Couepia ist eine Pflanzengattung in der Familie der Goldpflaumengewächse (Chrysobalanaceae). Die seit 2014 nur noch etwa 62 Arten sind von Mexiko über Zentralamerika (nur etwa sieben Arten) bis Südamerika (mit Paraguay als südlichstem Fundort) verbreitet. Das Zentrum der Artenvielfalt ist das Amazonasgebiet in Brasilien sowie die Guyanas.
Beschreibung mini|hochkant|links|Borke von Couepia rufa mini|Zweig mit wechselständigen, einfachen Laubblättern von Couepia rufa mit kahler Blattoberseite mini|Zweig mit wechselständigen, einfachen Laubblättern von Couepia rufa mit behaarter Blattunterseite und Fiedernervatur
Vegetative Merkmale Die Couepia-Arten bilden mittelgroße Bäume, die meist Wuchshöhen von 20 bis 25 Metern erreichen, selten höher oder kleiner. Die Brusthöhendurchmesser betragen meist bis zu 50, selten bis zu 180 Zentimeter. Sie bilden mehr oder weniger dichte Baumkronen.
Die meist wechselständig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind meist gestielt. Die einfachen, ganzrandigen, häutigen bis mehr oder weniger ledrigen Blattspreiten sind elliptisch bis lanzettlich mit gerundetem bis zugespitztem oberen Ende und sie können bis zu 35 Zentimeter lang sein. Die Blattoberseite ist kahl und die Blattunterseite dicht behaart oder verkahlend. Es liegt Fiedernervatur vor. Die Laubblätter besitzen oft relativ kleine, flache Drüsen. Die haltbaren oder früh abfallenden Nebenblätter sind linealisch oder schmal-triangular.
Generative Merkmale Die end- oder seitenständigen Blütenstände sind mehr oder weniger gestielte Thyrsen, Trauben oder Rispen. Es können Deck- und Vorblätter vorhanden sein. Es sind meist Blütenstiele vorhanden.
Die zwittrigen Blüten sind asymmetrisch oder zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Es ist oft ein glockenförmiger bis röhriger, größerer und teils gestielter (Pedicellum), hohler Blütenbecher vorhanden an dem die Kelch- und Kronblätter sitzen. Es sind fünf Kelchlappen vorhanden. Die fünf kahlen oder flaumig behaarten Kronblätter sind teils früh abfallend.
Es sind selten 10 bis, meist 15 bis 300 freie, relativ lange Staubblätter vorhanden, die am Blütenbecher inseriert sind. Es können Staminodien vorhanden sein. Der ober- bis mittelständige, einkammerige und oft behaarte Fruchtknoten liegt vielfach seitlich am Rand / Mund des Blütenbechers. Der fadenförmige, meist lange Griffel setzt oft seitlich und am Grund des Fruchtknotens an.
Die rundlichen bis ellipsoiden Steinfrüchte enthalten nur einen Samen.
Systematik, botanische Geschichte und Verbreitung Taxonomie Die Gattung Couepia wurde 1775 durch Jean Baptiste Christophe Fusée Aublet in Histoire des Plantes de la Guiane Françoise, 1, Seite 519, Tafel 207 aufgestellt. Der Gattungsname Couepia leitet sich vom Trivialnamen in Französisch-Guyana ab. Typusart ist Couepia guianensis Synonyme für Couepia sind: Dulacia , Pleragina nom. nud.
Botanische Geschichte Die erste Monographie von Prance 1972 hat 55 Arten enthalten und die zweite von Prance und Sother 2003 71 Arten. Sothers et al. 2014 stellten einige Arten in andere Gattungen (siehe weiter unten) und seither sind nur noch etwa 62 Arten akzeptiert.
Äußere Systematik Die Gattung Couepia gehört zur Tribus Couepieae in der Familie Chrysobalanaceae.
mini|Laubblätter und Früchte von Couepia grandiflora
Arten und ihre Verbreitung Die Couepia-Arten sind von Mexiko über Zentralamerika (nur etwa sieben Arten) bis Südamerika (mit Paraguay als südlichstem Fundort) verbreitet. Das Zentrum der Artenvielfalt ist das Amazonasgebiet in Brasilien sowie die Guyanas.
