Die Bahnstrecke Culmont-Chalindrey–Gray ist eine ehemalige Eisenbahnstrecke in den französischen Départements Haute-Marne und Haute-Saône. Sie wurde im Sommer 1852 konzessioniert und 1970 zunächst nur für den Personenverkehr, 1991 auch für den übrigen Verkehr geschlossen. Sie war eingleisig und nie elektrifiziert. Die Kilometrierung erfolgt vom Bahnhof Paris-Est.

Geschichte mini|links|Bahnhof von Maâtz in Einheitsbauweise. Die erste Konzession für diese geplante Strecke erhielten die Konzessionäre Eugène und Alfred de Vandeul, Jean-Marie de Grimaldi, Josiah Wilkinson, Georges Burge, Georges Hennet und James Rhodes, die durch eine notarielle Urkunde vom 29. Mai und 1. Juni 1852 die Chemin de fer «Compagnie de chemin de fer de Blesmes à Saint-Dizier et à Gray» (Gesellschaft der Eisenbahnen von Blesmes und Saint-Dizier nach Gray) bilden. Die vier letztgenannten Herren waren alle aus der Gegend von London.Décret qui approuve la Convention passée, le 26 mars 1852, pour la concession du Chemin de fer de Blesmes et Saint-Dizier à Gray, Bulletin des lois de la Republique Francaise, Band 10; Bände 1851–1853; Band 1859, S. 1240–1241. Dieser Gründung wurde am 4. Juni 1852 per Dekret zugestimmt.N° 6738: Décret portant autorisation de la société anonyme formée à Paris sous la dénomination de Compagnie du chemin de fer de Blesmes et Saint-Dizier à Gray, 4. Juni 1852; in: Bulletin des lois de la République Française, Paris, Imprimerie Nationale, Serie X, Band 9 «Partie supplémentaire», Nr. 252, 1852, S. 712–729. Sie war damit die Verlängerung der Bahnstrecke Blesme-Haussignémont–Chaumont und Chaumont–Chalindrey an der Bahnstrecke Paris–Mulhouse, die im Unterschied zu diesem südlichen Ende beide zweigleisig ausgeführt wurden.

Der Konzessionsvertrag verpflichtete die Konzessionäre zur Fertigstellung innerhalb von fünf Jahren und beinhaltete gleichzeitig eine Subvention von 10 Mio. Franc, die in zehn Raten gezahlt werden sollte, die letzte aber erst nach vollständiger in Betriebnahme der Strecke.Décret qui autorise le Ministre des Travaux publics à concéder directement le Chemin de fer de Blesmes et Saint-Dizier à Gray. Zitiert aus: Xe série, Bull. 528, Nr. 4045, 26. März 1852.

Bereits ein Jahr später, am 23. Juli 1853, wurde die Konzession an die Chemins de fer de l’Est verkauft, die die Strecke baute, am 22. Juli 1858 eröffnete, nachdem erst drei Monate zuvor der Abschnitt Langres–Belfort, und damit der Lückenschluss in der Bahnstrecke Paris–Mulhouse gefüllt werden konnte. Sie blieb bis zur Übernahme durch die Staatsbahn SNCF zum 1. Januar 1938 in ihrem Eigentum.

1934 begann eine Kooperation der Chemins de fer de l’Est mit der Société générale des chemins de fer économiques (SE), in der die SE mehrere Strecken um Gray pachtete oder – wie zwischen Culmont-Chalindrey und Gray − die Traktion von Zügen im Auftrag der Est übernahm. Diese Zusammenarbeit wurde 1938 nahtlos von der SNCF fortgeführt. 1966 schloss sich die SE mit der Compagnie des chemins de fer secondaires et transports automobiles (CFSTA) zur Chemins de Fer et de Transports Automobiles (CFTA) zusammen.

Nach der Einstellung der Personenverkehrs am 31. Mai 1970 wurde über die Strecke Culmont-Chalindrey–Gray weiterhin ein signifikanter Anteil des Güterverkehrs von und nach Gray geführt. Im Frühsommer 1991 wurden diese Transporte jedoch auf die wiedereröffnete Bahnstrecke Gray–Villers-les-Pots verlegt. Zugleich übernahm die SNCF die Traktion selbst. Der letzte reguläre Güterzug zwischen Culmont-Chalindrey und Gray fuhr am 31. Mai 1991; der erste von Villers-les-Pots am 3. Juni 1991.

Mit Ausnahme eines kurzen Abschnitts bei Chalindrey ist die Strecke seither außer Betrieb, aber nicht entwidmet.

Streckenbeschreibung Bei dieser Eisenbahnstrecke handelt es sich um eine Nord-Süd-Verbindung, die an bereits bestehende Strecken anknüpfte, im Norden die Bahnstrecke Paris–Mulhouse und im Süden die Bahnstrecke Saint-Julien–Gray, die ab Gray weiter als Bahnstrecke Vaivre–Gray in Richtung Vesoul führte und dort wieder an die Magistrale Paris–Mulhouse anschloss.

Die Strecke verließ den Bahnhof Chaumont-Chalindrey in Richtung Gray in südliche Richtung, führte in einem weiten Bogen an dem Depot des Bahnhofes vorbei und kreuzte die Bahnstrecke Is-sur-Tille–Culmont-Chalindrey mit einem Brückenbauwerk. Etwa 1,2 km später – an dem heutigen Streckenende – kreuzte sie den noch sehr jungen Bachlauf der Douay, der sie bis zum Ende auf ihrer orohydrografisch rechten Seite bis zum Streckenende folgte, aber nicht mehr überbrückte. Das Terrain führte über die knapp 45 km bis auf wenige Ausnahmen stetig abwärts, jedoch in sehr geringem Gefälle von max. 6 Promille. So waren auch keine nennenswerten Kunstbauwerke bei der Errichtung der Strecke erforderlich.

Weblinks Ligne de Culmont-Chalindrey à Gray. lignes-oubliees.com, 20. November 2011

Einzelnachweise

Kategorie:Bahnstrecke in Grand Est Kategorie:Bahnstrecke in Bourgogne-Franche-Comté