITZERMORDETPiazza Giuliano Crognaleungefähr vor Nummer 20 , auch Betti, wurde am 16. April 1886 in Karthaus geboren. Ihr Vater war Jakob Abrahamson. Sie war verheiratet mit Arturo Fuerst. Im November 1939 zog das Ehepaar nach Triest, wo ihr Ehemann als Kaufmann tätig wurde. Arturo Fuerst wurde im Juli 1940 verhaftet und im Lager Casoli interniert. Als Betty Abrahmson krank wird und sich einer Operation unterziehen muss, gelingt es dem Paar, dass Arturo zumindest für 10 Tage nach Triest kommen dar. Bis 22. November 1940 konnte er dort bleiben, dann wurde er nach San Vito Chietino gebracht und dort interniert, dort langte auch Betty Abrahamson am 16. Mai 1941 an – ob freiwillig oder unfreiwillig, ist nicht bekannt. Neun Tage später wurden beide in das Internierungslager von Castel Frentano überstellt. Am 25. Mai 1941 wurden beide in das Internierungslager von Castel Frentano überstellt. Sie waren danach in Guardiagrele interniert. Dort langten Deutschen Truppen Ende Oktober an. Am 1. November 1943 wurden Arturo Fuerst und seine Frau durch diese zuerst nach Chieti gebracht. Drei Monate später wurden sie in die Kaserne von L'Aquila überstellt, dann in das Konzentrationslager Bagno a Ripoli in der Nähe von Florenz und von dort ins San-Vittore-Gefängnis von Mailand. Am 30. Januar 1944 wurden sie mit dem Konvoi N. 6 vom Binario 21 im Bahnhof Milano Centrale nach Auschwitz deportiert. Sie trafen dort am 6. Februar 1944 ein. Betty Abrahamson wurde dort am Tag der Ankunft zusammen mit ihrem Mann vom NS-Regime ermordet.Il Cannochiale: , 10. Januar 2020, abgerufen am 1. März 2020CDEC Digital Library: Abrahamson, Betti, abgerufen am 1. März 2020 120pxIN CASTEL FRENTANOWOHNTEADELE FITZERGEBOREN 1888VERHAFTET 2.11.1943DEPORTIERT 1944AUSCHWITZERMORDETPiazza Giuliano Crognaleungefähr vor Nummer 20 wurde am 19. Oktober 1888 in Stanislau (Stanisławów), damals Österreich-Ungarn, geboren. Ihre Eltern waren Adolfo Fitzer und Mina Karpfen. Sie war mit Salo Nagler verheiratet. Das Paar hatte einen Sohn, Giacomo (geboren 1913). Im Jahr 1920 zog die Familie nach Triest, wo ihr Ehemann eine Eisenwarenhandlung aufbaute. Aufgrund der rassischen Verfolgung wollte die Familie im Juli 1940 nach New York auswandern, wo bereits der Bruder ihres Ehemannes, Emanuel Nagler, lebte. Die Dokumente lagen vor, doch wurden die Pläne durch den Kriegseintritt Italiens am 10. Juni 1940 zunichtegemacht. Ihr Ehemann und ihr Sohn wurden verhaftet und in Lagern interniert. Ihr Ehemann kam in das Lager von Casoli und wurde Anfang April 1941 nach Lanciano transferiert, später in das Lager von Castel Frentano. Ihr Sohn war zuerst in Ferramonti di Tarsia und dann in Casoli interniert. Adele Fitzer blieb vorerst allein in Triest, bis ihr im Dezember 1941 gestattet wurde zu ihrem Mann nach Castel Frentano zu reisen.Campo Casoli: FONDO NAGLER, abgerufen am 1. März 2020 (mit zahlreichen Dokumenten und Fotografien der Familie) Ab dem 6. Dezember 1941 war auch ihr Sohn Giacomo in Castel Frentano interniert. Zwei Jahre verbrachte die Familie in diesem Lager. Am 3. November 1943 die ganze Familie nach Bagno a Ripoli, einen Vorort von Florenz überstellt. Von dort kam Feige Adele Fitzer zusammen mit ihrer