mini|Sibirische Herbstlandschaft mini|Wanderer in der Taiga mini|Taiga-Wald mini|Taiga im Winter Die Verdammten der Taiga ist ein Liebes- und Abenteuerroman, mit den typischen Stilelementen einer Robinsonade, von Heinz G. Konsalik aus dem Jahr 1974, als der bekannte Volksschriftsteller bereits eine Weltauflage von 41 Millionen ExemplarenAngabe gemäß Rückcover auf Heinz Konsalik: Die Verdammten der Taiga. (= Heyne Buch. Band 5304). Wilhelm Heyne Verlag, 1974, ISBN 3-453-04781-8. erreicht hatte. Die Geschichte spielt in Sibirien und behandelt das Schicksal mehrerer Personen, die fernab der menschlichen Zivilisation um das Überleben kämpfen müssen.
Inhalt Klappentext
Handlung Eine Antonow-Passagiermaschine stürzt auf dem Weg vom Versuchsbohrfeld Suchanain der Republik Sacha/Jakutien am Olenek-Fluss nach Irkutsk ab. Alle fünf Passagiere und der Pilot überleben das Unglück. Sie sind von der regulären Flugroute abgekommen und befinden sich mitten in der Wildnis, fernab der Zivilisation. Die nächste Zwischenlandung wäre Wiljuisk gewesen. Noch ist Herbst und spätsommerlich trocken. Doch der Winter naht und damit beginnt ein Wettlauf mit der Zeit. Die Überlebenden wissen, dass ihre Chancen mit dem Frosteinbruch stark absinken. Ein Gewässer ist nicht in Sicht, daher decken sie ihren Wasserbedarf zunächst aus Konserven, die sie im zerborstenen Flugzeug gefunden haben. Putkin, Herr, Morotzkij, Susskaja und Abramowa konzentrieren ihre Kräfte auf das elementare Überleben: Nahrung, Feuer und Schutz vor wilden Tieren. Die Personen bekommen Gelegenheit, sich und ihre Geschichte näher kennenzulernen. Der Pilot Benerian hat den Verstand verloren. Er fantasiert und muss gefesselt werden, da er in seinem Wahnsinn droht, sich und den anderen etwas anzutun. Der Verhaltensforscher Semjon Pawlowitsch Morotzkij hat einst seine Frau aus Eifersucht getötet. Daraufhin wurde ihr Liebhaber des Mordes verdächtigt und ins Arbeitslager Workuta strafversetzt, während Morotzkij seinem Schicksal in der Unendlichkeit Sibiriens zu entkommen sucht. Andreas Herr ist ein deutscher Bergbauingenieur, der auf Einladung des sowjetischen Bergbauzentralrats nach Sibirien kommt, um dort Methoden der Untertageabräumung zu erforschen. Der patriotische Fachmann für Ölbohrungen Igor Putkin hatte ihn auf Befehl des KGB ausspioniert, jedoch außer zahlreichen Sexbeziehungen, die der attraktive deutsche Womanizer mit russischen Frauen gehabt hatte, nichts Politischeser soll jedoch militärische Anlagen fotografiert haben über ihn herausfinden können. Die Ärztin Jekaterina A. Susskaja will nichts über sich preisgeben. Nadeshna Abramowa gibt an, dass sie in Sibirien auf Verwandtschaftsbesuch war und dabei im missionarischen Eifer Bibeln verteilt hatte. Ihre strenge Gottesfürchtigkeit zieht den Zorn des jähzornigen Putkin auf sich, der seine fromme Mutter einst auf eine ähnliche Weise verloren hatte. Putkin will sie seinerseits mit Sex bekehren, reagiert jedoch derart aggressiv auf ihre Gegenwart, dass es zu einer Reihe von Konflikten mit der Lehrerin kommt, die wegen ihrer zierlichen Figur von allen unterschätzt wird. Es kommt zu einer Prügelei zwischen Andreas und Igor, als Letzterer Nadeshna zu nahe kommt. Semjon kann einen blutigen Ausgang im letzten Moment noch verhindern, indem er Putkin vorübergehend außer Gefecht setzt.
