Kurt Haars (* 1907; † 31. März 1973 in StuttgartPiet Hein Honig, Hanns-Georg Rodek: 100.001 Die Showbusiness-Enzyklopädie des 20. Jahrhunderts. 1992, , S. 398.) war ein deutscher Film- und Theaterschauspieler, der in sehr großem Umfang als Hörspielsprecher tätig war.
Wirken Kurt Haars begann seine Bühnenlaufbahn 1930 am Bonner Stadttheater, dem er bis 1938 angehörte. Es folgten Verpflichtungen an Bühnen in Gießen, Aachen und schließlich 1943 ans Stuttgarter Schauspielhaus (bis zur Schließung aller reichsdeutschen Bühnen 1944). 1946 gehörte Haars unter der Intendanz von Gerhard F. HeringVita Huber (Hrsg.): Gerhard F. Hering, Schriftsteller, Regisseur, Intendant: ausgewählte Schriften. Justus von Liebig Verlag, 1998, ISBN 3-87390-124-2. dem Ensemble des Staatstheater Stuttgart an.Hermann Vietzen: Chronik der Stadt Stuttgart, 1945–1948. Klett, 1972, . zu sehen etwa 1947 in einer Inszenierung der Dreigroschenoper von Bertolt Brecht (mit Lina Carstens, Anneliese Römer und Willy Leyrer)Peter Schaeffers: Eine Theaterlandschaft: Theater in Baden-Württemberg. Texte, Informationen, Fotos. Rombach, 1968, . oder in Richard Heys Thymian und Drachentod (mit Max Mairich, Heinz Reincke und Hans Mahnke).
Zu seinen wichtigsten Bühnenrollen zählen der Chalice in dem Kriegsgerichtsdrama "Meuterei auf der Caine", der Peppone in dem Lustspiel "Don Camillo und Peppone", der Premier in "Thymian und Drachentod", der Janik in Frys "Das Dunkel ist licht genug" sowie der Burleigh in Schillers "Maria Stuart". Diese Rollen erhielt er Mitte der 1950er Jahre während seiner Verpflichtung ans Württembergische Staatstheater Stuttgart.
Haars wirkte in den 1940er- und 1950er-Jahren in Filmen mit wie Schuld allein ist der Wein (1948, Regie Fritz Kirchhoff) und in dem Kriminalfilm Der Geisterzug (1957, Regie Rainer Wolffhardt). In Ottomar Domnicks Experimentalfilm Gino (1960) spielte er an der Seite von Jörg Pleva einen alternden Steinbruchbesitzer und trat 1963 in der Fernsehserie Fernfahrer von Theo Mezger in einer Folge auf. Bis in seine letzten Lebensjahre war Haars in Fernsehfilmen zu sehen.
Kurt Haars war ab 1946 als Sprecher bei zahlreichen Hörfunk-Produktionen (Südwestfunk, Süddeutscher Rundfunk) beteiligt,Nicole Metzger: "Alles in Szene setzen, nur sich selber nicht": der Regisseur Leopold Lindtberg. Braumüller, 2002, ISBN 3-7003-1409-4.Susanne Höschel: Hörspiel 1945–1949: eine Dokumentation. Band 1, Verlag für Berlin-Brandenburg, 1997, ISBN 3-930850-66-4. u. a. nach Textvorlagen von Günter Eich (Fis mit Obertönen und Verweile, Wanderer), Francis Durbridge, Ernest Hemingway, Hans Fallada (Wer einmal aus dem Blechnapf frißt)Gustav Frank, Stefan Scherer (Hrsg.): Hans-Fallada-Handbuch. 2018, ISBN 978-3-11-028187-3, S. 534. und Heinrich von Kleist.
Filmografie (Auswahl) 1949: Schuld allein ist der Wein 1957: Der Geisterzug 1960: Der Hauptmann von Köpenick 1960: Gino 1963: Dantons Tod 1963: Fernfahrer (Fernsehserie, 1 Folge) 1965: Fluchtversuch 1965: Ankunft bei Nacht 1971: Chopin-Express
Hörspiele (Auswahl) Bei der ARD-Hörspieldatenbank sind über 450 Datensätze gelistet, in denen Haars als Sprecher aufgeführt ist. 1946: Maurice Rostand: Der Mann, den sein Gewissen trieb – Regie: Alfred Vohrer 1946: Curt Goetz: Hokuspokus – Regie: Cläre Schimmel 1947: Hans Sattler: Heinrich Heine hat das Wort. Ein literarisches Spiel aus dem Jenseits – Regie: Oskar Nitschke 1948: Theodor Fontane: Unterm Birnbaum. Nicht alle warten bis zum jüngsten Tag – Regie: Oskar Nitschke 1949: Nikolaj Gogol: Der Revisor – Regie: Oskar Nitschke 1950: Otto Heinrich Kühner: Die Übungspatrone – Regie: Helmut Jedele 1951: Günter Eich: Fis mit Obertönen – Regie: Cläre Schimmel 1951: Günter Eich: Verweile, Wanderer – Regie: Paul Land 1952: Orson Welles: Die phantastischen Abenteuer Harry Limes (10 Folgen) (Rolle: Harry Lime) – Regie: Paul Land 1952: Gerhart Herrmann Mostar: Das Gericht zieht sich zur Beratung zurück (Folge: Vater und Sohn) – Regie: Gerd Fricke 1952: Edward J. Mason: Schule der Aufregung (6 Episoden) – Regie: Paul Land 1953: Ernest Hemingway: Der Unbesiegte – Regie: Karl Ebert (CD-Edition: Der Audio Verlag, 2011) 1955: Claus Hubalek: Der öst-westliche Diwan. Ein tragikomisches Hörspiel in vier Kapiteln, in dem eine Doppelbettcouch ihr entsetzliches Schicksal teilweise selbst erzählt – Regie: Otto Kurth 1955: Friedrich Schiller: Wallenstein und Wallensteins Tod – Regie: Leopold Lindtberg 1956: Gerhart Hauptmann: Der Biberpelz – Bearbeitung und Regie: Cläre Schimmel 1957: Hans Daiber: Lasst das Werk den Meister loben. Eine heitere Hörfolge über Wilhelm Busch – Regie: Robert Vogel 1958: Ernest Dudley: Aus Studio 13: Ein Fall für Dr. Morelle (3 Teile) – Regie: Oskar Nitschke 1958: Dieter Fuss: Das Lied der Drehorgel – Regie: Paul Land 1958: Ludvig Holberg: Dramen der Weltliteratur: Viel Geschrei um wenig Wolle – Regie: Paul Land 1959: John Dickson Carr: Aus Studio 13: Tod auf Jamaica – Regie: Oskar Nitschke 1959: Albert Camus: Belagerungszustand – Regie: Günther Rennert 1960: Norman Edwards: Herrenbesuch – Regie: Oskar Nitschke 1960: Der Hauptmann von Köpenick 1964: Henry Cecil: Schwarze Memoiren (7 Teile) – Regie: Paul Land
Literatur Kürschners Biographisches Theater-Handbuch. Walter de Gruyter Co., Berlin 1956, S. 240. Glenzdorfs Internationales Film-Lexikon. Erster Band, Bad Münder 1960, S. 570.
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