mini|Wappen der Familie von der Decken Die Familie von der Decken ist ein altes niedersächsisches Adelsgeschlecht. Das Zentrum der Familie befindet sich seit mehr als 750 Jahren in der Umgebung von Freiburg/Elbe im Land Kehdingen an der Unterelbe, dort am Südufer der Elbe zwischen dem Fluss Oste und der Hansestadt Stade. Die Aussprache des Namens von der Decken mit einem Dehnungs-c erfolgt wie bei der Familie Buddenbrock oder dem Land Mecklenburg.
Geschichte Erste Urkunden und Herkunft Herewart und Alverik von Deca sind die ersten urkundlich erwähnten Mitglieder der Familie. Sie waren um 1250 Vasallen des Ritters Friedrich von Haseldorf.Wilhelm von Hodenberg (Hrsg.): Hoyer Urkundenbuch. Hannover 1855, 1. Abteilung Hoyer Hausarchiv, Heft IV: Hoyer Lehne, 10. Haseldorfer Güter: S. 8–9. Auf S. 9 oben verweisen die ersten drei Zeilen auf eine Urkunde zu Herewart und Alverik von Deca, etwa 1250/55 'her vredeke' ist Friedrich von Haseldorf; 'twe houe' sind zwei Höfe; 'in den dorpen ierlinhusen' ist vermutlich in dem Dorf Ihlienworth 10 km südlich von Otterndorf; 'en pund' sind Abgaben; 'bedenem' ist der Ort Belum nordwestlich von Neuhaus (Oste); 'bultestrope (61,a)' bedeutet: siehe auf S. XI 61) 'Zum Amte Neuhaus an der Oste: … Bülsdorf ist der älteste Ortsteil von Neuhaus. Neuhaus ist ein Flecken an der Mündung der Oste in die Elbe und hat dort seit über 900 Jahren einen Hafen. Weitere Urkunden aus den Jahren 1111 bis 1123 zu Bulcentrop und dem Grafen Friedrich von Stade sind im Hamburger Urkundenbuch von 1842 auf Seite 125. Autor ist Johann Martin Lappenberg.Wilhelm von der Decken, Die Familie von der Decken in ihren verschiedenen Verhältnissen … , 1865, S. 7–8Hans Christian Brandenburg in Blätter der Familie von der Decken 2006 Frühgeschichte der Familie, S. 7 linke Spalte: 1250/55 Her herewart unde alverik von Deca … Friedrich war Kanonikus des Hamburger Domkapitels und wurde 1268 Bischof von Dorpat.
Das Geschlecht derer von der Decken lässt sich bis zu Nicolaus de Deken zurückverfolgen, einem Knappen des Bremer Stifts, der ungefähr von 1290 bis 1360 auf dem Kampe zwischen Wechtern und Freiburg/Elbe einen Hof besaß. Zur Urkunde von 1360 siehe: „Nicolaus de Deken als Zeuge in einer Urkunde“.Thora von der Decken: Stammtafeln der Familie von der Decken, 1936Herwart und Thassilo von der Decken: Stammtafeln der Familie von der Decken, 1994Urkunde von 1360 im Staatsarchiv Stade: Rep 3, Altkloster 106, dort: Der Famulus = Knappe Claus (Nicolaus de Deken) bezeugt am 25. Juli 1360 die Urkunde mit dem folgenden Sachverhalt: Der Knappe Hinricus de Dozen (Heinrich von der Döse) verkauft in Altkloster dem Benediktinerkloster Land in der Feldmark Wechtern im Kirchspiel Freiburg/Elbe.Wilhelm von der Decken-Offen (in der Familie Perle genannt) in Blätter der Familie von der Decken, Nr. 10, 1928/29 S. 10 rechte Spalte: Die Abstammung der Familie von der Decken. Der Artikel enthält Erläuterungen zur Urkunde von 1360 und den Hinweis, Claus (Nicolaus de Deken) sei Besitzer des Hofes auf dem Kampe.
Entstehung der fünf Linien Um 1500 gab es die Hauptlinie der Familie und die Stader Linie. Johan von der Decken lebte von 1400 bis 1467 und gründete die Stader Linie, die 1602 im Mannesstamm erloschen ist.
