Reitwettbewerbe bei denOlympischen Spielen 2020Qualifikation DressurreitenEinzelMannschaft SpringreitenEinzelMannschaft VielseitigkeitsreitenEinzelMannschaft Der Mannschaftswettbewerb im Springreiten bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio wurde am 6. und 7. August 2021 im Baji Kōen (auch als Equestrian Park bezeichnet) ausgetragen. Alle Prüfungen fanden unter Flutlicht statt.

Zeitplan RundeDatumUhrzeitQualifikation6. August 202119:00 Ortszeit (12:00 deutscher Zeit)Finale7. August 202119:00 Ortszeit (12:00 deutscher Zeit)

Qualifikation

Insgesamt gab es 20 Startplätze. Jede Nation, die für den Mannschaftswettbewerb im Springreiten qualifiziert hatte, erhielt auch drei Startplätze im Einzelwettbewerb. KontinentQualifizierte MannschaftenAfrikaAsienEuropaNordamerikaOzeanienSüdamerika

Titelträger Olympiasieger (Rozier, Staut, Bost, Leprevost)Rio de Janeiro 2016Weltmeister (Ryan, Sternlicht, Kraut, Ward)Tryon 2018

Prüfungen Die Mannschaftswettbewerbe bildeten in Tokio, anders als noch vier Jahre zuvor in Rio de Janeiro, den Abschluss der olympischen Springreitwettbewerbe. Der Mannschaftswettbewerb war völlig von den Prüfungen der Einzelwertung getrennt. Dies ging so weit, dass es möglich den Nationen möglich war, in der Mannschaftswertung das Reservepaar der Nation zum Einsatz zu bringen und dafür ein Pferd-Reiter-Paar aus der Einzelwertung nicht im Mannschaftswettbewerb starten zu lassen. Das Deutsche Olympiade-Komitee für Reiterei kündigte schon Anfang Juli 2021 an, Maurice Tebbel und sein Pferd Don Diarado nur im Mannschaftswettbewerb einsetzen zu wollen.Springen: Kandidaten für Olympische Spiele benannt, Julia Basic / Deutsche Reiterliche Vereinigung, 3. Juli 2021 Letztlich machten von dieser Regelung diverse Nationen Gebrauch. Somit war die Qualifikation zum Nationenpreis zum Beispiel für Bryan Balsiger (Schweiz), Rodrigo Pessoa (Brasilien) und Simon Delestre (Frankreich) die erste Prüfung bei den Olympischen Spielen in Tokio.Borgmann's Olympia Blog #24: Viele neue Namen im Nationenpreis, Thomas Borgmann für reitturniere.de, 3. August 2021

Am 6. August stand die Qualifikation zum Nationenpreises auf dem Programm, an der alle Equipen teilnehmen mussten. Ausgeschrieben war diese Prüfung wie auch der Nationenpreises als Springprüfung nach Fehlern, nicht gegen die Zeit. Das Regelwerk ließ für den gesamten Nationenpreis Hindernisse mit Höhen von bis zu 1,65 Meter zu, eine Hindernishöhe von 1,60 Meter für zumindest für zwei Steilsprünge war zwingend vorgegeben. Streichergebnisse waren nicht mehr vorgesehen, die Ergebnisse aller drei Reiter je Nation gingen in das Ergebnis ein. Gab ein Reiter auf oder schied er aus, hatte somit die gesamte Mannschaft kein vollständiges Ergebnis mehr und schied als Ganzes aus. Bei der Disqualifikation eines Teilnehmers wäre die gesamte Mannschaft disqualifiziert gewesen.

In den Nationenpreises am 7. August zogen die besten zehn Mannschaften des Vortags ein. Die Ergebnisse aus der Qualifikation wurden nicht mitgenommen. Damit ähnelte der Modus jenem des Nations-Cup-Finals. Beim Nationenpreis handelte es sich um eine Springprüfung mit Stechen um die Medaillenränge bei Punktgleichheit. Im Normalumlauf wurde hierbei die Zeit nicht gewertet. Dementsprechend wären punktgleiche Equipen ab dem vierten Rang ex aequo in der Rangierung gewertet worden.

Außergewöhnlich war die Startreihenfolge der Mannschaften im Nationenpreis: Die ersten beiden Reiter einer jeden Mannschaft starteten in umgekehrter Reihenfolge der Mannschaftsergebnisse der Qualifikation. Nach einer Pause änderte sich die Reihenfolge bei den dritten Reitern der Nationen: Die dritten Reitern gingen dann in der Reihenfolge des Zwischenklassements nach dem zweiten Reiter an den Start. Damit wurde sichergestellt, dass die Gewinner der Goldmedaille erst nach dem letzten Ritt feststehen.FEI Regulations for Equestrian Events at the Olympic Games, 24th Edition,Effective for the Olympic Games Tokyo 2020, 23 July-8 August 2021: Chapter IV - Jumping (PDF; 649 kB)

