Star Trek: Picard ist eine US-amerikanische Science-Fiction-Fernsehserie, die von 2020 bis 2023 erschien, und die siebte Realserie im fiktiven Star-Trek-Universum. Ihr titelgebender Protagonist Jean-Luc Picard wird (wie zuvor in der Fernsehserie Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert und dessen vier Kinoablegern) von Patrick Stewart verkörpert.
Die zehnteilige erste Staffel ist im ersten Quartal 2020 auf Deutsch bei Amazons Streaming-Dienst Prime Video erschienen. Staffel 2 startete am 4. März 2022, ebenfalls auf Prime Video. Ab dem 17. Februar 2023 wurde die dritte und letzte Staffel auf Prime Video und Paramount+ veröffentlicht.
Handlung Jede Staffel erzählt in jeweils zehn Episoden einen in sich abgeschlossenen, linearen Handlungsbogen:
Staffel 1: Verteidigung der Androiden
Im Laufe der ersten Staffel entfaltet sich vor allem durch Rückblenden, die in die Handlung eingestreut sind, die Vorgeschichte zur Haupthandlung, welche im Jahr 2399 beginnt, 20 Jahre nach den Ereignissen aus dem Kinofilm Star Trek: Nemesis.
14 Jahre vor Beginn der Haupthandlung unternimmt die romulanische Sekte Zhat Vash einen koordinierten Sabotageakt gegen die Föderation, der sich indirekt gegen künstliche Lebensformen richtet. Bei dieser Sabotage benutzt die Sekte mehrere in der Utopia-Planitia-Flottenwerft im Mars-Orbit arbeitende Föderationsandroiden als Agents Provocateurs: die fehlgeleiteten Androiden zerstören die gesamte dortige Raumschiffflotte, bombardieren die Mars-Oberfläche und setzen so die Atmosphäre des Planeten in Brand, wodurch Zehntausende sterben. Die Föderation unterbindet daraufhin alle weitere Entwicklung künstlicher Lebensformen; die Sekte hat ihr Ziel erreicht. Auch die Rettung zahlreicher Romulaner, erforderlich geworden wegen der bevorstehenden Vernichtung ihrer Heimatwelt durch eine Supernova, bricht die Föderationsführung ab. Admiral Picard als Leiter der geplanten Rettungsmission verlässt aus Protest gegen diese Entscheidung die Sternenflotte und zieht sich auf seinen Landsitz in Frankreich zurück.
Drei Jahre vor Beginn der Haupthandlung gelingt es Dr. Bruce Maddox als einstigem Leiter der Androidenforschung der Föderation, zwei aus seiner Sicht perfekte Androiden zu erschaffen. Sie heißen Dahj und Soji, sehen aus wie junge erwachsene weibliche Zwillinge und gelten wegen ihrer Gestalt, die auf Zeichnungen Datas beruht, auch als dessen Töchter. Mit falschen Erinnerungen ausgestattet, durch die sie sich ihrer Künstlichkeit nicht bewusst sind, schickt Maddox sie an unterschiedliche Orte, auch um eine mögliche Verschwörung zu untersuchen.
Dahj wird in ihrer Bostoner Wohnung von Romulanern attackiert und wendet sich daraufhin hilfesuchend an Picard. Nach kurzem Kontakt mit ihm wird sie in San Francisco von romulanischen Agenten getötet. Von Maddox’ Assistentin Dr. Jurati erfährt Picard, dass Dahj eine Schwester namens Soji hat. Da er diese ebenfalls in Lebensgefahr glaubt, startet er eine Mission, um zunächst Maddox zu finden. Weil die Föderationsregierung ihm keines zur Verfügung stellt, organisiert er selbstständig ein Raumschiff, die La Sirena unter dem Kommando des Menschen Rios, und eine zusammengewürfelte Crew. Zur Crew gehört auch Dr. Jurati, die, noch ohne das Wissen Picards und seiner Gefolgschaft, der Zhat Vash als Agentin dient. Zusammen fliegen sie zu Maddox’ letztem bekannten Aufenthaltsort, dem Planeten Freecloud. Unterwegs schließt sich ihnen Seven of Nine an, die zufällig denselben Zielort hat. Dort angelangt, befreit das Team Maddox aus den Fängen einer kriminellen Geschäftsfrau und erfährt von ihm Sojis Aufenthaltsort, einen in romulanischem Besitz befindlichen Borg-Kubus, der das „Artefakt“ genannt wird. Unter Einfluss einer von den Zhat Vash übermittelten Vision ermordet Dr. Jurati Dr. Maddox.
