Die Belagerung von Komorn dauerte vom 13. Juli bis 2. Oktober 1849 und war die letzte Auseinandersetzung des Ungarischen Unabhängigkeitskrieges. Der ungarische General György Klapka wurde nach der Dritten Schlacht bei Komorn mit zwei Korps eingeschlossen und kapitulierte nach drei Monaten als letzter Truppenverband gegenüber der kaiserlichen Armee unter Feldzeugmeister Baron von Haynau.
Vorgeschichte Nachdem sich die ungarische Donauarmee (etwa 24.000 Mann und 130 Kanonen) unter General Görgey am Abend des 13. Juli aus Komorn zurückgezogen hatte, war Klapka mit dem II. und VIII. Korps in der Festung geblieben, die einerseits die Forts verteidigen und andererseits gezielte Operationen gegen die kaiserlichen Verbindungswege im Hinterland führen sollten. In den Bastionen und Forts waren etwa 310 Festungskanonen verfügbar. Etwa 5000 Gewehre waren auf Lager verfügbar, ebenso war noch ausreichend Munition vorhanden. An Lebensmittel waren Mehl und Hülsenfrüchte, Fleisch und Wein, für die Pferde Hafer, Heu und Stroh für noch 2 Monate eingelagert. Oberbefehlshaber war General Klapka und Oberstleutnant Elma Lanyi fungierte als Chef des Stabes. Die Gesamtstärke der Besatzung betrug 23 Bataillone mit 18.260 Mann (davon 1400 Reiter) und 48 Feldgeschütze, für die notwendigen Ausfälle ins Hinterland waren nur 12.500 Mann einsetzbar.
mini|hochkant|Franz Aschermann
II. Corps unter Oberst Joszef Kászonyi (5500 Mann) Division Oberst Rakowszki mit 25., 43., 52., 56. Bataillon und 1 Bataillon des Dom Miguel-Regiment Division Oberstleutnant Horváth mit 60., 61., 63., 49. und 54. Bataillon
VIII. Corps Oberst Franz Aschermann (7200 Mann) Division Oberst Kosztolányi mit 18., 37., 64. Bataillon und 3 Bataillon des Sandor-Regiments Division Oberst Janik mit 70., 71., 57. und 46. Bataillon Division Oberst Esterházy mit 15., 40., 98. und 99. Bataillon
Kavallerie: Oberst Mándy mit Württemberg- und Bocskay-Husaren (1400 Reiter)
Ein Streifkorps mit 3000 Mann verstärkte kurz nach Görgeys Abmarsch die Besatzung. Auf der rechten Flanke verteidigte Oberst Kászonyi mit 13 Bataillonen und die württembergischen Husaren. Die Brigade unter Oberst Janik hielt die Forts Nr. 1, 2 und 3 bei Monostor. Die Division Rakovszky bemannte die Werke Nr. 4, 5, 6 und 7, die Division Kosztolányi die Forts 8, 9 und 10 sowie Oberstleutnant Horváth die Positionen bei Ö-Szőny mit 5 Bataillonen und 3 Husaren-Schwadronen. Schließlich wurden die inneren Forts von Oberst Eszterházy mit 4 Bataillonen und 3 Husaren-Schwadronen gehalten.
Ungarische Ausfälle mini|hochkant|György Klapka
Am 24. Juli erfuhr Klapka, dass die Österreicher Tata nur schwach besetzt hatten und dort bedeutende Nahrungsmittel gelagert waren. Der Befehl zum Ausfall auf diese Position wurde Oberst Kosztolányi anvertraut, der am nächsten Tag um 16.00 Uhr nach Tata vorrückte, die dortigen Wachen überrumpelte und Lebensmittel erbeutete.
Klapka versuchte durch einen Angriff am nördlichen Ufer der Donau, seine Absicht zum weiteren Ausbruch im Süden zu verschleiern. Die Divisionen Kosztolányi, Rakowszky und Schultz verließen am 31. Juli die Festung über Bajcs nach Ó-Gyalla und Szt. Peter, weitere Patrouillen wurden nach Norden und Westen vorgeschoben. Die Abteilung unter Oberst Surány drängte die kaiserliche Brigade Pott zurück, die sich bis 1. August über Neuhäusel (Tardosked) zurückziehen musste. Die Avantgarde der Ungarn erreichte den Waag-Abschnitt bei Kőszegfalva, wo die Einwohner am Vortag die Brücke abgebaut hatten. Am Nachmittag des 31. Juli mussten Schultz, am 1. August Kosztolányi und am 2. Rakovszky wieder auf die Festung zurückgehen. Bis zum 3. August rückte Generalmajor Pott mit der Masse seiner Brigade wieder nach Érsekújvár vor.
