Die Bundesautobahn 36 (Abkürzung: BAB 36) – Kurzform: Autobahn 36 (Abkürzung: A 36, Umgangssprache: NordharzautobahnIm neuen Jahr wird B6 zur Nordharz-Autobahn A36 bei mdr.de, abgerufen am 15. Februar 2019.) – verläuft von Braunschweig in Niedersachsen nach Bernburg (Saale) in Sachsen-Anhalt.
Sie entstand am 1. Januar 2019 aus der A 395 (Braunschweig – Vienenburg) und der B 6 (Vienenburg – Bernburg).
Verlauf Auf ihrer Wegstrecke befinden sich unter anderem die UNESCO-Weltkulturerbestätten Goslar und Quedlinburg sowie die Mittelstädte Wolfenbüttel, Wernigerode und Aschersleben. In Reichweite befinden sich auch die Städte Salzgitter, Bad Harzburg, Halberstadt und Staßfurt.
Braunschweig – Vienenburg Der Verlauf der Bundesautobahn 36 nimmt seinen Anfang am Autobahnkreuz Braunschweig-Süd im Braunschweiger Stadtteil Heidberg-Melverode. Die A 36 ist jedoch nicht direkt an das Autobahnkreuz mit der A 39 angeschlossen, sondern beginnt erst etwa 200 Meter danach hinter der Halbanschlussstelle Braunschweig-Melverode. Dazwischen ist die Straße zwar vierstreifig und beide Richtungsfahrbahnen sind baulich getrennt, so dass der Eindruck einer Autobahn erweckt wird, jedoch ist sie nicht entsprechend beschildert. Die Gründe dafür sind, dass es einerseits im Beschleunigungs-/Verzögerungsstreifen zwischen dem Autobahnkreuz Braunschweig-Süd und der Anschlussstelle Braunschweig-Melverode je eine Ein- und Ausfahrt zu einem großen Autohaus samt Tankstelle gibt, die nicht kreuzungsfrei ausgeführt werden können, und dass es andererseits Fahrzeugen ohne Autobahnzulassung ermöglicht wird, die Anschlussstelle Braunschweig-Melverode zu erreichen, da die Stadtteile Melverode und Stöckheim sonst nur auf Umwegen aus der Braunschweiger Innenstadt erreichbar wären. Zudem gibt es bis zur Anschlussstelle Braunschweig-Heidberg keinen Seitenstreifen.
Nach Verlassen des Braunschweiger Stadtgebietes zweigt die B 79 an der AS Wolfenbüttel-Nord nach Wolfenbüttel ab. Diese Anschlussstelle ist nur als Ausfahrt aus Richtung Braunschweig bzw. als Zufahrt in Richtung Braunschweig an die A 36 angeschlossen. Von hier aus verläuft die A 36 in einem Bogen um die Stadt Wolfenbüttel neben den Orten Salzgitter-Thiede und Wolfenbüttel-Fümmelse, von hier aus sind auch die Hochöfen der Salzgitter AG im Westen bei Salzgitter-Drütte zu sehen. Es schließt sich eine Durchfahrt erst durch das Fümmelser Holz, den westlichen Rand des Oderwalds und dann vorbei an Klein Flöthe und Gielde durch das Schladener Gebiet an, bevor die A 36 an Lengde vorbei den Harly quert und jenseits der Oker in die Vienenburger Ebene stößt. Die Trasse führt hier östlich an Vienenburg mitsamt Wiedelah vorbei.
Das Autobahndreieck Nordharz stellte zwischen dem 2. Oktober 2001 und dem 31. Dezember 2018 das Ende der Bundesautobahn 395 und den Beginn der B-6-Neubaustrecke nach Osten dar. Von hier aus zweigt nach Südwesten die Bundesautobahn 369 ab, die jenseits von Harlingerode und Bettingerode die Städte Bad Harzburg über die Bundesstraße 4 und Goslar über die Bundesstraße 6 an die A 36 anbindet. In einer engen Kurve nach Osten setzt sich die A 36 – nun parallel zum wenige Kilometer südlich gelegenen Harz – nach Osten fort und verlässt nach zwei Kilometern über die Ecker das Land Niedersachsen.
Vienenburg – Bernburg (Saale) Hinter der sachsen-anhaltischen Grenze umkurvt die A 36 zunächst den Schimmerwald und führt hinter Abbenrode und Stapelburg über die Ilse an Ilsenburg vorbei. Von hier aus ist der Blick auf den Brocken, den höchsten Berg des Harzes, besonders markant, sodass nach ihm die PWC-Anlage Brockenblick benannt wurde. Durch das nordöstliche Harzvorland hindurch führt die A 36 weiter nach Wernigerode und erreicht bei Blankenburg (Harz) unmittelbar die markante Burg Regenstein. Am Naturschutzgebiet Harslebener Berge und Steinholz vorbei passiert die Autobahn schließlich Quedlinburg, führt hier über die Bode und an Aschersleben vorbei und erreicht nach einer Gesamtstrecke von 119 Kilometern westlich von Bernburg (Saale) die Bundesautobahn 14 und Bundesstraße 6.