In der Hauptlinie der Familie gab es den Stader Bürgermeister Claus von der Decken (1460–1541). Von diesem Bürgermeister stammen alle lebenden von der Decken ab. Von den acht Kindern des Bürgermeisters gründeten fünf Söhne die fünf Stammlinien der Familie. Siehe: Stammliste der Familie von der Decken
mini|Stade um 1640
Die Familie ist seit dem 15. Jahrhundert eng mit Stade verbunden Mitglieder der Stader Linie als auch der Hauptlinie der Familie bekleideten verschiedene Ämter in Stade im Stadtrat und als Bürgermeister. Insbesondere der Stader Bürgermeister Claus von der Decken war zu seiner Zeit einer der mächtigsten Männer an der Unterelbe. Er half dem Bremer Erzbischof Christoph von Braunschweig-Lüneburg die Macht in Stade zu erhalten.Thassilo von der Decken und Heinz-Joachim Schulze, Die Familie von der Decken und die Stadt Stade im Übergang vom Mittelalter zur frühen Neuzeit, Stader Jahrbuch 1993/94 S. 13–57 dort: S. 15 Stammtafel 1 – Die Stader Linie der Familie v.d.Decken Viele Familienangehörige waren Mitglieder und Senioren in der St. Antonii-Brüderschaft Stade, die sich in Stade seit 1439 für Wohltätigkeit und Kulturförderung engagiert.
Ab 1963 war Thassilo von der Decken sowohl Präsident der Ritterschaft des Herzogtums Bremen als auch Gründer und erster Präsident der Landschaft der Herzogtümer Bremen und Verden. Es war der erste Landschaftsverband in Niedersachsen. Von 1965 bis 1977 war Thassilo von der Decken gleichzeitig Oberkreisdirektor vom Landkreis Stade.Landschaftsverband Stade Gründung 1963: Initiator der Gründung war Landschaftspräsident Thassilo v. d. Decken, zugleich Oberkreisdirektor des Landkreises Stade.Peter von Allwörden: Wie vom Rittersaal aus Kultur und Tradition bewahrt werden. Zum Selbstverständnis der historischen Ritterschaft und des modernen Landschaftsverbandes. Stader Tageblatt 8. Januar 2008 (PDF; 201 kB)
Deckens in Südafrika Ein Abkömmling der Oerichsheiler Linie ist Adolphus (1834–1886).Im Kirchenbuch der Hauptkirche St. Trinitatis im damals dänischen Altona befindet sich der Taufeintrag für Adolphus. Adolphus von der Decken ist geboren am 8. Februar 1834 und getauft am 20. Februar 1834. Seine Mutter ist Anna Maria Ernestine Hume und sein unehelicher Vater ist Claus Melchior Adolph von der Decken (1806–1862). Die Bestände für den Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein lagern in Pinneberg. 1855 wanderte Adolphus über England nach Südafrika aus.Albrecht von der Decken-Hamburg / Hans-Christian Brandenburg-Lüneburg: Zur Herkunft und Stammfolge der Familie von der Decken in Südafrika, 2005, 32 Seiten Von seinen vielen Nachfahren leben einige mit dem Namen von der Decken in King William’s Town, in Fort Beaufort und in der Nähe von Durban.
Wappen Das Stammwappen zeigt in Silber einen schwarzen Kesselhaken. Auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken steht ein gestümmelter natürlicher Eichenstamm mit beiderseits abhängendem grünen Blatt. Zu den Wappen Decken-Offen, der Grafen Decken-Oerichsheil und Decken-Ringelheim siehe die Beschreibungen und Abbildungen im Hannoverschen Wappenbuch.Hermann Grote: Geschlechts- und Wappenbuch des Königreichs Hannover und des Herzogthums Braunschweig; 1852, dort zum Wappen der Grafen von der Decken: 1. Beschreibung der Wappen und 2. nichtfarbige Ausgabe Wappentafel A18 3. farbige Ausgabe Wappentafel A18 und 4. Wappen Decken-Offen viergeteilt
Historische Wappenbilder
mini|hochkant=1|Stade zur Lebenszeit des Bürger- meisters Claus von der Decken. Eine Illustration aus der Sachsenchronik von 1492. Die Sachsen segeln nach Stade.Sachsenchronik von 1492 dort auf S. 18+19. Die Chronik berichtet von dem Streit um das Erbe der Grafen von Stade zwischen Heinrich dem Löwen und dem Bischof Adalbero von Bremen. Siehe den Absatz Stader Erbe bei Heinrich dem Löwen.
