Chimonanthus praecox, auch Chinesische Winterblüte genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Chimonanthus innerhalb der Familie der Gewürzstrauchgewächse (Calycanthaceae).
Beschreibung mini|links|A und B: Blüten; C: Blätter; D: Sammelfrucht; E: Längsschnitt der Sammelfrucht; F: Einzelfrucht; G: Knospenansatz; H: Sämling mini|links|Zweig mit Blüten in ihrer natürlichen Stellung an Kurztrieben
Vegetative Merkmale Bei Chimonanthus praecox handelt es sich um einen meist sommergrünen – manchmal bleiben die Laubblätter auch erhalten – Strauch oder kleinen Baum, der Wuchshöhen von 3 bis 13 Metern erreicht. Seine Zweige sind im Querschnitt jung vierkantig und später rundlich. Die Rinde der Zweige ist kahl oder etwas flaumig behaart und es sind Lentizellen erkennbar. An den Zweigen des Vorjahres sind Knospen vorhanden, deren Knospenschuppen fast kreisförmig und außen flaumig behaar sind.
Chimonanthus praecox wirft meist im Winter seine Laubblätter ab oder sie bleiben erhalten. Die gegenständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Der flaumig behaarte Blattstiel ist mit einer Länge von 3 bis 18 Millimetern relativ kurz. Die einfache, ganzrandige und pergamentartige oder fast lederige Blattspreite ist bei einer Länge von 5 bis 29 Zentimetern sowie einer Breite von 2 bis 12 Zentimetern eiförmig bis mehr oder weniger breit elliptisch, eiförmig-elliptisch oder manchmal länglich-lanzettlich mit keilförmiger bis gerundeter Spreitenbasis und spitzem bis zugespitztem oder manchmal geschwänztem oberen Ende. Es sind auf jeder Seite des Mittelnerv vier bis sechs Seitennerven vorhanden. Die Blattoberseite ist rau schuppig und die -unterseite ist kahl außer manchmal einigen Trichomen an den Blattnerven.
Generative Merkmale Die Blütezeit reicht in China von Oktober bis März. Die achselständigen, hängenden, sitzend oder mit einer Länge von 2 bis 8 Millimetern sehr kurz gestielten Blüten erscheinenden einzeln oder zu zweit an der Zweigen des Vorjahres bevor sich die Laubblätter entfalten.
Die süßlich duftenden, zwittrigen Blüten sind bei einem Durchmesser von 15 bis 40 Millimetern radiärsymmetrisch mit einfacher Blütenhülle. Jede Blüte besitzt 15 bis 21 ungleiche, gelbe oder gelb-grüne Blütenhüllblätter, die im Inneren meist purpurrot sind. An den inneren Blütenhüllblättern sind Nektarien vorhanden. In jeder Blüte befinden sich fünf bis zehn kurze Staubblätter mit breiten Staubfäden und bis 15 Staminodien. Es sind 5 bis 15 freie und mittelständige Fruchtblätter mit schlanken Griffeln im becherförmigen Blütenboden vorhanden.
Die Früchte reifen in China zwischen April und November. Die ledrig-fibröse, fein behaarte, nicht öffnende Sammelfrucht (Scheinfrucht) im Blütenboden mit Staubblattresten ist bei einer Länge von 2 bis 6 Zentimetern sowie einem Durchmesser von 10 bis 25 Millimetern birnförmig bis ellipsoid. Die einzelnen, braunen und im unteren Teil fein behaarten Früchte (Achänen) sind bis 1,5 Zentimeter lang und hart.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.
Ökologie Chimonanthus praecox ist protogyn, also vorweiblich.
mini|Illustration aus Edwards, 1826
Vorkommen Chimonanthus praecox kommt in den chinesischen Provinzen Anhui, Fujian, Guizhou, Henan, Hubei, Hunan, Jiangsu, Jiangxi, Shaanxi, Shandong, Sichuan, Yunnan sowie Zhejiang vor. Chimonanthus praecox gedeiht in Bergwäldern in Höhenlagen von 500 bis 1100 Metern.
Taxonomie Die Erstveröffentlichung erfolgte 1762 unter dem Namen (Basionym) Calycanthus praecox durch Carl von Linné in Species Plantarum, 2. Auflage, Band 1, S. 718. Die Neukombination zu Chimonanthus praecox wurde 1822 durch Heinrich Friedrich Link in Enumeratio Plantarum Horti Regii Berolinensis Altera. Berlin, Band 2, S. 66 veröffentlicht. Weitere Synonyme für Chimonanthus praecox sind: Chimonanthus fragrans , Chimonanthus parviflorus , Chimonanthus yunnanensis , Butneria praecox , Meratia praecox .
Nutzung Die Chinesische Winterblüte wird in den gemäßigten Gebieten in Parks und Gärten als Zierpflanze verwendet, da sie im farbarmen Winter blüht. Die Sorten Chimonanthus praecox ‘Grandiflorus’ und Chimonanthus praecox ‘Luteus’ wurden von der Royal Horticultural Society mit dem Award of Garden Merit ausgezeichnet.
Inhaltsstoffe Chimonanthus praecox ist nicht mit dem Piment, Pimenta dioica, verwandt, obwohl der englische Name Japanese allspice dies andeutet. Die Samen des Chimonanthus praecox enthalten ein giftiges Alkaloid namens Calycanthin. Ein aus den Blüten hergestelltes Öl wird in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet. mini|Wappen von Meghan, Duchess of Sussex
Trivialnamen Trivialnamen in asiatischen Sprachen sind: làméi (蠟梅) auf Chinesisch, rōbai (蝋梅) auf Japanisch und auf Koreanisch.
Wappen Chimonanthus praecox ist im Wappen von Meghan, Duchess of Sussex dargestellt. Unter dem Wappen ist ein Postament von Rasen mit kalifornischem Mohn und Chinesischer Winterblüte.
Literatur Marilena Idžojtić: Dendrology. Academic Press, 2019, ISBN 978-0-444-64175-5, S. 155.
Weblinks
Einzelnachweise Bingtao Li, Bruce Bartholomew: Calycanthaceae. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 7: Menispermaceae through Capparaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2008, ISBN 978-1-930723-81-8. Chimonanthus praecox (Linnaeus) Link. S. 93 - textgleich online wie gedrucktes Werk.
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