mini|Heckansicht mini|Erlkönig-ähnliche Präsentation des ID.3 in Oslo im August 2019 mini|Vorstellung des ID.3 durch den damaligen Vorstandsvorsitzenden Herbert Diess und Design-Direktor Klaus Zyciora, IAA 2019 mini|VW ID.3 1ST mini|Detailansicht der Rückleuchte

Der VW ID.3 () (Typ E1) ist das erste rein als Elektroauto entwickelte Auto von Volkswagen. Die offizielle Vorstellung fand am 9. September 2019 auf der IAA in Frankfurt statt. Der ID.3 ist das erste Serienfahrzeug, das auf dem Modularen E-Antriebs-Baukasten (MEB) basiert. Bei dem speziell für Elektroautos angelegten MEB ist die Antriebsbatterie flach im Fahrzeugboden eingebaut. Der ID.3 basiert auf dem Konzeptfahrzeug VW I.D., das 2016 als erstes Fahrzeug der ID.-Familie präsentiert wurde.

ID ist das Kürzel für „Intelligentes Design“. Die Ziffer „3“ steht für die Kompaktklasse, die dritte Stufe in der üblichen Einteilung der Fahrzeugklassen.

Nachdem die weltweiten Verkaufszahlen 2022 gegenüber dem Vorjahr stagnierten, kündigte Volkswagen für 2023 ein Facelift an. Das neue Modell soll vor allem bei der Innenraumausstattung verbessert sein.

Geschichte Vorreservierung Einige Monate bevor das Fahrzeug der Öffentlichkeit präsentiert wurde, startete VW am 8. Mai 2019 eine „Pre-Booking“ genannte Reservierungsaktion für ein Sondermodell, das als ID.3 1ST bezeichnet wurde. Dieses Modell erhielt eine erweiterte Ausstattung und wurde mit der mittleren der für den ID.3 vorgesehenen Batterie- und Reichweiteoptionen ausgestattet. Für die Reservierung der vom Marketing auf weltweit 30.000 Exemplare limitierten Auflage wurde eine (rückzahlbare) Anzahlung von 1000 Euro verlangt. Vor der Fahrzeugpräsentation im September 2019 auf der IAA in Frankfurt publizierte VW, dass 30.000 Registrierungen eingegangen waren und damit die ID.3-1ST-Sonderedition „ausverkauft“ sei. Anlässlich der Präsentation wurde mitgeteilt, in welchen Konfigurationen die Erstauflage produziert wird, und die ungefähren Preise wurden genannt. Nachdem die Vorreservierung ausschließlich über eine Webseite erfolgt war, forderte VW die Reservierer im September 2019 vor dem Produktionsstart auf, sich bei einem Händler auf eine bestimmte Ausstattungsvariante und eine von vier möglichen Lackierungen festzulegen. (Archivlink vom 19. Januar 2022)

Kurz vor dem tatsächlichen Bestellstart für das limitierte Sondermodell ID.3 1ST am 17. Juni 2020 wurden die Listenpreise mitgeteilt. Sie lagen in Deutschland vor Förderung und Optionen je nach Version bei 39.995 Euro (Pro), 45.995 Euro (Plus) bzw. 49.995 (Max). Da die Software zum angekündigten Auslieferungstermin im September 2020 nicht vollständig sein würde, bot VW den Vorbestellern eine spätere Auslieferung oder alternativ finanzielle Vergünstigungen an. Zum Bestellstart lagen 37.000 Vormerkungen vor. Da einige der registrierten Interessenten keines der vorkonfigurierten Fahrzeuge bestellten, konnten Fahrzeuge der Sonderedition ab Juli 2020 auch ohne vorhergehende Reservierung bestellt werden. Das erste Fahrzeug wurde am 11. September 2020 in Wolfsburg in der Autostadt übergeben.

Auszeichnungen 2021 wurde der ID.3 bei der Wahl zum Auto des Jahres (Europa) vierter; der Abstand auf den erstplatzierten (Toyota Yaris, 266 Punkte) betrug 42 Punkte. Bei der Wahl zum German Car of the Year 2021 siegte der Honda e; der ID.3 wurde zum Sieger in der Klasse „Premium bis 50.000 €“ gewählt.

1. Modellpflege (2023) Anfang Dezember 2022 zeigte Volkswagen Fachjournalisten einen an der Front und bezüglich der Innenraummaterialien überarbeiteten ID.3. Offiziell debütierte er am 1. März 2023. Die Auslieferungen begannen im dritten Quartal 2023.

GTX (2024) Eine sportliche Ausführung der Baureihe ist der GTX, der am 13. März 2024 vorgestellt wurde; es gibt ihn mit 210 kW (286 PS) und als GTX Performance mit 240 kW (326 PS). Beim ID-Treffen im September 2024 in Locarno präsentierte Volkswagen das Einzelstück GTX Fire+Ice, das an das gleichnamige Sondermodell des VW Golf II von 1990 erinnern soll und wie dieses von der Modemarke Bogner gestaltet wurde. Ein auf 1990 Exemplare limitiertes Sondermodell des Fire+Ice wurde im Juli 2025 vorgestellt.

