mini|Kräuter der „Frank­furter Grünen Soße“ Die Frischkräuterkomposition „Frankfurter Grüne Soße“ bzw. „Frankfurter Grie Soß“ ist eine spezielle Mischung von frischen Küchenkräutern aus dem Großraum Frankfurt am Main, die als Basis für diverse variable Speisen dient und insbesondere bei der traditionellen Zubereitung der gleichnamigen kalten Sauce Frankfurter Grüne Soße (kurz Grüne Soße) verwendet wird. Die Bezeichnung ist eine geschützte geografische Angabe (g.g.A.) nach europäischem Recht.

Bestandteile und EU-Gütezeichen Das EU-Gütezeichen „geschützte geografische Angabe (g.g.A.)“ wurde der Frischkräuterkomposition von der Europäischen Union am 9. März 2016 verliehen; die Veröffentlichung des detaillierten Antrags mit der Produktspezifikation datiert vom Oktober 2015. In: Amtsblatt der Europäischen Union. 22. Oktober 2015, abgerufen am 3. Mai 2019.

Die spezielle Kräutermischung besteht aus frischen Blättern, Blattstielen und Triebspitzen von sieben verschiedenen Küchenkräutern folgender Arten: Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch. Die Komposition der einzelnen sieben Schnittkräuterbestandteile sowie die Erstellung der Gebinderollen muss im Herkunftsgebiet ausschließlich in Handarbeit stattfinden. mini|hochkant|Typische Kräuter­gebinde­rollen, hier von einem Garten­bau­betrieb in Frankfurt-Oberrad (2008) Das geografische Gebiet bilden die Stadt Frankfurt am Main und die direkt angrenzenden Städte und Gemeinden: Kreis Groß-Gerau: Kelsterbach, Mörfelden-Walldorf, Rüsselsheim am Main, Raunheim, Hochtaunuskreis: Bad Homburg vor der Höhe, Oberursel, Steinbach (Taunus) Main-Kinzig-Kreis: Maintal, Niederdorfelden Main-Taunus-Kreis: Eschborn, Hattersheim am Main, Hofheim am Taunus, Kelkheim, Kriftel, Liederbach am Taunus, Schwalbach am Taunus, Sulzbach (Taunus) Landkreis Offenbach: Neu-Isenburg Wetteraukreis: Bad Vilbel, Karben Offenbach am Main

Das Kräutergebinde „Frankfurter Grüne Soße“ / „Frankfurter Grie Soß“ (g.g.A.) sollte die genannten sieben Kräuter enthalten, die in Frankfurt am Main oder nahe der Stadtgrenze angebaut werden müssen. Die Gewichtsanteile der einzelnen Kräuter sind geregelt, keine Kräuterart darf mit mehr als 30 Prozent in den speziellen „Kräutergebinderollen“ vertreten sein.

Verwendung

Die spezielle Frischkräuterkomposition dient vor allem zur traditionellen Zubereitung der Frankfurter Grüne Soße, die als kalte Sauce bei verschiedenen Gerichten verwendet wird. Als saisonales Hauptgericht ist Frankfurter Grie Soß mit hartgekochten Eiern und Salzkartoffeln bekannt. In der gehobenen Frankfurter Küche wird die Sauce auch als Beilage zu gekochter Ochsenbrust, Tafelspitz oder Fisch gereicht.Norbert Brieke: Köstlichkeiten aus Frankfurts Küche und Keller. Verlag Waldemar Kramer, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-7829-0409-5, S. 139. Zudem findet sich seit den 1990er Jahren auf manchen Speisekarten ein als Frankfurter Schnitzel bezeichnetes Gericht, bei dem es sich um ein Schnitzel Wiener Art mit frittierten Kartoffeln und Grüner Soße handelt.

Außerdem wird die Kräuterkomposition bei der Zubereitung der klassischen Frankfurter Sauce (frz. Sauce Francfort, auch Grüne SauceF. Jürgen Herrmann (Hrsg.): Herings Lexikon der Küche. 25., überarbeitete Auflage. Fachbuchverlag Dr. Pfanneberg, & Co., Gießen 2012, ISBN 978-3-86820-344-8, S. 60.) verwendet, einer kalten Sauce nach Art einer Mayonnaise. Sie wird als Beilage zu kaltem Braten, Suppenfleisch oder gebackenem Fisch gereicht.Erhard Gorys: Das neue Küchenlexikon. dtv, München 1994–2002, ISBN 3-423-36245-6, S. 167.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

* Kategorie:Essen und Trinken (Frankfurt am Main) Kategorie:Gemüse, Pflanzen, Wurzeln und Knollen als Lebensmittel Kategorie:Lebensmittel mit geschützter geographischer Angabe