mini|Raymond Laflamme, 2016 Raymond Julien Joseph Laflamme (* 19. Juli 1960 in Québec; † 19. Juni 2025) war ein kanadischer theoretischer Physiker und Hochschullehrer.

Leben Laflamme studierte an der Universität Laval mit dem Bachelor-Abschluss in Physik 1983 und an der Universität Cambridge, wo er 1984 Teil 3 der Tripos-Prüfungen ablegte und 1988 bei Stephen Hawking promoviert wurde. Danach war er Killam Post-Doktorand an der University of British Columbia und ab 1990 Research Fellow am Peterhouse College in Cambridge. Von 1994 bis 1997 war er Oppenheimer Fellow am Los Alamos National Laboratory und anschließend bis 2001 Mitglied des Labors. 2001 wurde er Professor an der University of Waterloo am Institute for Quantum Computing, dessen Gründungsdirektor er von 2002 bis 2017 war und zugleich am Perimeter Institute. Seit 2017 hielt er den John-von-Neumann-Lehrstuhl für Quanteninformation an der University of Waterloo und war wissenschaftlicher Leiter von QuantumWorks (dem kanadischen Forschungskonsortium für Quanteninformationstheorie).

Laflamme war Programmdirektor für Quanteninformationstheorie des Canadian Institute for Advanced Research (CIFAR) und seit 2011 Chief Strategic Officer der Firma Universal Quantum Devices.

Anfangs befasste er sich mit Kosmologie. Stephen Hawking schreibt in seinem Buch Eine kurze Geschichte der Zeit, dass ihn Laflamme und Don Page davon überzeugt hätten, dass sich in kontrahierenden Universen der Zeitpfeil nicht umkehrt. Die Gregory-Laflamme Instabilität bestimmter Verallgemeinerungen Schwarzer Löcher in mehr als vier Dimensionen ist nach ihm und seiner Koautorin benannt.

Bekannt ist er aber vor allem für seine Beiträge zur Quanteninformationstheorie und zu Quantencomputern. In Los Alamos war er an der Implementierung von Quanteninformationsverarbeitung mit Kernspinresonanz (NMR) beteiligt. Er war ein Pionier in Quantenfehlerkorrektur und entwickelte Grundlagen für Quantenrechner mit Hilfe linearer Optik (mit Emmanuel Knill, Gerald Milburn).Knill, Laflamme, Milburn: A scheme for efficient quantum computation with linear optics, Nature, Band 409, 2001, S. 46–52. Knill, Laflamme, Milburn, Efficient linear optics quantum computation, Arxiv 2000 Mit Kollegen veröffentlichte er 1996 einen effizienten fehlerkorrigierenden Quantencode.Laflamme, Miquel, J.-P. Paz, Zurek: Perfect quantum error-correcting code, Phys. Rev. Lett., Band 77, 1996, S. 298 Laut Scopus veröffentlichte Laflamme über 200 Artikel in wissenschaftlichen Zeitschriften. Diese wurden (Stand Juni 2025) insgesamt über 24.000 mal zitiert (h-Index 59).

Er war Fellow der Royal Society of Canada (2008), der American Association for the Advancement of Science und der American Physical Society (2011).

2013 erhielt er die Queen Elizabeth II Golden Jubilee Medal sowie 2017 den CAP-CRM Prize und den Order of Canada. 2012 wurde er Ehrendoktor der Université de Sherbrooke.

Laflamme starb am 19. Juni 2025 nach langer Krankheit an Lungenkrebs.

Schriften (Auswahl) Soweit nicht in den Fußnoten angegeben. mit mit mit mit mit mit mit

Weblinks Webseite am Institute of Quantum Computing, University of Waterloo Nachruf

Einzelnachweise

Kategorie:Physiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Physiker (21. Jahrhundert) Kategorie:Wissenschaftler der Quanteninformatik Kategorie:Hochschullehrer (University of Waterloo) Kategorie:Ehrendoktor einer Universität in Kanada Kategorie:Fellow der American Association for the Advancement of Science Kategorie:Fellow der American Physical Society Kategorie:Kanadier Kategorie:Geboren 1960 Kategorie:Gestorben 2025 Kategorie:Mann