mini|U-Bahn-Zug in der Station Keele der Line 2 Bloor–Danforth (2025) Die Toronto Subway ist das U-Bahn-Netz in der kanadischen Stadt Toronto in der Provinz Ontario. Es wird von der städtischen Verkehrsgesellschaft Toronto Transit Commission (TTC) betrieben.
mini|Liniennetz der Toronto Subway Der erste U-Bahn-Streckenabschnitt wurde im Jahr 1954 eröffnet, womit die Toronto Subway die älteste Kanadas ist. Durch mehrere Erweiterungen wuchs die U-Bahn zur längsten des Landes an. Sie hat drei U-Bahn-Linien mit 70 Stationen und einer Streckenlänge von insgesamt 70,5 Kilometern. Die Hauptlast des Verkehrs tragen die in Ost-West-Richtung verlaufende Bloor-Danforth-Linie und die U-förmige, in Nord-Süd-Richtung verlaufende Yonge-University-Linie. Zubringerfunktion erfüllt die Sheppard-Linie. Diese drei Strecken haben eine weltweit einzigartige Spurweite von 1495mm, die von der Straßenbahn Toronto übernommen wurde.
Zwei Stadtbahn-Linien, die auf Normalspur (1435mm) und zum Teil unterirdisch verkehren, sind Teil der Toronto Subway: Die 2025 eröffnete Finch-West-Linie und die 2026 eröffnete Eglinton-Linie. Eine ehemalige Zubringerlinie, die technisch von den anderen U-Bahnlinien abweichende Scarborough-Linie, existierte von 1985 bis 2023. Mit Stand Sommer 2026 sind Streckenverlängerungen der Yonge-University-Linie, der Bloor-Danforth-Linie, der Eglinton-Linie, sowie als neue normalspurige Strecke die Ontario-Linie im Bau.
Anfang 2014 wurden an Werktagen durchschnittlich gut 1 Million Fahrgäste befördert. Anfang 2026 beförderte die U-Bahn, ohne die zwei Stadtbahn-Zubringerlinien, an Werktagen durchschnittlich fast 1,1 Millionen Fahrgäste.
Liniennetz
Linie Strecke Eröffnung Länge Spurweite Stationen 20px Yonge-University-Linie Finch ↔ Vaughan Metropolitan Centre 1954 38,8km 1495mm 38 20px Bloor-Danforth-Linie Kipling ↔ Kennedy 1966 26,2km 1495mm 31 20px Sheppard-Linie Sheppard-Yonge ↔ Don Mills 2002 5,5km 1495mm 520x20px Eglinton-Linie Mount Dennis ↔ Kennedy 2026 19km 1435mm 25 20px Finch-West-Linie Finch West ↔ Humber College 2025 10,3km 1435mm 18
Die Yonge-University-Linie, die ungefähr die Form eines U aufweist, ist die älteste und meistgenutzte U-Bahn-Linie Torontos. Sie beginnt in Vaughan Metropolitan Centre und verläuft zunächst südwärts bis Spadina, danach in Richtung Osten parallel zur Bloor-Danforth Linie bis St. George. Anschließend verläuft sie in Richtung Süden unter dem Queen’s Park und der University Avenue. Vor der Union Station wendet sie sich nach Osten und kurz darauf nach Norden. Anschließend verläuft sie unter der Yonge Street bis zur Endstation Finch. Die Linie ist 38,8km lang und hat 38 Stationen (davon sieben oberirdisch).
Die Yonge-University-Linie ist die einzige, die Verbindungen zu allen anderen Linien der Toronto Subway herstellt. Diese verlaufen in West-Ost-Richtung. An der Station Sheppard-Yonge besteht Anschluss an die 5,5km lange, vollständig im Tunnel verlaufende Sheppard-Linie mit fünf Stationen. An der Station Finch West besteht Anschluss an die Stadtbahn Finch-West-Linie, an den Stationen Cedarvale und Eglinton Anschluss an die Stadtbahn Eglinton-Linie.
Die wichtigste West-Ost-Verbindung im Verkehrsnetz Torontos ist die Bloor-Danforth-Linie mit einer Länge von 26,2km und 31 Stationen (davon sechs oberirdisch). Sie beginnt an der Station Kipling und folgt der Bloor Street sowie der Danforth Avenue, wobei der Don River mit dem Prince Edward Viaduct überbrückt wird. Zwischen Spadina und St. George verläuft sie parallel zur Yonge-University-Linie. Nach der Victoria Park Avenue wendet sich die Strecke nach Nordosten und endet an der Station Kennedy.
Sechs der Stationen verfügen über einen Zugang zum Netzwerk von unterirdischen Fußgängertunneln der Innenstadt, dem PATH.