Angriffsschlacht zwischen Ács und Puszta-Harkály am 3. August 1849 Für den am 3. August angesetzten großen Ausbruch am rechten Ufer der Donau organisierte Klapka fünf Angriffskolonnen: Die erste Kolonne unter Oberst Aschermanns mit dem 25., 43., 52., 56. Bataillon, Teilen des Sándor- und Dom Miguel Regiments Die zweite Kolonne unter Oberst Kosztolányi mit dem 18., 37. und 64. Bataillon und 4 Schwadronen Württemberg-Husaren Die dritte Kolonne unter Oberstleutnant Krivácsy mit den 61., 62. und 54. Bataillonen und Bocskay-Husaren Die vierte Kolonne unter Oberst Schultz mit dem 15. und 57. Bataillon Die fünfte Kolonne unter Oberst Janik mit den 70., 71. und 46. Bataillon
Die ungarische Hauptkolonne unter Aschermann begann den Vorstoß, der größte Teil seiner Truppen wandte sich nach Tömörd, dass um 9 Uhr morgens erreicht wurde. Zum Zeitpunkt des Ausbruchs hatten das kaiserliche II. Korps unter FML Csorich Truppen folgende Positionen inne: auf der linken Flanke vor dem Megyfa-Wald standen die Bataillone des Mazzuchelli-Regiments, im östlichen Teil des Acser-Waldes bis Puszta Herkály war durch die Brigade Teuchert besetzt. Die Brigade Barco fungierte als Reserve dahinter.
Oberst Aschermann organisierte mit der Hauptkolonne in der Mitte den Durchbruch in Richtung auf Nagy-Igmand. Am äußeren rechten Flügel drängte die ungarische Brigade Schultz den Gegner an der Donau zurück. Am linken Flügel rückte die Division Rakovszky in zwei Kolonnen durch Ö-Szőny nach Duna Almás vor, musste sich aber vor den österreichischen Verteidigern zurückziehen. Gleichzeitig näherten sich die Kolonnen von Kosztolányi und Krivácsy, die um 7 Uhr morgens fast unbemerkt Mócsa. Kosztolányis Truppen umzingelten den Ort in der Front, rechts die Kolonne Krivácsy und links die Reiterei. Während Oberst Aschermann auf die Nachricht von der Eroberung von Mócsa wartete, bereitete er seine Kolonne bei Nagy-Igmand und Acs zur Umgehung der Brigade Barco vor, womit der Rückzug der Österreicher abgeschnitten werden sollte. Die Kolonnen unter Kosztolányi und Krivácsy wurden nach der geglückten Besetzung von Mocsa, nach Westen verschoben, um bei Puszta Csém die Verbindung mit Aschermann herzustellen und den Angriff gegen Puszta-Harkály zu unterstützen. Die Kolonne des Oberst Janik rückte zunächst demonstrativ vor den Wald von Acs, um den im Wald festgefahrenen Gegner, mit der Besetzung von Csém und Herkály in der rechten Flanke zu bedrohten. Oberst Kosztolányi erhielt dann Nachricht, dass sich eine feindliche Kolonne nach Mócsa vorrückte, es stellte sich aber bald heraus, dass es sich nur um einen Tross von 2000 Rindern handelte, die für die gegnerische Versorgung bestimmt waren.
FML Colloredo übernahm bei Csém die Truppenführung und ließ alle verfügbaren Reserven, bestehend aus der Brigade Barco, fünf Schwadronen unter Oberst Nostitz und 11 Kanonen, auf dem rechten Flügel südlich von Puszta-Herkaly versammeln. Der bedrohte rechte Flügel war bereits halbmondförmig zurückgenommen worden. Klapka sandte an die Obersten Schultz und Janik den Befehl, ihren Angriff gegen die Höhen bei Nagy-Igmand sofort zu beginnen. Er befahl zusätzlich der Reiterei der Kolonnen unter Kosztolányi und Krivácsy gegen die Bedrohung der Kavallerie unter Nostitz vorzugehen. Nachdem Oberst Janik begann, aus dem Ácser-Wald zum Czonczó-Bach vorzugehen, wurden die in diesem Wald kämpfenden Truppen vollständig abgeschnitten. Truppen der Brigade Liebler verteidigten an der Czonczó-Brücke um der Brigade Barco den Rückzug offen zu halten. Dabei wurden Mazzuchellis Mannschaften, die von hinten angegriffen wurden, gefangen genommen. Während Colloredo versuchte, seinen Mannschaften den Rückzug über Acs zum linken Ufer der Donau zu ermöglichen, leistete die Brigade Teuchert im Wald von Acs und Megyfa die Abwehr. Die am Kampf beteiligten österreichischen Truppen zogen sich an diesem Abend zurück. Klapka organisierte die Kolonnen unter Aschermann und Janik vor dem Ácser-Wald, die Truppen unter Kosztolányi und Krivácsyé vor Ács, die Brigade Schultz hinter demselben Ort, die Vorposten wurden bei Gönyő und Nagy-Igmánd vorgeschoben.