Familie ins Gefängnis nach Mailand. Am 20. Januar 1944 wurde sie mit Ehemann und Sohn nach Auschwitz deportiert. Feige Adle Fitzer, ihr Ehemann und ihr Sohn wurden vom NS-Regime ermordet, wahrscheinlich unmittelbar nach ihrer Ankunft am 6. Februar 1944.CDEC Digital Library: Fitzer, Feige Adele, abgerufen am 1. März 2020 120pxIN CASTEL FRENTANOWOHNTEARTURO FUERSTGEBOREN 1886VERHAFTET 1.11.1943DEPORTIERT 1944AUSCHWITZERMORDETPiazza Giuliano Crognaleungefähr vor Nummer 20 wurde als Sohn von Magnus Fuerst am 6. Januar 1886 in Danzig geboren. Er hatte mehrere Brüder. Im Ersten Weltkrieg diente er als Soldat der Deutschen Armee, wurde dafür ausgezeichnet. Fuerst war verheiratet mit Betty Abrahamson. Im November 1939 zog das Ehepaar nach Triest, wo Arturo Fuerst als Kaufmann tätig wurde. Er hatte nur eine Aufenthaltsgenehmigung für Ausländer, diese musste alle 6 Monate verlängert werden. Am 10. Juli 1940 wurde er verhaftet und ins Internierungslager Casoli in den Abruzzen überstellt. Seine Frau versuchte ihm zu helfen, sandte an die Polizeizentralen von Triest und Casoli Bitten um Freilassung auf Grund seines Gesundheitszustandes, Fuerst fügte diesen Briefen einen eigenen hinzu, wies darauf hin, dass er auf ein Visum für Amerika hoffen könne. Als seine Frau schwer krank wurde und sich einer Operation unterziehen musste, gelang es ihm für 10 Tage nach Triest gehen zu dürfen, mit der Auflage sich bei der dortigen Polizeistation zu melden. Von dort wurde er nach Ablauf der Frist nach San Vito Chietino überstellt und war dort ab dem 23. November 1940 interniert. Ein halbes Jahr später langte auch seine Frau dort ein. Am 25. Mai 1941 wurden beide in das Internierungslager von Castel Frentano überstellt. Sie waren danach in Guardiagrele interniert. Dort langten Deutschen Truppen Ende Oktober an. Am 1. November 1943 wurden Arturo Fuerst und seine Frau durch diese zuerst nach Chieti gebracht. Drei Monate später wurden sie in die Kaserne von L'Aquila überstellt, dann in das Konzentrationslager Bagno a Ripoli in der Nähe von Florenz und von dort ins San-Vittore-Gefängnis von Mailand Am 30. Januar 1944 wurden sie mit dem Konvoi N. 6 vom Binario 21 im Bahnhof Milano Centrale nach Auschwitz deportiert. Sie trafen dort am 6. Februar 1944 ein. Arturo Fuerst wurde dort am Tag der Ankunft zusammen mit seiner Frau vom NS-Regime ermordet.CDEC Digital Library: Fuerst, Arturo, abgerufen am 11. März 2020Campo Casoli: Arturo Fuerst: dalla trincea della Grande Guerra all'internamento fascista nel campo di Casoli con il triste epilogo ad Auschwitz insieme alla moglie Betty, abgerufen am 1. März 2020 120pxIN CASTEL FRENTANOWOHNTEGIACOMO NAGLERGEBOREN 1913VERHAFTET 2.11.1943DEPORTIERT 1944AUSCHWITZERMORDETPiazza Giuliano Crognaleungefähr vor Nummer 20 , auch Jakob Nagler, wurde am 19. Juli 1913 in Stanislau (Stanisławów), damals Österreich-Ungarn, geboren. Seine Eltern waren Salo Nagler und Adele Fitzer. Im Jahr 1920 zog die Familie nach Triest, wo sein Vater eine Eisenwarenhandlung aufbaute. Von seiner Familie und den Freunden wurde er Kuby genannt. Auch er arbeitete als Kaufmann. Er war verlobt mit Rita Rosani, einer Lehrerin, Jüdin auch sie, die sich den Partisanen anschloss