Ergebnisse Qualifikationsprüfung In der Qualifikationsprüfung traten 19 Nationen an: Kurz vor Beginn der Olympischen Spiele war Jamie Kermond, der Mitglied der australischen Springreiterequipe sein sollte, von der australischen Anti-Doping-Behörde positiv auf Kokain getestet und gesperrt worden. Da kein Ersatzreiter zur Verfügung stand, gingen die zwei verbliebenen australischen Reiterinnen nur noch als Einzelstarterinnen an den Start, nicht jedoch in der Mannschaftswertung.Olympia Tokio: Australische Springreiterinnen nun als Einzelstarterinnen, Dominique Wehrmann / St. Georg, 23. Juli 2021

Obwohl die Prüfung nur den Status einer Qualifikationsprüfung hatte, entsprach der Springkurs von Gestaltung und Anspruch her einem vollwertigen Nationenpreisparcours bei Olympischen Spielen. Die erlaubte Zeit war eng gewählt. In Verbindung mit der neuen Situation, dass die Strafpunkte aus dieser Prüfung nicht in das Mannschaftsfinale übertragen werden, entschieden sich viele Mannschaften dafür, Zeitstrafpunkte hinzunehmen. Damit reduzierten sie das Risiko, durch Ritte mit erhöhtem Tempo unnötige Hindernisfehler zu verursachen. Entscheiden mussten sich die Reiter zwischen den Hindernissen 10 und 11, ob sie einen weiten Bogen um die Hindernisse 3 und 4 reiten oder einen direkten Weg wählen. Der direkte Weg nahm jedoch den Fluss aus dem Ritt, so dass sich die meisten Teilnehmer für den längeren Weg entscheiden, auch wenn dieser meist Zeitstrafpunkt zur Folge hatte.

In der ersten Hälfte des Starterfeldes fanden sich überwiegend die eher etwas schwächer eingeschätzten Mannschaften. Diese konnten den Parcours zwar sicher überwinden, kassierten jedoch meist auch etliche Hindernisfehler. Anders Mexiko: Die Mannschaft, die in der Nord- und Zentralamerikadivision des Nations Cups in der Saison 2019 dominiert hatte, startete mit dem ersten Ritt ohne Hindernisfehler innerhalb des Starterfeldes. Der Ire Shane Sweetnam zählte mit seinem Pferd Alejandro in den letzten Jahren zu den leistungsstarken Paaren im nordamerikanischen Springreitsport, doch ihr Auftritt in Tokio verlief unglücklich: Alejandro übersprang sich am mehreren Sprüngen völlig, landete teilweise viel zu früh. Ohne die Möglichkeit als Streichergebnis aufzugeben, versuchte Sweetnam den Kurs zu Ende zu bringen, doch es kam zum Sturz. Damit war Irland die erste Equipe, für die die Prüfung vorzeitig beendet war.

Während Sweetnams Sturz ohne Folgen für die Beteiligten blieb, war dies bei Teddy Vlock, dem zweiten Reiter Israels, anders. Vlock landete bei seinem Stutz zwar zum Glück nicht in der Nähe seines Pferdes, doch er blieb zunächst reglos auf dem Platz liegen. Letztlich verließ er den Platz mit Unterstützung auf eigenen Beinen, doch Israels große Hoffnungen bei ihrer ersten Olympiateilnahme als Springreitmannschaft waren damit beendet. Kōki Saitō ging als zweiter Reiter Japans nicht an den Start, da sich sein Pferd mit seinem Hufeisen selbst trat und damit eine leichte Blutung auslöste. Um eine Disqualifikation der Mannschaft zu vermeiden, verzichtet Saitō darauf anzutreten, so dass die im Einzel starken Japaner stattdessen ausschieden.TOKIO Podcast #5 – André Thieme hat ein paar kritische Worte: Minute 11:20 bis 12:30 Auch Mexiko schied aus, nachdem Eugenio Garza Perez Pferd Armani das Mauerhindernis, das ohne Fangständer oder sonstige seitliche Elemente zu Fehlern einlud, zwei Mal nicht überwinden wollte. Da jedoch der dritte Reiter Mexikos noch an den Start ging, wird Mexikos auf Rang 16 besser gewertet als die zuvor genannten Mannschaften, die nur einen Reiter in das Ziel brachten.

