Xinhua (; taiwanisch: Sin-hoà-khu) oder auch Sinhua ist ein Bezirk der regierungsunmittelbaren Stadt Tainan im Südwesten der Republik China auf Taiwan.

Lage und Beschreibung Xinhua liegt im südlichen Stadtgebiet von Tainan, etwa 15 bis 20 Kilometer westlich des historischen Stadtzentrums von Tainan. Der Bezirk befindet sich in der Übergangszone zwischen der westlich gelegenen Jianan-Ebene und dem weiter östlich gelegenen Hügelland. Die ungefähre Grenze bildet die Nationalstraße 3 (Autobahn). Die benachbarten Bezirke sind Xinshi und Shanshang im Norden, Zuozhen im Osten, Longqi und Guanmiao im Süden und Yongkang im Westen.

Geschichte Bis zum 17. Jahrhundert lebten austronesische Ethnien im Gebiet von Xinhua, zuletzt Angehörige der Siraya. In den Dagregisters van het kasteel Zeelandia der Niederländischen Ostindien-Kompanie aus der Zeit der niederländischen Herrschaft über Südtaiwan ist der Ort unter dem Namen Tavocan (oder in leicht variierender Schreibweise) dokumentiert (in chinesischer Umschrift: oder , Dàmù Jiàng). Die Kompanie übte nur eine relativ lockere Herrschaft aus und überließ den Dörfern weitgehend eine Selbstverwaltung. Einmal jährlich wurde eine Dorfvertreter­versammlung nach Fort Provintia einberufen. Nach der Übernahme des Gebiets durch Zheng Chenggong und seine Gefolgsleute im Jahr 1661 wurde die Verwaltung wesentlich straffer. Tavocan wurde dem Kreis Tianxing () unterstellt. Nach der Inkorporierung Taiwans in das Qing-Kaiserreich im Jahr 1683 wurde Tavocan als Dorf () im Kreis Taiwan () der Präfektur Taiwan () organisiert. Seit dem 17. Jahrhundert strömten zunehmend han-chinesische Einwanderer vom chinesischen Festland nach Taiwan, wo sie mit der Zeit die Bevölkerungsmehrheit bildeten. Im 19. Jahrhundert zählte Tavocan zu den größten Siedlungen in Süd-Taiwan.

Während der Zeit der japanischen Herrschaft (1895–1945) folgten verschiedene größere Verwaltungsreorganisationen, zuletzt 1920, als Xinhua zu einer ‚Kleinstadt‘ (, japan. Machi, chin. Jiē) im gleichnamigen Kreis (, Ken) Xinhua wurde. Nach der Übergabe Taiwans an die Republik China wurde daraus die Stadtgemeinde Xinhua () im neu gegründeten Landkreis Tainan. Mit der Auflösung des Landkreises und der Angliederung an die Stadt Tainan am 25. Dezember 2010 erhielt Xinhua den Status eines Stadtbezirks ().

Xinhua war erheblich vom Erdbeben in Kaohsiung am 6. Februar 2016 betroffen.

Bevölkerung mini|Bezirksbüro von Xinhua Mit 42.469 Einwohnern gehörte der Bezirk im Juli 2024 zu den Bezirken Tainans mit mittlerer Einwohnerzahl. Angehörige indigener Völker bilden nur eine kleine Minderheit von etwa 0,3 %. Gliederung Xinhuas 270px

Verwaltungsgliederung Vor dem 29. Januar 2018 war Xinhua in 20 Ortsteile () aufgeteilt. Mit dem 29. Januar 2018 erfolgte eine Reorganisation und Aufteilung in 16 Ortsteile.

Verkehr Die Hauptstraßenverbindungen bilden die Nationalstraße 3 (Autobahn), die den Bezirk in Nord-Süd-Richtung durchquert, sowie die Provinzstraßen 19A (19, ebenfalls Nord-Süd-Richtung), 20 (nordwestliche Richtung) und 39 (kurzes Teilstück im Westen). Ein direkter Eisenbahnanschluss besteht nicht. Im Westen durchquert die Trasse der Taiwanischen Hochgeschwindigkeitsbahn (THSR) den Bezirk ohne Halt.

Wirtschaft Die Landwirtschaft spielt in Xinhua weiterhin eine wichtige Rolle. Die wichtigsten Anbauprodukte sind Reis, Süßkartoffel, Zuckerrohr, Bambussprossen, Wassermelone, Ananas, Mango, Banane, Litschi. An Nutztierhaltung wird vorwiegend Schweinezucht betrieben. Im Jahr 2016 gab es 89 Gewerbebetriebe in Xinhua. Den größten Anteil (21) bildeten Betriebe der Lebensmittelverarbeitung.

Besonderheiten und touristische Ziele Das urbane Zentrum von Xinhua mit der „Alten Straße“ (, ) gilt als sehenswert. Der an der ‚Alten Straße‘ gelegene Wude-Tempel (, ) wurde zur Zeit der japanischen Herrschaft zwischen 1925 und 1928 errichtet und diente ursprünglich als Judo- und Kendō-Trainingshalle. Ebenfalls an der ‚Alten Straße‘ liegt der Chaotian-Tempel (, ) von Xinhua, ein Mazu-Tempel, der auf das Jahr 1807 zurückgeht. Im Landschaftsgebiet Hutoupi () im Ortsteil Jiaokeng befindet sich der kleine gleichnamige Stausee (), der schon im Jahr 1846 angelegt wurde. Er diente ursprünglich der Wasserversorgung für die Landwirtschaft und ist heute auch ein Touristenziel. Das Nationale Landschaftsgebiet Siraya (), das sich östlich der Nationalstraße 3 erstreckt, weist viele Natursehenswürdigkeiten auf, unter anderem die 1975 eingerichtete, 90 Hektar große Waldstation Xinhua () der Chung-Hsing-Nationaluniversität (NCHU).

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort auf Taiwan Kategorie:Stadtbezirk von Tainan