2. Modellpflege (2026) mit Umbenennung in ID.3 Neo Am 15. April 2026 präsentierte Volkswagen die zweite Modellpflege; das Fahrzeug heißt nun VW ID.3 Neo. Die sportliche Version wird fortan als GTI vermarktet. Sie wurde am 16. September 2026 vorgestellt.

Die Frontpartie wurde umgestaltet. Die ID.-Modelle bekommen eine neue Designlinie. Zwischen den Frontscheinwerfern gibt es ein durchgehendes Lichtband. An Seite und Heck sind mehr Elemente in Wagenfarbe anstatt schwarz gestaltet.

Im Innenraum wurden das Armaturenbrett, die Mitteltunnel sowie die Türen neu gestaltet. Neben einer verbesserten Materialauswahl werden nun physische Tasten verbaut; die Steuerung über Touch-Slider entfällt. Außerdem läuft die Software durch eine neue Architektur stabiler und Over-the-Air-Updates sind möglich.

Der ID.3 Neo hat einen neuen Motor APP350 (effizienter als der bisher verbaute VW APP310) und neue Batteriezellen. VW gibt die Reichweite mit 417 bis 630 Kilometer an. Erstmals sind eine One-Pedal-Driving- und eine Vehicle-to-Load-Funktion inkludiert.

Produktionsstätten Die Produktion lief am 4. November 2019 im Werk Zwickau an. Den Aufbau der ersten 400 Vorserienfahrzeuge bestätigte Volkswagen am 6. September 2019. Volkswagen produzierte den ID.3 ab Ende Januar 2021 auch in der Gläsernen Manufaktur. Da die Nachfrage zunächst geringer als erwartet war, sollte 2023 die Fertigung in Dresden wieder eingestellt werden. Dazu kam es aber vorerst nicht.www.volkswagen-newsroom.com/de, abgerufen am 30. November 2025. Am 16. Dezember 2025 lief der letzte ID.3, ein roter GTX, in Dresden vom Band. Damit ist die Fahrzeugproduktion in Dresden komplett eingestellt. Das Gebäude soll zukünftig durch die TU Dresden weiterverwendet werden.

Seit Herbst 2021 wird der ID.3 auch in Anting bei SAIC Volkswagen für den chinesischen Markt gebaut.

Zusätzlich zur Produktion im Werk Zwickau soll der ID.3 Neo ab 2027 auch im Stammwerk Wolfsburg produziert werden.

Sicherheit Im Herbst 2020 wurde der ID.3 vom Euro NCAP auf die Fahrzeugsicherheit getestet. Er erhielt fünf von fünf möglichen Sternen. Fünf Jahre später wurde die Baureihe erneut getestet. Sie erreichte abermals fünf von fünf Sternen.

Technik Antrieb Der VW ID.3 hat Heckantrieb. Dazu ist an der Hinterachse eine permanenterregte Synchronmaschine mit einer Leistung von bis zu 240 kW (326 PS) und einem maximalen Drehmoment von 545 Nm eingebaut. Die Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs ist elektronisch auf 160 bis 200 km/h festgelegt.

Fahrgeräusch Seit 1. Juli 2019 müssen neu zugelassene Elektrofahrzeuge nach einer Verordnung des Europäischen Parlaments bei niedrigen Geschwindigkeiten bis 20 km/h durch ein Warnsignal bzw. künstlich erzeugtes Fahrgeräusch zu hören sein (Acoustic Vehicle Alerting System, kurz AVAS), das sich automatisch beim Start einschaltet. VW nutzt die Vorschrift, um dem ID.3 einen individuellen Klang zu geben, der ihn von anderen elektrisch angetriebenen Autos unterscheidet, und beauftragte den Musikproduzenten Leslie Mandoki, ein Geräusch zu komponieren. Das Fahrgeräusch ist an die Shepard-Skala angelehnt.

Bedienung mini|Innenansicht Ausstattung Safrano Orange/Electric White mini|Innenraum Das Armaturenbrett des VW ID.3 besteht aus einem Display hinter dem Lenkrad, das alle wichtigen Informationen für den Fahrer (vom Tacho über Akku-Stand bis hin zu Navigations-Hinweisen) bereithält. Alle Bedienelemente – auch jene im Lenkrad – werden über Touch-Funktionen mit berührungssensitiven Tasten gesteuert. Lediglich für die Fensterheber und die Rückspiegelverstellung setzt VW noch auf haptische Schalter. Diese neuartige Art der Bedienung wird zum Teil als „unpräzise“ kritisiert.N. N.: Facelift für den Hoffnungsträger. VW ID.3 nimmt zweiten Anlauf. Auf: n-tv vom 2. März 2023. Zuletzt abgerufen am 5. März 2023. In der Mitte des Cockpits befindet sich ein 10-Zoll-Touch-Display. Es bietet Zugriff auf alle wichtigen Infotainment-Funktionen von Musikwiedergabe über Navigation bis hin zur Klimaanlage. Optional wird ein Head-up-Display angeboten.