Geschichte Projekte 1910 war ein aus drei Linien bestehendes Netz vorgesehen. Das U-Bahn-Projekt scheiterte jedoch 1912 in einem Referendum mit einem Neinstimmen-Anteil von 57 % und wurde nicht verwirklicht. Als die Toronto Transit Commission (TTC) 1921 den gesamten städtischen Nahverkehr übernahm, konzentrierte sie sich auf die Erneuerung des heruntergewirtschafteten Straßenbahnnetzes. Einen weiteren Vorschlag für eine Süd-Nord-U-Bahn gab es im Jahr 1931, doch die TTC kam in einer Studie zum Schluss, dass die Strecke „ökonomisch nicht gerechtfertigt“ sei; aufgrund der Weltwirtschaftskrise herrschte ohnehin eine angespannte Finanzlage.
mini|Bauarbeiten in der Front Street vor der Union Station (1949 oder 1950) 1941 ging die TTC von einem markanten Bevölkerungs- und Verkehrszuwachs in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg aus. Aus diesem Grund plante sie zwei U-Straßenbahn-Strecken unter der Bay Street (Nord-Süd) und der Queen Street (Ost-West). Das Projekt stieß jedoch 1942 bei der Stadtverwaltung auf Ablehnung. Daraufhin entwarf die TTC einen neuen Plan, der nun Tunnels unter der Yonge Street und der Queen Street vorsah. Letztere sollte weiterhin von Straßenbahnen befahren werden können, weshalb deren Spurweite von 1495mm übernommen wurde. Die Einwohner Torontos sprachen sich im Januar 1946 in einem Referendum mit 89 % Ja-Stimmen für das Projekt aus. Finanzminister C. D. Howe hatte 1945 eine finanzielle Beteiligung des Bundes zugesichert. Diese kam jedoch nicht zustande, weil sich Bundes- und Provinzregierung nicht auf ein Nachkriegs-Beschäftigungsprogramm einigen konnten. Um die Unterfinanzierung auszugleichen, wurde der Queen-Street-Tunnel zurückgestellt und schließlich aufgegeben.
Yonge-University-Linie
mini|Bahnsteig der Station Museum 1949 begannen die Bauarbeiten an Kanadas erster U-Bahn-Linie, der Yonge Subway. Der erste 7,4km lange Abschnitt zwischen Union und Eglinton wurde am 30. März 1954 eröffnet. Am 28. Februar 1963 folgte die Inbetriebnahme des 3,8km langen Abschnitts von Union nach St. George, der die Bezeichnung University Subway erhielt. Eine 3,9km lange Verlängerung des Ostastes von Eglinton nach York Mills ging am 31. März 1973 in Betrieb, am 30. März 1974 weiter um 4,5km bis Finch. Am 28. Januar 1978 wurde der 9,9km lange, als Spadina Subway bezeichnete Abschnitt von St. George nach Wilson eröffnet. Damit war nun die Yonge-University-Spadina-Linie entstanden. Zwei kleinere Ergänzungen gab es am 18. Juni 1987 mit der Eröffnung der Station North York Centre zwischen den bereits bestehenden Stationen Sheppard-Yonge und Finch sowie am 30. März 1996 ein 1,1km langer Abschnitt von Wilson nach Downsview (heute Sheppard West). Im März 2014 erhielt die Strecke die heutige Bezeichnung und die Liniennummer 1. Am 17. Dezember 2017 wurde sie um 8,6km von Sheppard West nach Vaughan Metropolitan Centre im Vorort Vaughan verlängert.
Bloor-Danforth-Linie
In der Nachkriegszeit verlagerte sich die Hauptlast des West-Ost-Verkehrs zur Bloor Street, weshalb ein Massenverkehrsmittel dort geeigneter erschien als eine U-Straßenbahn unter der zwei Kilometer südlich gelegenen Queen Street. Außerdem konnte so die untere Ebene des 1918 fertiggestellten Prince Edward Viaduct verwendet werden, die damals für genau diesen Zweck erstellt worden war. Die Bauarbeiten an der Bloor-Danforth-Linie begannen 1959. Der erste Abschnitt von 12,9km Länge zwischen Keele und Woodbine ging am 26. Februar 1966 in Betrieb. Ein Versuchsbetrieb, bei dem Züge der Bloor-Danforth-Linie die untere Ebene der Station Bay benutzten, um dadurch direkt zur Yonge-University-Spadina-Linie zu gelangen, wurde nach sechs Monaten aufgegeben; dieser Stationsteil ist seitdem ein Geisterbahnhof. Am 11. Mai 1968 gab es eine kombinierte Eröffnung: Im Westen fuhren die Züge nun bis Islington, im Osten bis Warden, wobei sich die gesamte Linienlänge um 9,8km erhöhte. Die bisher letzten Eröffnungen erfolgten am 22. November 1980; im Westen bis Kipling und im Osten bis Kennedy. Im März 2014 erhielt die Strecke die Liniennummer 2.
