mini|Geoffrey Bodenhausen (2009) Geoffrey Bodenhausen (* 7. Mai 1951 in Den Haag, Holland) ist ein französischer Chemiker. Sein Arbeitsgebiet ist die NMR-Spektroskopie.

Leben Geoffrey Bodenhausen studierte Chemie an der ETH Zürich bis zum Diplom 1974. 1977 wurde er an der Oxford University zum Ph.D. promoviert, wobei Ray Freeman sein Mentor war. Anschließend begann er unter der Leitung von Robert und Geriotze Vold an der University of California, San Diego seine Forschung als Postdoc, wonach er mit Leo Neuringer und Robert G. Griffin am Massachusetts Institute of Technology arbeitete. 1980 wechselte er an die ETH Zürich, wo er in der Arbeitsgruppe von Richard R. Ernst tätig war. Es folgte 1985 ein Lehrauftrag an der Universität Lausanne.

1994 wurde er an der Florida State University in Tallahassee Professor und Leiter vom Institute for Advanced Studies in Magnetic Resonance. Bodenhausen wurde 1996 auserwähltes Mitglied der American Physical Society. Im selben Jahr übernahm er an der École Normale Supérieure in Paris einen Lehrauftrag und nahm gleichzeitig eine Teilzeitstelle am École Polytechnique Fédérale de Lausanne in der Schweiz an. Auch noch heute geht er diesen beiden Beschäftigungen nach. Von 2005 bis 2011 war er zusätzlich Mitglied bei EUROMAR. Zurzeit ist Bodenhausen Mitglied bei der Royal Netherlands Academy of Arts and Sciences und des redaktionellen Gremiums der Zeitschrift Progress in Nuclear Magnetic Resonance Spectroscopy.

Geoffrey Bodenhausen ist verheiratet und hat zwei Töchter.

Forschung Geoffrey Bodenhausen schlug 1976 im Bereich der Spektroskopie ein Schema vor, um selektive Reize kleiner Mengen eines mehrwelligen Spektrums zu erzeugen. Dieses Schema wurde später von Morris und Freeman DANTE genannt. Im Jahre 1977 entdeckten Bodenhausen und Freeman eine Möglichkeit der indirekten Detektion der Protonenresonanzfrequenz zwischen Protonen und Heterokernen. 1980 haben Bodenhausen und David J. Ruben dann die HSQC (Heteronuclear Single Quantum Coherence) präsentiert, wobei es sich um eine zweidimensionale Methode handelt. Bodenhausen und Eich arbeiteten anschließend gemeinsam daran eine homonuklearen Kohärenzübertragung zu ermöglichen. 1984 konnte Bodenhausen schließlich – gemeinsam mit Herbert Kogler und Richard R. Ernst – einen Artikel im Journal of Magnetic Resonance veröffentlichen, in dem sie beschrieben wie die Selektion spezifischer Kohärenzübertragungen in der NMR erfolgt. Im Jahre 1987 folgte eine Publikation mit Richard R. Ernst und Alexander Wokaun über Prinzipien der NMR in einer und zwei Dimensionen.

Auszeichnungen 1990: Nationaler Latsis-Preis der Latsis-Stiftung 1993: Ehrendoktor (honoris causa) der Universität Stockholm 1997: Korrespondent der Königlichen Niederländischen Akademie der Wissenschaften 2006: Catalan-Sabatier-Preis der der spanischen Royal Society of Chemistry 2008: Mitglied des internationalen Vereins für Magnetresonanz 2017: Ritter der Ehrenlegion (Chevalier de la Légion d’honneur) 2019: Günther Laukien Preis

Patente

Literatur Geoffrey Bodenhausen, Alexander Wokaun: Principles of Nuclear Magnetic Resonance in One and Two Dimension. Clarendon Press, Oxford 1987, ISBN 0-19-855647-0.

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Einzelnachweise

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