Deganawidah, auch oder genannt, war ein legendärer Prophet der Irokesen. Er gilt als Gründer der Konföderation der Five Nations (Hau-Dé-No-Sau-Nee; ) und Nationalheld der Irokesen.
Leben Die Legende (die auch Gayanashagowa genannt wird) besagt, dass Deganawidah bei den Huronen oder Onondaga in einem Ort namens Ka-ka-nah-yenh geboren wurde. Weiter heißt es, dass seiner Mutter im Traum durch einen himmlischen Boten mitgeteilt wurde, dass sie einen Sohn gebären werde, der den „Baum des Friedens“ im Onondagagebiet pflanzen werde. Da dieses Epos auf mündlichen Überlieferungen basiert, ist die zeitliche Einordnung schwierig. Die junge Frau nannte ihren Sohn Deganawidah. Als er zum Mann herangewachsen war, machte er sich auf, die Mission zu erfüllen, für die der „Große Geist“ ihn auserwählt hatte. Diese bestand darin, den Menschen die Botschaft von Frieden und Kraft zu verkünden, ihnen aufzuzeigen, wie sie untereinander zu Frieden und Gerechtigkeit finden konnten. Der Baum des Friedens soll auf einem Hügel gewachsen sein, der den Irokesen heilig ist. Die Häuptlinge aus dem Reservat der (späteren) Six Nations, in der Nähe von Brantford in Ontario, besuchen diese Stätte einmal im Jahr zu einem spirituellen Treffen. Teilweise wird seine Person mit Hiawatha vermischt, der ebenfalls als Mitbegründer des Bündnisses gilt. Ob und wenn ja, wann diese genau lebten, ist nicht gesichert. Einige Forscher vermuten um 1148, andere zwischen 1450 und 1600. Er soll in einem weißen Steinkanu über den Ontariosee gepaddelt sein, um unter den sich bekriegenden Stämmen den Großen Frieden zu begründen. Seine Vision war, dass sie alle gemeinsam in einer Welt im Einklang mit den Prinzipien des Großen Geistes leben sollten, frei von Krieg, Kannibalismus, schwarzer Magie und dem Gedanken an Rache. Die legendären Figuren verkörpern die einzelnen Aspekte, so ist es Hiawatha, ein mutiger Onondaga-Krieger, der durch die unter den Stämmen üblichen Blutfehden seine Frau und seine Töchter verlor. Atotarho, der Kriegshäuptling der Onondaga, ist eine weitere Person dieses Mythos. Er soll ein mächtiger Medizinmann mit Schlangen im Haar gewesen sein, der dunkle Magie gegen die anderen Stämme einsetzte. Niemand wagte, sich gegen ihn zu stellen aus Furcht vor tödlicher Vergeltung. Deganawidah ist hingegen der große Friedensstifter aus dem Norden, der ausgesandt wurde, die fünf Nationen zu vereinen. In einigen Erzählungen gibt es zudem noch eine weibliche Figur Jigonsa[h]seh, eine Nachfahrin der Himmelsmutter, die als Friedensbotin eine Fürsprecherin des Frauenrates symbolisiert, da die Zustimmung einer Clanmutter bei wichtigen politischen Entscheidungen unerlässlich war.
Die Legende In einer Erzählung wird seine erste Begegnung mit einem der Stämme () wie folgt beschrieben: Er kam mit dem Kanu über den See und setzte sich bei einem Wasserfall unter einen Baum und rauchte Pfeife, als ihn ein Mitglied des Stammes sah und er nach seiner Herkunft und dem Grund seines Kommens gefragt wurde.
Diese Worte klangen weise, doch wollten die Leute prüfen, ob er wirklich ein Bote des Großen Geistes war. So sprach er zu ihnen, der Schöpfer habe ihm die Macht gegeben, über seinen Tod selbst zu bestimmen, dies sollten sie als Probe anerkennen, indem er den hohen Baum neben der Schlucht erklimmen wolle und sie diesen fällen sollten, so dass er zu Tode stürzen müsse. Das taten sie. Er stürzte in die tiefe Schlucht und schien tatsächlich in den Fluten des Flusses ertrunken zu sein. Umso erstaunter waren sie, als sie ihn am anderen Morgen in einer kleinen Höhle fanden, in der er lebendig und unbeschadet seine Morgenmahlzeit bereitete. Dies sahen sie als ein Zeichen an, dass er wirklich der Auserwählte sei, der den Großen Frieden bringen könne. Auch die anderen Stämme konnte er überzeugen und sie legten ihre Fehden bei und folgten seinem Rat.
