+ Hinweise zur Nutzung der Liste Diese Liste enthält Musiker, Titel und deren Komponist(en), Datum des Eintritts in die Charts, Verweildauer in den Charts und höchste Position (abgekürzt HP). Die Voreinstellung erfolgt alphabetisch nach den Interpreten. Darüber hinaus kann sie nach dem Titel, Charteinstieg, Verweildauer, Position und Label sortiert werden.

Die Liste der Singles in den Billboard-Charts (1943) ist eine vollständige Liste der Singles, die sich im Kalenderjahr 1943 in den Best-Selling-Retail-Records-Verkaufscharts des US-amerikanischen Billboard-Magazins platzieren konnten.

Hintergrund Bei der Aufstellung ist zu beachten, dass sich in den Billboard-Charts A- und B-Seite eines Tonträgers auch einzeln platzieren konnten; in diesem Fall werden sie in dieser Liste entsprechend separat aufgeführt. Die Angaben zur Anzahl der Wochen sowie der Bestplatzierung entsprechen dem Zeitrahmen des jeweiligen Kalenderjahres und bilden somit nur eine Teilstatistik ab. Im Jahr 1943 platzierten sich insgesamt 63 Songs.

„Dies war eine Ära, die mit der Unsicherheit als Folge eines von der amerikanischen Musiker-Gewerkschaft (American Federation of Canada) aufgestellten Verbots von Aufnahmen begann“.Continuum Encyclopedia of Popular Music of the World Part 1 Media, Industry and Society, Band 1, herausgegeben von John Shepherd, David Horn, Dave Laing, Paul Oliver, Peter Wicke, S. 637 Zunächst griff man auf Archivbestände der Plattenlabel zurück. Victor Records legte etwa Boogie Woogie, eine Instrumentalnummer, mit der Tommy Dorsey 1938 in den Charts war, neu auf. Große Popularität bekamen in dieser Situation die Vokalensembles: So erschien etwa 1943 Paper Doll in der Version der Mills Brothers, ein Wiederaufleben eines 1915 von Johnny S. Black verfassten Liedes, ohne dass dafür eine Instrumentierung erforderlich gewesen wäre; das Lied erlangte #2 als populärster Song des Jahres. Ihr Markenzeichen war das Nachahmen von Instrumenten zum Begleiten ihres Gesangs, zu erleben in dem Film Rhythm Parade (1943).The Rough Guide to Jazz, herausgegeben von Ian Carr, Digby Fairweather, Brian Priestley, Charles Alexander, 2004. Speziell dafür eingestellte Vokalisten imitierten bei anderen Aufnahmen Instrumente, um die Sänger mit einer Band-ähnlichen Begleitung zu versehen. mini|V-Disc aus dem Jahr 1943: Glenn Miller and His Orchestra: At Last

Als der Zweite Weltkrieg sich ausweitete, wurde Petrillo, der Vorsitzende der Musikergewerkschaft, aufgefordert, den Recording ban aufzuheben, um mit neuen Aufnahmen beliebter Bands die Moral der Truppe zu stärken. Petrillo weigerte sich, stimmte aber der Produktion der V-Discs zu. Erst im Herbst 1943 begann die Streikfront zu bröckeln; die Plattenfirmen und mehrere große Radiosender arbeiteten seit geraumer Zeit mit neueren Aufnahmen. Decca war das erste Unternehmen, das den Forderungen der Musikergewerkschaft nachgab und im September 1943 die gewünschte Vereinbarung unterzeichnete.Patrick Carr: The Illustrated History of Country Music. Random House/Times Books, 1995, S. 189 Im September 1943 gelangten sie schließlich zu einer vorläufigen Vereinbarung mit der AFM, einige Monate vor der Öffentlichkeit … Im November hob Petrillo die letzten Reste des Plattenverbots auf, und neue Pressungen kamen auf den Markt. „Die jubelnden Konsumenten strömten in Plattenläden, um die neuesten Alben zu kaufen, und in der normalerweise ruhigeren Welt der amerikanischen Musik wurden die Dinge normal.“William H. Young, Nancy K. Young: Music of the World War II Era. Westport: Greenwood Press 2008, S. 96

