Pantheist (Eigenschreibweise Pantheïst) ist eine im Jahr 2000 gegründete Doom-Metal-Band. Die in Antwerpen von Kostas Panagiotou gegründete Musikgruppe zählt zu den bekannten europäischen Vertretern des Funeral Doom der frühen 2000er Jahre und entwickelte sich zu einer multinational besetzten Instanz im Doom-Metal-Spektrum. Der Sänger und Keyboarder Panagiotou blieb dabei unter vielen personellen Veränderungen und Standortwechseln das konstante Mitglied der Gruppe.

Trotz der Wahrnehmung als Funeral-Doom-Band lässt sich das Werk der Gruppe nicht auf dieses Genre reduzieren. Als Dark-Wave-Projekt begonnen, wurden die ersten beiden Studioalben zu richtungsweisenden Werken des Funeral- und Atmospheric-Doom. Bei den beiden Folgealben erweiterte die Band ihr Repertoire mit Ideen aus Art-, Progressive-, Alternative- und Hard-Rock bis hin zur Popmusik. Erst spätere, nach einer längeren Veröffentlichungspause erschienene Alben griffen wieder verstärkt Elemente des Funeral Doom auf.

Markant blieb in allen Phasen der Einsatz eines gregorianisch wirkenden Gesangs, eine als episch und erhaben wahrgenommene Atmosphäre und eine dominante Rolle des von Panagiotou gespielten Keyboards, das oft den Klang einer Kirchenorgel adaptierte. Eine weitere Konstante im Werk der Band ist das lyrische Oberthema der Einsamkeit und Abgeschiedenheit.

Geschichte Stetige Wechsel der Mitglieder um Kostas Panagiotou kennzeichneten die Geschichte der Band. Diesen anhaltenden Wandel beschrieb Panagiotou als frustrierend, nahm ihn jedoch als gegeben an. Als eine mögliche Ursache der Umbesetzungen führte er seine eigene Rast- und Wurzellosigkeit an. Ähnlich verhielten sich viele der Bandmitglieder und verzogen wie Panagiotou in andere Länder. Die zahlreichen personellen Veränderungen führten gelegentlich zu Verzögerungen im Schreib- und Produktionsprozess der Band.

Jahre der Band- und Stilfindung Gründung und Dying Millennium Pantheist entstand aus einem Dark-Ambient- und Neoklassik-Soloprojekt des in Antwerpen lebenden Kostas Panagiotou. Im Zuge seines Studiums lernte Panagiotou den in Mechelen lebenden Gitarristen Nicolas Tambuyser kennen und kam über einen Kommilitonen in Kontakt mit den ersten Veröffentlichungen des Death Doom und Gothic Metal. Nach der Beschäftigung mit der Musik von My Dying Bride, Moonspell und Anathema interessierte er sich vermehrt für das musikalische Spektrum des Doom Metals. Während Panagiotou und Tambuyser als Duo unter dem Einfluss von Skepticism die stilistische Ausrichtung der Anfangs Pantheïst genannten Band schrittweise zu einem sakral anmutenden Funeral Doom änderten, brachte sich Panagiotou mit Interviews und Rezensionen in der Redaktion, sowie aktiv im Austausch im Forum, des Webzines Doom-Metal.com ein.

Panagiotou und Tambuyser experimentierten ab dem Jahr 1999 als Duo und nahmen das unveröffentlichte Demo Dying Millennium unter dem Bandnamen Pantheïst auf. Panagiotou transkribierte dazu die von Tambuyser auf der Gitarre geschriebene Musik für das Keyboard. Dabei verwies Panagiotou bereits auf den Einfluss von Skepticism, der sich in dem Stück Praeludium und dessen düsteren Grundstimmung verdeutlichte. Ein weiterer Einfluss auf die Atmosphäre lag in der damals gegebenen kollektiven Furcht vor dem Jahrtausendwechsel. Drei der sieben Titel des Demos veröffentlichte Panagiotou im Jahr 2020 als Teil der retrospektiven Kompilation Alternative Pantheïsm. Von Dying Millennium produzierten Tambuyser und Panagiotou sieben CDs. Das Demo wurde im Jahr 2000 zur Grundlage und zum Ausgangspunkt der Band.