Der Verlust der am 3. August erfolgreichen Ungarn betrug 80 Tote und 130 Verwundete. Der Verlust der Österreicher war beträchtlich: etwa 1500 Mann, darunter 28 Offiziere. General Ramming schrieb später von nur 1000 Gefangenen, 5 Toten und 12 Verwundeten. Draußen gab es 74 Pferde, und 32 Geschütze und am 4. August 700 Fass Schießpulver in Gönyő, welches die Österreicher beim Rückzug zurücklassen mussten. Am 4. August gewährte Klapka den Truppen einem Ruhetag, am 5. standen Kosztolányi Truppen bei Gönyő und die Husaren stießen nach Raab vor. Von dort hatten sich das 1 Bataillon und 6 Geschütze der österreichischen Garde bereits in der Nacht von 3 bis 4 Uhr nach Pressburg zurückgezogen.
Verstärkung der kaiserlichen Truppen Auf österreichischer Seite wurde unterdessen alles unternommen, um an der Oberen Donau eine repräsentative Armee zu organisieren, deren Aufgabe darin bestand, Klapkas Truppen wieder von Raab nach Komorn zurückzudrängen. Zu diesem Zweck wurde das II. Korps rund um Pressburg mit 13.000 Mann und 43 Kanonen neu organisiert. Um dieses zu verstärken, wurde ein Reservekorps des Generalmajor Graf Nobili aus dem Wiener Raum und dem mährischen Tal mit etwa 8000 Mann und 26 Geschützen nach Ungarisch-Altenburg (Wieselburg) vorgeschoben. Ebenso wurde FZM Nugent beauftragt, sein II. Reservekorps mit etwa 16.000 Mann und 30 Kanonen über Stuhlweißenburg nach Komorn heranzuführen. Nachdem die Masse der Division Nobili am 10. August in Mosonyi und Wieselburg angekommen war, wurden diese Truppen mit dem II. Korps vereinigt, das dadurch auf 30 Bataillone, 9,5 Schwadronen und 69 Geschütze mit insgesamt 32.000 Mann verstärkt wurde:
Division Nobili mit Brigade Chizzola und Lederer: 9 Bataillone, 2 Schwadronen und 18 Kanonen Division Colloredo mit Brigade Liebler und Barco: 10 Bataillone, 3 Schwadronen und 18 Kanonen Division Pott: 5 Bataillone, 2 Schwadronen und 6 Geschütze Unabhängige Division Teuchert: 6 Bataillone und 2 Schwadronen Alarm-Reserve: 4 Bataillone und 27 Geschütze
Am 4. August wurden die Brigaden Barco und Liebler auf die Linie Nyárasd und Guta, am 5. Serdahely und am 6. August Csolle vorgezogen. In diesem Zusammenhang wurde auch General Pott befohlen, seine Brigade in Diószeg anzuhalten um die Waag-Linie zu halten. Um seinen bisherigen Erfolg auszunutzen, beschloss Klapka einen Teil seiner Truppen gegen Raab zu senden. Am 6. August befahl Klapka den Divisionen Kosztolányi und Rakovszky weiter nach Raab vorzustoßen und den Vorstoß nach Lesvár auszudehnen. Die Division Eszterházy erreichte die Linie Gönyő-Nagymegyer und schloss sich am 7. August den beiden anderen Divisionen nach Raab an.
Division Kosztolányi: das 18., 37., 64. Bataillon und das Sándor-Regiment, 1 Regiment der Württemberg-Husaren. Division Rakovszky: 25., 48., 56. Bataillon und Teile des Regiment Don Miguel Division Eszterházy: 15. und 57. Bataillon Reserve-Streifkorps: 98., 99., 70., 71., 52., 46., 60., 61., 63., 49., 54. und 40. Bataillon.