Picard und sein Team entdecken Soji auf dem Kubus, wo sie bislang an der Rehabilitation ehemaliger Borgdrohnen arbeitet und eine Liebesbeziehung zu dem Romulaner Narek führt. Dieser spioniert mit seiner Schwester Narissa insgeheim für die Zhat Vash mit dem Ziel, von Soji den Ort ihrer Heimatwelt zu erfahren, auf der sie ihre vermuteten Artgenossen, andere künstliche Lebensformen, zu töten hoffen. Auch durch Nareks Befragungen wird sich Soji ihrer wahren Identität sowie ihres Heimatplaneten bewusst und entkommt dank ihrer übermenschlichen Fähigkeiten einem Anschlag Nareks auf ihr Leben. Picard lässt sich und Soji mit der Hilfe der ehemaligen Borgdrohne Hugh aus dem Kubus teleportieren, wodurch sie auf den Planeten Nepenthe gelangen, dem Wohnort von Picards früheren Crewmitgliedern Riker und Troi. Mit der La Sirena fliegen die beiden dann zum Planeten Coppelius, Sojis Heimatwelt, auf der diese von anderen Androiden willkommen geheißen wird. Sie treffen dort auch auf Dr. Noonien Soongs Sohn, Dr. Altan Inigo Soong. Einer der dortigen Androiden konstatiert nach einer Gedankenverschmelzung mit Dr. Jurati, die „Mahnung“ genannte Vision sei in Wirklichkeit nicht an die Romulaner, sondern an die Androiden gerichtet. Die „Mahnung“ stamme von einer Allianz künstlicher Lebensformen, die Schutz anböten vor der Zerstörung durch organisches Leben.
Indes nähert sich dem Planeten Coppelius eine Flotte aus romulanischen Kampfschiffen, welche von Commodore Oh angeführt wird, einer leitenden Agentin der Zhat Vash. Oh, bislang vermeintlich loyale Sicherheitschefin der Sternenflotte, gibt mit dieser Operation ihre Deckung auf. Als sich Captain Riker ihr mit einer Flotte aus Sternenflottenraumschiffen entgegenstellt, befiehlt sie den Rückzug ihrer Flotte, nachdem Soji auf die Kontaktaufnahme mit der Allianz künstlicher Lebensformen verzichtet. Picard erliegt schließlich einem Hirnleiden, erwacht kurz darauf aber in einem Androiden-Körper, an dem Dr. Altan Inigo Soong gearbeitet hat.
Staffel 2: Zeitreise ins 21. Jahrhundert
Von Picards altem Widersacher Q wird eine alternative Zeitlinie geschaffen, in der die Menschheit die fremdenfeindliche „Konföderation der Erde“ gebildet hat, die systematisch außerirdische Rassen auslöscht oder versklavt, auch die Borg. Als die besiegte Borgkönigin hingerichtet werden soll, erfahren Picard und seine Crew, dass sie nur durch eine Reise zurück ins Jahr 2024 die Entstehung der „Konföderations“-Zeitlinie verhindern können.
2024 müssen sie dafür sorgen, dass eine Vorfahrin Picards zu ihrer Weltraummission aufbricht, was Q mithilfe von Dr. Adam Soong, einem Vorfahren von Dr. Noonien Soong, zu verhindern versucht. Picard und seine Mitstreiter schaffen es, dass seine Vorfahrin ihre Mission antritt und der ursprüngliche Lauf der Zeit wiederhergestellt wird.
Staffel 3: Unterwanderung der Föderation
Picard erhält einen Notruf seiner ehemaligen Kollegin und Freundin Dr. Beverly Crusher und bricht mit Will Riker auf, sie zu retten. Dabei benötigt das Duo die USS Titan, auf der Seven of Nine alias Commander Annika Hansen als Erster Offizier dient. Bei der Rettungsmission treffen Picard und Riker auf Jack Crusher, der aus der Beziehung zwischen Dr. Crusher und Picard als Sohn hervorging und dessen Existenz seine Mutter vor seinem Vater bis dahin erfolgreich verheimlicht hatte. Während „Wechselbälger“ die Föderation unterwandern und die USS Titan angreifen, übernimmt Riker für den schwer verletzten Captain Liam Shaw zwischenzeitlich wieder das Kommando über das Schiff, das mit mehreren Bauteilen von Rikers früherem gleichnamigen Raumschiff den Namenszusatz A erhielt. Im Kampf gegen die Formwandler erhält die Titan Besuch von Ro Laren, die nach ihrem Verrat auf der Enterprise D als Commander wieder zur Föderation zurückgekehrt war und für ihren früheren Mentor Picard sowie die Titan-Crew ihr Leben opfert.
