alternativtext=|mini|Hermann August Weizenegger (2014)

Hermann August Weizenegger (* 11. September 1963Mateo Kries / Jochen Eisenbrand (Hrsg.): Atlas des Möbeldesigns, 2. Aufl. Vitra Design Museum, Weil am Rhein 2021, ISBN 978-3-931936-98-3, S. 931. in Kempten (Allgäu)) ist ein deutscher Industriedesigner und seit 2005 Professor für Industriedesign an der Fachhochschule Potsdam.

Werdegang Weizenegger studierte von 1987 bis 1992 Industriedesign an der Hochschule der Künste Berlin, unter anderem bei Hans Roericht. Anschließend war er ein Jahr als freier Mitarbeiter bei der Produktentwicklung Roericht in Ulm tätig. 1993 gründete er mit Oliver Vogt das Büro Vogt und Weizenegger in Berlin, das bis 2008 bestand.

Seit 2009 betreibt Weizenegger sein eigenes Atelier HAW. Er arbeitet unter anderem für Marken, wie pulpo, mawa Design, Porcelaingres, Theresienthal, ComTür, OUT (Objekte unserer Tage) und der Porzellanmanufaktur KPM Berlin.

Seit 2003 lehrt er an der Fachhochschule Potsdam, zunächst als Gastprofessor und seit 2005 als Professur für Industriedesign.

Weizenegger war Jurymitglied beim Design Recycling Preis und als Kurator u. a. beim Smart Future Mind Award, der Stadtarbeit der Vienna Designweek, beim DMY-Award 2014 oder dem I-love-Design-Award 2016. 2018 war er Jurymitglied bei der Handwerk + Form im Werkraum Bregenzerwald, Österreich.

Weizenegger ist eines der Gründungsmitglieder des Designmai (2003–2007), der Plattform für Berliner Design, an dessen inhaltlicher Ausrichtung und Organisation er fünf Jahre maßgeblich beteiligt war.Design(mai): Vogt und Weizenegger, auf de-bug.de 2019 war er gemeinsam mit den Professoren Ineke Hans (UdK Berlin) und Mark Braun (HBKsaar) sowie Katrin Krupka Mitbegründer der German Design Graduates Initiative.germandesigngraduates.com, auf germandesigngraduates.com, abgerufen am 30. Januar 2020

Werk In der Bürogemeinschaft Vogt und Weizenegger entstand unter anderem das do-it-yourself-Möbelprojekt Blaupause oder der Sinterchair, der in mehreren Sammlungen vertreten ist, wie dem Vitra Design Museum, der Neuen Sammlung in München, dem Museum Marta Herford und dem Palais Schönborn in Wien. 2018 wurde der Stuhl auch als Miniatur in die Sammlung des Vitra Design Museums aufgenommen.Ein Stuhl in 20 Stunden, auf tagesspiegel.de, abgerufen am 14. Mai 2019 Ein bekanntes Projekt ist das von ihnen kuratierte DIM–Die imaginäre Manufaktur in Zusammenarbeit mit der Blindenanstalt Berlin. Hier entstanden neue Produkte mit zahlreichen Designern wie u. a. Konstantin Grcic, Matali Crasset, Marti Guixé und Stephen Burks.Chronologie Die Geschichte der ehemaligen „Städtischen Blindenanstalt“, auf dim-berlin.de Das Designerduo arbeitete für Marken, wie Möve, Authentics, Rosenthal, Häberlein & Mauerer, Intel, WMF/Auerhahn, Sony Music, Viag Interkom, Mandarina Duck, Sigg und der Blindenanstalt von Berlin. Die Hotellobby und Bar vom Ku´Damm 101 aus dem Jahr 2001 gilt als eine der Gestaltungsikonen der 2000er Jahre.

Weizeggers 2009 gegründetes Atelier HAW ist thematisch mit künstlerischen Projekten in Ausstellungen vertreten, mit Digital Couture (2009) in der Appel Design Gallery sowie in Gruppenausstellungen wie Vase vers Vases (2009) in der Designgalerie Helmrinderknecht in Berlin, Nullpunkt (2009) im Marta Herford,, auf marta-herford.de im Museum für Angewandte Kunst Köln in Köln mit Isn’t it romantic? (2012).Zwischen Poesie und Provokation, auf deutschlandfunkkultur.de, abgerufen am 14. Mai 2019 Neben der Produktgestaltung arbeitete Weizenegger auch an interdisziplinären Projekten, wie der Roboterperformance Valse Automatique, die im Kunstraum MADE (2010) aufgeführt wurde.