Ausbauzustand mini|hochkant=1.5|Regelquerschnitt 26, wie er auf der A 36 im Bereich A 369–A 14 vorherrscht Der Regelquerschnitt im 4-streifigen Abschnitt östlich des Dreiecks Vienenburg beträgt 26 m (RQ 26,00), das heißt, es werden vier Fahrstreifen zu 3,50 m (zwei für jede Richtung) vorgehalten, dazu ein drei Meter breiter Mittelstreifen. Der Standstreifen ist zwei Meter breit, das Bankett 1,50 m. Zwischen Stand- und Fahrstreifen sowie Überholfahr- und Mittelstreifen sind jeweils 0,50 m breite Markierungen eingeplant. Dieser Querschnitt war aufgrund der RAS-Q zu Baubeginn als kleinstmöglicher Querschnitt einer Autobahn in Deutschland zugelassen, mit der Einführung der RAA im Jahr 2008 müssen Straßen jedoch den Regelquerschnitt 28 erfüllen, um als Autobahn ausgezeichnet werden zu können (der Unterschied liegt im jeweils 0,50 m breiteren Seitenstreifen sowie den um ein Drittel verbreiterten Mittelstreifen).
Die A 36 ist außerdem neben der A 40 und der A 562 eine der wenigen Autobahnen in Deutschland, bei der abschnittsweise in der Mitte, also zwischen den beiden Fahrbahnen, eine Stadt- bzw. Straßenbahn verläuft (zwischen dem Autobahnkreuz Braunschweig-Süd und der Anschlussstelle Braunschweig-Heidberg). Dazwischen befindet sich an der Anschlussstelle Braunschweig-Melverode die Straßenbahnhaltestelle HEH-Kliniken (bis 2008 Leipziger Straße), von der ein Fußgängertunnel unter der Autobahn wegführt.
Die bauliche Auslegung des Autobahndreiecks Nordharz zwingt den Autobahnfahrer von Osten kommend zur Nutzung einer Ausfahrt, sofern er auf der A 36 verbleiben möchte. Diese Bauform wird auch TOTSO genannt. Diese Bauweise ist nicht absichtlich gewählt, da das Dreieck ursprünglich für die von Westen nach Osten führende Bundesstraße 6 mit der Einmündung des Endstücks der Bundesautobahn 395 vorgesehen war, seit dem 1. Januar 2019 aber die Trasse östlich des Dreiecks und nördlich der Einmündung eine Autobahn bildet.
Das Bauprojekt vom Dreieck Vienenburg/BAB 395 bis zum Kreuz Bernburg/BAB 14 wurde als B 6n bezeichnet. Insgesamt sind auf diesem Verlauf 111 Brückenbauwerke, 21 Anschlussstellen sowie drei P-WC-Anlagen errichtet worden. Tank- und Rastanlagen waren in den Planungen nicht mit inbegriffen, jedoch wurde solch eine Anlage seit November 2011 unmittelbar an der Abfahrt Quedlinburg-Zentrum (heute: Quedlinburg-Mitte) gebaut und 2012 eröffnet.
Geschichte Schon vor der Umwidmung der heutigen A 36 im Jahr 2019 wurde der Bau einer gleich nummerierten Autobahn im 20. Jahrhundert geplant und in den 1980er-Jahren verworfen. Durch ihren vergleichbaren Verlauf – die verworfene A-36-Planung verlief westlich von Bad Harzburg am Nordharzrand, die realisierte Autobahn östlich davon – erbte die heutige A 36 ihre Nummer aus der verworfenen Planung.
Verworfener Verlauf: Hameln – Bad Harzburg mini|Planungen der A 36 im Jahre 1976 1971–1986 mini|Die zwischen Goslar und Bad Harzburg errichtete Schnellstraße (B 6) war bis zur L 518 als A 36 vorgesehen. Im aus dem Jahre 1971 stammenden Plan für den Ausbau der Bundesfernstraßen in den Jahren 1971 bis 1985 war zwischen dem Raum Lemgo, Hameln, Alfeld, Goslar, Bad Harzburg und der innerdeutschen Grenze eine Autobahnverbindung unter der internen Bezeichnung A 106 vorgesehen. Mit der Neustrukturierung der Autobahnnumerierung ab 1. Januar 1975 erhielt das Vorhaben zwischen Hameln und der innerdeutschen Grenze erstmals die neue Bezeichnung Bundesautobahn 36, während der westlich Hameln gelegene Teil der bisherigen A 106 modifiziert und der neuen Bundesautobahn 35 zugeordnet wurde. Zwischen Hameln und Bockenem existierten in den Plänen unterschiedliche Trassierungen über Elze oder Alfeld. Problematisch ist bei den Planungen die Querung des Iths bei Salzhemmendorf und der Sackmulde bei Alfeld, die quer zum Streckenverlauf liegen und nur durch aufwändige Tunnel- und Brückenkonstruktionen sinnvoll überwindbar sind.