Mit der Intention, sich dem Funeral Doom zu widmen, kaufte sich Panagiotou im März 2001 einen 8-Spur-Rekorder, wodurch Pantheist als Metal-Band Form annahm. Das Duo begann Stücke aufzunehmen, die Teil des offiziellen Demos 1000 Years, der ersten beiden Alben und der EP The Pains of Sleep werden sollten. Teile dieser frühen und rohen Aufnahmen verteilten die Musiker als CD-R im Freundeskreis. Der Zuspruch aus dem sozialen Umfeld bestärkte die Musiker darin die Idee von Pantheist weiter auszugestalten. Der später als programmatisch für die Band geltende dominante Einsatz eines Keyboards mit Orgelklang, geht auf einen solchen Austausch zurück. Zur gleichen Zeit entstand der als typischen geltende gregorianisch wirkende Gesangsstil Panagiotous aus dem Einfluss des Albums As the Shadows Fall von Godsend.

Rehearsal Tracks und 1000 Years Konzerte 2002 rahmenlos|alt=Das mit Graffiti versehene Gebäude Baroeg von außen.|Im Baroeg in Rotterdam trat Pantheist am 14. Oktober 2002, beim Festival Dutch Doom Day, das erste Mal auf. 14. 10. 2002: Baroeg(Rotterdam, Niederlande (Dutch Doom Day)) 14. 12. 2002: Frontline(Gent, Belgien) Gemeinsam verfasste das Duo weitere Stücke, die ihre Idee von Pantheist erforschten. Einige ansonsten unveröffentlichte Aufnahmen, die zwischen Juni und September 2001 in dem temporär zum Proberaum umfunktionierten Wohnraum des Sängers entstanden, gab Panagiotou dem Doom-Metal.com-Redaktionskollegen Aldo Quispel. Dieser rezensierte die Aufnahmen als Demo unter dem Titel Rehearsal Tracks.

Rehearsal Tracks wurde als Überblick über das Schaffen der Band konzeptionell dreigeteilt in Present (), Future () und Past (). Der ans Ende gestellte Teil der Vergangenheit umfasste die Aufnahmen des Demos Dying Millennium sowie zwei Coverversionen, die als weitere Wegmarken der Entwicklung zum eigenen Stil der Band gelten. Auf dem Katatonia-Cover For Funeral to Come singt Panagiotou erstmals und auf dem Anathema-Cover Destiny kommt erstmals das Gitarrenspiel hinzu. Beide Stücke zeugten so von der Entwicklung der Band hin zum Funeral Doom. Die Gegenwart entsprach dem später hochwertiger produzierten Demo 1000 Years und die Zukunft mit Apologeia, Envy und Pride, enthielt erste Skizzen der Arbeit an dem als zweites Studioalbum veröffentlichten Konzeptalbum Amartia.

Über die Netzwerktätigkeit im Forum des Webzines baute Panagiotou Kontakt zu vielen späteren Wegbegleitern auf, darunter Stijn van Cauter von Nulll Records und Until Death Overtakes Me, in dem er jemanden fand, der über Aufnahmeequipment und -erfahrungen verfügte. Vereinbarte Aufnahmen in van Cauters Heimstudio Templa Libitina in Erembodegem fanden von November bis Dezember 2001 statt. Dort agierte das Duo mit dem in Gent lebenden und ebenfalls im Doom-Metal.com-Forum aktiven Lawrence van Haecke von Solicide. Van Haecke nahm ebenfalls in Kooperation mit van Cauter sein Debüt in dessen Heimstudio auf und brachte sich Ersatzweise als Bassist auf den Demoaufnahmen ein. Teil von Pantheist wurden weder van Cauter noch van Haecke, doch gründeten van Cauter, Panagiotou, van Haecke und der in Lendelede lebende Schlagzeuger Kris Villez von In Somnis 2002 die Band Wijlen Wij.

Die Aufnahmen in Erembodegem wurde im Dezember 2001 mit der Veröffentlichung des Demos 1000 Years abgeschlossen. Das Demo erlangte Erfolg im Doom-Metal-Underground und verhalf Pantheist zu einem Vertrag mit dem finnischen Label Firebox Records. Im Jahr 2002 absolvierte die Band beim ersten Dutch Doom Day ihren ersten Auftritt neben Antimatter, Thee Plague of Gentlemen, Jack Frost, Whispering Forest und Officium Triste. Auch Pim Blankenstein, den Mitorganisator des Festivals und Sänger von Officium Triste, lernte Panagiotou über Doom-Metal.com kennen. Ein weiterer Auftritt in Belgien mit Geasa folgte, bevor die Band ihr Debüt aufnahm.