Eine von Weizeneggers ersten öffentlichen Installationen war 2010 das Projekt Felsenland für den Berliner Technoclub Berghain.DER STORY-TELLER, in VUE Berlin, S. 30–32, auf vue-berlin.de, abgerufen am 14. Mai 2019 Aufsehen und Irritation erregte er mit dem Projekt Hotel Dresden, bei dem er ebenfalls 2010 zusammen mit Manufakturen an der Rekonstruktion eines Jugendstilinventars arbeitete, das in den Räumen der Berliner Kunstgalerie Haubrokshows gezeigt wurde. Neben dem Thema der Narration beschäftigten sich seine Atelierarbeiten mit der Frage der nachhaltigen und subversiven Serienproduktion, wie beim Projekt Merkwürdigkeiten des Sehens, einer umfangreichen Modekollektion für Damen und Herren. 2013 entstand in der Folge die zweite narrative Kollektion Der Prinz von Amundo, die unter anderem geschliffene Kristallglasobjekte der Glasmanufaktur TheresienthalDIE PAGODEN VON AMUNDO, auf theresienthal.de und Seidenteppiche von Rug StarDomotex 2017 Vom Almheu bis zur Zukunftsstudie, auf stylepark.com beinhaltet.

2011 kuratierte Weizenegger die Prototypenschau Black Box auf der Messe Qubique in Berlin. 2015 inszenierte er die Ausstellung Die falsche Blume für das Dresdner Kunstgewerbemuseum im Schloss Pillnitz., auf kunstgewerbemuseum.skd.museum Im Jahr 2017 veröffentlichte er in Zusammenarbeit mit Sandra Pravica das Buch Design Kosmos, eine Sammlung seiner ersten zehn Projekte., auf designreport.de

Das Kunstgewerbemuseum Berlin widmete Weizenegger 2020 eine von Claudia Banz kuratierte Einzelausstellung. Hierfür entwickelte Weizenegger 24 bühnenbildartige Interventionen, die sich als Skulpturen, Materialkompositionen und Objektinszenierungen wie ein Netz in der Dauerausstellung des Museums entfalteten.

Ausstellungen (Auswahl) Einzelausstellungen 1996: Design and Identity. Aspects of European Design – Museum of Modern Art Louisiana, Louisiana, Dänemark 1997: Design and Identity – Museum of Decorative Arts and Design, Belgien 1998: Die Imaginäre Manufaktur – Blindenanstalt von Berlin 1998: The Jekyll and Hide Cabinet, mit Andrea Zittel – 1. Berlin Biennale, KW, Berlin 1998: Bewußt einfach – Vitra Design Museum, Weil am Rhein 1999: Children of Berlin – MoMA PS1, New York 1999: Die Imaginäre Manufaktur – Trico-Gallery, Tokyo 2001: DIM – 17. Int. Biennale Kortrijk, Kortrijk 2001: DIM – 40th Salone Internationale del Mobile Milano, Galleria Massimo di Carlo, Mailand 2003: Berlin Flag Update – Designmai, Rotes Rathaus, Berlin 2003: Design Berlin! – Designmai, Vitra Design Museum Berlin 2006: V + W Design Matrix – MARTa Herford, Herford 2010: Hotel Dresden – Houbrokshows 2010: Felsenland – Berghain, Berlin 2010: Valse Automatique – Made, Berlin 2013: Der Prinz von Amundo – Quartier 206, Berlin 2013: Merkwürdigkeiten des Sehens – Quartier 206, Berlin 2014: Kosmos – Limited Edition Design Gallery, Hamburg 2015: Die falsche Blume – Kunstgewerbemuseum Dresden, Schloss Pillnitz, Dresden 2017: Design Kosmos – Direktorenhaus, Museum für Kunst, Handwerk und Design, BerlinD, auf direktorenhaus.com 2020–2021: Atmoism – Gestaltete Atmosphären – Kunstgewerbemuseum Berlin, Berlin

Ausstellungsbeteiligungen 2009: Installation „Muse“ – Nullpunkt, Marta Herford, Herford 2009: Vase „Chop“ – Vase vs. Vases, Helmrinderknecht, Berlin 2009: Skulptur „Pump Virus“ – Solebox, Reebok Gallery, Berlin 2010: Stuhl „Erosio, Chop“ – Nachbarn. Designbiennale Kortrijk, Kortrijk, Belgien / Designbiennale Saint Etienne, Saint Etienne, Frankreich 2011: Stuhl „Erosio“ – BioMorph, Vitra Design Museum, Weil am Rhein 2011: Stuhl „Protoype Chair“ – Black Box – Qubique Messe, Berlin 2012: Leuchte „Botanica“ – Edition 1.0 von Helmrinderknecht, Infinite Loop, Vienna Design Week, Wien 2012: Installation „Olympia Utopia“ – Instant Stories – Ventura Lambrate, Mailand 2012: Teppich „Ocean“ – Isn´t it romantic?, Museum für Angewandte Kunst Köln, Köln 2013: Glaskollektion „Die Pagoden von Amundo“ – Berlin 2.0, S. Bensimon Galerie, Paris 2013: Installation „High tech spin around Theresienthal“ – DMY / Refugium Berlin, Berlin 2014: Glasdosen „Aden“ – Design aus Berlin, Designmeile Berlin, Stilwerk, Berlin 2014: Leuchte „Botanica“ – Gathering von Li Edelkoort, Design Museum Holon, Cholon, Israel 2020: Stuhl „Sinterchair“ – Mixed Zone, Dialoge zwischen Kunst und Design – Neues Museum, Nürnberg 2021: Intervention „Die Verwandlung“ – „Nouveautés – Kunstschule und Spitzenindustrie in Plauen“, Kunstgewerbemuseum Dresden, Schloss Pillnitz, Dresden