Auch im Raum Goslar wurde die ortsnahe Trassierung der A 36 durch eine weiträumige nördliche Umgehung in der Planung ersetzt. Nach dem Ersten Gesetz vom 5. August 1976 zur Änderung des Gesetzes über den Ausbau der Bundesfernstraßen in den Jahren 1971 bis 1985 (BGBl. 1976, Teil I, S. 2093) war die A 36 fast vollständig dem möglichen weiteren Bedarf zugeordnet.
Der Abschnitt zwischen Goslar (B 82) und der B 4 nördlich Bad Harzburg war vierspurig in die Dringlichkeitsstufe Ia gesetzt und 1978 in Angriff genommen. Es wurde 1982 und 1987 als B 6 fertiggestellt und in Rücksicht auf die Autobahnplanungen bis zur AS Goslar-Oker auf Autobahnquerschnitt mit Standstreifen errichtet:
Die Kosten für den Bau der Bundesstraße 6n von Goslar nach Bad Harzburg beliefen sich (Stand: 1987) auf 46,76 Mio. DM, das entspricht (Stand: 2019) inflationsbereinigt 41,62 Mio. Euro.Bundeshaushaltsplan für das Jahr 1987. Abgerufen am 31. Dezember 2019, .
Abschnitt km Jahr Bauweise Aktuelle Widmung AD Bad Harzburg – AS Goslar-Oker/Vienenburg 4,2 km Harald Meier, Kurt Neumann: Bad Harzburg. Chronik einer Stadt. S. 659f. vierstreifig (+Standstreifen) AS Goslar-Oker/Vienenburg – Anbindung an B 241 5,0 km Harald Meier, Kurt Neumann: Bad Harzburg. Chronik einer Stadt. S. 665. vierstreifig
Seit 1986 Im Dritten Gesetz vom 21. April 1986 zur Änderung des Gesetzes über den Ausbau der Bundesfernstraßen (BGBl. 1986, Teil I, S. 557) wurde die ursprüngliche Planung zur A 36 vollständig gestrichen. Die Begründung lag darin, dass die Wiedervereinigung mit einem hieraus gesteigerten Verkehrsbedarf in Ost-West-Relation nicht gesehen und die Nutzung der A 36 als Transitstrecke in den innerdeutschen Verkehrsverhandlungen abgelehnt wurde.Drucksache 12/2994. 2. Juli 1992, abgerufen am 14. Februar 2023.
Hingegen änderten sich die Vorhaben zu den Bundesstraßen 6, 82 und 239. Die weiträumige nördliche Umgehung von Goslar wurde ersetzt durch eine vierstreifige stadtgebietsquerende Trassierung. Zwischen Goslar und Langelsheim war nunmehr eine Führung südlich der alten B 82 angedacht. Im Bedarfsplan war zwar die Strecke Rhüden–Holzminden als B 82n weiter enthalten (weitere Planung). Die B 239n Holzminden–Horn-Bad Meinberg war jedoch nur noch zwischen Steinheim und Bad Meinberg (vordringlicher Bedarf) sowie zwischen Fürstenau und Vörden (vordringlicher Bedarf, z. T. laufendes Vorhaben) enthalten; die Strecke Vörden–Steinheim sollte nicht in der Baulast des Bundes realisiert werden. Die Verbindung Holzminden–Fürstenau war gänzlich entfallen.
Der Bedarfsplan des Vierten Gesetzes zur Änderung des Fernstraßenausbaugesetzes vom 15. November 1993 (BGBl. 1993, Teil I, S. 1877) enthielt die frühere A-36-Planung zwischen Hameln und Goslar ebenfalls nicht. Westlich Goslar war die OU Langelsheim/Astfeld als laufendes Vorhaben eingestellt. Der Neubau einer B 82 zwischen Rhüden und Holzminden war mit modifizierter Trasse weiter enthalten (weiterer Bedarf). Die Strecke Fürstenau – Vörden war als laufendes Vorhaben eingestellt. Zwischen dem Raum südwestlich von Steinheim und Horn-Bad Meinberg war die B 239n im vordringlichen Bedarf vorgesehen. Zwischen Vörden und Steinheim blieb es bei einem Neubauprojekt in anderer Straßenbaulastträgerschaft, die Strecke Holzminden – Fürstenau blieb gestrichen.
Im Bundesverkehrswegeplan 2003 war eine Autobahnverbindung zwischen Hameln und Goslar weiterhin nicht enthalten. Die Verbindung Bad Meinberg – Holzminden – Rhüden (B 239n/B 82n) ist ebenfalls in diesem Plan nicht vorgesehen. Einzig der Bau der zweistreifigen und 8,2 Kilometer langen OU Langelsheim/Astfeld im Zuge der B 82 war als laufendes bzw. fest disponiertes Vorhaben in den Bundesverkehrswegeplan 2003 eingestellt, wobei 4,1 Kilometer bereits 2000 fertiggestellt worden waren und im Jahr 2003 die Reststrecke dem Verkehr übergeben wurde.