Die etwa 62 seit 2014 noch akzeptierten Couepia-Arten sind: Couepia belemii : Sie kommt in den brasilianischen Bundesstaaten vom südöstlichen Bahia bis Espírito Santo vor. Couepia bernardii : Sie kommt vom nördlichen Peru bis nordwestlichen Brasilien vor. Couepia bondarii : Sie kommt nur im südöstlichen Bahia vor. Couepia bracteosa : Sie ist im tropischen Südamerika verbreitet. Couepia carautae : Sie kommt nur in Espírito Santo vor. Couepia caryophylloides : Es gibt zwei Unterarten: Couepia caryophylloides subsp. caryophylloides: Sie kommt vom nördlichen Brasilien bis zu den Guyanas vor. Couepia caryophylloides subsp. glabra : Sie kommt nur im brasilianischen Bundesstaat Pará vor. Couepia cataractae : Sie kommt in den brasilianischen Bundesstaaten Rondônia sowie Pará vor. Couepia chrysocalyx : Sie ist im tropischen Südamerika verbreitet. Couepia cidiana : Sie kommt nur im westlichen Pará vor. Couepia coarctata : Sie kommt nur im südöstlichen Bahia vor. Couepia comosa : Sie kommt in Guyana und im venezolanischen Bundesstaat Bolívar vor. Couepia eriantha : Sie kommt im nördlichen Brasilien vor. Couepia excelsa : Sie kommt in Französisch-Guyana und im nördlichen Brasilien vor. Couepia exflexa : Sie kommt in den Guyanas vor. Couepia froesii : Sie kommt im nördlichen Brasilien vor. Couepia glabra : Dieser Endemit kommt nur im brasilianischen Bundesstaat Amazonas in der Nähe von Manaus vor. Couepia grandiflora (Syn.: Couepia formosana , Couepia suberosa ): Sie ist von Bolivien über Paraguay bis Brasilien verbreitet. Couepia guianensis : Es gibt drei Unterarten: Couepia guianensis subsp. divaricata (Syn.: Couepia divaricata , Couepia divaricata var. strictiuscula ): Sie ist von Venezuela über Guyana bis ins nördliche sowie nordöstliche Brasilien verbreitet. Couepia guianensis subsp. glandulosa (Syn.: Couepia glandulosa , Couepia myrtifolia , Couepia thyrsiflora ): Sie ist im tropischen Südamerika verbreitet. Couepia guianensis subsp. guianensis (Syn.: Couepia leptostachya , Couepia surinamensis , Couepia versicolor ): Sie ist im tropischen Südamerika verbreitet. Couepia habrantha : Sie ist von Kolumbien und Venezuela über die Guyanas bis ins nördliche Brasilien verbreitet. Couepia hallwachsiae : Sie wurde 2015 aus Costa Rica erstbeschrieben. Couepia hondurasensis : Sie wurde 1999 aus Honduras erstbeschrieben. Couepia impressa : Es gibt zwei Unterarten: Couepia impressa subsp. cabraliae : Sie kommt nur in Bahia vor. Couepia impressa subsp. impressa: Sie kommt im nordöstlichen Brasilien vor. Couepia insignis : Sie kommt nur im südöstlichen Bahia vor. Couepia janzenii : Sie wurde 2015 erstbeschrieben. Sie kommt von Costa Rica bis Panama vor. Couepia joaquinae : Sie kommt in Französisch-Guyana und im angrenzenden brasilianischen Bundesstaat Amapá vor. Sie wurde 1998 in der Rote Liste gefährdeten Arten der IUCN als „Critically Endangered“ = „vom Aussterben bedroht“ bewertet. Sie wurde 1991 aus Jari erstbeschrieben. Seitdem und bis 1997 sind nur vier Exemplare bekannt. Couepia krukovii : Sie kommt von Kolumbien und Bolivien bis ins nördliche Brasilien vor. Couepia latifolia : Sie kommt von Kolumbien und Peru über Bolivien bis ins nördliche Brasilien vor. Couepia leitaofilhoi : Sie wurde 1999 aus dem brasilianischen Bundesstaat São Paulo erstbeschrieben. Couepia longipetiolata : Sie kommt nur im südöstlichen Bahia vor. Couepia macrophylla (Syn.: Couepia speciosa ): Sie ist von Panama über das nördliche Südamerika bis ins nördliche Brasilien verbreitet. Couepia magnoliifolia : Sie kommt im brasilianischen Bundesstaat Amazonas und in Französisch-Guyana vor. Couepia maguirei : Sie kommt vom südlichen Venezuela bis nordwestlichen Brasilien vor. Couepia marleneae : Dieser Endemit kommt nur im brasilianischen Bundesstaat Amazonas in der Nähe von Manaus vor. Couepia martini : Sie kommt nur in Französisch-Guyana vor. Couepia meridionalis : Sie kommt nur im brasilianischen Bundesstaat São Paulo vor. Couepia monteclarensis : Sie kommt in den brasilianischen Bundesstaaten südöstlichen Bahia bis Rio de Janeiro vor. Couepia