Tonio Riedl (* 17. Februar 1906 in Wien, Österreich-Ungarn; † 29. Dezember 1995 ebenda) war ein österreichischer Schauspieler bei Bühne, Film und Fernsehen.

Leben und Wirken Riedl nahm mit 20 Jahren Schauspielunterricht bei Paul Senden in Köln und anschließend bei Raoul Aslan in Wien. Seinen Einstand gab der Wiener 1927 in Bad Godesberg in dem Stück Der Tänzer unserer lieben Frau von Franz Johannes Weinrich. Noch im selben Jahr nahm Riedl ein Engagement an, das ihn an das Stadttheater von Konstanz führte. Hier und in seinen folgenden Bühnenstationen wurde er zunächst in dem Rollenfach Jugendlicher Held und Jugendlicher Liebhaber eingesetzt. Es folgten Verpflichtungen an die Kammerspiele München (1927–1929), an das Deutsche Volkstheater Wien (1929–1934), das Thalia-Theater in Hamburg (1936), erneut an das Wiener Volkstheater (1937) und anschließend an das Stadttheater in Reichenberg (1938).

1939 wurde Tonio Riedl für zwei Filmrollen erstmals vor die Kamera geholt und wirkte überdies in Rundfunksendungen mit, ehe er sich 1940 fest an Die Insel in Wien (1940–1941) verpflichten ließ. Nach seiner Tätigkeit während der Kriegsjahre (1941–1944) am deutschen Stadttheater des deutsch besetzten Metz (Lothringen) kehrte Tonio Riedl nach Wien heim und war fortan festes Ensemblemitglied des Burgtheaters. Zu seinen bekanntesten Wiener Auftritten zählen der Leon in Grillparzers Weh dem, der lügt, der Don Karlos im gleichnamigen Schiller-Stück, der Romeo in Romeo und Julia, der Prinz von Homburg, der Marchbanks in Shaws Candida, der Phaon in Grillparzers Sappho, der Fritz Lobheimer in Schnitzlers Liebelei, der Lysander in Shakespeares Ein Sommernachtstraum sowie der Jaakob in Beer-Hofmanns Jaakobs Traum. In späteren Jahren sah man Riedl hin und wieder auch in der einen oder anderen Fernsehproduktion.

Privates Der rund 20 Jahre ältere Schauspielstar Aslan, Riedls größter Förderer und Mentor, wurde zugleich ab 1932 Tonio Riedls Lebensgefährte. Später hat Aslan Riedl sogar adoptiert; der Schauspieler ist in Aslans Grabstelle als Tonio Riedl-Aslan beigesetzt worden.Grabstelle Aslans und Riedls auf dem Grinzinger Friedhof (Ehrengrab Raoul Aslan) Der rege Briefwechsel der beiden Wiener Schauspieler wurde 1978 unter dem Titel Raoul Aslan. Begegnung im Licht. Briefwechsel mit Tonio Riedl von Margarete Gruber veröffentlicht.Begegnung im Licht von Margarete Gruber

Filmografie 1939: Drei Väter um Anna 1939: Ihr erstes Erlebnis 1956: Einen Jux will er sich machen 1961: Der Färber und sein Zwillingsbruder 1963: Der Verschwender 1965: Der eingebildete Kranke 1967: Der Zerrissene 1969: Die Enthüllung 1970: Die vertagte Nacht

Literatur Herbert A. Frenzel, Hans Joachim Moser (Hrsg.): Kürschners biographisches Theater-Handbuch. Schauspiel, Oper, Film, Rundfunk. Deutschland, Österreich, Schweiz. De Gruyter, Berlin 1956, , S. 601 f. Johann Caspar Glenzdorf: Glenzdorfs internationales Film-Lexikon. Biographisches Handbuch für das gesamte Filmwesen. Band 3: Peit–Zz. Prominent-Filmverlag, Bad Münder 1961, , S. 1400.

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