Mautern ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) in der Obersteiermark (Österreich) und gehört zum Gerichtsbezirk Leoben im Bezirk Leoben.
Geografie mini|links|Blick von der Kahlwandspitze auf Mautern Mautern liegt im Zentrum des Liesingtals, das in rund 700 Meter über dem Meer die Gemeinde von Westen nach Osten durchzieht. Nach Norden steigt das Gemeindegebiet zu den Eisenerzer Alpen an. Der höchste Punkt ist die Kahlwandspitze mit 2090 Meter. Im Süden bilden die Seckauer Tauern die Gemeindegrenze. Die höchsten Gipfel sind Seckauer Zinken (2397 m), Meierangerkogel (2356 m) und Hochreichhart (2416 m).
Die Gemeinde hat eine Fläche von 108,70 Quadratkilometer. Davon sind 9 Prozent landwirtschaftliche Nutzfläche, 9 Prozent Almen und 73 Prozent Wald.
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst folgende sechs Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ): Eselberg () Liesingau () Magdwiesen () Mautern in Steiermark () Rannach () Reitingau ()
Die Gemeinde besteht aus den sechs Katastralgemeinden Eselberg, Liesingau, Magdwiesen, Mautern, Rannach und Reitingau.
Liesingau liegt zwischen den Orten Kalwang und Mautern und ist, nachdem auch die kleineren Industriebetriebe wie Holzverarbeitung und Limonadenproduktion in den letzten Jahren schließen mussten, weitgehend agrarisch geprägt.
Gemeindeverband Seit 27. Juni 2011 gehört die Gemeinde Mautern zur „Kleinregion Liesingtal“, welche an diesem Tag, gemeinsam mit den Nachbargemeinden Kammern, Kalwang und Wald am Schoberpaß, gegründet wurde.
Nachbargemeinden
Geschichte mini|Mautern in Steiermark Auf eine frühe Besiedlung weisen die Funde einer Lanzenspitze und einer Kupferschmelze aus der Urnenfelderzeit hin.
Das früheste Schriftzeugnis ist von 1145 und lautet „apud Mutaren“. Der Name geht auf althochdeutsch *mûtâri zurück und bedeutet ‚Bei den Mauteinnehmern‘.
Die Pfarrkirche St. Nikolaus wurde von 1170 bis 1180 erbaut. Den Mittelpunkt stellt das wundertätige Kreuz am Hochaltar dar. Es brannte beim großen Brand von 1718 so aus, dass die schweren Querbalken senkrecht von den Christusarmen gehalten wurden.
Seit 1633 hat Mautern Marktrecht und Wappen. Auf dem Marktplatz befinden sich der Marktbrunnen und der Pranger. An diesem Schandpfahl im Zentrum des mittelalterlichen Ortskernes mussten im Mittelalter Gesetzesbrecher oft mehrere Tage stehen.
Im Jahr 1693 wurde zum Dank für die gut überstandene Pest eine Pest- oder Mariensäule errichtet.
Bevölkerungsentwicklung 2026 lebten nur 1641 Menschen in Mautern.mini|Schloß Ehrnau
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Pfarrkirche Mautern mini|hochkant|Innenansicht der Klosterkirche
Schloss Ehrnau Katholische Pfarrkirche Mautern hl. Nikolaus Klosterkirche hl. Barbara Heimatmuseum „Troadkastn“ Alpenbad „Der wilde Berg“: Wildpark Mauern, und „Abenteuerwelt“ mit Sommerrodelbahn u. a.
Naturdenkmäler Rannachklamm
Wirtschaft und Infrastruktur Tourismusverband Die Gemeinde bildet gemeinsam mit Radmer an der Stube, Eisenerz, Vordernberg, Trofaiach, Tragöß-St.Katharein, St. Peter-Freienstein, Proleb, Niklasdorf, Leoben, St. Michael in der Obersteiermark, Kraubath an der Mur, Traboch, Kammern im Liesingtal, Kalwang und Wald am Schoberpass den Tourismusverband „Erzberg Leoben“. Dessen Sitz ist in Leoben.
Sicherheit Im Ort befindet sich eine Polizeiinspektion der Bundespolizei, welche dem Stadt- und Bezirkspolizeikommando Leoben untersteht.
Verkehr
Eisenbahn: Mautern liegt an einer Teilstrecke der Rudolfsbahn und an der Schoberpassstraße. Straße: Durch das Liesingtal verläuft die Pyhrn Autobahn A9.
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat besteht aus 15 Mitgliedern. Die Wahl 2005 ergab folgende Verteilung: 4 ÖVP, 9 SPÖ und 2 FPÖ. Die Wahl 2010 ergab folgende Verteilung: 8 ÖVP, 6 SPÖ und 1 FPÖ. Die Wahl 2015 ergab folgende Verteilung: 11 ÖVP, 3 SPÖ und 1 FPÖ. Die Wahl 2020 ergab folgende Verteilung: 10 ÖVP, 4 SPÖ und 1 FPÖ.