Zusätzlich lässt sich der VW ID.3 über Sprachsteuerung bedienen. Er hört dabei auf das Aktivierungswort „Hallo ID“.

Fahrwerk und Bremsanlage mini|Hinterachse des ID.3, dahinter sind die Batterien zu sehen Die vorderen Räder des Fahrzeugs sind an MacPherson-Federbeinen aufgehängt, hinten hat der ID.3 eine Mehrlenkerachse. Der ID.3 hat serienmäßig an der Vorderachse innenbelüftete Scheibenbremsen und an der Hinterachse Trommelbremsen. Die Trommelbremsen sollen das bei Elektroautos häufig vorkommende frühzeitige Rosten der Bremsscheiben verhindern.

Praxistests haben eine maximale Bremsverzögerung von rund ≈ 1,1 g ergeben, was in puncto Bremsweg auf keinen Nachteil durch die Trommelbremsen hinten im Vergleich zu Scheibenbremsen hindeutet.

Die maximale rekuperative Verzögerung liegt bei 0,3 g, also rund , was einer Rekuperationsleistung von gut 100 kW entspricht.

Antriebsbatterie und Reichweite Die Antriebsbatterie ist ein Lithium-Ionen-Akkumulator mit NMC-Zellchemie.

Der ID.3 ist in drei unterschiedlichen Batteriegrößen (hinsichtlich des Energieinhalts) bestellbar:

Batterie Bezeich-nung Energieinhalt Masse Reichweite Verbrauch () brutto netto WLTP praxisnahgeschätzt WLTP NEFZ WLTP ohneBerechnung (gemäß Dreisatz): Energieverbrauch [] = 100 × . Die tatsächlich erzielbaren Verbrauchswerte und Reichweiten hängen von vielen Einflussfaktoren wie z. B. Fahrstil, Fahrgeschwindigkeiten, Fahrbahnverhältnissen, Reifen (Druck, Profil, Breite), genutzten Nebenverbrauchern, Wetter (Außentemperatur, Wind, Luftdruck), Zuladung und Topografie ab.Ladeverluste klein Pure(bis 05/2024) 55 kWhlaut Angabe im Fahrzeugschein April 2021, abgerufen am 5. Mai 2021 45 kWh 310 kg 348–351 km 230–330 km 15,4–16,9  15,4–14,5Alle Werte Anzeigen auf der Webseite des ID.3 13,6–19,6 Pure(ab 05/2024) 55 kWh 52 kWh 388 km mittel Pro 62 kWh 58 kWh 385 kg 416–426 km 300–420 km 13,8–19,3 groß Pro S 82 kWh 77 kWh 514 kg 542–549 km 390–550 km 14,0–19,7

Die verschiedenen Varianten unterscheiden sich in der Anzahl der Batteriemodule. Die Batterie kann über einen Wasser-Glykol-Kreislauf aktiv gekühlt und beheizt werden. Volkswagen gibt dem Neuwagenkäufer auf die Antriebsbatterie eine Garantie von acht Jahren beziehungsweise 160.000 Kilometern, dass die nutzbare Kapazität der Batterie 70 % nicht unterschreitet. Sollte der Garantiefall eintreten, so hat der Garantienehmer keinen Anspruch auf eine neue Batterie. Vielmehr verpflichtet sich VW nur dazu, die bestehende Batterie wieder soweit herzurichten, dass sie den Garantiebestimmungen entspricht. Bei Verkauf des Fahrzeugs tritt der Neuerwerber (Gebrauchtwagenkäufer) an die Stelle des bisherigen Garantienehmers. Die Garantiebestimmungen sehen vor, dass die Feststellung einer Fehlfunktion oder Leistungsminderung der Batterie ausschließlich bei einem Volkswagen-Servicepartner möglich ist. Die Feststellung eines Batteriedefekts von unabhängiger Seite wird von VW nicht akzeptiert. Ebenso kann im Garantiefall der Erfolg einer Reparatur der Batterie nur von einem VW-Servicepartner festgestellt werden.

Der Strömungswiderstandskoeffizient cw des ID.3 wird mit 0,267 angegeben. Die Stirnfläche beträgt in etwa 2,3 m².

Das höhere Gewicht des großen 77-kWh-Akkus bringt einige Einschränkungen bei der Ausstattung der Fahrzeuge mit sich: Wegen des zulässigen Gesamtgewichts gab es bis März 2021 nur vier Sitzplätze. Seitdem gibt es mit dem „Pro S (5-Sitzer)“ auch eine Variante mit fünf Sitzen. Bei 77-kWh-Akku kann das Fahrzeug weder mit Panoramadach noch mit Fahrradträgerkupplung bestellt werden.VW ID.3 kommt mit absurden Einschränkungen. futurezone.at, 13. August 2020, abgerufen am 1. September 2020ID.3 mit großem Akku nicht für große Familien. golem.de, 14. August 2020, abgerufen am 1. September 2020