Der Große Frieden Die Grundzüge der Idee gaben an, dass alle Völker in Frieden und Freundschaft miteinander leben sollen. Dazu gab es 3 wichtige Grundpfeiler. Diese waren wiederum in je 2 Zweige gegliedert: Gerechtigkeit – Gdiwoh = Gerechtigkeit zwischen einzelnen Menschen und unter den jeweiligen Nationen Gesundheit – Skenon = Gesundheit von Körper und Geist und zugleich Frieden (keine Verletzung durch Krieg) Kraft/Macht – Gashasdenshaa = Anerkennung von Recht und Sitte sowie der Religion (nach den Vorgaben des Großen Geistes leben) Zur Bekräftigung des Friedensbündnisses entwurzelte der Peacemaker den Baum des Friedens, eine große weiße Kiefer und sprach:
Dieser Große Frieden sollte nicht auf die fünf Nationen beschränkt werden, sondern das Friedensgesetz sollte sich vom Baum des Friedens als „the Great White Roots of Peace“ in alle Richtungen ausbreiten. Jeder, der bereit war nach diesem Gesetz zu leben sollte in die Gemeinschaft aufgenommen werden und sollte unter dem Baum der langen Blätter Schutz finden.
Verbundene Stämme In der „League of the Hau-Dé-No-Sau-Nee or Iroquois“ waren zunächst fünf Zweige der Irokesen zusammengeschlossen. „Ga-ne-a-ga-o-no“ Feuersteinnation (Mohawk) „O-nun-da-ga-o-no“ Volk auf den Hügeln Nation (Onondaga) „Nun-da-wa-o-no“ Volk vom Großen Hügel Nation (Seneca) „O-na-yote-ka-o-no“ Granit Nation, Volk des stehenden Steins (Oneida) „Gwe-u-gweh-o-no“ Volk vom Sumpfland Nation (Cayuga) Zuletzt kamen hinzu die „Dus-ga-o-weh-o-no“ Kleidernation (Tuscarora)
Von ihm sollen folgende Worte stammen, die er an die Häuptlinge richtete:
Rezeption Marijn Simons komponierte das Werk Noises in the Night: Homage to Deganawidah, op. 14 = The Peacemaker für Orchester als Hommage an Deganawidah. Der Film Kissed by Lightning aus dem Jahr 2009 erzählt von Mavis Dogblood einer Malerin der Mohawk, deren Mann „Jesse Lightning“ bei einem Gewitter vom Blitz getötet wurde. Sie verschließt sich daraufhin in ihrer Trauer in die Erinnerungen an die Zeit davor. Um sich der Realität zu stellen, beginnt sie die Geschichten zu malen, von denen ihr Mann Jessie ihr früher aus der Geschichte der Irokesen erzählte. Der Film enthält eine moderne Nacherzählung der Legende des Großen Friedensstifters und Hiawatha aus dem 14. Jahrhundert.Kissed by Lightning . Der Roman Turtle Island – A Dream of Peace von Jack Ramey erzählt die Geschichte von Dekanawidah und Hiawatha, der den Tod seiner vier Töchter rächen möchte, wie sich beide treffen, gemeinsam die Wunden der Fünf Nationen der Irokesen heilen und zwischen ihnen Frieden stiften.
Literatur John Napoleon Brinton Hewitt, Seth Newhouse: Biographical notes on Deganawida and Hiawatha. 1898, National Anthropological Archives, Smithsonian Institution, Manuskript Nr. MS 3524 (sova.si.edu englisch).
Paul A. W. Wallace: Dekanahwideh (Deganawidah, Dekanahouideh, the Heavenly Messenger). In: George W. Brown, David M. Hayne, Francess G. Halpenny (Hrsg.): Dictionary of Canadian Biography. Band 1: 1000–1700. University of Toronto / Université Laval 1966 (biographi.ca).
Weblinks Deganawidah thegreatpeacemakers.com
The Great Law of Peace – Haudenosaunee (Iroquois) Constitution pdx.edu
Einzelnachweise
Kategorie:Indianischer Häuptling Kategorie:Geboren im 2. Jahrtausend Kategorie:Gestorben im 2. Jahrtausend Kategorie:Mann