morii : Sie kommt nur im brasilianischen Bundesstaat Amazonas vor. Couepia multiflora : Sie kommt nur im brasilianischen Bundesstaat Roraima und in Guyana vor. Couepia nutans : Sie kommt nur im westlichen Kolumbien vor. Couepia obovata : Sie ist im tropischen Südamerika verbreitet. Couepia osaensis : Sie wurde 2014 aus Costa Rica erstbeschrieben. Couepia ovalifolia (Syn.: Couepia hypoleuca ): Sie kommt im östlichen Brasilien vor. Couepia oxossii : Sie wurde 2018 aus dem Atlantischen Wald in Bahia erstbeschrieben. Couepia paraensis : Es gibt seit 1972 drei Unterarten: Couepia paraensis subsp. cerradoana : Sie kommt in den brasilianischen Bundesstaaten südöstlichen Pará bis Mato Grosso vor. Couepia paraensis subsp. glaucescens (Syn.: Couepia duckei Huber, Couepia glaucescens ): Sie ist im tropischen Südamerika verbreitet. Couepia paraensis subsp. paraensis (Syn.: Couepia vismioides ): Sie kommt vom südlichen Venezuela bis westlichen Brasilien vor. Couepia parvifolia : Dieser Endemit kommt nur in der Serra do Petrópolis im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro vor. Couepia pernambucensis : Sie kommt in den brasilianischen Bundesstaaten Bahia und Pernambuco vor. Couepia polyandra (Syn.: Couepia kunthiana nom. superfl., Couepia dodecandra , Couepia floccosa ): Sie ist von Mexiko über das ganze Zentralamerika verbreitet. Couepia rankiniae : Sie kommt in Französisch-Guyana und im brasilianischen Bundesstaat Amazonas vor. Couepia reflexa : Sie kommt nur im brasilianischen Bundesstaat Pará vor. Couepia robusta : Sie kommt vom nördliche Brasilien bis Maranhão vor. Couepia rufa (Syn.: Couepia glazioviana ): Sie kommt in den brasilianischen Bundesstaaten Pernambuco bis Minas Gerais vor. Couepia sandwithii : Sie kommt von Venezuela bis Guyana vor. Couepia schottii : Sie gedeiht in der Restinga-Vegetation in den brasilianischen Bundesstaaten südöstlichen Bahia über Espírito Santo bis Rio de Janeiro vor. Couepia scottmorii : Dieser Endemit kommt nur auf dem Cerro Jefe in Panama vor. Sie wurde 1998 in der Rote Liste gefährdeten Arten der IUCN als „Critically Endangered“ = „vom Aussterben bedroht“ bewertet. Sie gedeiht im Nebelwald in Höhenlagen von 800 bis 1000 Metern. Bevor dieses Gebiet als Chagres National Park unter Schutz gestellt wurde, war schon ein großer Teil dieses Waldes abgeholzt. Couepia spicata : Sie kommt nur im brasilianischen Bundesstaat Amazonas vor. Couepia stipularis : Dieser Endemit kommt nur im brasilianischen Bundesstaat Amazonas in der Nähe von Manaus vor. Couepia subcordata (Syn.: Couepia amazonica ): Sie ist vom westlichen Südamerika bis nördlichen Brasilien verbreitet. Couepia trapezioana : Sie kommt in Kolumbien, im nördlichen Peru und nördlichen Brasilien vor. Couepia uiti (Syn.: Couepia dahlgrenii , Couepia martiana , Couepia paraguariensis ): Sie kommt von Bolivien über Paraguay bis Brasilien vor. Couepia ulei : Sie ist im tropischen Südamerika verbreitet. Couepia venosa : Sie kommt im südöstlichen Brasilien vor. Couepia williamsii : Sie kommt in Kolumbien, im nördlichen Peru und nördlichen Brasilien vor.
Neun Arten wurden durch Sothers et al. 2014 in die neue Gattung Gaulettia gestellt: Couepia amaraliae → Gaulettia amaraliae Couepia canescens → Gaulettia canescens Couepia canomensis → Gaulettia canomensis Couepia cognata → Gaulettia cognata Couepia elata → Gaulettia elata Couepia foveolata → Gaulettia foveolata Couepia parillo → Gaulettia parillo Couepia racemosa → Gaulettia racemosa Couepia steyermarkii → Gaulettia steyermarkii
Auch einige weitere Arten wurden durch Sothers et al. 2014 in andere Gattungen gestellt: Couepia dolichopoda → Acioa dolichopoda Couepia longipendula → Acioa longipendula Couepia platycalyx → Licania platycalyx Couepia recurva → Hirtella recurva : Sie ist nur von vier Fundorten entlang der Osthänge der Anden in Ecuador bekannt.
Nutzung Wenige Coupia-Arten (beispielsweise Couepia chrysocalyx, Couepia subcordata) werden als Zierpflanzen in tropischen Parks und Gärten verwendet. Wenige Coupia-Arten werden als Schattenbäume angepflanzt.