mini|Ampelpärchen in Amsterdam Ampelpärchen sind besondere Fußgängersignale, die von ihrer Form her auf das Ampelmännchen bzw. -weibchen zurückgehen.
Nach deren Einführung in Wien 2015 gibt es in einigen Städten in Österreich und Deutschland Ampelpärchen, und zwar in allen drei möglichen Kombinationen der zwei Geschlechter Mann und Frau. Damit ist zugleich oft ein politisches Statement der Gleichberechtigung von gleich- und verschiedengeschlechtlicher Liebe verbunden.
Homosexuelle Ampelpärchen wurden anschließend auch in weiteren Städten wie London und Madrid installiert. Außerhalb Europas findet man Ampelpärchen etwa im australischen Canberra.
Österreich mini|hochkant|links|Ein Ampelpärchen in Wien
In der österreichischen Bundeshauptstadt WienWiener Ampelpärchen. wien.at → Verkehr & Stadtentwicklung, abgerufen am 7. Januar 2015. wurden am 11. Mai 2015, anlässlich des Life Balls, des Eurovision Song Contests (der aufgrund des Erfolgs der Sängerin und Drag Queen Conchita Wurst in Wien ausgetragen wurde) und der Regenbogenparade als Variante drei verschiedene Arten von „Ampel-Pärchen“ mit Herz u. ä. (hetero, lesbisch, schwul) installiert. Diese Aktion der Stadt Wien war ursprünglich nur für bis Ende Juni, also während sieben Wochen gedacht. Nach weltweit beachtlichem positivem Medienecho, und der rasch artikulierten Forderung durch zahlreiche Menschen entschied Verkehrsstadträtin Vassilakou (Grüne) schon am 18. Mai, dass die Pärchen hängen bleiben werden: Auch der SPÖ-Tourismussprecher Max Unterrainer sprach von einer , die Ampelpärchen stünden für ein Miteinander, für ein weltoffenes Wien. Die Facebook-Gruppe Die Wiener Ampelpärchen sollen bleiben hatte bis 19. Mai gut 20.000 Teilnehmer. Die Homosexuelleninitiative HOSI begrüßte das dauerhafte Belassen der Pärchen.
Der Wiener FPÖ gingen in dieser kurzen Zeit der Entscheidungsfindung die Sujets , sie ortete und strebte die Strafverfolgung von Vassilakou wegen Verstoß gegen die StVO an. ÖVP-Landesparteiobmann und Stadtrat Manfred Juraczka fand die neuen Ampelmännchen-Paare und bezeichnete die Diskussion darüber als .Ampelpärchen bleiben hängen. ORF.at, 18. Mai 2015, abgerufen am 19. Mai 2015.Homosexuelle Ampelpärchen sollen bleiben. ORF.at, 15. Mai 2015, abgerufen am 16. Mai 2015.Ampelpärchen erregen international Aufsehen. ORF.at, 13. Mai 2015, abgerufen am 16. Mai 2015.
Für den Austausch der Ampeln an 120 Fußgängerübergängen bzw. 49 Ampelstandorten wurden Kosten von 63.000 € genannt. Nach der MA 33 – „Wien Leuchtet“ würde die StVO nur die Farbe vorschreiben, nicht jedoch das Motiv. Eine Evaluierung erbrachte einen signifikanten Rückgang an Rotgehern von fast 20 %. Dies wird neben dem Überraschungseffekt auf die erhöhte Leuchtkraft zurückgeführt.
SPÖ-Tourismussprecher Unterrainer ging am 19. Mai weiter und fordert Ampelpärchen für ganz Österreich, hielt die Kosten für 1285 Euro pro Ampel für vertretbar, und sah auch die Möglichkeit solcher Ampeln an stark frequentierten Skipisten.SPÖ für österreichweite Ampelpärchen. ORF.at, 19. Mai 2015, abgerufen am 19. Mai 2015. Die Rechte am Design hält die Stadt Wien, weshalb für die weitere Verwendung in anderen Städten kostenlose Nutzungsverträge abgeschlossen wurden.Lockeres Statement: Ampelpärchen gibt es jetzt auch in Salzburg. krone.at, 18. Juni 2015, abgerufen am 7. Dezember 2015.
Auf Initiative von SoHo, der sozialdemokratischen Homosexuelleninitiative Salzburg und Bürgermeister Schaden (SPÖ) – – erhielten am Donnerstag, 18. Juni 2015 früh Fußgängerampeln an den Köpfen der zentralen Staatsbrücke die Wiener Motive (je ein schwules, lesbisches und Hetero-Paar).