Die frühe Funeral-Doom-Phase O Solitude Konzerte 2003/2004 rahmenlos|alt=Der leere Innenraum des Club 2 mit Tanzfläche und Neonlichtern.|Im Club 2 der Rockfabrik Ludwigsburg trat Pantheist am 4. April 2004 mit Mourning Beloveth, Thee Plague of Gentlemen und Mirror of Deception auf.(Auftritte der Funeral Procession Tour kursiv) 20. 02. 2003: Baroeg(Rotterdam, Niederlande) 21. 02. 2003: Frontline(Gent, Belgien) 22. 03. 2003: Some Squat House(Gent, Belgien) 11. 04. 2003: Knaack(Berlin, Deutschland) 12. 04. 2003: Alte Brauerei(Mühlhausen, Deutschland) 13. 04. 2003: Black Pes(Prag, Tschechien) 15. 04. 2003: Nu Beatz(Dresden, Deutschland) 04. 10. 2003: Frontline(Gent, Belgien) 19. 04. 2003: Mundo(Zottegem, Belgien (Belgian Doom Night)) 20. 04. 2003: Goudvishal(Arnhem, Niederlande) 27. 03. 2004: Panique d’Or(Mechelen, Belgien) 02. 04. 2004: Chapel(Göppingen, Deutschland (Doom Shall Rise)) 04. 04. 2004: Club 2, Rockfabrik(Ludwigsburg, Deutschland) 06. 04. 2004: Scheld’apen(Antwerpen, Belgien) 10. 04. 2004: Vera(Groningen, Niederlande) Zwei der sechs Titel des Demos 1000 Years bildeten die Basis für das in Zusammenarbeit mit Firebox Records entstandene Debüt. Aus dem Umfeld des Webzines Doom-Metal.com zog das Duo den Bassisten Frédéric Caure von Rhymes of Destruction und die Schlagzeugerin Odile Aurora Strik, damals als Oscar Strik aktiv, hinzu. Als damit vollständig besetzte Band spielte Pantheist das Debüt O Solitude vom 17. bis zum 26. Januar in den CCR Studios im belgischen Zulte unter der technischen Hilfe von Kris Belaen ein. Belaen mischte das Album auch ab. Vom Demo blieben die Stücke Envy Us, das populäre Werke von Chopin (24 Préludes op. 28, #4) und Beethoven (7. Sinfonie) adaptierte, und Time erhalten. Stijn van Cauter trat als Gastsänger in diesem Stück in Erscheinung. Nach den Aufnahmen trat Pantheist mit Morgion und Mourning Beloveth in den Niederlanden und in Belgien auf. Das Album wurde am 10. April 2003 veröffentlicht. Der Kooperationspartner Firebox Records half mit Werbung und dem eigenen Ruf als aufstrebendes Extreme-Doom-Label dabei, den Namen der Band als Instanz des Genres zu etablieren.

Firebox Records unterstützte auch die Organisation der ersten Funeral-Doom-Tour The Funeral Procession Tour 2003, die Pantheist mit Skepticism und Until Death Overtakes Me absolvierte. Während der Tour unterstützten die Interpreten dabei einander als Live-Musiker. Es war das erste Mal, dass Skepticism, die zu dieser Zeit die bekannteste Gruppe des Genres darstellte, außerhalb Finnlands auftrat. In der jungen, aufstrebenden Szene fühlte es sich für Panagiotou an, „als wären [Pantheist] mit an der Spitze einer Bewegung.“ Es folgte im Jahr 2004 eine Tournee mit While Heaven Wept und Mourning Beloveth sowie ein Auftritt beim deutschen Festival Doom Shall Rise als erster Interpret des Funeral Dooms. Der Auftritt auf dem Festival, dass verstärkt den Traditional Doom bediente, zählt zu den Höhepunkten der zweiten Ausgabe des Festivals.

Amartia und The Pains of Sleep Konzerte 2006 rahmenlos|alt=Die Frontseite der Gebäude mit dem Moulin Rouge, mit markanter Windmühle und Neonbeleuchtung, sowie das Schild La Loca für den Club La Locomotive.|Im Club La Locomotive, neben dem Moulin Rouge, trat Pantheist am 9. Juni 2007 beim Doom Over the World mit Bands wie Esoteric, Ataraxie, Imindain und Inborn Suffering auf.(Auftritte der Dutch Mini Tour kursiv) 14. 05. 2006: The Cartoon(London, Vereinigtes Königreich) 28. 10. 2006: The Frontlinie(Gent, Belgien) 15. 12. 2006: Little Devil(Tilburg, Niederlande) 16. 12. 2006: Latenstaan(Zoetermeer, Niederlande) 17. 12. 2006: Brogum(Zierikzee, Niederlande)