und im bewaffneten Kampf gegen das NS-Regime stand. Aufgrund der rassischen Verfolgung wollte die Familie im Juli 1940 nach New York auswandern, wo bereits sein Onkel Emanuel Nagler lebte. Der Kriegseintritt Italiens am 10. Juni 1940 machte diese Pläne zunichte. Am 30. Juni 1940 wurde Giacomo Nagler verhaftet und zuerst im Internierungslager Ferramonti di Tarsia interniert. Von dort kam er in das Lager von Casoli und am 6. Dezember 1941 nach Castel Frentano, wo sich bereits seine Eltern befanden. Die ganze Familie wurde am 3. November 1943 nach Bagno a Ripoli überstellt, einen Vorort von Florenz. Danach wurde Nagler mit seiner Familie im Gefängnis von Mailand interniert. Am 20. Januar 1944 wurde er mit seinen Eltern nach Auschwitz deportiert. Giacomo Nagler und seine Eltern wurden vom NS-Regime ermordet, wahrscheinlich unmittelbar nach ihrer Ankunft am 6. Februar 1944.CDEC Digital Library: Nagler, Giacomo, abgerufen am 12. März 2020 (mit einem Porträt von Giacomo Nagler)

Rita Rosani wurde gefangen genommen und am 17. September 1944 von deutschen Truppen erschossen. Sie wurde postum mit der Medaglia d'oro al valor militare ausgezeichnet.Gedenkorte Europa: Rosani, Rita (1920 – 1944), abgerufen am 12. März 2020Livio Isaak Sirovich: «Non era una donna, era un bandito», Rita Rosani, una ragazza in guerra, Cierre Edizioni 2014, ISBN 978-88-8314-765-4.

Naglers Brille wurde sechzig Jahre nach seiner Deportation in Castel Frentano gefunden.Storia e Cultura della Città di Casoli: I Nagler e i 50 ebrei stranieri deportati da Trieste a Casoli, abgerufen am 12. März 2020 120pxIN CASTEL FRENTANOWOHNTESALO NAGLERGEBOREN 1886VERHAFTET 2.11.1943DEPORTIERT 1944AUSCHWITZERMORDETPiazza Giuliano Crognaleungefähr vor Nummer 20 wurde am 23. März 1886 in Sloboda geboren. Seine Eltern waren Jakob Nagler und Ruzler Genesi. Er war verheiratet mit Adele Fitzer. Das Paar hatte zumindest einen Sohn, Giacomo, geboren 1913. Im Jahr 1920 zog die Familie nach Triest, wo Salo Nagler eine Eisenwarenhandlung aufbaute. Aufgrund der rassischen Verfolgung wollte die Familie im Juli 1940 nach New York auswandern, wo bereits sein Bruder Emanuel Nagler lebte. Die Dokumente lagen vor, doch wurden die Pläne durch den Kriegseintritt Italiens am 10. Juni 1940 zunichtegemacht. Salo Nagler wurde verhaftet, im Lager von Casoli interniert und Anfang April 1941 nach Lanciano überstellt, später in das Lager von Castel Frentano. Auch sein Sohn wurde verhaftet, er war zuerst in Ferramonti di Tarsia, dann in Casoli interniert und langte am 6. Dezember 1941 in Castel Frentano ein. Seiner Ehefrau wurde ebenfalls gestattet, dorthin zu reisen. Zwei Jahre verbrachte die ganze Familie in diesem Lager. Sie wurden am 3. November 1943 nach Bagno a Ripoli überstellt, einen Vorort von Florenz. Danach wurde Nagler mit seiner Familie im Gefängnis von Mailand interniert. Am 20. Januar 1944 wurde er mit seiner Frau und seinem Sohn nach Auschwitz deportiert. Salo Nagler, seine Frau und sein Sohn wurden vom NS-Regime ermordet, wahrscheinlich unmittelbar nach ihrer Ankunft am 6. Februar 1944.CDEC Digital Library: Nagler, Salo, abgerufen am 12. März 2020

Chieti In Chieti wurde folgender Stolperstein verlegt: