mini|Die Quinta da Revolta in Porto Quinta ist eine portugiesische [] und spanische [] Bezeichnung für ein Anwesen im ländlichen Raum, welches ursprünglich und teilweise bis heute für landwirtschaftliche Zwecke genutzt wird, dabei aber auch zu Repräsentations- oder Erholungszwecken dienen kann. International am bekanntesten sind die portugiesischen Weinbau-Quintas, aber auch andere traditionelle Quintas funktionieren bis heute als landwirtschaftliche Betriebe, etwa für Olivenöl, Obst oder Getreide.
Verbreitung Der Begriff Quinta wird vor allem vom Norden Portugals bis etwa zur Setubal-Halbinsel im Süden von Lissabon benutzt. Weiter im Süden, insbesondere im Alentejo, wird eher der Begriff Herdade für landwirtschaftliche Anwesen verwendet, der mit dem verbreiteten Großgrundbesitz verbunden ist, der sich dort im 13. Jahrhundert im Verlauf der letzten Phase der Reconquista entwickelte. Die Quintas im Norden erreichen üblicherweise keine vergleichbaren Ausdehnungen wie die Herdades im Süden.
Merkmale und historische Entwicklung Die traditionellen Bauern- oder Gutshöfe bestanden oft aus von Mauern umgebenen Feldern mit einem Waldstück und Gärten sowie einem Wohnhaus; auch das Wohnhaus selbst wird als Quinta bezeichnet. Auch im Spanischen wird der Begriff verwendet. Er leitet sich ursprünglich von quinta parte her, dem „fünften Teil“ der Erträge, den ein Pächter im Mittelalter an den Eigentümer des Hofes zahlen mussteQuintus – Quinta. Eintrag in: Johann Christian August Heyse: Allgemeines verdeutschendes und erklärendes Fremdwörterbuch. 10. Auflage. Hahn, Hannover 1848. (vergleiche Zehnt). In Südamerika wird der Begriff auch für ein einfaches Haus mit Vorgarten oder auf einem Gartengrundstück (Mexiko, Kolumbien, Venezuela) bzw. für einen Gemüsegarten verwendet (Uruguay).
In Portugal bekamen seit der Renaissance viele Landgüter des Adels unter dem Einfluss der italienischen LandvillenInês Pires Fernandes: The utopia of paradise in architecture—gardens, countryside, and landscape in Roman and Renaissance villas. In: Utopia(s) - Worlds and Frontiers of the Imaginary: Proceedings of the 2nd International Multidisciplinary Congress. 20.–22. Oktober 2016, Lissabon. CRC Press, Leiden 2017, S. 41–46, S. 45 (englisch). als Quinta de Recreio (von ) zunehmend auch repräsentative Aufgaben und entwickelten sich zu einem eigenständigen Typus von teils aufwendig gestalteten Landsitzen, wie etwa die Quinta da Bacalhoa in Setúbal. Vergleichbar der englischen Ornamental Farm ist die Quinta de Recreio ein „organisiertes Ganzes aus Wald, Gebäude, Gartenanlage, Obstgarten und Gemüsegarten“, in dem sich Erholung und Produktion den gleichen Raum teilen.vgl. Aurora Carapinha: . Diário de Notícias, 21. April 2008 (portugiesisch). Mit der Quinta da Regaleira und der Quinta da Penha Verde gehören heute zwei der zahlreichen im Umfeld der königlichen Sommerresidenzen Palácio Nacional de Sintra und Palácio Nacional da Pena entstandenen Quintas als Teil der Kulturlandschaft Sintra zum UNESCO-Welterbe.
Weblinks
Aurora Carapinha: . Diário de Notícias, 21. April 2008 (portugiesisch)
Literatur Amilcar Gil Pires: A Quinta de Recreio em Portugal: Vilegiatura, Lugar e Arquitectura. Caleidoscópio, Casal de Cambra 2013.
Einzelnachweise
Kategorie:Wohngebäudetyp Kategorie:Landwirtschaft (Portugal) Kategorie:Architektur (Portugal) Kategorie:Landwirtschaftliches Bauwerk