Die Gruppe schafft alle nützlichen Gegenstände wie Decken, Konserven, Papyrossi-Zigaretten, Werkzeuge, Munition für das Gewehr, Zeltbahnen und formbares Flugzeugblech, die sie aus dem Flugzeugwrack bergen können, auf einen Haufen im Windbruch. Darunter auch ein Gewehr, welches ohne Kolbenstück jedoch nicht schießbereit ist. Katja, die sich selbst Fähigkeiten einer Scharfschützin zuschreibt, nimmt die Waffe an sich und Andreas schnitzt aus Holz einen behelfsmäßigen Kolben, so dass die Waffe endlich einsatzfähig ist. Auf dem Pilotensitz entdecken sie einen beträchtlichen Alkoholvorrat, den der wahnsinnig gewordene Benerian gehortet hatte. Die Hauptfiguren vermissen die Navigationsfähigkeiten des Piloten und ahnen nicht, dass sie sich lediglich 100 Werst (etwa vier Tagesmärsche) von der PelzjägerstationEntsprechung zum Waldläufer (Nordamerika) Faktorei Jakutarsska befinden. Die Gruppe beschließt, dem nahenden Winter durch einen Gewaltmarsch nach Süden zu entrinnen und hofft, auf Menschen und Zivilisation zu treffen, bevor sie eingeschneit werden. Um vor dem Temperatursturz geschützt zu sein, bauen sie drei Tage lang an einem Fahrzeug, welches ihre Ausrüstungsgegenstände transportieren soll. Die gemeinsame Arbeit eint die Verunglückten und schafft eine temporäre Harmonie. Benerian wird auf dem Karren angebunden und so mittransportiert. Er ist vollkommen dem Wahnsinn verfallen und faselt im Delirium ständig etwas von seinem Vater, dem Jagdflieger Wladen Kyrillowitsch Benerian, der während des Zweiten Weltkrieges über Berlin abgeschossen wurde. Die drei Männer ziehen den Wagen und die beiden Frauen schieben von hinten. Der Weg durch das wellige Gelände wird so zu einer fast unerträglichen körperlichen Strapaze, welche die letzten Kraftreserven abfordert. Der rohe Putkin feuert die Gruppe an (Blut und Schweiß … daraus ist Russland erbaut worden),Heinz Konsalik: Die Verdammten der Taiga. Wilhelm Heyne Verlag, 1974, ISBN 3-453-04781-8, S. 32. dass Sibirien damals im 16. Jahrhundert von Jermak Timofejewitsch auf eine sehr ähnliche Art erobert und erschlossen wurde.
Die Wanderung wird zunehmend gefährlicher. So haben sie die erste Begegnung mit einem Braunbären, der sie allerdings zunächst nur beobachtet. Außerdem kündigt Wolfsgeheul den nahenden Winter an. Vor allem Morotzkij, der die sibirischen Winter bereits aus leidvoller eigener Erfahrung kennt und am Verhalten der Tiere den bevorstehenden Kälteeinbruch erkennt, drängt zur höchsten Eile. Trotz der großen Anspannung und der gefährlichen Momente spüren Andreas und Katja eine starke erotische Anspannung, die sich darin entlädt, dass die beiden eines Nachts am Lagerfeuer ungeniert und hemmungslos Sex miteinander haben. Nadja, die selbst erst mit drei Männern Sex hatte, wird Augenzeugin des Geschlechtsverkehrs, verspürt eine starke Eifersucht und ist kurz davor, ihre Nebenbuhlerin, die eine unerklärliche Anziehung auf Männer ausstrahlt, mit einem Hammer zu erschlagen. Putkin erwacht durch die Szene und verspürt ebenfalls Eifersucht („Weiber höhlen nicht nur die Lenden aus, sondern den ganzen Körper.“Heinz Konsalik: Die Verdammten der Taiga. Wilhelm Heyne Verlag, 1974, ISBN 3-453-04781-8, S. 45.), weil sich eine Kommunistin mit einem Kapitalisten aus dem Westen einlässt. Außerdem beansprucht der überaus athletische und kräftige Mann aufgrund seiner maskulin-dominanten Virilität alle Frauen für sich. Er geht jedoch leer aus, da Nadeshna völlig unerwartet die körperliche Nähe zu Professor Morotzkij sucht, der sie beim gemeinsamen Nachtlager mit seinem schwächlichen Körper wärmt.
Die Wanderung wird fortgesetzt. Hoffnung entsteht, da Kraniche vorbeifliegen. Sie sind jedoch kein Indikator auf ein naheliegendes Gewässer, sondern befinden sich auf dem Vogelflug in den Süden, sind also somit weitere Vorboten des Winters. Plötzlich begegnen die Wanderer einem kapitalen Rentierhirsch, einem aggressiven Einzelgänger, der die Gruppe sofort attackiert. Das Gewehr, welches immer noch keinen Kolben besitzt, kann nicht eingesetzt werden und so versetzt sie das große Tier durch seine wiederholten Angriffe in eine lebensbedrohliche Situation. Katja tötet das Rentier im letzten Moment mit einer Axt, bevor dieses Putkin mit seinem Geweih aufspießen kann. Das Fell wird verarbeitet und das Fleisch wird mit einer Art „Festmahl“ zelebriert. Dann fällt der erste Schnee und die Temperaturen sinken kontinuierlich auf bis −35 °C ab. Putkin wirft angesichts der sich verschlechternden Umweltbedingungen Zweifel ein, dass Benerian weiter mittransportiert werden kann und schlägt vor, dass man ihn besser zum Sterben zurücklassen sollte. Die Gruppe lehnt dies aus Humanität jedoch entschieden ab. Menschliche Fußspuren zeigen, dass sie beobachtet werden.
