Bildnis Marianne von WerefkinMaria Jawlensky, Lucia Pieroni-Jawlensky, Angelica Jawlensky (Hrsg.): Alexej von Jawlensky, Catalogue Raisonné Volume Four, The Watercolours and Drawings 1890-1938. Bd. 4, München 1998, Nr. 6, S. 39. ist der Titel einer Bleistiftzeichnung von Marianne von Werefkin des Künstlers Alexej Jawlensky, die Clemens Weiler 1951 von Lisa Kümmel für das Museum Wiesbaden erwarb. Die Zeichnung trägt die Inventar-Nummer Z 19.

Technik, Maße, Beschriftung Das Porträt zeichnete Jawlensky mit Bleistift auf weißem Büttenpapier, das oben und links beschnitten ist. Es hat die Maße 36 × 26 cm / 38 × 27 cm. Verso befindet sich ein weiblicher Rückenakt, der „um 1909/10“ datiert wird.Ingrid Koszinowski: Alexej von Jawlensky, Gemälde und graphische Arbeiten aus der Sammlung des Museums Wiesbaden Wiesbaden 1997, S. 59. Signiert ist das Blatt unten links: „A. Jawlensky“ und ist unten rechts „1898“ datiert, gleich zweimal übereinander von fremder Hand. Vermutet wird, die Beschriftung stamme „möglicherweise von Andreas Jawlensky.“Ingrid Koszinowski: Alexej von Jawlensky, Gemälde und graphische Arbeiten aus der Sammlung des Museums Wiesbaden Wiesbaden 1997, S. 59.

Datierung und Malweise Wäre die Datierung „1898“ zutreffend, dann wäre die Zeichnung in der Zeit entstanden, als Jawlensky in der Ažbe-Schule viel zeichnete, zu dem Zeitpunkt also, als er zum „ersten Mal von großer Form und Linie“Alexej Jawlensky: Lebenserinnerungen In: Clemens Weiler (Hrsg.), Alexej Jawlensky, Köpfe-Gesichte-Meditationen, Hanau 1970, S. 106 f., hörte. Doch diese Charakterisierung lässt sich nicht auf diese Zeichnung übertragen. Jawlenskys Zeichenstil wurde seinen Gemälden um 1900 verwandt erkanntIngrid Koszinowski: Alexej von Jawlensky, Gemälde und graphische Arbeiten aus der Sammlung des Museums Wiesbaden Wiesbaden 1997, S. 59., was an einigen malerischen Einzelheiten nachvollzogen werden kann. So akzentuiert er punktuell verschiedene Partien im Gesicht, am Arm und der Hand. Er modelliert die Figur mit Licht und Schatten, wie sein großes Vorbild Anders Zorn, zu dem er sich in seinen Lebenserinnerungen bekennt.Bernd Fäthke: Alexej Jawlensky, Zeichnung-Graphik-Dokumente. Ausstellungskatalog Museum Wiesbaden 1983, Kat. Nr. 1, S. 47, s/w-Abb., Tafel 1. Die Art, wie er mit mehreren Strichlagen Tiefe und Volumen erzeugt, wie mit wenigen, aber kräftigen, kurzen und sicheren Strichen Mund und Augen gesetzt werden, legen nahe, dass das Porträt einige Jahre nach 1898 entstand.Bernd Fäthke: Alexej Jawlensky, Zeichnung-Graphik-Dokumente. Ausstellungskatalog Museum Wiesbaden 1983, S. 20.

Literatur Bernd Fäthke: Alexej Jawlensky, Zeichnung-Graphik-Dokumente. Ausstellungskatalog Museum Wiesbaden 1983, Kat. Nr. 1, S. 47, s/w-Abb., Tafel 1. Ingrid Koszinowski: Alexej von Jawlensky, Gemälde und graphische Arbeiten aus der Sammlung des Museums Wiesbaden Wiesbaden 1997, S. 59 mit s/w-Abb. Maria Jawlensky, Lucia Pieroni-Jawlensky, Angelica Jawlensky (Hrsg.): Alexej von Jawlensky, Catalogue Raisonné Volume Four, The Watercolours and Drawings 1890–1938. Bd. 4, München 1998, Nr. 6, S. 39, s/w-Abb. S. 4

Einzelnachweise

Kategorie:Marianne von Werefkin Kategorie:Alexej von Jawlensky Kategorie:Frauenporträt Kategorie:Werk (20. Jahrhundert)