Bürgermeister
bis 2010 Peter Hölzl (SPÖ) seit 2010 Andreas Kühberger (ÖVP)
Wappen Der Gemeinde wurde 1633 folgendes Wappen verliehen: Ein gelb- oder goldfarbener Schild, darauf ein Biber nach der rechten Seite gewendet; Biber braun, Hintergrund gelb/gold, auf grünem Grund.
Gemeindepartnerschaften Partnergemeinden von Mautern in Steiermark sind: Mautern an der Donau, Niederösterreich, seit 1983 Tipperary, Irland, seit 2006
Persönlichkeiten mini|Walter Grond (2015) mini|Johannes Silberschneider (2012) mini|Boris Hüttenbrenner (2014) mini|Tamara Tippler (2017) Söhne und Töchter
Julius Wegerer (1886–1960), akademischer Maler Erwin Altenburger (1903–1984), Politiker (ÖVP) Hermann Hofer (1908–2003), Höhlenforscher Herwig Mitteregger (* 1953), österreichischer Musiker und Komponist Walter Grond (* 1957), Schriftsteller Johannes Silberschneider (* 1958), Schauspieler Christian Schiester (* 1967), Extremläufer Boris Hüttenbrenner (* 1985), Fußballspieler Tamara Tippler (* 1991), Skirennläuferin
Ehrenbürger 1971: Walter Heschl, prakt. Arzt 1973: Karl Steinegger, Feuerwehrkommandant, Obmann der Agrargemeinschaft 1975: Friedrich Niederl, Landeshauptmann 1981: Josef Gruber, Landesrat für Soziales 1986: Josef Thewanger, Kommerzialrat, Bürgermeister 1965–1982 1997: Gerhard Thewanger, Bürgermeister 1982–1997, VS-Direktor 2006: Josef Orasche, Lehrer, Chronist, Pfarrgemeinderatsvorsitzender, Vereinsobmann, Obmann der Ortsmusikkapelle, Gemeinderat, Verfasser der Ortschronik, eines Kirchenführers, eines Brauchtumbuches, eines Mauterner Wörterbuches
Ehrenringträger 1976: Josef Thewanger, Bürgermeister 1976: Josef Illmayr, Altbürgermeister 1976: Walter Kandler, Hauptschuldirektor, Gemeindekassier 1976: Johann Glück, Musiker der Ortsmusikkapelle 1976: Josef Müller, Ökonomierat, Bauernfunktionär 1981: Josef Gruber, Landesrat 1986: Walter Kaufmann, Gemeindekassier 1986: Rupert Seitweger, Gemeinderat, Funktionär des Roten Kreuzes 1986: Rolf Schützenauer, Vizebürgermeister 1990: Franz Hüttenbrenner, Vizebürgermeister, Obmann der Union 1992: Johann Klammer, Lehrer, Kapellmeister der Ortsmusikkapelle 1995: Gerhard Thewanger, Volksschuldirektor 1997: Josef Orasche, Obmann der Ortsmusikkapelle, Vereinsobmann, Gemeinderat, Pfarrgemeinderatsvorsitzender 2003: Felix Schmid, Gemeinderat, Funktionär des Trachtenvereines 2003: Koloman Viertler, Ortspfarrer 2006: Klaus Koroschetz, prakt. Arzt, Feuerwehrarzt, Ortsstellenleiter des Roten Kreuzes 2007: Franz Habenbacher, Obmann des Trachtenvereines 2017: Josef Antoniol, Kommandant der FF Mautern
mini|hochkant|Elisabeth Gnauck-Kühne (um 1900) mit Mautern verbunden Elisabeth Gnauck-Kühne (1850–1917), christliche Kämpferin für die Interessen der Frau, trat 1900 in Mautern zum katholischen Glauben über. Christine Elisabeth Hollerer (* 1960), verbrachte ihre Kindheit in Mautern, Reitingau Lisa Lercher (* 1965), österreichische Autorin, wuchs in Mautern auf Ewald Plachutta (* 1940), österreichischer Haubenkoch, wuchs in Mautern auf
Weblinks
Informationsseite der Marktgemeinde Mautern
Literatur
Christine Elisabeth Hollerer, Josef Taucher (2006): Pyritkristalle und Hämatit in klaren Bergristallen von der Rannach, Mautern in Steiermark, Österreich Der steirische Mineralog – 20_2006: 32. Sepp Orasche: Chronik Mautern. Ein obersteirischer Markt im Wandel der Zeit, Mautern, Marktgemeinde Mautern (Hsg.) 2005. Dora (Dorothea) Schafhuber: Die Reitingau. Eine obersteirische Talschaft im Wandel, Gnas 2001, ISBN 978-3-7059-0140-7.
Einzelnachweise
Kategorie:Seckauer Tauern Kategorie:Eisenerzer Alpen Kategorie:Ort im Einzugsgebiet Liesing (Mur)