mini|Schloss Melkof (Mecklenburg) war seit 1810 im Besitz des Ministers Claus von der Decken. Foto von 1865 mini|Graf Johann Friedrich von der Decken erwarb 1817 das Schloss Ringelheim (Niedersachsen). mini|Gut Benzerhof (Ostholstein), seit 1933 im Familienbesitz
Persönlichkeiten Stammliste
Bekannte Namensträger
Claus von der Decken auf Wechtern (1460–1541), Bürgermeister von Stade Claus von der Decken auf Melkof (1742–1826), hannoverscher Minister Hans Burchard Otto von der Decken auf Klinten II und Nieder Ochtenhausen (1769–1838), Landdrost in der Landdrostei Aurich 1818–1823Walter Deeters, Martin Tielke: Hans Burchard Otto von der Decken im Biographischen Lexikon der Stiftung Ostfriesische Landschaft, Band 4, Aurich 2007, S. 92–93. und in der Landdrostei Lüneburg 1823–1831 Johann Friedrich Graf von der Decken auf Ringelheim (1769–1840), hannoverscher Generalfeldzeugmeister Friedrich von der Decken (1777–1840), Landrat des Kreises Halle Arnold von der Decken auf Eichhof, Liethenhof und Ritterhude (1779–1856), hannoverscher Generalmajor der Infanterie Weipart Ludolf Hieronymus (Wigand) von der Decken (* 1781 in Laak bei Freiburg/Elbe; † 1845 in Verden), hannoverscher Offizier, u. a. in der King’s German Legion.Wilhelm von der Decken, Die Familie von der Decken … 1865 dort: Stammtafel auf S. 81 unten 11. Gen. Claus von der Decken auf Ritterhof und Rosenkranz (1782–1839), Oberhauptmann von Harburg (Jurist)Wilhelm von der Decken, Die Familie von der Decken … 1865 dort: Stammtafel auf S. 78 Mitte dort: rechts 11. Gen. Marcell von der Decken auch Peter Marcell (1784–1809), katholischer Domherr in Lübeck und Student in Wien Johanna von der Decken (1786–1860), ab 1806 Johanna von Wangenheim, hannoversche Stifterin. Georg Graf von der Decken auf Oerichsheil (1787–1859), hannoverscher General der Kavallerie Friedrich von der Decken auf Melkof (1791–1861), war hannoverscher Regierungsrat und Abgeordneter in Mecklenburg Friedrich von der Decken auf Rutenstein (1802–1881), hannoverscher Staatsminister. 1851/52 Finanzminister sowie 1855/62 Justizminister. Adolphus Graf von der Decken auf Ringelheim (1807–1886), Wirklicher Geheimer Rat Eberhard von der Decken (1812–1871), hannoverscher Oberst und später preußischer Generalmajor Friedrich Karl Engelbert von der Decken (1824–1889), preußischer Generalmajor und Kommandeur eines Husaren-Regiments. Auguste von der Decken, geb. Meyer (1827–1908), Schriftstellerin mit dem Pseudonym Auguste von der Elbe Julius von der Decken auf Melkof (1827–1867), schlesisch-mecklenburgischer Gutsbesitzer Gideon von der Decken (1828–1892) war ein sächsischer Generalleutnant Wilhelm Freiherr von der Decken genannt von Offen (1832–1918), K. u. K. österr. Generalmajor. Der Beiname v. Offen existiert seit 1732 in der dritten Linie der Familie v. der Decken. Karl Klaus von der Decken aus Melkof (1833–1865), Afrikaforscher, insbesondere am Kilimandjaro und am Juba Georg Graf von der Decken auf Ringelheim (1836–1898), Reichstagsabgeordneter der Deutsch-Hannoverschen Partei Emil von der Decken auf Wehlkenhof (1837–1897), Bergwerksdirektor in RüdersdorfBergbau Verein Rüdersdorf, 2015, Die Sanierung des Decken-Denkmals wurde erfolgreich abgeschlossen. Otto von der Decken auf Rutenstein (1839–1916), Reichstagsabgeordneter der Deutsch-Hannoverschen Partei Karl von der Decken (1855–1935), preußischer Generalleutnant Otto von der Decken (1858–1937), sächsischer Generalleutnant Gustav von der Decken (1861–1931), sächsischer Generalleutnant Charlotte von der Decken aus Melkof (1863–1933), Ehefrau des Grafen Friedrich von Hohenau, eines Sohns von Prinz Albrecht von Preußen.Der Vater von Graf Friedrich von Hohenau ist Prinz Albrecht von Preußen. Er ist das zehnte Kind von König Friedrich Wilhelm III. und der sehr beliebten, hochverehrten, jung verstorbenen Königin Luise. Die älteren Brüder von Prinz Albrecht sind Friedrich Wilhelm IV. von Preußen und Kaiser Wilhelm I. Siehe: Könige von Preußen. Burghard von der Decken (1884–1969), deutscher Legationsrat und Reichsbeauftragter für Mineralöl, später für Lederwirtschaft. Bad Godesberg Melchior (Melle) von der Decken Benzerhof (1886–1953) Senatspräsident (Bezeichnung seit 1970: Vorsitzender Richter am Oberlandesgericht) in Hamburg.Melchior von der Decken, Rat am Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg, S. 575–616. 1933: Die Bewertungsgrundsätze in dem Schiedsverfahren über die Entschädigung für die in den Vereinigten Staaten beschlagnahmten deutschen Schiffe. (PDF; 4,2 MB) in der Zeitschrift für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht dort Vol.3 1933: 16 A. Internationale Gerichtsbarkeit und Schiedsgerichtsbarkeit Margret von der Decken (1886–1965), Politikerin (CDU), Mitglied der Stadtverordnetenversammlung von Groß-Berlin Ernst von der Decken aus Oerichsheil (1894–1958), Journalist, stellv. Chefredakteur und Schriftsteller