Karl Peter Biltz (* 14. Januar 1908 in Wiesbaden, Deutsches Reich; † nach 1973) war ein deutscher Theaterschauspieler, Fernsehfilm- und Hörspielregisseur, der sich auch als Drehbuchautor und Produzent betätigte.

Wirken Biltz hat an den Universitäten von Wien und Frankfurt am Main studiert und nebenbei Schauspielunterricht in seiner Heimatstadt Wiesbaden erhalten.Am 7. Februar 1933 wurde er in Frankfurt mit einer Arbeit über Thomas Mann promoviert. (Retrokatalog der StUB) Seinen Einstand auf der Bühne gab Biltz 1931 in Heinrich von Kleists Der zerbrochne Krug am Staatstheater Wiesbaden. Biltz blieb bis 1934 Wiesbaden verbunden, es folgten Verpflichtungen ans Nationaltheater Osnabrück (1935/36), ans Stadttheater Plauen (1936/37), an die Städtischen Bühnen in Freiburg im Breisgau (1937–1942) sowie an das Deutsche Theater in den besetzten Niederlanden (1942–1944).

Biltz arbeitete ab 1946 in Baden-Baden als Hörspielregisseur für die Rundfunksender Südwestfunk und war auch künstlerischer Leiter der SWF-Abteilung Fernsehen; u. a. inszenierte er für den Hörfunk das Hörspiel André Gides Theseus (1951) und später Günter Eichs Die Mädchen aus Viterbo (1953) und Das Jahr Lazertis (1954). Anschließend arbeitete er für das Fernsehen; so verfilmte er eine Vorlage von William Saroyan, Ein Bild fürs Leben (1954), mit Kurt Haars, Kurt Ebbinghaus und Herbert Mensching in den Hauptrollen. 1968 realisierte er die Anouilh-Verfilmung Romeo und Jeanette, mit Isolde Miler, Knut Hinz und Gefion Helmke.

Mit Stars wie Hellmut Lange, Hannelore Elsner und Wolfgang Büttner drehte er anschließend die Satire Das Rätsel von Piskov; in dem Fernsehspiel verarbeitete er mit den Stilmitteln einer fingierten Reportage Motive aus der Zeitmaschine von H. G. Wells. Es folgte die Verfilmung der Kurzgeschichte Vrazedný útok von Karel Čapek (Ein Mordanschlag). Seine letzte Fernseharbeit war die Verfilmung von Pavel Kohouts Satire gegen den Kalten Krieg, Krieg im dritten Stock, mit Paul Edwin Roth, Gefion Helmke und Horst-Werner Loos. Als Produzent war er für die TV-Filme Die Chinesische Mauer (1965, Regie Hans Lietzau), und Die Verspätung (1969, Regie Erich Neureuther) verantwortlich.

Hörspiele 1946: William Shakespeare: Der Widerspenstigen Zähmung (Bearbeitung und Regie) 1946: Molière: Tartuffe; Produktion: Südwestfunk 1946: Gerhart Hauptmann: Der Biberpelz 1946: Johann Wolfgang von Goethe: Stella (Bearbeitung und Regie) 1946: Heinrich von Kleist: Der zerbrochene Krug 1947: Das Totenschiff (nach B. Traven) 1947: Jean Anouilh: Antigone (Bearbeitung und Regie) 1947: Georg Büchner: Woyzeck (Bearbeitung und Regie) 1949: Oscar Wilde: Bunbury 1949: Schmutzige Hände (nach Jean-Paul Sartre) 1948: Carl Zuckmayer: Des Teufels General 1949: Carl Zuckmayer: Barbara Blomberg (Bearbeitung und Regie) 1950: Axel Eggebrecht: Der halbe Weg. Spiegel und Chronik des Jahrhunderts 1949: Ladislaus Fodor: Gericht bei Nacht (Bearbeitung und Regie) 1949: Carl Zuckmayer: Barbara Blomberg (Bearbeitung und Regie) 1950: Axel Eggebrecht: Der halbe Weg. Spiegel und Chronik des Jahrhunderts 1950: Hans Rothe: Verwehte Spuren (Ankunft bei Nacht) 1950: Ernst von Khuon: Stellwerk K 1950: Egon Jameson: Hero und Leander 1950. Eine Geschichte aus unseren Tagen 1951: Axel Eggebrecht: Einer zahlt seine Schuld 1951: Was kostet eine Frau? 1951: Josef Martin Bauer: Glanz und Ende der Republik Asumara 1951: Ernst von Khuon: Der Schnitt durch das Labyrinth – Regie: Karl Peter Biltz (Original-Hörspiel, Dokumentarhörspiel) 1951: Robert Adolf Stemmle: Gerechtigkeit für Seznec. Nach den Dokumenten der Affäre Seznec (Bienvenu) – Regie: Karl Peter Biltz 1951: Graham Greene: Die Kraft und die Herrlichkeit (Bearbeitung und Regie) 1951: Carl Zuckmayer: Der Hauptmann von Köpenick (Bearbeitung und Regie) 1951: Robert Neumann: Treibgut dieser Jahre 1951: André Gide: Theseus 1952: Friedrich Dürrenmatt: Der Prozeß um des Esels Schatten 1952: Paul Hühnerfeld: Sieben Tage. Hörspiel nach dem Film Reporter des Satans 1952: Emery Bonett, Erwin Wickert: Unkraut unter dem Weizen 1952: Robert Neumann: Die Puppen von Poshansk (Bearbeitung und Regie) 1952: Daphne du Maurier: Die Vögel 1953: Finden Sie Livingston 1953: Georg Kaiser: Von morgens bis mitternachts (Regie) 1953: Josef Martin Bauer: Der größte Abenteurer des Jahrhunderts 1954: Günter Eich: Geh nicht nach El Kuwehd 1954: Georges Simenon: Der Passagier vom 1. November

Filmografie 1954: Ein Bild fürs Leben 1955: Überfahrt 1955: Der Spazierstock 1955: Die Puppen von Poshansk 1956: Das salomonische Frühstück (auch Drehbuch) 1965: Ankunft bei Nacht (Verwehte Spuren) (auch Drehbuch) 1967: Das Pendel 1968: Romeo und Jeanette 1969: Das Rätsel von Piskov 1970: Emilia Galotti (nur Produzent) 1970: Die lieben Freunde 1971: Ein Mordanschlag 1972: Szenen aus dem Eheleben 1973: Krieg im dritten Stock

Theater (Regie) 1943: Gotthold Ephraim Lessing: Minna von Barnhelm (Deutsches Theater in den Niederlanden Den Haag) 1943: Fritz Peter Buch: Die Mainacht (Deutsches Theater in den Niederlanden Den Haag) 1944: Jochen Huth: Die vier Gesellen (Deutsches Theater in den Niederlanden Den Haag)

Literatur Kürschners Biographisches Theater-Handbuch, Walter de Gruyter Co., Berlin 1956, S. 54.

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Einzelnachweise

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