Die nahezu vollständige Vereinigung der Instrumentalmusiker vor dem Streik erzwang Veränderungen in der Musikindustrie.Jonathan Zvi Sard Pollack: Strike Up the Band: The American Federation of Musicians’ Recording Bans, 1942–1948. University of Wisconsin-Madison, 1992 Der Recording ban und seine Schlichtung haben dazu beigetragen, die gesamte Plattenindustrie in ihre moderne Form umzuwandeln; und was vielleicht am wichtigsten war, dass die frühen 1940er Jahre eine Periode des schnellen stilistischen Wandels in Richtung Blues, Gospel und Country-Musik waren.Kip Lornell Virginia’s Blues, Country & Gospel Records, 1902–1943: An Annotated Discography. University Press of Kentucky, 1989 Während der zehn Monate des Verbots neuer Aufnahmen wurden etwa Hillbilly-Songs für die neuen Katalogakquisitionen verstärkt in Betracht gezogen; dabei entdeckte man ein ganzes Reservoir neuer Marktchancen.Country Music, U.S.A. von Bill C. Malone. University of Texas Press, 1985

Die teilweise Aufhebung des Verbots im Jahr 1943 bot eine nie dagewesene Chance für neue Unternehmen auf hohen Niveau: „Alles, was schwarz und rund ist und Musik macht, wenn es abgespielt wird, findet einen Käufer“, berichtete der Billboard Ende 1943. So gehörte Capitol Records, mitbegründet von dem Sänger und Songwriter Johnny Mercer, zu den aufstrebenden Firmen dieser Zeit und versuchte in der Post-Ban-Ära vehement, bedeutende Künstler aufzunehmen.Journal of the American Musicological Society, Band 41. American Musicological Society, 1988 Für das junge Label Keynote Records nahm die Sängerin Dinah Washington Ende Dezember 1943 ihre ersten Titel auf, „Salty Papa Blues“ und „Evil Gal Blues“.Dinah Washington mit dem Lionel Hampton Septet: Dinah Washington (vcl), begleitet von Joe Morris (tp), Rudy Rutherford (cl), Arnett Cobb (ts), Milt Buckner (p), Vernon King (kb), Fred Radcliffe (dr), Lionel Hampton (dr,p). nach Tom Lord: Jazz discography (online)Continuum Encyclopedia of Popular Music of the World Volume 8: Genres: North America, herausgegeben von John Shepherd, David Horn. New York & London: Continuum 2012, S. 71.

Statistik Label Anzahl Titel InterpretenBluebird 1 Carl Grayson, Spike Jones, Willie SpicerBrunswick 1 Frank Munn, Jacques RenardCapitol 3 Ella Mae Morse, Freddie Slack, Dick Walters, Margaret WhitingColumbia 15 The Bobby Tucker Singers, Xavier Cugat, Helen Forrest, Benny Goodman, Harry James, Kay Kyser, Peggy Lee, Frank SinatraDecca 22 The Andrews Sisters, Eugenie Baird, The Casa Loma Orchestra, Bing Crosby, Jimmy Dorsey, Trudy Erwin, Judy Garland, Glen Gray, Oscar Hammerstein II, Dick Haymes, Bob Houston, Gene Kelly, Ken Darby Singers, Kitty Kallen Dick Kuhn, Le Brun Sisters, Johnny Long, The Mills Brothers, Richard Rodgers, David Rose, Kenny Sargent, Vic Schoen, The Song Spinners, John Scott Trotter, Helen YoungHit 1 Willie KellyOkeh 1 Al DexterVictor 19 Tex Beneke, Tommy Dorsey, Ray Eberle, Duke Ellington, The Four Lee Sisters, Marion Hutton, Gordon Jenkins, Glenn Miller, The Modernaires, Vaughn Monroe, Skip Nelson, The Pied Pipers, Dinah Shore, Frank Sinatra, Rudy Vallée, Paul Wetstein

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