Nach Wien und Salzburg hatte auch Linz per 26. Juni 2015, dem Vortag zu Veranstaltungen zum Christopher Street Day, Ampelpärchen erhalten. An den vier Straßenübergängen der zentralen Mozartkreuzung zeigten die Fußgängerampeln die Wiener Symbole: ein schwules, ein lesbisches und ein Hetero-Paar. Die Kosten der getauschten Vorsatzscheiben von etwa 1000 Euro wurden über eine private Initiative via Facebook von Sponsoren finanziert und unter Verkehrsreferentin Karin Hörzing (SPÖ) montiert, die die Intention nachvollziehen konnte.Ampelpärchen leuchten jetzt auch in Linz. ORF.at, 26. Juni 2015, abgerufen am 7. Dezember 2015. Der neue FPÖ-Verkehrsstadtrat Markus Hein hat die Ansteckscheiben Anfang Dezember 2015 verschwinden lassen: . Er wolle mit den üblichen Einzelmännchen – die Ampelpärchen hält er für „völlig unnötig“ und die Rechtslage für gleichgeschlechtliche Paare wäre in Österreich fortschrittlich. Die Grünen kritisierten die Demontage der Linzer Ampelpärchen heftig. Der Landtagsabgeordnete und Mitinitiator der Installation, Severin Mayr, fand es : – erklärbar nur mit .„völlig unnötig“: Linzer FPÖ-Stadtrat ließ Ampelpärchen abmontieren. krone.at vom 7. Dezember 2015, abgerufen am 7. Dezember 2015.FPÖ-Stadtrat ließ Ampelpärchen abmontieren. ORF.at, 7. Dezember 2015, abgerufen am 7. Dezember 2015. Auch die Sozialistische Jugend Linz protestierte; SJ-Aktivisten klebten aus Protest Pärchen-Sticker auf die Masten der betroffenen Ampeln.Linz: FPÖ-Stadtrat lässt Ampelpärchen abmontieren. presse.at, 7. Dezember 2015, abgerufen am 7. Dezember 2015.
Am 17. Dezember blieb ein Antrag von SPÖ-Bürgermeister Luger für die Wiedermontage der Pärchen im Stadtsenat in der Minderheit, denn die FPÖ stimmte dagegen, die ÖVP enthielt sich. Daraufhin stellten Grüne und KPÖ einen Dringlichkeitsantrag an den Gemeinderat, doch SPÖ und FPÖ – die Koalitionspartner – stimmten gegen die Dringlichkeit. Ende 2015 befürworteten SPÖ, Grüne, NEOS und KPÖ die Pärchenmotive, was eine knappe Mehrheit für eine zukünftige Abstimmung im Gemeinderat ergäbe.Ampelpärchen-Streit in Verlängerung. ORF.at, 17. Dezember 2015, abgerufen am 17. Dezember 2015.
Deutschland Zum Christopher Street Day 2015 wurden die Ampelpärchen auch in München erstmals angebracht. Sie werden ab 2016 künftig jährlich im Zeitraum um den Christopher Street Day im Bereich des Glockenbachviertels verwendet.Ampelpärchen als Exportschlager. ORF.at, 19. Mai 2015, abgerufen am 19. Mai 2015. Kurz darauf folgten Berlin sowie Hamburg, wo man Ampelpärchen in St. Georg („Vielfalt-Ampel“) sieht. Ein dauerhaftes homosexuelles Ampelpärchen erhielt die Stadt Frankfurt am Main anlässlich des CSD 2018 an der Konstablerwache, ebenso Köln zum CSD 2019 am Heumarkt. 2020 wurden in Hannover dauerhaft mehrere gleichgeschlechtliche Ampelfiguren installiert.
In Marburg finden sich seit 2019 ebenfalls heterosexuelle, schwule und lesbische Paare an mehreren Ampeln.
Eine Klage gegen die Ampelpärchen wurde 2022 vom Münchener Verwaltungsgericht und Bayerischen Verwaltungsgerichtshof als unbegründet abgewiesen.
Schweiz In Zürich wurde die Einführung homosexueller Ampelpärchen anlässlich des 25. Jubiläums des „Zurich Pride Festivals“ und des 50. Jahrestags der Stonewall-Unruhen beschlossen.
Niederlande In den Niederlanden gibt es Ampelpärchen in Utrecht und in Amsterdam.
Spanien In Madrid wurden 2017 288 homosexuelle Ampelpärchen installiert.
Großbritannien In London gibt es die Ampelpärchen seit 2016.
Australien In Canberra wurden 2018 anlässlich des ersten Jahrestages der Eheöffnung für gleichgeschlechtliche Paare homosexuelle Ampelpärchen aufgestellt.
Weblinks
Neue Ampelsymbole Wien
Einzelnachweise
Kategorie:Ampel Kategorie:Piktogramm Kategorie:Geschichte der Homosexualität Kategorie:Politik 2015