Die Stiftung Luwian Studies ist eine gemeinnützige Einrichtung, die 2014 in Zürich, Schweiz, von dem Geoarchäologen und Kommunikationsberater Eberhard Zangger gegründet wurde und sich der Erforschung der spätbronzezeitlichen Kulturen Westanatoliens widmet, und dabei insbesondere die Träger der luwischen Sprache in den Mittelpunkt stellt.Stiftung Luwian Studies: Wer wir sind; online unter Luwianstudies.org [abgerufen am 14. März 2026]. Das Luwische ist in den Keilschriftarchiven von Ḫattuša als eigenständige Sprachform belegt; sie erscheint dort unter der hethitischen Fremdbezeichnung luwili („auf Luwisch“), deren Ableitung vom geographischen Terminus Luwiya – einem offenbar dem Machtbereich von Ḫattuša zugeordneten Gebiet – wahrscheinlich ist, ohne Rückschlüsse auf eine endonyme Selbstbenennung zu erlauben. Seit der Erkenntnis, dass die anatolischen Hieroglyphen primär mit dem Luwischen verbunden waren und das Schriftsystem den Untergang der hethitischen Keilschrift überdauerte, gilt Luwisch als maßgebliche Amtssprache der späthethitischen Staaten.Zum Luwischen und den sog. Luwiern vgl. insbes. Frank Starke: Luwisch. In: Der Neue Pauly, Bd. 7, Stuttgart/Weimar 1999, Sp. 528–534; Alice Mouton u. a. (Hrsg.): Luwian Identities Culture, Language and Religion Between Anatolia and the Aegean, Leiden/Boston 2013.
Vor diesem Hintergrund verfolgt die Stiftung das Ziel, bislang unzureichend erforschte Fundplätze systematisch zu untersuchen und die luwischen Gemeinwesen in die politischen und kulturellen Gefüge der Spätbronzezeit einzuordnen. Dabei verfolgt sie interdisziplinäre Ansätze, insbesondere in den Bereichen Archäologie, Philologie und Geoarchäologie, um Siedlungsstrukturen, politische Entwicklungen und kulturelle Zusammenhänge zu rekonstruieren.Stiftung Luwian Studies: Wer wir sind; online unter Luwianstudies.org [abgerufen am 14. März 2026].
Den Vorsitz des StiftungsratsZu diesem vgl. Stiftung Luwian Studies: Der Stiftungsrat; online unter Luwianstudies.org [abgerufen am 14. März 2026]. führt der Gründer selbst; die Finanzierung erfolgt aus privaten Mitteln, die gezielt in Projekte zur Besiedlungs- und Kulturgeschichte Westanatoliens fließen.Stiftung Luwian Studies: Wer wir sind; online unter Luwianstudies.org [abgerufen am 14. März 2026]. Zudem betreibt sie auf ihrer Website eine frei zugängliche Datenbank mit rund 500 bronzezeitlichen Siedlungen der Region, ergänzt durch eine interaktive Karte. Das System integriert dabei externe Ressourcen wie Pleiades (ein Verzeichnis archäologischer Fundstätten) und Wikidata.Die LuwianSiteMap; online unter Luwianstudies.org [abgerufen am 14. März 2026].; Alper Aşınmaz u. a.: An interoperable catalogue of Middle and Late Bronze Age settlements in western Anatolia (c. 2000–1200 BCE). In: Scientific Data 12/1804 (2025), S. 1–9. Zumindest vereinzelt weist, bzw. wies die Karte dabei auch Fehler auf; Mark Weeden/Lee Z. Ullmann: Introduction. In: dies. (Hrsg.): Hittite Landscape and Geography, Berlin/Boston 2017, S. 1–13, hier: S. 7, Anm. 30.
Ihren Sitz hat die Stiftung an der Fraumünsterstrasse in Zürich, in unmittelbarer Nähe von Bürkliplatz und Paradeplatz; die Räumlichkeiten teilt sie mit der Science Communications GmbH, der PR-Agentur ihres Gründers und Präsidenten.CHE-364.060.070, Zentraler Firmenindex der Schweizerischen Eidgenossenschaft; online unter uid.admin.ch [abgerufen am 14. März 2026]. Dort ist zugleich eine kleine, thematisch gegliederte Fachbibliothek untergebracht, deren Bestand sich der Archäologie und Sprachgeschichte des Mittelmeerraums widmet. Er geht in seinem Kern vorwiegend auf die Sammlung Frederik C. Woudhuizens zurück und wird durch historische Kostbarkeiten bereichert, darunter einer 1665 entstandenen Trojakarte Guillaume Sansons. Ferner verwahrt die Bibliothek Teile des Nachlasses von James Mellaart, von 1959 bis 1961 als stellvertretender Direktor des British Institute of Archaeology at Ankara und später Dozent für Anatolische Archäologie am Institute of Archaeology des University College in London.Stiftung Luwian Studies: Die Luwian-Studies-Bibliothek im Zentrum von Zürich, April 2022; online unter Luwianstudies.org [abgerufen am 7. Februar 2026]; Eberhard Zangger: Die Luwier und der Trojanische Krieg. Eine Entdeckungsgeschichte, Zürich 2017, S. 309.
Unterstützte Projekte Projekte, die von der Stiftung Luwian Studies finanziell gefördert wurden, sind u. a.:Stiftung Luwian Studies: Luwian Studies Supports Research Projects in 2019, Januar 2019; online unter Luwianstudies.org [abgerufen am 7. Februar 2026].
Archaeological Landscapes of the Luwian Kingdoms of Tarhuntašša and Tabal on the Konya Plain von Christoph Bachhuber und Michele Massa An Important Bronze Age Settlement in Inland Western Anatolia: Intensive Survey Project of Tavşanlı Höyük and its Surroundings von Erkan Fidan und Murat Türktek In Search of the Missing Link: Writing in Western Anatolia during the Bronze Age von Willemijn Waal The Relationship between Hieroglyphic and Cuneiform Luwian: Reflections on the Origins of Anatolian Hieroglyphs von Francis Breyer East Aegean/western Anatolia and the Role of Aššuwa and Arzawa in Late Bronze Age Cultural Interaction von Antonis Kourkoulakos
Weblinks Website der Stiftung Luwian Studies.
Anmerkungen
Kategorie:Stiftung (Zürich) Kategorie:Archäologische Institution Kategorie:Archäologie (Schweiz) Kategorie:Stiftungsgründung 2014