mini|Notre-Dame in Paimpont von Südosten mit der Fensterrose im Querschiff aus dem 13. Jahrhundert mini|Westportal mit Madonna mit dem Jesuskind aus dem 13. Jahrhundert mini|Blick durch das Langhaus Richtung Chor mini|hochkant|Chorraum Notre-Dame ist eine römisch-katholische Pfarr- und frühere Abteikirche in Paimpont im Département Ille-et-Vilaine in der Bretagne. Die Kirche ist seit 1966 als Monument historique klassifiziert.
Geschichte Im Wald von Paimpont wurde im 7. Jahrhundert durch den heiligen Judicaël ein Benediktinerkloster gegründet, das als Priorat der Abtei von Saint-Méen-le-Grand unterstand. Das Priorat wurde im 9. Jahrhundert während eines Normannenüberfalls zerstört und später wieder aufgebaut. Diese älteren Bauwerke wurden im 13. Jahrhundert ersetzt, nachdem das Priorat im Jahr 1199 in eine Augustinerchorherrenabtei umgewandelt wurde. Die Abteikirche wurde im Stil der Gotik auf kreuzförmigem Grundriss errichtet und erinnert an die zeitgenössische Architektur der Zisterzienser.
Der im Jahr 1407 zum Abt gewählte Olivier Guiho ließ die Abteikirche von Grund auf instand setzen. Dabei wurde zunächst das Holzgewölbe des Langhausees erneuert und die Mauern gefestigt. Im Querhaus sowie im Chor wurden Steingewölbe eingezogen, die von außen durch Strebepfeiler gestützt wurden. Diese Steingewölbe lagen einige Meter tiefer als die ursprünglichen Holztonnen. Der frei gewordene Raum wurde genutzt, um über der Vierung einen Glockenturm zu errichten.
Eine von der Pariser Abtei Sainte-Geneviève ausgehende Erneuerung der Augustiner-Chorherren führte auch in Paimpont zu einem Neuanfang, dort wurde die Reform am 18. März 1649 besiegelt. Die Kongregation entsandte zehn Ordensleute aus anderen Abteien, angeführt von einem neuen Prior, Pater Asseline. Da zu dieser Zeit die alten Klostergebäude weitgehend verfallen waren, beschloss man, die alten Gebäude abzureißen und einen Neubau zu errichten, mit dessen Bau Ende 1649 nördlich im Anschluss an die Kirche begonnen wurde. Zur gleichen Zeit wurde auch der Innenraum der Abteikirche neu gestaltet. Seit der Französischen Revolution dient die Kirche als Pfarrkirche.
Das einschiffige Langhaus der Abteikirche wird von einer Holztonne überwölbt, die Vierung, die Querhausarme sowie der einjochige Chorraum mit geradem Ostabschluss besitzen schlichte Kreuzrippengewölbe aus dem 15. Jahrhundert. Im Äußeren erweckt das Langhaus den Eindruck einer Basilika. In den beiden seitenschiffartigen Nebenflügeln des Langhauses befinden sich jedoch neben der Sakramentskapelle an der Nordseite Lagerräume sowie der Heizraum („chaufferie“). Außerdem ist der Südflügel schmaler als die Räume an der Nordseite mit Sakramentskapelle und Heizraum. In den Jahren 2002 bis 2004 fanden grundlegende Restaurierungsmaßnahmen statt.Abbaye de Paimpont. HistoriqueFaltblatt zur Abteikrche (ohne Datum oder Ort)
Ausstattung In der früheren Abteikirche hat sich eine reiche Ausstattung vor allem aus dem 17. Jahrhundert erhalten, 32 Objekte sind als einzelne Kulturgüter in der Base Palissy gelistet und als bewegliche Kulturgüter in Frankreich geschützt. Dazu gehören die seitlichen Holzvertäfelungen des Langhauses und der Hochaltar mit Baldachin aus dem 17. Jahrhundert, ein Armreliquiar des Heiligen Judicaël aus dem 15. Jahrhundert, eine Christusfigur aus Elfenbein aus dem 18. Jahrhundert sowie die Predigtkanzel. Geschützt ist auch das Chorfenster aus dem Jahr 1899, dessen Glasmalerei Szenen aus dem Leben der heiligen Judicaël und Méen darstellt.
Siehe auch Kanzel (Paimpont)
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Einzelnachweise
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