Auszeichnungen Die Glasresultate aus Weizeneggers zweijähriger Zusammenarbeit mit der Glasmanufaktur Theresienthal wurden 2013 mit dem 1. Preis für Angewandte Kunst für hervorragende Leistungen zum Thema Glas von der Zeughausmesse Berlin prämiert. 2017 wurde er vom Rat für Formgebung zu dem Best of German Interior Design nominiert. 2017 wurde er vom Rat für Formgebung zu dem „Best of German Interior Design“ nominiert, als einer der 50 renommiertesten deutschen Designer. Die Produktentwicklung „porto – ein Hängeleuchtensystem“ mit dem Brandenburger Leuchtenhersteller mawa design wurde mit dem Designpreis Brandenburg 2021 „Preisträger in der Kategorie Produktdesign“ ausgezeichnet. Designpreise 1994: Grand Jury des DDC – Designer bewerten Design, Blaupause 1994: Roter Punkt für „Hohe Designqualität“ – D-light, Design Zentrum Nordrhein-Westfalen 1995: Heinz Glas Flakon Wettbewerb – Sonderpreis, Berlin 1996: Roter Punkt für „Hohe Designqualität“ – Infinity, Design Zentrum Nordrhein-Westfalen 1996: Svedex Türenwettbewerb – 2. Preis, München 1999: IF Preis-Industrie Forum Design Pure Glass – Hannover 1999: Roter Punkt für „Hohe Designqualität“ für Pure Glass – Design Zentrum Nordrhein-Westfalen 1999: Roter Punkt für „Hohe Designqualität“ – Monobag – Design Zentrum Nordrhein-Westfalen 1999: Design Plus für Pure Glass, Frankfurt 2000: Form für Pulp, Frankfurt 2000: Award for the best new produkt – New York Home Textil Show – Möve Badaccessoires – New York 2001: IF Preis Hannover für die „going to the beach“ Kollektion von MÖVE, Hannover 2001: Design Plus für Sweetcase – Frankfurt 2002: Roter Punkt für „Hohe Designqualität“ für Four Star – Design Zentrum Nordrhein-Westfalen 2007: Interzum Award 2007 für „Hohe Produktqualität“ – Jungwerk Möbelrollen – Köln 2008: Roter Punkt für „Hohe Designqualität“ – Jungwerk Möbelrollen – Design Zentrum Nordrhein-Westfalen 2014: Pagoden von Amundo – Frankfurt German Design Award – Special Mention 2013: Zeughaus Messe – Modern Craft – Erster Preis für Angewandte Kunst 2013 für hervorragende Leistungen im Thema GLAS – Berlin 2021: Design Brandenburg 2021 – Preisträger in der Kategorie Produktdesign – porto Leuchtensystem, eine Produktentwicklung mit mawa design

Sammlungen Die Neue Sammlung, München: Recycling Kunststoff Stuhl „X-Chair“ Kunstgewerbemuseum Berlin: Recycling Kunststoff Stuhl „X-Chair“, Schale „Meteor“, Schmuckdose „Lightbrick“, Wirkteppich, „Brut“, Keramikbodenvase „Bit“, Glascontainer „Church“ Sammlung Maurer Design Collection, Zürich: „X-Chair – Nr° 1“, Recyclingkunstsoffstuhl „X-Chair“ Kunstgewerbe Museum Dresden: Glasdosen „Aden“, Glasserie „Pagoden von Amundo“, Blume „Flussteufel“, Blume „Lore“, Vase „Flussgeist“, Bauernstuhl „Erz“, Teller „Loremuster“ Deutsches Hygiene-Museum Dresden: Stuhl „(C)hair“ FNAC, Fonds national d’art contemporain, Paris: Blaupause, Arbeitsmöbel „Brut“, Glaskollektion „pure Glass“, Porzellankollektion „Unit“ MARTa Museum Sammlung, Herford: Arbeiten von V+W Vitra Design Museum, Weil am Rhein: „Sinterchair“

Publikationen

mit Sandra Pravica: Design Kosmos. Eigenverlag, 2017, ISBN 978-3-00-056622-6.

Literatur Georg C. Bertsch: Vogt + Weizenegger. In: Domus, No.793, Mai 1997 Best Of German Interior Design. Distanz Verlag, ISBN 978-3-95476-180-7. Petra Hess, Tulga Beyerle: Isn't it romantic? ISBN 978-3-86335-305-6. Marion Godau, Bernd Polster: Design Directory Germany. Pavilion, London 2000, ISBN 1-86205-333-2. Mel Byars: Guerrillas in Our Midst: Oliver Vogt and Hermann. In: I.D. (Magazin), Januar–Februar 2001. Vogt, Oliver; Weizenegger, Hermann. In: Mel Byars, The Design Encyclopedia. The Museum of Modern Art, New York 2004, ISBN 0-87070-012-X.