Die Männer teilen sich eine ihrer letzten Papyrossi. Dabei eröffnet Putkin Andreas, dass auch er einmal geliebt hat. Seine erste Liebe war ein Mädchen namens Malika, die ihn jedoch fallen ließ und mit Putkins Vorgesetzten, einem Oberingenieur, ins Bett ging. Die Zweite hieß Pelageja (Sie hatte Brüste, auf denen ein Wodkaglas ohne zu wackeln, stehen konnteHeinz Konsalik: Die Verdammten der Taiga. Wilhelm Heyne Verlag, 1974, ISBN 3-453-04781-8, S. 61.), die aber an einer Sterlet-Gräte erstickte. Putkin brachte einen Kehlkopfschnitt an, der sie jedoch auch nicht retten konnte. In diesem Moment entreißt Putkin Andreas die Waffe und schießt einem Mann, der sie beobachtet hat, ins Bein. Es ist ein entflohener Sträfling, der auf der Flucht vor den Suchttrupps der Miliz ist. Katja operiert ihm mit primitiven Mitteln das Projektil heraus und verbindet ihn. Der Mann heißt Tichon Antonowitsch Priwalzew, kommt aus Schiganowa/Ukraine und lebte fünf Jahre im Lager V/1492, etwa 20 Werst südlich von Nischni Popowska. Dann konnte er fliehen. Seit drei Jahren lebt er wie ein wildes Tier im Wald, so seine eigenen Angaben. Putkin misstraut Priwalzew und argwöhnt, dass man so die harten Winter in Sibirien überstehen könnte. Der Geflohene müsste eine Waldhütte als festen Unterschlupf haben und diese wäre die Rettung für die Gruppe. Er plant ihn am nächsten Morgen zu foltern, damit dieser sein Geheimnis preisgibt.
Doch dazu kommt es nicht, denn am nächsten Morgen ist Priwalzew jedoch trotz seiner Beinverwundung verschwunden. Er hat diverse Ausrüstungsgegenstände gestohlen, darunter auch Morotzkijs Hose. Dieser ist jetzt gezwungen, Priwalzews durchschossene, blutverschmierte und festgefrorene Elchlederhose anzuziehen. Die Stimmung erreicht einen Tiefpunkt, denn sie haben keine schützende Hütte, keine Orientierung und auch nur noch wenig Hoffnung. Der Karren ist durch Frost und Schneefall zu einem unbeweglichen Gegenstand geworden. Jeder nimmt daher 15 Kilogramm Rucksack-Gepäck auf und aus dem Karren wird ein wesentlich kleinerer und beweglicher Schlitten gebaut.
In der Zwischenzeit hat das Militär in Irkutsk die Suche nach der abgestützten Maschine Nr. 14 aufgegeben. Die Absturzstelle ist nicht auffindbar. Da der Baikalsee schon beginnt, zuzufrieren, sind jegliche weitere Bemühungen sinnlos. General Waska Janisowitsch Serikow weist seinen Adjutanten Oberst Krendelew an, die Namen der Vermissten als „Helden der Eroberung Sibiriens“ bekannt zu geben. Der General verspürt Schmerz, denn Katja war einst seine Geliebte gewesen.
Neun Tage zieht die Gruppe mit ihrem neuen Gefährt durch die Taiga. Benerian bekommt von Katja Penicillin verabreicht, da er bereits Symptome einer Lungenentzündung zeigt. Dann hören sie Glockenklänge und Schneegänse, die führen sie zu einem Fluss. Rodungen und zum Trocknen aufgehängte Rentierfelle weisen auf die Anwesenheit von Menschen hin. Sie vermuten Jakuten oder Tungusen. Sie entdecken eine Holzhütte mit einem heißen Ofen,Bilder eines typisch russisch-sibirischen Bauernofen einer Isba-Holzhütte, der als Schlafstätte der Familie dient Wer schläft da auf dem Ofen? Warum steckt ein Messer im Türpfosten? Die russische Isba, ein Holzhaus, war einmal die am weitesten verbreitete Wohnform in Russland – und eine Welt für sich, mit ihren eigenen Gesetzen und Rätseln. Opfer, Pferdekopf und Tierfelle. Heilige und Geister unter einem Dach. Isba: Heimat der russischen Seele auf Russia Beyond auf dem sie sich aufwärmen können. Da begegnen sie dem Taiga-Popen Kyrill Jegorowitsch Kirsta, der hier als Einsiedler lebt.