Hans von Aschersleben (getauft 24. Dezember 1698 in Crussow in der Uckermark; † 7. Januar 1772 in Klockow in der Uckermark) war ein preußischer Offizier und Beamter.
Leben
Familie Hans von Aschersleben entstammte der wenig bekannten adligen uckermärkischen Familie von Aschersleben, denen Ende des 15. Jahrhunderts die Schlossvogtei Vierraden als Lehn gehörte,G. Thomae: Geschichte der Stadt und Herrschaft Schwedt. Verlag Puttkammer & Mühlbrecht, Berlin 1873, S. 89. aber ursprünglich aus der Mittelmark stammte. Hans war wohl der Sohn des Martin Sigismund von Aschersleben und der Margaretha Hedwig von Klützow-Dedelow. Ernst Sigmund von Aschersleben, Erbherr auf Crussow, Dobberzin und Polssen in der Uckermark war ein Onkel, wie auch der Obrister zu Pferde Christian Sigismund von Aschersleben. Hans hatte noch vier Schwestern und vier Brüder, darunter der spätere Kammerpräsident Georg Wilhelm von Aschersleben.
1722 heiratete er Eleonora Magdalena, die Tochter des Ministers Friedrich von Görne, und erhielt dadurch eine Mitgift in Höhe von 10.000 Talern. Als weitere Ehefrau wird in der Genealogie Marie Louyse von Stotz-Felchow aufgeführt.
Werdegang Über die Schulausbildung von Hans von Aschersleben liegen keine Hinweise vor. Er trat in das preußische Heer ein und wurde um Leutnant befördert.
Nach dem Tod seines Vaters erhielt er am 15. September 1722 die von ihm ersuchte Volljährigkeitserklärung, um sich mit seinen Geschwistern vergleichen zu können, weil er das väterliche Gut übernehmen wollte. Er beendete darauf seinen Dienst beim Militär und wurde in der Uckermark ansässig und war als Kreisdeputierter tätig.
Im Februar 1731 wurde er zum Landrat des Stolpirischen Kreises gewählt und besaß das Gut Klockow bei Schönfeld. 1736 kam es zu einem Gebietstausch zwischen dem Amt Löcknitz und dem Uckermärkischen Kreis, sodass Klockow vollständig zum Uckermärkischen Kreis gehörte, dafür kam Wallmow vollständig zum Amt Löcknitz.
Als Nachfolger für den verstorbenen Carl Erdmann von Stotz (1703–1752) erfolgte im Mai 1753 seine Ernennung zum Vize-Landesdirektor im Uckermärkischen Kreis und nach dem Tod von Hans George von Otterstedt (1682–1753) wurde er zum Verordneten bei der Kurmärkischen Landschaft ernannt; seit 1763 war er, als Nachfolger von Friedrich Wilhelm von Wedel (1709–1763) erster Landesdirektor der Kurmärkischen Landschaft (siehe auch Verwaltungsgliederung Preußens#Provinzen).
Seine Nachfolger im Amt des Landrats wurde u. a. nach Ernst Fidicin der aus dem jüngeren niersächsischen Briefadel stammende LeutnantGottlob Friedrich Krebel: Europäisches Genealogisches Handbuch, in welchem die neuesten Nachrichten von allen Häusern... . Cap. I, Johann Friedrich Gleditsch, Leipzig 1776, S. 128.Friedrich August Gustav Adolph Freiherr von Hake: Geschichte der freiherrlichen Familie von Hake in Niedersachsen. C. W. Niemeyer, Ohr / Hameln Mai 1887, S. 8. und uckermärkische Gutsherr Carl Ludwig von Ha(c)ke-Schenkenberg, verstorben 1790, folgend Hans Ernst von Arnim-Lützlow (1717–1782), ab 1773/1774 Gottlob Ehrenreich von Greiffenberg. Sein eigenes Testament stammt vom 31. Dezember 1771.Vgl. C. L.Stengel (Hrsg.): Beiträge zur Kenntniß der Justizverfassung und juristischen Literatur in den Preussischen Staaten. Band 11, Verlag des Waisenhauses (Franckesche Stiftungen), Halle/Berlin September 1800, S. 50, S. 82.