Scarborough-Linie
mini|hochkant|Line 3 Scarborough (2021), links daneben eine von GO Transit befahrene Regionalbahnstrecke In Kennedy am östlichen Endpunkt der Bloor-Danforth-Linie schloss sich von 1985 bis 2023 die Scarborough-Linie an. Sie führte nach McCowan im Stadtteil Scarborough, hatte sechs Stationen und unterschied sich in technischer Hinsicht von den übrigen Linien.
Die 6,4km lange, am 23. März 1985 eröffnete Strecke war in Normalspur ausgeführt, so dass die Spurweite um 60mm schmaler war als jene der Subway. Ursprünglich plante die TTC den Betrieb einer Stadtbahnlinie auf dieser überwiegend auf Viadukten verlaufenden Strecke. Doch Politiker der Provinz Ontario wollten sie als Referenzstrecke für neu entwickelte Technologien nutzen und setzten das System Bombardier Advanced Rapid Transit (ART) durch, das auch auf dem SkyTrain Vancouver und dem Detroit People Mover zur Anwendung kam. Die Fahrzeuge verkehrten angetrieben von Linearmotoren mit Stahlrädern auf Schienen und im automatisierten Zugbetrieb mit Fahrer.
Drei Jahrzehnte lang trug die Strecke die Bezeichnung Scarborough RT (RT stand für Rapid Transit), um sie vom übrigen U-Bahn-Netz zu unterscheiden. Im März 2014 erhielt sie die Liniennummer 3 und wurde passend zu den übrigen Linien in „Scarborough Line“ umbenannt.
Im Februar 2021 erklärte die TTC, die Scarborough-Linie sei zu alt, zu unzuverlässig und zu schwierig in der Instandhaltung, und verkündete das Betriebsende für 2023. Nach einer Zugentgleisung am 24. Juli 2023 beschloss die TTC, die Linie sofort zu schließen. In den Folgejahren wurden die Gleisanlagen entfernt und ein Teil der Trasse zu einer Busspur umgebaut.
Sheppard-Linie
mini|Endstation Don Mills Am 24. November 2002 wurde mit der Sheppard-Linie eine vierte U-Bahn-Strecke eröffnet. Unter der Sheppard Avenue verlaufend verbindet sie Don Mills mit Sheppard-Yonge, wo zur Yonge-University-Linie umgestiegen werden kann. Die Strecke im Norden Torontos hat fünf Stationen und erschließt ein großes Wohngebiet. Die Planungen begannen im Jahr 1982, der Baubeginn verzögerte sich aber aufgrund von Finanzierungsproblemen und aus politischen Gründen bis 1995. Im März 2014 erhielt die Sheppard-Linie die Liniennummer 4.
Die Sheppard-Linie ist Teil einer einstmals geplanten Tangentialstrecke durch die nördlichen Stadtteile, die aber in dieser Form wohl nie verwirklicht werden wird. Teil dieser Tangente hätte die Eglinton West Subway sein sollen, die von der Yonge-University-Linie in Richtung Westen abgezweigt wäre. 1994 wurden Bauvorleistungen erbracht, ein Jahr später stoppte die Provinzregierung jedoch sämtliche Bauarbeiten.
Stadtbahn mini|Stadtbahnzug bei Probefahrten 2025 auf der Eglinton-Linie
Eglinton-Linie
Die Eglinton-Linie (offiziell Line 5 Eglinton) ist eine Stadtbahnstrecke entlang der Eglinton Avenue. Ein erster, 19km langer Abschnitt mit 25 Stationen, davon 15 Tunnelstationen, wurde am 8. Februar 2026 eröffnet. Er verläuft von der Station Kennedy zur Station Mount Dennis. Die Strecke verläuft im Ostteil überwiegend, mit Ausnahme kurzer Tunnelabschnitte, auf eigenem Gleiskörper in der Mitte der Eglinton Avenue, im Westteil verläuft sie auf 10km nahezu vollständig unterirdisch.
In Zukunft soll die Strecke über Mount Dennis hinaus bis Renforth Drive an der Stadtgrenze zu Mississauga verlängert werden, wofür 2020 die Bauarbeiten begannen. Die Verlängerung soll 9,2km lang werden und sieben Stationen umfassen.
Finch-West-Linie
Die Finch-West-Linie (offiziell Line 6 Finch West) ist eine 11km lange Stadtbahnstrecke entlang der Finch Avenue West. Zwischen den zwei Endstationen liegt die Strecke auf einem eigenen Gleiskörper in der Mitte von der Finch Avenue West. Es gibt eine Tunnelstation und 17 Stationen an der Oberfläche. Die Bauarbeiten begannen im Jahr 2019, die Eröffnung erfolgte am 7. Dezember 2025.
Ausbauplanungen Ausbau als Light Metro mini|Verlauf der Ontario-Linie (blau) im Stadtgebiet Torontos, Bezug zur Toronto Subway und zu Regionalverkehr von GO Transit