Über Ros Ohrring erhalten Picard und Riker eine Nachricht von Worf, der mit Ro gegen die „Wechselbälger“ ermittelt hatte. Daraufhin kommt es auch zur Wiedervereinigung mit dem ehemaligen Enterprise-Chefingenieur Geordi La Forge. Dieser stellt letztlich seine Loyalität gegenüber der früheren Enterprise-Crew über seine Pflichten als Sternenflotten-Commodore: für die Flucht vor der unterwanderten Föderation rüstet er die Titan mit einer klingonischen Tarnvorrichtung aus, die Geordis Töchter und Picards Sohn aus dem Flottenmuseum gestohlen haben. Auf der Suche nach geheimer Technologie im Zusammenhang mit der „Wechselbälger“-Verschwörung findet ein Außenteam mit Riker und Worf den Körper eines Androiden, der durch die Kombination des Bewusstseins von Data, seinen Brüdern Lore und B-4 sowie Lal und Dr. Altan Soong entstanden ist. Riker bleibt daraufhin zurück und ermöglicht seinen Freunden die Flucht vor den Wechselbälgern, die auch seine Ehefrau Deanna Troi entführt hatten.
Zwischen dem Bewusstsein von Data und dem von Lore kommt es im Körper des Androiden zu einem Kampf. Dieser Kampf löst auf der Titan ein Chaos aus; die „Wechselbälger“ übernehmen das Schiff. Indem Data Lore listig alle seine Erinnerungen schenkt, gelingt es ihm, den Bruderkonflikt aufzulösen. Der Android identifiziert sich daraufhin als „Data“ und gewinnt für seine ehemalige Crew das Schiff zurück. Als Worf nach einer erfolgreichen Rettungsmission mit Riker und Troi auf die Titan zurückkehrt, ist die gesamte ehemalige Kommando-Crew der Enterprise D und E wieder vereint. Nach dem Sieg gegen die „Wechselbälger“ spürt Deanna Troi in Jack Crusher eine dunkle Macht und stellt fest, dass der Sohn von Picard und Dr. Crusher mit den Borg verbunden ist. Die Crew deckt auf, dass Picard unfreiwillig Träger von Borg-DNA-Sequenzen wurde, und dass er diese an Jack weitervererbt hat. Durch eine geheime Zusammenarbeit zwischen den Wechselbälgern und den Borg wurde außerdem die DNA von jungen Sternenflotten-Offizieren über die Transporter der Schiffe verändert, wodurch Jack diese Offiziere kontrollieren kann.
Nachdem Jack unter die Kontrolle der ursprünglichen Borg-Königin geraten ist und mit den biologisch assimilierten Offizieren der Föderation alle Schiffe der Flotte übernimmt, muss Picard mit seiner Enterprise-Familie von der Titan flüchten. Geordi führt die Crew zum einzigen Schiff der Sternenflotte, das nicht über ein neues System fest mit der restlichen Flotte verbunden ist: die USS Enterprise D, die Geordi mit der Antriebssektion eines baugleichen Schiffs in den vergangenen beiden Jahrzehnten als Überraschung für Picard heimlich restauriert hatte. Mit ihrem alten Schiff gelingt es der Crew, Jack und die biologisch assimilierten Sternenflotten-Offiziere zu retten sowie die Borg-Invasion zu vereiteln.
Seven of Nine wird als Nachfolgerin des verstorbenen Liam Shaw durch Tuvok zum Captain befördert und übernimmt die frühere USS Titan, die zur USS Enterprise G umgetauft wurde. Unter Captain Seven dienen dort Geordis Tochter Sidney und Crushers und Picards Sohn Jack, zwischen denen sich eine Beziehung andeutet. Die Geschichte der wiedervereinigten Enterprise-D-Crew endet mit einem Pokerspiel in Guinans Bar. Ein Nachspann zeigt einen unerwarteten Besuch Qs bei Jack: auf der Enterprise G eröffnet Q diesem, er müsse sich wie zuvor sein Vater einem „Prozess“ stellen.
Produktion Dass Patrick Stewart seine Rolle des Picard in einer neuen Star-Trek-Fernsehserie wieder aufnimmt, gaben Stewart und der für das Star-Trek-Franchise hauptverantwortliche Alex Kurtzman am 4. August 2018 auf der Star-Trek-Convention in Las Vegas bekannt.Sir Patrick Stewart To Return As Jean-Luc Picard In A New Star Trek Series For CBS All Access, Webpräsenz von CBS, 4. August 2018, abgerufen am 11. Juli 2019 Kurtzman sagte später in einem Interview, dass sich Stewart zur Wiederaufnahme seiner Rolle durch den Entwurf für eine Geschichte habe überzeugen lassen, in der es um die Auswirkungen des Zerfalls des romulanischen Imperiums auf Picard gehe.How the ‘Star Trek’ Franchise Lured Patrick Stewart Back For Another Series, in: Variety vom 9. Januar 2019, abgerufen am 12. Juli 2019
Staffel 1