Ein Jahr vor seinem Tod stifteteLudwig Gustav von Winterfeld-Damerow: Geschichte des Geschlechts von Winterfeld. Nach Urkunden. Band 2, F. W. Kalkenberg-Selbstverlag, Damerow/Prenzlau 1863, S. 908. er 1771 das Majorat Klockow, das 1775 einen Wert von rund 107.000 Talern hatte und von seinem Bruder Georg Wilhelm von Aschersleben übernommen worden war, der kurz darauf starb. Das Majorat erbrachte später mehrere Probleme. Bis 1781 war Friedrich Wilhelm Sigismund von Aschersleben Gutsherr. 1796 soll Heinrich Friedrich von Aschersleben den Besitz in Klockow innegehabt haben. Nachfalls kamen die die v. Aschersleben enormen finanziellen Schwierigkeiten. Dies ging bis auf den Hofmarschall Carl Leopold von Aschersleben, verheiratet Adolphine Friederike Dorothee Albertine geb. von Warburg, zurück.Unpagniert: Gerichtliche Vorladungen, In: Erste Beilage zum 35. Stück der Berlinische Nachrichten von Staats- und gelehrten Sachen. 1820. Haude und Spener, Berlin, den 21. März 1820. 1820 erhoben u. a. die Familie von Arnim, die Gebrüder von Tschammer und Auguste Ernestine von Eickstädt, Forderungen, mit Vorladung beim Königlich Preußischen Kammergericht zu Berlin. Mitte des 19. Jahrhunderts führte die Familie von Arnim Gut Klockow, um 1880 Frau Bertha (Alberta) von Boddin geb. von Arnim,Moritz Maria Edler von Weittenhiller: Genealogisches Taschenbuch der Ritter- u. Adels-Geschlechter. 1878. Jahrgang 3, Buschak & Irrgang, Brünn/Wien 1877, S. 65. verheiratetGothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1908. Jahrgang 2, Justus Perthes, Gotha 1907, S. 85. mit dem Schloßhauptmann Adolf von Boddin-Klein Plasten. In den Jahren 1914 und 1929 wurde die bürgerliche Familie Stege als Klockower Gutsbesitzer in den konventionellen Güter-Adreßbüchern benannt.
Literatur Landrat Hans von Aschersleben, In: Rolf Straubel: Biographisches Handbuch der preußischen Verwaltungs- und Justizbeamten 1740–1806/15. In: Historische Kommission zu Berlin [Hrsg.]: Einzelveröffentlichungen. Band 85, K. G. Saur, München 2009, ISBN 978-3-598-23229-9, S. 25–26. Johannes Jakob Gallandi: Altpreußisches Adelslexicon. Lieferung I ff., Hrsg. Altertumsgesellschaft Prussia Königsberg Pr., Gräfe & Unzer-Selbstverlag, Königsberg 1926/1935, S. 34. Gutsherr Hans von Aschersleben, In: Ernst Fidicin: Die Territorien der Mark Brandenburg als Fortsetzung des Landbuchs Kaiser Karl`s IV. Band IV: (Kreise) Prenzlau, Templin, Angermünde. J. Guttentag, Berlin 1864, S. 61., S. 79. Kurzer Nachruf, In: Berlinische Nachrichten von Staats- und gelehrten Sachen. 1772. Nr. 10, Haude und Spener, Berlin 23. Januar 1772.Vgl. Berlinische Nachrichten von Staats- und gelehrten Sachen. Nr. CIII, Berlin 27. August 1754. Stammbaum, In: Christian Wilhelm Grundmann: Versuch einer Ucker-Märkischen Adels-Historie, Aus Lehn-Briefen und andern glaubwürdigen Uhrkunden. Cap. 6: von dem Ascherslebener Geschlecht. Verlag Christian Ragoczy, Prenzlau 1744, S. 317–318.
Quellen GStA-PK: I. Rep. 9, Y 8; I. Rep. 22, Nr. 7, I. Rep. 96; F II Kurmark, Bestallungen Tit. VII, Nr. 6.
Einzelnachweise
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