Deus, qui hodierna die ist das Incipit der Oration zum Ostersonntag im römischen Ritus.
Text Deus, qui hodierna die, per Unigenitum tuum, æternitatis nobis aditum, evicta morte, reserasti, da nobis, quæsumus, ut, qui resurrectionis dominicæ sollemnia colimus, per innovationem tui Spiritus in lumine vitæ resurgamus.
Übersetzung im Deutschen Messbuch:
Allmächtiger, ewiger Gott, am heutigen Tag hast du durch deinen Sohn den Tod besiegt und uns den Zugang zum ewigen Leben erschlossen. Darum begehen wir in Freude das Fest seiner Auferstehung. Schaffe uns neu durch deinen Geist, damit auch wir auferstehen und im Licht des Lebens wandeln.
Übersetzung nach Alex Stock:
Gott, du hast uns am heutigen Tag durch deinen eingeborenen Sohn, durch seinen Sieg über den Tod, Zugang verschafft zur Ewigkeit. Lass uns, wir bitten dich, in der Feier der Auferstehung des Herrn durch deinen Geist erneuert, auferstehen im Licht des Lebens.
Geschichte Das Gebet findet sich in ähnlicher Form bereits im sog. Jung-Gelasianum aus dem 8. Jahrhundert. Dort folgte auf reserasti („du hast erschlossen“, „du hast entriegelt“):
und speist sich somit aus paulinischer Theologie (vgl. ). An Stelle der „sterblichen Leiber“ tritt indessen der „Tod der Seele“.
Auch die Fassung des tridentinischen Missale, also der heutigen forma extraordinaria, unterscheidet sich von der gültigen Version nach der Liturgiereform: Auf reserasti folgte dort:
Die Änderung geht wohl darauf zurück, dass diese recht allgemeine Formulierung dem österlichen Charakter des Gebets in den Augen der Schöpfern der Reform zu wenig Ausdruck verlieh. Dennoch haben die Verfasser der reformierten Version nicht auf die Fassung des Jung-Gelasianums zurückgegriffen; ein möglicher Grund liegt darin, dass ihnen diese in ihrer Seelenzentrierung einen zu mittelalterlichen Charakter trug.
An seine Stelle tritt in der forma ordinaria nun
Alex Stock stellt kritisch heraus, dass die neue Fassung zeitlich etwas unklar sei: Möglich sei nämlich sowohl ein „eschatologisch-kosmologisches“ (vgl. ) Verständnis der Auferstehung als auch ein „sakramental-existentielles“ ( und ). Ersteres beziehe sich auf die Zukunft, letzteres auf die Vergangenheit.
Aufnahmen Venetian Easter Mass. 1997, Deutsche Grammophon (Archiv Produktion), DG Archiv 4534272, CD (Gabrieli Consort and Players, Paul McCreesh); Titel 11. Louis Vierne: Messe Solennelle, Op. 16. 2010, JAV Recordings #JAV179, 2 CD (Daniel Roth, Éric Lebrun, Chœur Gregorien de Paris, Chœur d’oratorio de Paris); CD 1 Titel 9.
Literatur
Weiterführend:
Einzelnachweise
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