Schweden zeigte sich ebenso dominant wie im Einzelwettbewerb, keinen einzigen Fehler musste die Equipe verbuchen. Belgien verbuchte mit seiner Mannschaft, die drei Paare ihrer Goldequipe der Europameisterschaften 2019 umfasste, nur Zeitfehler. Ebenso Deutschland, das punktgleich mit Belgien abschloss. André Thieme, der in der Einzelwertung noch unglücklich ausgeschieden war, lieferte mit Chakaria trotz eines Stolperers der StuteAndré Thieme im Interview: „Ich musste heute kämpfen, kämpfen, kämpfen!“, Jan Tönjes / St. Georg, 6. August 2021 während des Rittes die erste deutsche Runde ohne Springfehler ab. Maurice Tebbel überwand stilsicher bei seinem ersten Parcours in Tokio mit Don Diarado den Kurs und auch Daniel Deußers Stute Killer Queen war nach den Fehlern im Einzelfinale wieder top in Form. Bei den Schweizern glänzte insbesondere Olympiadebütant Bryan Balsiger. Für Steve Guerdat, Langzeit-Weltranglistenerster zwischen 2019 und 2021, verliefen die Olympischen Spiele weiterhin unglücklich, doch seine neun Strafpunkte ließen die Schweiz lediglich auf Rang vier zurückfallen. Für die Niederlande wurde es zum Schluss ganz eng: Nachdem Willem Greve bereits unerwartete drei Hindernisfehler unterliefen, schwächelte auch das Einzelbronze-Paar Maikel van der Vleuten und Beauville Z. Mit elf Strafpunkten Vorsprung auf die erste nicht mehr für das Mannschaftsfinale qualifizierte Mannschaft gestartet, fielen bei van der Vleuten zwei Stangen. Doch dabei blieb es, die Niederlande erreichten somit die Finalprüfung.Tokio 2021: Springreiter für Team-Finale qualifiziert, Eva Borg und Laura Schwabbauer / Deutsche Reiterliche Vereinigung, 6. August 2021Mannschafts-Qualifikation Springreiten Olympia 2021: starke Deutsche, überragende Schweden, Jan Tönjes / St. Georg, 6. August 2021 Platz Mannschaft Reiter und Pferde Strafpunkte1 0 Henrik von Eckermann mit King Edward 0 Malin Baryard-Johnsson mit Indiana 0 Peder Fredricson mit All In 02 4 Pieter Devos mit Claire Z 1 Jérôme Guery mit Quel Homme 1 Grégory Wathelet mit Nevados S 22 4 André Thieme mit DSP Chakaria 1 Maurice Tebbel mit Don Diarado 2 Daniel Deußer mit Killer queen 14 10 Martin Fuchs mit Clooney 1 Bryan Balsiger mit Twentytwo des Biches 0 Steve Guerdat mit Venard de Cerisy 95 13 Laura Kraut mit Baloutinue 4 Jessica Springsteen mit Don Juan van de Donkhoeve 4 McLain Ward mit Contagious 56 15 Simon Delestre mit Berlux Z 1 Pénélope Leprevost mit Vancouver de Lanlore 5 Mathieu Billot mit Quel Filou 97 20 Holly Smith mit Denver 4 Harry Charles mit Romeo 12 Ben Maher mit Explosion W 48 25 Marlon Modolo Zanotelli mit Edgar M 0 Pedro Veniss mit Quabri de l’Isle 5 Rodrigo Pessoa mit Carlito’s Way 209 26 Willem Greve mit Zypria S 13 Marc Houtzager mit Dante 5 Maikel van der Vleuten mit Beauville Z 810 27 Fabian Sejanes mit Emir 7 Martin Dopazo mit Quintino 14 Matías Albarracín mit Cannavaro 6 11 29 Nayel Nassar mit Igor van de Wittemoere 8 Mohamed Talaat mit Darshan 9 Mouda Zeyada mit Galanthos 12 12 35 Li Yaofeng mit Jericho 15 Zhang Xingjia mit For Passion d’Ive Z 13 Li Zhenqiang mit Uncas S 7 13 37 Ali Al Ahrach mit Golden Lady 10 El Ghali Boukaa mit Ugolino du Clos 6 Abdelkebir Ouaddar mit Istanbull van het Ooievaarshof 21 14 39 Bruce Goodin mit Danny V 17 Tom Tarver-Priebe mit Popeye 13 Daniel Meech mit Cinca 9 15 45 Ondřej Zvára mit Cento Lano 15 Anna Kellnerová mit Catch Me If You Can OLD 17 Aleš Opatrný mit Forewer 13 16 ausgeschieden Enrique González mit Chacna 1 Eugenio Garza Perez mit Armani SL Z ausgeschieden (2. Verweigerung) Patricio Pasquel mit Babel 5 17 ausgeschieden Alberto Michán Halbinger mit Cosa Nostra 12 Teddy Vlock mit Amsterdam ausgeschieden (Sturz) Ashlee Bond mit Donatello nicht gestartet 17 ausgeschieden Daisuke Fukushima mit Chanyon 8 Kōki Saitō mit Chilensky nicht gestartet Eiken Satō mit Saphyr des Lacs nicht gestartet 17 ausgeschieden Shane Sweetnam mit Alejandro ausgeschieden (Sturz) Bertram Allen mit Pacino Amiro nicht gestartet Darragh Kenny mit Cartello nicht gestartet

Mannschaftsfinale